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TSG Hoffenheim: Mit Heidelberg die Bundesliga aufmischen
Darkidol Offline
Dabei seit: 03.06.2005
Wenn Dietmar Hopp anfängt zu erzählen, hat man nicht das Gefühl, es mit
einem 65-Jährigen zu tun zu haben. Er sitzt im Konferenzsaal des Golf Club
St. Leon-Rot und sprüht vor Begeisterung. Von Ruhestand keine Spur. Mit
einem Funkeln in den Augen redet der Gründer des Softwareriesen SAP von
seiner Stiftung, die Projekte in sozialen und medizinischen Bereichen
unterstützt und sich zudem der Förderung des Jugendsports widmet. Sein
Hauptaugenmerk im Sport gilt seit 1990 der TSG Hoffenheim. "Es ist ein Stück
Einstellung von mir, den Nachwuchs zu fördern. Ich bin kein Ehrgeizling, der
sich eine tolle Mannschaft zusammenkauft. Ich will insgesamt etwas bewegen",
sagt er.
Beispielhafte Jugendarbeit in Hoffenheim
Beim heutigen Regionalligisten Hoffenheim hat der Mann, der über ein
Privatvermögen von rund 2,5 Milliarden Euro verfügt, bereits viel
geleistet: "Hier haben wir mittlerweile eine beispielhafte Jugendarbeit. Das
hören wir aus berufenem Munde. Bundestrainer Jürgen Klinsmann ist ganz
begeistert. Die Jugendteams spielen in der höchsten deutschen Spielklasse
und demnächst bauen wir noch ein Internat mit 22 bis 24 Zimmern", stellt
Hopp stolz fest.
1.FCH Heidelberg 06 soll bald in die erste Liga
Und damit die Talente auch als Erwachsene ein sportliches Zuhause haben,
plant der Mäzen nun ein Projekt, das deutschlandweit für Furore sorgt. Im
Juni will er eine Spielbetriebs-GmbH gründen, die den Namen 1.FCH Heidelberg
06 tragen soll. Mit diesem Verein will er möglichst bald ins
Fußball-Oberhaus.
Komplizierte Konstruktion
Wie das funktionieren soll mit dem neuen Klub? "Das ist etwas kompliziert",
sagt Hopp und erklärt: "Eine Sportbetriebs-GmbH, die Hoffenheim schon hat,
muss zu 51 Prozent von einem eingetragenen Verein getragen werden. Die TSG
hält heute den Anteil dieser GmbH, 49 Prozent halte ich. So muss es auch in
Zukunft sein. Nach einer Aufspaltung könnte der Trägerverein dann FC
Hoffenheim-Heidelberg 06 heißen und der Bundesliga-Klub FCH Heidelberg 06.
Diese Variante hat beim DFB beste Aussichten auf Genehmigung."
Farmteams in Walldorf und Sandhausen
Und sie hat auch die besten Chancen auf Erfolg. Mit im Boot sitzen auch noch
der Oberligist SV Sandhausen und der Verbandsligist FCA Walldorf. Sie sind in
der GmbH vertreten und sollen als Farmteams dienen, wovon dann der Erstligist
sowie die zweite Mannschaft der FC Hoffenheim-Heidelberg profitieren
könnten.
Zweite Liga als Zwischenschritt
Hopp überlässt nichts dem Zufall. Die Regionalliga-Mannschaft wurde in der
Winterpause durch die Bundesliga-Profi Selim Teber, Jochen Seitz und Tomislav
Maric verstärkt, und mit Lorenz-Günther Köstner steht neuerdings ein
erfahrener Coach auf der Kommandobrücke. Bei drei Punkten Rückstand auf
einen Aufstiegsplatz soll der Sprung in die zweite Liga noch diese Saison
geschafft werden. Als Zwischenschritt versteht sich. "Die erste Bundesliga
ist unser Ziel", sagt Hopp. Für den passenden Rahmen soll dann ein neues
Stadion sorgen, dass der Sportsponsor für 40 Millionen Euro möglichst in
Heidelberg errichten will. "Wir bauen das Stadion so, dass alles möglich ist
– auch internationale Spiele", sagt er und unterstreicht damit die
Ernsthaftigkeit der Ambitionen.
FC Bimbeshausen?
Solche Aktionen rufen natürlich Kritiker auf den Plan. Im benachbarten
Mannheim, wo der ehemalige Erstligist SV Waldhof seit Jahren versucht den
Sprung aus der Oberliga zurück in den bezahlten Fußball zu schaffen,
sprechen sie vom "FC Bimbeshausen". Auch von einem "neureichen Retortenklub"
ist immer wieder die Rede. Hopp wehrt sich gegen die kritischen Töne: "Das
Bild will ich unbedingt vermeiden. Ich denke langfristig und Heidelberg steht
schließlich auch für Tradition. Wir verpflichten zwar jetzt Leute um hoch
zu kommen. Aber es soll keine Dietmar-Hopp-Veranstaltung werden. Ich habe da
nur Spaß dran, wenn das ein Selbstläufer wird."
Unterschiede zu Abramowitsch
Auch den Vergleich mit Roman Abramowitsch, der sich den FC Chelsea gekauft
und als Spielzeug hält, hält Hopp für unangebracht: "Es ist so
offensichtlich, dass das ein riesiger Unterschied ist – nicht nur im
privaten Vermögen, sondern auch in der Philosophie. Ich habe noch nicht
gehört, dass der Abramowitsch in Chelsea 15 Jahre Jugendarbeit betrieben
hat. Er hat den Klub gekauft und Geld reingepumpt um ganz oben zu sein."
Bundesliga als Traum
Nach oben ist ein gutes Stichwort. Philosophieunterschied hin oder her,
nichts Anderes hat auch Hopp im Visier. "Ich will das möglichst mit jungen
deutschen Spielern schaffen", sagt er. Dafür will er auch Geld aus seinem
Privatvermögen investieren. Aber alles in angemessenen Rahmen. Denn trotz
seiner Begeisterung ist Dietmar Hopp Realist geblieben. "Deutscher
Fußballmeister - das erlebe ich ganz bestimmt nicht mehr. Mein Traum ist die
erste Bundesliga."
Quelle: http://onsport.t-online.de
einrudithömmes Offline
Dabei seit: 18.04.2005
Nichts verkehrte drinne... die Quelle der Diskussion bei den 11Freunden mal dazu: http://www.11freunde.de/forum/7/1132514721?&txt=Hopp. ;-)