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einrudithömmes Offline
Dabei seit: 18.04.2005
Amatör

Und natürlich, Struktur bedingt Finanz und Finanz bedingt dann wieder Struktur. Ein Teufelskreis. Aber natrülich können auch nicht alle auf dem gleichen Niveau spielen. Sportlich, Beachtung durch die Zuschauer, Medien undsoweiter undsofort.
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
Ja, aber man muss das alles ja nicht - ungerechterweise - in eine einzige Richtung lenken. Damit hab ich eher Probleme. Andere Frage: Was wird denn wirklich von DFB-Seite für die Amateurpartei getan? (Ich rede jetzt hier vom gehobenen Amateursport, das für mich Regional- und Oberliga).
einrudithömmes Offline
Dabei seit: 18.04.2005
In welche Richtung hab ich das denn gelenkt? Oder meinst du den Verband mit man? Ich hab jedenfalls keine Verteidiungsrede führen wollen sondern nur mal kurz die Medaille auf dei Kante stellen.

Und, ja, dass der DFB selbst seine högschde Spielklasse, die 3., högschd vernachlässigt, geschenkt. So weit hat damals offenbar der Wenigste geguckt, als man sich zur Mehrung der DFL-Millionen auf die Schultern schlug!
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
Ich sage, es wird zu sehr die Profi-Seite berücksichtigt. Man - also der Verband. Ansonsten hast du ja dennoch Recht: Wenn wir der Bundes- und Regionalliga gleiche Beachtung schenken, fürhrt das zu nichts. Natürlich bedarf der Spitzenfußball einer Sonderbehandlung. Aber wir laufen Gefahr, dass die jetzige Struktur irgendwann unumkehrbar gefestigt sein wird (wenn sie das nicht schon ist). Und da hab ich so meine Zweifel. Es geht hier immer noch um das Ideal eines transparenten Liga-Systems, das den Vereinen von Flensburg bis Berchtesgaden so wenig Steine wie möglich in den Weg rollen sollte. Zumindest ich sehe das immer mehr in Gefahr - ohne dass so wirklich jemand Notiz davon nimmt. Gebt den Leuten Brot und Spiele...
Andreas Blenke Offline
Dabei seit: 18.06.2009
Eine interessante Diskussion, die Ihr da anzettelt. Da wünschte man sich doch mehr belastbare Daten zur argumentativen Unterfütterung. Aber die Sport- und Marketingstudenten tun ja nicht mehr, als (vom WM-Rausch angeschickert) den x-ten flachgeistigen Fragebogen zum Image der Vereine in der ersten Bundesliga online zu stellen. (Und tragen so auf ihre ganz eigene Weise zur Mutation des Internetzes zum Stammtisch der Abstinenzler bei.)

Ganz wichtig wäre dabei eine positive Rolle des DFB als mächtigster Sportverband der Welt (also zwangläufig auch hier zu Hause). Man hat nicht den Eindruck als beschäftigten sich die Herren Funktionäre (Frauenquote? Bitte nicht beantworten — hier reitet mich der Schalk.) sehr lange mit ihren Vorschlägen zur Ligareform. Langsam darf man glauben, wenn mit Gründung der dritten Liga, das Problem der Vereine lediglich nach unten verschoben wurde, daß womöglich eine Reform des gesamten Ligasystems not täte.

Aber bitte nicht aus den leeren Hirnen der Dauergrinser mit den vollen Taschen gespeist, die sich lieber international auf ihre Schulter klopfen lassen als den Amateuren daheim die Hand zu reichen. Die Profis sind hervorragend vertreten durch ihren Ligaverband, was soll sich da der DFB noch ranschmeißen? Wäre besser er verträte die Anliegen der schwächeren (aber zahlreichen) Mitglieder gegenüber denjenigen, die genug Wirtschaftsmacht mitbringen, um für sich selbst zu kämpfen.

Früher (und zwar schon sehr viel früher) bestanden die Haupteinnahmen der Fußballvereine aus dem Verkauf von Eintrittskarten. Die Ungleichgewichte im Wettbewerb traten erst ein, als die Leute lieber faul Fernsehen schauten als zum Stadion zu pilgern. Später kamen dann noch die Erlöse aus dem Fanartikelmarkt dazu, die in dieser Form aber auch erst durch die Werbeveranstaltung Liveübertragung und Sportschau möglich wurden.

Um diese Schere wieder zu schließen, wäre es ratsam, für einen Finanztransfer von oben nach unten zu sorgen. Die einfachste Möglichkeit wäre eine direkte Ausgleichsleistung über einen festgelegten Schlüssel und eine dafür einzuführende Kasse. (Ich finde es ohnehin merkwürdig, wie es alle für gegeben halten, daß die Vereine für eine Fernsehübertragung Geld erhalten, anstatt für eine zweistündige Werbesendung mal ordentlich in die Tasche greifen zu müssen. — Aber solche Gedanken sind wohl ein bißchen viel Sozialismus auf einmal.)

Dazu sollten wie gesagt mal die Fachleute aus Sport und Wissenschaft Gedanken über eine Reform der Ligenstruktur nachgrübeln. Wenn der finanzielle Sturz über die Klippe wiederholt an der Schnittstelle von eingleisigen zu mehrgleisigen Ligen stattfindet, wäre vielleicht sogar über eine Wiedereinführung der zweigleisigen zweiten Liga nachzudenken (dritte Liga dann viergleisig, vierte achtgleisig usf.). Unausgegorene Idee, gebe ich zu, aber auf den ersten Blick allemal sinnvoller als das geplante »erst eins, dann eins, dann eins, dann viele, dann steht der Insolvenzverwalter in der Diele.«

Dann wäre möglicherweise auch wieder der eine oder andere Zuschauer anzulocken, weil es erstens in den Ligen echte Aufstiegskämpfe gäbe, den Vereinen zweitens mehr Geldmittel zur Verfügung stünden, um ein lebendiger Bestandteil ihrer Dörfer und Stadtteile zu werden und schließlich drittens durch solches Flaggezeigen in ihrer Region auch in der öffentlichen Wahrnehmung einen festen Platz zu finden.

Obwohl ich mich schon über die Fußballzuschauer wundere. Die ganzen Leute in meiner Region, die nun zu Real Hoppenhausen rennen, um endlich Erstligafußball zu sehen, ließen sich zuvor auf keinem der vielen kleinen Kreisliga- und Bolzplätze blicken. Beginnt wahre Fußballiebe also erst ab Liga zwo? Dann wäre es auch überflüssig, sich um die unteren Ligen überhaupt zu sorgen.

Dann sollte man den Amateurfußball einfach ganz vom Profifußball abtrennen — Verteilung der Proficlubs erfolgt gleichmäßig flächendeckend nach planwirtschaftlichen Maßgaben (entweder Schalke oder der BVB müßten dann wohl nach Schleswig-Holstein umziehen, wie seinerzeit Hansa nach Rostock), und der Verbleib in der Liga würde zum Schutz des Kapitals (wie in der MLS) gesichert.

Fänd es allerdings schade, wäre wieder ein Stückchen langweiliger auf beiden Seiten. Da freue ich mich jedenfalls erst einmal auf meine Fahrt nach Homburg am Samstag. Ich hoffe auf mitreißende Abstiegskampfstimmung (zur Abwechslung mal nur auf der Seite der Gegner).

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