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Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
@Andreas Blenke,

mir geht es wie gesagt in erster Linie um Fairness und Durchlässigkeit. Das nationale Anliegen, international mit Klubmannschaften und Nationalelf eine gute Rolle spielen zu wollen, ist nachvollziehbar. Aber das darf meiner Meinung nicht dazu führen, dass sich gewisse (Großstadt-)vereine in dieser Form abgrenzen und sich als Retter der internationalen Reputation feiern dürfen. Es ist nun mal nicht in Stein gemeißelt, dass der VfB Stuttgart, Bayern München oder der HSV die Mannschaften sind, die die Nationalmannschaft am Leben halten. Natürlich nehmen gewisse Vereine nicht umsonst eine gewisse Stellung ein. Doch die Möglichkeit, nachrückenden Vereinen eine ähnliche Entwicklung zu ermöglichen, muss in diesen von den Verbänden organisierten Ligen gegeben sein.

Die Jugendarbeit muss sich darauf konzentrieren, Leistungsträger für die Profi-Mannschaften auszubilden - und keine Lückenfüller! Denn das sollte idealerweise das Ziel einer konsequenten Nachwuchsförderung sein. Meine Hoffnung liegt eben darin, die Leistungsdichte in der dt. Liga-Landschaft mit einem durchsichtigeren System gerechter zu verteilen. Und ich bin mir sicher, insgesamt würde davon die Spitze und Breite profitieren, der Konkurrenzkampf neu entfachen. Eine Regionalliga-Mannschaft mit einem Langzeitkonzept, zu 50% aus ehemaligen Jugendspielern bestehenden ersten Elf und mit Spielern, die daraufhin ausgebildet wurden, mit 20 Jahren einen nicht unerheblichen Teil in der ersten Mannschaft zu leisten, würde eben nicht nur diese Leistungsdichte enger zusammenrücken lassen, sondern einzlene Jugenspieler, ausgebildet bei Vereinen der unteren Ligen, brächten eine ganz andere Qualität mit.

Ganz ehrlich, heute: Wer's nicht mit 18/19 in die Bundesliga-Mannschaft schafft, wird durchgereicht: Koblenz, Aue, vielleicht mal Kaiserslautern. Ich wüsste nicht, was daran nun sonderlich förderlich ist. Das Manko meiner Idee, aus Sicht der DFL-Vereine, wäre es ganz klar, der breiten Basis den Rücken zu stärken. Dass das nicht eifnach so in Kauf genommen wird, dafür habe ich vollstes Verständnis. Aber Konkurrenz belebt das Geschäft und ich glaube, von einer homogenen Fußballlandschaft, profitieren gerade die Vereine, die deutschlandweit den Ton angeben, auch wenn sie ein kleines Stück vom großen Kuchen abgeben müssen.

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Zur RL Nord: RB Leipzig wird Erster oder Zweiter werden. Ich glaube schon, dass sich im Laufe der Saison ein großer Konkurrent herausschälen wird. Wer das ist, keine Ahnung? Die Top-Tipps der letzten beiden Saison schwächeln ja etwas: Magdeburg im Umbruch und Halle wird wohl kein drittes Mal hintereinander das Niveau der ersten RL-Saison halten. Bleiben Chemnitz, Kiel und eine beliebige zweite Mannschaft. Besser ist es, wenn die Leipziger aufsteigen, das ist sowieso irgendwann der Fall. Besser dieses Jahr, wo noch kein Klub so eine richtige Struktur aufweist.

Zweite Mannschaften in der Nord? Geht so. Mit dem HSV, Hertha, H96 und WOB, sind's ja recht ambitionierte Teams, vier sind davon nicht zu viel. Cottbus und BS? Wohl eher Pflaumengegner, hier sind zwei wiederum auch nicht zu viel. Aber ich bin da auf Hottes Seite: Lieber NMS, AFC93, Meppen und so. Das ist ja kein Vergleich.

Übrigens: Hat denn keiner den FC Sylt auf'er Rechnung? Die scheinen mal richtig ernst zu machen in der SH-Liga und mausern sich dort gerade zum Top-Favoriten. Wenn sie das schaffen, bleibt die Konkurrenz aus HH und HB sehr überschaubar, der Aufstieg dieses Jahr ist alles andere als illusorisch. Ist irgendwie ein witziges Projekt, das ich fürs Erste befürworte :-).
Andreas Blenke Offline
Dabei seit: 18.06.2009
@ Orangeat und Sukkade

Was die Grundeinstellung angeht sind wir, glaube ich, nicht nur nah beieinander sondern ganz auf einer Linie. Wenn man es kurz aufzählt, müssen die Ziele einer Regionalligareform (und die halte ich durchaus für notwendig, wenn halt auch in anderer Form) sein: Chancengleichheit, Durchlässigkeit (wie Du sagst schon aus Gründen der Fairness, aber auch, weil es sonst sterbenslangweilig wird) und erfolgreiche Jugendarbeit.

Ganz richtig finde ich auch und vor allem dies: »Eine Regionalliga-Mannschaft mit einem Langzeitkonzept, zu 50% aus ehemaligen Jugendspielern bestehenden ersten Elf und mit Spielern, die daraufhin ausgebildet wurden, mit 20 Jahren einen nicht unerheblichen Teil in der ersten Mannschaft zu leisten, würde eben nicht nur diese Leistungsdichte enger zusammenrücken lassen, sondern einzlene Jugenspieler, ausgebildet bei Vereinen der unteren Ligen, brächten eine ganz andere Qualität mit.«

Problem hierbei: Die Planungen in den unteren Ligen sind (eigentlich wie früher in der Bundesliga) noch in erschreckendem Maße vom Provinzhonoratiorentum und kurzfristigem Erfolgsdenken geprägt. Kaum findet man belastbare langfristige (bestenfalls mittelfristige) Konzepte, und diese sind meist mit wohltätigen und/oder engagierten Einzelpersonen verbunden (z. B. Frank Holzer beim SV Elversberg oder auch Volker Koppelt beim FC Sylt) und nicht Ausdruck der gemeinsamen Anstrengung in einer Region.

Dabei ist Erfolg nicht planbar, ein tragfähiges Jugendkonzept aber schon. Hier wäre die Unterstützung des DFB gefordert, der m. E. seine Bemühungen — auch da gebe ich Dir recht — zu sehr auf die etablierten Schwergewichte konzentriert, als den Amateuren auf die Beine zu helfen (nicht zuletzt, wie weiter oben angesprochen, durch z. T. unsinnige Lizenzauflagen).

Eigentlich sollten die Amateurligen das Fundament sein, auf dem der Spitzenfußball steht. Konkurrenz belebt, wie Du sagst, das Geschäft. (Ein weiterer Vorteil: Die Vereine und ihre Mannschaften, wären wieder etwas mehr ihrer Region verbunden, wenn auch junge Spieler schon länger beim Verein waren und dann schließlich auch eingesetzt würden — bestimmt auch der Entwicklung der Zuschauerzahlen förderlich.)

Leider sieht's aber heute noch ganz anders aus. Wie können wir die aufgezählten Ziele erreichen? Die zweiten Mannschaften aus den unteren Ligen rauszuschmeißen würde letzlich einfach fehlschlagen (warum ich das so sehe, hab ich ja schon ausführlich ausgebreitet). Also muß ein Kompromiß her, eine Einigung, von der alle Seiten profitieren.

Selbstverständlich muß die Zahl der zweiten Mannschaften auf einen Höchstwert begrenzt werden (sage mal sechs pro Staffel = ein Drittel), sonst haben wir de facto eine Reserveliga. Und ich meine, tatsächlich müssen die DFL-Vereine nicht nur ein kleines Stück vom großen Kuchen abgeben, sondern ein ziemlich großes als Kompensation dafür, daß sie anderen Vereinen Startplätze wegnehmen (betrifft ja nicht nur die RL); das schließt auch einen finanziellen Transfer ein. Spätestens wenn einer davon mal absteigt, wird er das schon zu schätzen wissen. ;-)

Ich hab allerdings so meine berechtigten Zweifel, ob die Führung (gerade die aktuelle) des DFB überhaupt ein großes Interesse an den »Schmuddelkindern« hat, solange die Sonne weiter oben so schön scheint wie jetzt. Ich sehe auch nicht, daß man sich beim DFB mit diesem Thema hinreichend auseinandersetzt. (Vielleicht sollten einige der Herren zum Denkanstoß diesen Thread lesen.)

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Zu Rattenbrause Leipzig: fürchte, ich seh die recht bald in der Bundesliga. Anderes Problem — ähnliche Wirkung: Das Spielzeug eines Menschen, der mehr Geld an sich gerissen hat als einer demokratischen Gesellschaft zuträglich, nimmt einem Verein, der aus eigener Kraft aufstrebt, den Platz weg. Schwierig, da eine Grenze zu ziehen, bis zu der man das noch gut findet.

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Zum FC Sylt: da fährt man dann ja auch besonders gerne zum Auswärtsspiel hin. :-)
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
@Andreas Blenke,

dann ist ja alles in Butter. Trotzdem muss ich nochmal einhaken :-).

Die Pfullendorfs und Lübecks dieser Regionalligen, machen es doch vor, dass es Alternativen zum "Wettrüsten" gibt. Wenn die Lizensierung ein Gutes hat, dann sind es die Beispiele Essens oder Mannheims. In Essen stöhnt man doch fast schon auf: "Endlich gibt's den Schnitt!". Ich denke, dass hier die Zukunft liegt. Pfullendorf flirtet wie kein anderer Verein mit dem Image der armen Kirchenmaus und setzt vornehmlich auf selbstausgebildete Spieler bzw. bietet den Anreiz, junge Spieler direkt in der Liga-Mannschaft einzusetzen. Wie es ausschaut, fährt man damit gut - und vierte Liga für Pfullendorf, das ist und bleibt ein Erfolg, auch wenn man vlt. mal anderes gewohnt war. Bei Lübeck kann's auch mal höher hinaus gehen, das wiederum liegt dann wohl doch am potentiell solventeren Umfeld.

Ich glaube langsam, dass es auch unter den Langsamten die Kunde gemacht hat, dass das Spielzeug eines Menschen, der mehr Geld an sich gerissen hat als einer demokratischen Gesellschaft zuträglich ist, andere Wege erfordert.

Eine Begrenzung der zweiten Mannschaften in den Ligen, wäre zumindest mal ein erstes Rezept. Was mich allerdings ein bisschen kritisch dreinblicken lässt, ist eben, dass das weiter nichts Halbes, nichts Ganzes bleibt. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst? Wie würde man die Transparenz dabei regeln? Relegationsspiele zwischen dem am schlechtesten platzierten II.-Team und dem mögl. Aufsteiger aus der Oberliga? Ich glaube nicht, dass so etwas kommt.
Ansonsten kann ich mich damit anfreunden, dass ein Limit bevorsteht. Das wäre ein Anfang und - aus eigener Erfahrung: 6 II.-Teams von Bundesligisten, nimmt man zähneknirschend noch hin. Ich bin halt eher im Norden bewandert, ich weiß nicht, wie groß die Entrüstung bei unseren süddeutschen und (süd-)westdeutschen Fußballfreunden ist.

Ich hab allerdings so meine berechtigten Zweifel, ob die Führung (gerade die aktuelle) des DFB überhaupt ein großes Interesse an den »Schmuddelkindern« hat, solange die Sonne weiter oben so schön scheint wie jetzt.

Ja und nein. Vor zehn Jahren lag Fußball-Deutschland am Boden, da nahm man es in Kauf, die Jugendarbeit bedingungslos in die Spitze zu verschieben. Andererseits zieht das (fadenscheinige) Argument: "Schaut her, was für junge Spieler unsere Nationalelf nun bereichern", durchaus. Natürlich ist das nur die halbe Wahrheit und ein paar Bundesligisten sind dahinter gekommen, dass es nicht zwingend Pivaljevics und Zafirovs bedarf, um international und national eine Rolle zu spielen.
Nun ja, das Gleiche gilt für die unteren Klassen. Und wie du schon sagst, wie ich schon sage: Gleiche Bedingungen für alle! Aufgezogenere Jugendarbeit (im Übrigen bleibt ja auch der Vorteil, mit einer verteiltereren Nachwuchsförderung und gestärkten Vereinen unterhalb der Bundesliga, Talente in Regionen anzusprechen, in denen Fußball nur eine mäßige Rolle einnimmt und von vornherein "verloren" sind).

Kurzum: Das Thema braucht dringend eine Lobby! Dieses Regionalligareform-2012-Projekt, ist sicherlich ein Anfang, aber bloßes "Auf-den-Zaun-gehen", taugt da auch nicht viel. Es braucht prominente Fürsprecher und auch - trotz erfolgreicher Nationalmannschaft - darf die Bundesliga nicht immer wieder über den grünen Klee gelobt werden. Denn: der Spitzensport ist und bleibt nur die Spitze des Eisberges.

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Jo, RBL wird wohl früher oder später an der Schwelle zur Bundesliga stehen. Dass es auch immer wieder Spieler gibt, die sich einlullen lassen ... gut, das ist ein anderes Thema, aber herzen muss ich die Geißlers und Laas' dieser Welt nun nicht. Irgendwo müssen sie mal zwei, drei Jahre festhängen. In dieser Hinsicht ist es vielleicht gar nicht schlecht, dass Rostock und vielleicht noch andere Teams in die 3. Liga absteigen/abgestiegen sind ;-).

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Ernsthaft, der FC Sylt ist putzig. Ich weiß nicht, wo der Koppelt das Geld und die Zuversicht her hat. Eine Rhein-Neckar-Arena, wird er nicht bauen können. Das ist alles irgendwo auch ein Chaos-Spaß-Vergeltungsprojekt und da ich keine große emotionale Bindung zu diesem Verein habe, gebe ich ihm eine neutrale Chance. Eine Profi-Hochburg, eine weitere, in S.H., wäre cool. Ein Chaos-Vereine wäre genauso cool.

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PS: Danke für die fruchtbare Diskussion und die Schnittmengen. Viel Spaß erst mal bei Holland - Brasilien ;-)!
Andreas Blenke Offline
Dabei seit: 18.06.2009
@Orangeat und Sukkade

Für manche Vereine ist der Neuanfang lange überfällig. Das Beispiel Mannheim zeigt es tatsächlich überdeutlich, hier wurde immer wieder auf Erfolge spekuliert, die sich letztlich nicht einstellten. Daß man nun auf den DFB losgeht und die eigenen Verfehlungen unter den Teppich kehren will, sorgt nicht für die wünschenswerte Klarheit in der Diskussion über die Regionalligareform.

Da wurden zu teure Spieler über den Kopf des Trainers hinweg verpfilchtet, für die kein Bedarf bestand, und auch andere Mitarbeiter und »Berater« ohne Sinn und Verstand sondern nach Lust und Laune geheuert und gefeuert. Ohne einen entsprechenden Sponsorenpool wurde dabei eine halsbrecherische Hochpreispolitik betrieben.

Es wird nicht besser werden. Auch in der Oberliga Baden-Württemberg werden die Waldhöfer im dann wohl noch schwächer besetzten Carl-Benz-Stadion weiterspielen müssen, weil das Stadion am Alsenweg wohl auch dafür nicht mehr taugt (über das Südweststadion in Ludwigshafen muß man da gar nicht mehr reden). Manchmal gibt es Teufelskreise, aus denen man kaum rauskommt ohne eine kompetente Vereinsführung.

Unter diesen Vorraussetzungen eine ordentliche Jugendarbeit aufzuziehen, wird schwer werden. Ich sag's mal überdeutlich: In Mannheim hat die Misere nichts, aber aber auch gar nichts mit der hohen Anzahl von Zweitmannschaften in der Regionalliga zu tun. Diesen Haufen Mist hat man seit langem selber aufgeschichtet.

Mir fehlt da der Überblick, aber ich kann nur hoffen, daß das ein extremes Beispiel ist, und nicht die erschreckende Normalität.

»Eine Begrenzung der zweiten Mannschaften in den Ligen, wäre zumindest mal ein erstes Rezept. Was mich allerdings ein bisschen kritisch dreinblicken lässt, ist eben, dass das weiter nichts Halbes, nichts Ganzes bleibt. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst? Wie würde man die Transparenz dabei regeln? Relegationsspiele zwischen dem am schlechtesten platzierten II.-Team und dem mögl. Aufsteiger aus der Oberliga? Ich glaube nicht, dass so etwas kommt.«

Das glaube ich auch nicht. Ich kann mir vorstellen, daß man das ganz profan, pragmatisch und unspektakulär mit einer simplen Aufstiegsregelung entscheidet: Wenn die Höchstanzahl an zweiten Mannschaften erreicht ist, steigt halt keine weitere mehr auf, eine andere Mannschaft kann dann aufrücken.

Ein weiterer Hinweis, daß es noch knarzt im Getriebe — neulich hab ich (auf der FPMG-Seite) gelesen, daß, während die Regionalliga unter der hohen Zahl an Nachwuchsmannschaften stöhnt, den Drittligisten eine höhere Anzahl zweiter Mannschaften durchaus gelegen käme, weil die Fernsehgelder nur unter den anderen Mannschaften aufgeteilt wird. Das kann's ja nun auch nicht sein. Da gibt es zu wenig Balance im Ligasystem.

»[… ich weiß nicht, wie groß die Entrüstung bei unseren süddeutschen und (süd-)westdeutschen Fußballfreunden ist.«

Berechtigterweise sehr groß, wenn auch manchmal (wie im Falle Mannheims) durch Fehlinformation geschürt.

»Kurzum: Das Thema braucht dringend eine Lobby! Dieses Regionalligareform-2012-Projekt, ist sicherlich ein Anfang, aber bloßes "Auf-den-Zaun-gehen", taugt da auch nicht viel. Es braucht prominente Fürsprecher und auch - trotz erfolgreicher Nationalmannschaft - darf die Bundesliga nicht immer wieder über den grünen Klee gelobt werden. Denn: der Spitzensport ist und bleibt nur die Spitze des Eisberges.«

Zustimmung in allen Punkten mit einer Einschränkung: Der Vorschlag des Projektes ist eher populistisch als zweckmäßig und eher kurzfristig als langfristig erfolgversprechend. Vielleicht reicht es aber, die Diskussion zu eröffnen. Hier hat das ja schon mal geklappt.

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FC Sylt: »Das ist alles irgendwo auch ein Chaos-Spaß-Vergeltungsprojekt…«

Hast Du vielleicht einen Link, wo man mehr über die Geschichte dieses Unternehmens erfahren kann?

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»PS: Danke für die fruchtbare Diskussion und die Schnittmengen. Viel Spaß erst mal bei Holland - Brasilien ;-)!«

Ich sag einfach mal: gleichfalls. Sehr angenehme Diskussion. Was Holland betrifft: Ich weiß man darf nicht soweit vorausdenken, aber ich träume schon von der Mutter alles Finalbegegnungen!
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
Ja, wobei ich auch immer sage, hier und da bringe ich Verständnis für mancherlei Entscheidung mit. RW Essen hat im allerletzten RL-Spiel vor zwei Jahren gegen meine grottenschlechten, bereits abgestiegenen Lübecker sensationell verloren und musste Braunschweig den Vortritt für die 3. Liga lassen (seitdem: Mini-Fan-Freundschaft zwischen dem VfB und BTSV). Dass man mit diesem und anderen Hintergründen ranklotzt und schnell wiedser nach oben will, kann ich verstehen. Dass man die Zukunft des Vereins auf's Spiel setzt und ohne doppelten Boden diese Planungen vorantreibt, nicht. Die Insolvenz ist die logische Konsequenz, und nach ein paar Wochen jetzt, tut mir das nicht mal mehr großartig Leid. Dennoch muss die RL attraktiver gestaltet werden, damit solche Harakiri-Dampfhammer-Aktionen vielleicht mal gemindert werden.

Zur Begrenzung von II.-Mannschaften in der Regionalliga: Ich glaube, wenn es so kommt, wird man dein Modell durchboxen. Das konnte man ja schon in Bezug auf die 3. Liga zwischen den Zeilen herauslesen. Darüber kann man dann ernsthaft sprechen, wenn's so weit ist. Aber ich will anmerken, dass dies vielleicht die bequemste Variante ist, ein Limit an bestimmten Mannschaften und ein Ausschluss ja allerdings auch nicht im Sinne des Erfinders sind. Damit hätte man dann auch wieder eine gewisse Unfairness für die Profi-Vertreter geschaffen, wenn eine Newcomer-Zweite durch die Statthalter geblockt wird. Von diesem Standpunkt aus gesehen, wäre die Reserveliga natürlich die fairste Lösung. Vieles bleibt Kaffeesatzleserei, hier muss man die mögl. Reform abwarten.

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Nochmal kurz zu RB Leipzig: Die haben jetzt Frahn (Babelsberg, Torschützenkönig RL 2010) und Kammlott (U20-Nationalspieler RW Erfurt) verpflichtet. Au Backe! So langsam werden's richtig nervig :-P!

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Zu Sylt: Da empfehle ich dir die offizielle Homepage, dort sind sämtliche Zeitungsberichte abgelegt. Ist etwas mühsam sich da durchzulesen. Daher vorab einige meiner spärlichen Infos: Der FC Sylt spielte und spielt in Fahrdorf, das ist irgendein Kaff bei Schleswig an der Schlei, also, ich weiß nicht, 100km von Sylt entfernt. Auf Sylt gibt es ein ~10.000-Mann-Stadion, das für Koppelt nicht freigegeben wurde. Offizielle Begründung: Der Platz stünde schon unter Dauerbelastung, da mehrere Jugendteams dort trainieren/spielen...

Koppelt ist kein Hopp, meinen Informationen zufolge, sind/waren nur einige schwergewichtige Hotels und Restaurant in seiner Obhut. Millionär ist er, aber einen Zweitliga-Etat könnte er wohl kaum alleine stemmen. Sylt wird nun bei Neumünster trainieren, das liegt bekanntlich ziemlich genau in der Mitte vom Dreieck Hamburg-Lübeck-Fahrdorf. Die Spieler leben bunt verteilt in ganz Hamburg-Holstein, ein gleichmäßiges Erreichen des Trainingsplatzes schien wichtig.

Das sind schon alles Punkte wo man ein "Ui, ui, ui" säuselt. Deswegen sage ich: Wartet's ab, der Verein hat Potential. Und zwar in alle Richtungen.
Hotte80 Offline
Dabei seit: 11.07.2007
Kammlott jetzt auch? Meine Fresse, langsam kriege ich 'nen dicken Hals. Baier aus Offenbach haben die sich auch geholt. Die kaufen die halbe 3. Liga auf, diese Arschlöcher! Boah, ich will die abkacken sehen. Bitte, lieber Fußballgott, kannste da was machen?
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
Tja, Kammlott hatte gerade vor ein paar Tagen in Erfurt bis 2014 verlängert. In der Leipziger Volkszeitung war das hier zu lesen: "Bis zu dem Tag, an dem mein Berater angerufen und vom Angebot aus Leipzig erzählt hat, habe ich nie überlegt wegzugehen". Ich glaube, da gibt es jetzt erst mal nicht mehr viel zu diskuteren. Was kann man dagegen unternehmen, Hotte?
Hotte80 Offline
Dabei seit: 11.07.2007
Tja...
Andreas Blenke Offline
Dabei seit: 18.06.2009
»Damit hätte man dann auch wieder eine gewisse Unfairness für die Profi-Vertreter geschaffen, wenn eine Newcomer-Zweite durch die Statthalter geblockt wird. Von diesem Standpunkt aus gesehen, wäre die Reserveliga natürlich die fairste Lösung.«

So ist das Leben — Aufsteigen geht halt nur, wenn andere absteigen, und das passiert auch schon mal zweiten Mannschaften. Wenn beide Fraktionen Nachteile von einer Regelung haben schaut's ja schon fast nach einem guten Kompromiß aus. Wenn die Bundesligisten wollen, können sie ja noch gerne eine Reserveliga zusätzlich gründen.

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Ich kann schon längst nicht mehr über Rattenbrause Leipzig und Konsorten lachen. Wobei das Projekt Hoppenhausen hier bei mir in der Nähe dadurch besonders abstoßend wirkt, weil der »Mäzen« erwartet, daß man ihm täglich die Füße abbusselt für seinen »Gemeinsinn«, was dann tatsächlich auch allenthalben geschieht. Bald kriegt er dann wohl auch die Denkmäler und nach ihm benannten Straßen, nach denen es ihn offenbar gelüstet.

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Ich muß mir die ganze Sylt-Geschichte mal zu Gemüte führen, klingt jedenfalls interessant. Ist ja schon eigentlich eine Schande, daß Schleswig-Holstein nicht im hochklassigen Fußball vertreten ist. Es wird Zeit für etwas friesisches Flair.
Andreas Blenke Offline
Dabei seit: 18.06.2009
Gegen Leipzig und Hoppenhausen kann man schon was unternehmen. Der DFB müßte nur endlich seine vielbesungene »50+1-Regel« durchsetzen. Der angebliche »stille Teilhaber« Hopp, trifft in »seinem« Verein alle Entscheidungen. Das ist keine Vermutung — er rühmt sich dessen regelmäßg selbst in der hiesigen Lokalpresse.

Bin ich eigentlich als Borussia-Mitglied auch automatisch DFB-Mitglied? Hab ich da eigentlich irgendeine Einflußmöglichkeit?
Karpfenluder Offline
Dabei seit: 10.12.2009
Heute 15:49:33 von Andreas Blenke

Bin ich eigentlich als Borussia-Mitglied auch automatisch DFB-Mitglied? Hab ich da eigentlich irgendeine Einflußmöglichkeit?

Allein Eure Anwesenheit inner Liga sollte Euch doch reichen!

Und jetzt auch noch Einfluß geltend machen, das gibts doch nicht........
Andreas Blenke Offline
Dabei seit: 18.06.2009
Naja, in den englischen Zeitungen lese ich immer wieder, daß die deutschen Vereine den Fans gehören oder so. Stimmt das etwa nicht?
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
Na ja, aber das Umgehen der 50+1-Regel wird man nie richtig lösen können. Es gab ja auch Mast, Löring und Steilmann in vergangenen Jahren. Oder Dohmen, Fanz und EnBW (oder so). Vereine sind heutzutage von Sponsoren abhängig. Manche mehr, manche weniger (Ha! Da ist auch der VfB Lübeck zu nennen und der Büromöbelhersteller Palmberg, allerdings nicht die jetzige Kooperation, sondern dort lohnt ein Blick zurück ins Jahr 2002). Ein Mäzen kann einem Verein schon viel diktieren und aufhalsen, es reicht ja allein ein Abbrechen oder Zudrehen des Geldhahns.

Mag sein, dass man hier oben nicht so viel von Hoffenheim mitbekommt. Mir ist der Verein kein Dorn im Auge. Jedenfals nicht unbedingt. Ich weiß nicht, inwiefern Hopp Reklame in eigener Sache damit betreiben will. Im Gegensatz zu RBL, hält sich die TSG ja noch angenehm zurück und bringt sich mit seinem eigenen Stil in die Fußballlandschaft ein. Das finde ich gut. Andere Klubs mag ich lieber, aber, na schön - das nehm ich hin. Geltungssüchtig sind viele in diesem Geschäft. Soll es dem Dietmar eine Genugtuung sein, als großer Papa im Kraichgau angesehen zu werden. Das ist allemal angenehmer, als mit unlauteren Mitteln eine Zuckerbrause verkaufen zu wollen.
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
Übrigens, da dies hier ja offensichtlich inoffizielle, allgemeine RL-Thread ist: Gestern sind die BL-Spielpläne herausgekommen, weiß jemand, wann die für die 3. Liga und RL folgen werden? Ich will endlich wieder Routenplaner wälzen und zufällig Partien beim SC Wiedenbrück oder Hessen Kassel mitnehmen :-).
Andreas Blenke Offline
Dabei seit: 18.06.2009
Die Begegnungen der Regionalligen werden erst festgelegt, sobald die Termine für die Ligen eins bis drei stehen. Das heißt, daß wohl so ungefähr heute erst mit der Erstellung der Spielpläne begonnen wird.

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Was die ganzen Geschichtchen um Real Hoppenhausen betrifft (Hopp will dem Verein helfen, bei dem er in seiner Jugend gespielt hat; man setze auf die eigene Jugendförderung; Super-Stimmung in der Region und in der Mannschaft) — dabei handelt es sich tatsächlich um wunderbare Fußballmärchen, vermutlich erdacht in den Folterkammern skrupelloser Marketingberater (Pleonasmus). Hier geht es ausschließlich um die Eitelkeit des »großen Wohltäters«.

Eigentlich halten die sich nicht zurück, sondern sind ganz schlimme (http://de.wikipedia.org/wiki/ParasitismusSchmarotzer) . Kein Mensch kauft sich ein Fernsehabo wegen Real Hoppenhausen (Watzke hat da eher recht), der Verein wäre niemals im Profofußball, würde Hopp nicht einfach mal das 80-Millionen-Defizit einer Saison ausgleichen können.

Wenn wir sagen zweite Mannschaften nehmen anderen Vereinen Startplätze in den unteren Ligen weg, kann uns das eigentlich nicht recht sein. Soll er halt seinen Retortenverein nicht in der Fußballhochburg Sinsheim sondern in einer Plastikliga à la MLS gründen.

Als noch schlimmer allerdings empfinde ich, daß der Präsident des DFB, Theo »Kommunikationsherrschaft« Zwanziger, sich lieber Korruptionsvorwürfen aussetzt, als dieser ekelerregenden Schmierenkomödie ein Ende zu setzen; aber da sei die Männerfreundschaft davor.

Es wäre es mir fast lieber, jemand wollte auf diese Weise seinen Gummibärchensaft verkaufen; allerdings befürchte ich, auch der Herr Mateschitz wird in erster Linie von impertinenter Großmannssucht getrieben.
ColePorter Offline
Dabei seit: 16.09.2005
Eine kurze Frage mal zwischendurch:

Worum gehts in der Reform? So in 2-4 Sätzen.
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
So, da komm ich grad nach Hause und finde schon den Link zum Spielplan:

(http://www.dfb.de/index.php?id=500014&tx_dfbnews_pi1[showUid=23954&tx_df...)

Bidde, bidde. Schon wieder Magdeburg für'n VfB, wie letztes Jahr. Dürfte ein interessanter Vergleich werden, der letztjährig unentschieden endete.

Zu Hoffenheim und der Reform später vielleicht nochmal, muss noch eben wech und dann ja auch schon DEU-ESP. Aber zur Reform: Die RL attraktiver und lohnendswerter gestalten, das ist das Ziel, ColePorter ;-).
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
Für unsere Freunde der mundgerechten Verlinkung nochmal:

(http://www.dfb.de/index.php?id=500014&tx_dfbnews_pi1[showUid=23954&tx_df...)
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
Ok, nicht darstellbar, die zweite Meldung von oben bitte anklicken. Ist auch der für die Süd enthalten. Die West-Staffel wurde offensichtlich abgemeldet. Bis Peter!
Statistikfreund Offline
Dabei seit: 18.06.2009
@ 02.07.2010 14:08:13 von Andreas Blenke Selbstverständlich muß die Zahl der zweiten Mannschaften auf einen Höchstwert begrenzt werden (sage mal sechs pro Staffel = ein Drittel), sonst haben wir de facto eine Reserveliga.
Ich persönlich bin dafür, dass die Zweiten Mannschaften komplett aus Liga 1-4 herausgenommen werden und dabei werde ich auch (fast) immer bleiben.

Wenn man einen Youngster "Wettkampfhärte" in Liga Drei geben will, dann soll man ihn ausleihen, und zwar nach Möglichkeit kostenneutral für den aufzunehmenden Verein-letztlich sowas wie ein Berufsschulverein. Ich sähe das als gute Symbiose und als Steigerung der Attraktivität des gesamten Fußballs:
In Liga 3 und 4 die Altstars und die kommenden Stars. Ab Liga zwei würden die entleihenden Vereine dann auch bezahlen (können) und gut wäre es.

Jemand brachte hier England ins Spiel: Nun ja, sooo begeistert ist man hier nicht und weitesgehend einig, dass zweite Mannschaften im league-football nichts zu suchen haben und nicht zuletzt dadurch recht freie Bedingungen für Leihgeschäfte hat. Andererseits ist die reserve-league besser besucht als so manches Klasse Viertliga Match-sowohl nach englischen, wie auch deutschen Maßstäben.

In anderen Ländern hingegen können die zweiten Mannschaften sogar bis in Liga Zwei aufsteigen, und sorgen meist doch nur für wenig Publikum. Denn mal ehrlich: Wenn man sich an einem WE schon mal 3h Zeit nimmt um in ein Stadion zu pilgern: wer tut das um eine zweite Mannschaft zu sehen oder gar zu supporten? Nichts gegen die, die es tun.

Nur die Masse stimmt hier mit den Füßen ab, und zwar eindeutig gegen die Zweiten Mannschaften. Obwohl letztlich auch hier nur das Konzept: alt und jung in einem Team zum Tragen kommt.
Andreas Blenke Offline
Dabei seit: 18.06.2009
Servus Statistikfreund,

Du hast ja sicher Orangeats und meine laaangen Posts gelesen, und bist deshalb nicht böse, daß ich meine Argumentation zu den zweiten Mannschaften in der Regionalliga »yo or no«, jetzt nicht im einzelnen wiederhole. Allerdings interessierte mich dieser oder jener detaillierte Einwand von Dir zu meinen Gedanken schon sehr —, falls Du mal Zeit hast.

Weil ich auch derjenige war, der England ins Spiel gebracht hatte, gleich zwei Anschlußfragen an Dich als unseren Mann vor Ort:

(1) Kannst Du uns mal auf den Stand der Diskussion in England bringen? Ich hatte unter anderem gehört, daß einige mit den Leistungen der Spieler aus den Reserveligen nicht ganz zufrieden waren und auf das deutsche Modell schielten, während andere es (wie Du) rundweg ablehnten.

(2) Gehst Du manchmal zu Reserveligaspielen? Wie ist denn da tatsächlich das Niveau? (Und ist der Zuschauerandrang in der Reserveliga zum Teil auch den teuren und schwer zu ergatternden Karten PL-Spiele zu verdanken?)

Daß die Zweitteams nur wenige Zuschauer mitbringen ist ja leider eine (für mich als Anhänger einer reichen Erstligamannschaft oftmals recht peinliche) Tatsache. Dennoch weise ich darauf hin, daß die intime Stimmung in einem 12 bis 50 Mann starken Borussia-Gästeblock auch ein ganz besonderes Fanerlebnis darstellt.

Meinst Du wirklich Leihgeschäfte wären der Königsweg bei der Ausbildung des Nachwuchses? Ich sehe da zwei Probleme.

Erstens das von mir zuvor(weiter oben) bereits geschilderte Abhängigkeitsverhältnis zwischen nieder- und höherklassigen Vereinen, das so schnell wieder in eine Zwei-Klassen-Gesellschaft umschlagen dürfte (dann allerdings ohne Begrenzung auf sechs Mannschaften).

Zweitens sehe ich dann auch die Gefahr, daß dann in den Vereinen Plätze von ausgeliehenen Spielern höherklassiger Vereine besetzt würden, die eigentlich Spielern, die aus der eigenen Jugend nachrücken, eine Perspektive bieten sollten.

@Cole: öhm…
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
Da es sich hier um den inoffiziellen FC-Sylt-Thread handelt, bzw. ich mich nicht traue, einen Thread in diese Richtung aufzumachen. Mal ein kurzes Update, also, für alle Erlebnisfahrer, es lohnt sich in Schleswig-Holstein fußballerisch vorbeizuschauen. Und an die 11-Freunde-Schreiberlinge appeliere ich nochmal, den Koppelt zu umgarnen und nach Fahrdorf oder Westerland zu fahren. Bevor's zu spät ist und sich andere Medien auf die Sylter stürzen, bzw. der ganze Charme des Projekts verfliegt.

Also: Die Insulaner haben sich wohl zum Aufstiegskandidaten Nummer 1 gemausert, mittlerweile. Ex-Paulianer Marcel Rath bleibt nun doch. Außerdem hat man Kevin Weidlich verpflichtet. Top-Stürmer-Talent Hamburgs, mit Kontakten nach Lübeck, Pauli, Kiel etc. Konkurrenz in der Liga gibt es im Grunde nicht. Die Zweite von Holstein lässt viele Spieler Richtung Profis ziehen, die Lübecker sind wohl kein ernsthafter Meisterkandidat. In Neumünster großer Katzenjammer und personeller Aderlass, nach der Enttäuschung im Frühjahr (Lizenzverzicht auf die RL). Konkurrenz in HH und HB ist sehr mau. Da gibt's vielleicht Victoria oder Bremerhaven. Sehr übersichtlich.

Die Chance auf den Durchmarsch ist eine sehr große. Wären da nicht die DFB-Auflagen. Das fängt bei der Stadionfrage an, hört beim Nachwuchs (6 eigenständige Jugendteams sind Bedingung für die RL-Lizenz) auf. Das ist faktisch nicht machbar. Wir können uns auf eine spannende Saison gefasst machen, mit ernsthaften Meisterschafts-Avancen der Koppelt-Elf und vielleicht einer handfesten Schmierenkomödie im Sommer (Koppelt: "Der DFB will uns nicht aufsteigen lassen!").

Am ersten Spieltag geht's gleich in Neumünster zur Sache. Leider spielt zeitgleich der VfB gegen Magdeburg. Aber ich werde mir die Sylter definitiv mal anschauen, wenn sie in Südholstein oder in und um Hamburg gastieren.
einrudithömmes Offline
Dabei seit: 18.04.2005
"Während das Festzurren der Spieltermine obligatorisch war und reibungslos verlief, mutete die Wahl des Staffelsprechers doch eher ungewöhnlich an: Erst nach drei Durchgängen fiel die Wahl auf Bodo Menze, U23-Abteilungsleiter des FC Schalke 04. Damit wird das Lager der Zweitvertretungen, von denen zehn in der Regionalliga spielen, mehr gestärkt als das der Traditionsvereine. Auch der bisherige Sprecher Wolfgang Marx von der SV 07 Elversberg war wieder zur Wahl angetreten, hatte aber aufgrund der Stimmenmehrheit der Zweitvertretungen von zehn zu acht diesmal das Nachsehen."

Lieber die Pest als Regionalliga West"!
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Sympathisanten für den FC Sylt, ausserhalb unserer Landesgrenzen. Das halte ich für interessant. Vielleicht auch gerade deshalb Sympathisanten, weil ausserhalb von SH. Im Lande selbst ist die Meinung eher zwiespältig, wie sie üblicherweise immer ist, sofern ein Mäzen mit dem dicken Portemonnaie hantiert.

Ein wenig anders ist es hier aber schon. Volker Koppelt ist nicht nur Mäzen, Präsident und Macher, sondern, war bis zuletzt, zumindest offiziell, sogar Trainer. Ein Projekt würde ich es nicht nennen, eher die gnadenlose One-Man-Show eines im positiven Sinne Fussballverrückten, zudem vermögenden, der seiner Leidenschaft fröhnt und es allen noch mal beweisen möchte. Ein grosser Plan ist jedoch nicht zu erkennen, ausser gute Spieler einzukaufen und möglichst viele Spiele zu gewinnen. Von Jahr zu Jahr sehen, was geht. Mit Statuten und Regeln wird sich erst befasst, wenn es akut ist.

Wen es interessiert, hier ganz kurz zusammengefasst:
Koppelt initiierte die Spielgemeinschaft Sylt/Haddeby 04, kaufte und trainierte, überwiegend in die Jahre gekommene, Landesprominenz und wurde Kreisligameister mit einem Torverhältnis von 223:11. Im folgenden Jahr, den Kader weiter verstärkt, wurde er fast ebenso souverän Verbandsliga-Meister. Der Aufstieg in die SH-Liga wurde jedoch verwährt, weil die Statuten des DFB nunmal besagen, dass freie SGs in der 5.Liga nicht spielen dürfen. Also beendete Koppelt die SG, liess Haddeby wieder im Kreis spielen und beantragte das erneute Spielrecht in der Verbandsliga, nun als FC Sylt. Die Zusage erhielt er im letzten Moment, kaufte im gleichen letzten Moment eine neue Mannschaft zusammen, um wieder überlegener Meister zu werden, und damit 10/11 in der SH-Liga zu spielen.

Der Kader für die kommende SH-Liga-Saison ist beachtlich. Neu ist, dass nun auch junge, talentierte Spieler, u.a. einige amtierende SH-Liga-Meister aus der Zweiten von Holstein Kiel, seinem Lockruf folgten. Ob dies für die Entwicklung der jungen Spieler gut ist, wird sich zeigen. Kommen sie doch von einem modernen Trainingzentrum zu einem, zumindest in den letzten Jahren, improvisierten Trainingsbetrieb. Und ob Guscinas als neuer Spielertrainer, geholt von Holsteins Drittligaabsteiger-Reservebank, zwar mal Litauischer Nationalspieler und vor Jahren in Stuttgarts Zweiter ein Sturmduo mit dem 18-jährigen Gomez bildend, nun der richtige Talentförderer wird, bleibt abzuwarten.
Gekickt wird weiter auf dem Sportplatz in Fahrdorf, das Stadion in Westerland ist exclusiv an Team Sylt, ein Zusammenschluss von Vereinen der Insel und spielt Fussball im Kreis, verpachtet.

Mit dem neuen Kader ist der FC Sylt Favorit in der SH-Liga, auch wenn es an der Spitze breiter wird.
Mit Holsteins Zweiter ist immer zu rechnen, auch wenn fast eine ganze Mannschaft ersetzt wird. Hier rücken immer gute für diese Liga nach. Ein Anwärter ist auch der SV Eichede, der die Ligamannschaft in erster Linie aus der guten Jugendarbeit rekrutiert, und mit Mecki Brunner, eine echte Grösse in SH, den optimalen Coach hierfür eingesetzt hat. Alle Aufsteiger werden die Liga beleben. Insbesondere auch Strand 08 kann für eine Überraschung sorgen.
Mit dem VfR Neumünster, vor wenigen Jahren noch ambitionierter Drittligist mit dem Ex-Fortunen und -Schalker Antoine Hey als Spielertrainer, dann abgestürzt, Insolvenz gerade noch abgewendet, und letztjährig verzweifelt an RL-Lizenz-Auflagen, rechne ich nicht.
Andere SH-Ligisten fühlen sich in dieser Liga wohl und planen nicht anderes, als den Verbleib, wie der Traditionsverein Heider SV, mittlerweile trainiert vom Eigengewächs und einstigem Jugend-Nationalspieler Olaf Thede.

Ob für den FC Sylt, und damit für Koppelt, ein weiterer Aufstieg zu stemmen wäre und ob dies überhaupt sein Ziel ist, vermag ich zu bezweifeln. SH-Meister wird er wahrscheinlich werden, aber dann? Das Stadion-Thema wird er regeln können, aber wird sich jemand, der viermal hintereinander Meister wird, in der RL als Mitläufer zufrieden geben können? Als Regionalligist nochmal aufsteigen wollen mit dieser Struktur und diesem Umfeld? Nicht vorstellbar.
Aber diese Entwicklung zu beobachten, ist interessant. Also, auch die SH-Liga ist spannend.
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
@Trifon, wie schön, ein SH-Spielkamerad! Moin, moin! Deinen Zeilen ist wenig hinzuzufügen. Nur bin ich der Meinung, wird der FC Sylt innerhalb der Landesgrenzen bisher nicht allzu sehr verstoßen. Um sich richtig unbeliebt zu machen, bedarf es Abwerbungsversuche in Richtung Kiel und Lübeck. Dafür ist die Regionalliga wohl erst mal Satz und wie sich das finanziell gestaltet, wer weiß? In SH gibt es nunmal ganz wenige Vereine, mit der realistischen Aussicht 4. Liga. Das ist allenfalls noch Neumünster, die ihre Ambitionen jedoch vorerst eingefroren zu haben scheinen. Gerade die aschgraue Oberliga SH bekommt durch Koppelt etwas Farbe. Stimme mit dir vollkommen überein, die aktuelle Spielzeit dürfte eine spannende werden. Da sind die beiden, qualitativ recht hochwertigen II.-Mannschaften, die geschröpften Neumünsteraner, ein paar Traditionsteams, kecke Aufsteiger (Strand 08 mit Rouven Schröder) und eben Sylt und die üblichen Außenseiter. Vielleicht erleben wir ja einen echten Fight um die Meisterschaft? Ich werde mir mal vornehmen, einige Spiele von Lübeck II/Strand 08/Eichede/Todesfelde oder NMS anzuschauen - auch wenn's nicht viele werden, nach Eichede kann ich immerhin mit dem Fahrrad fahren ;-). Apropos Eichede: Ja, klasse Leistungen mit den Jugendteams, und der 3. Platz in der abgelaufenen Saison sagt da schon vieles aus. Natürlich trotzdem kein Anwärter auf die RL. Da bleibt momentan nur Sylt übrig. Es sei denn, Kiel sorgt für den Wiederaufstieg.

Also für mich scheint in das Sylter Karussell dieses Jahr ordentlich Bewegung gekommen zu sein. Ob man das in Kauf nimmt, um gerade mal in der Oberliga eine "gute Rolle" zu spielen? Finde ich zumindest fraglich. Du hast Recht, das ganze Dingen macht einen reiflich unüberlegt-provisorischen Eindruck. Für die Regionalliga sind Investitionen vonnöten. Ich glaube, dem Koppelt geht es ferner aber auch darum, mit einer gewinnbringenden (Image) Mannschaft die Sylter Bevölkerung zu betören. Zwischen den Zeilen hört man die Ernüchterung heraus, was es für ihn bedeutet, nicht auf Sylt spielen zu können. Höhere Popularität wäre der erste Schritt, von den Sylter "Ur-Einwohnern" akzeptiert zu werden. Mal angenommen, er schafft die Aussicht Regionalliga/3. Liga, so hielte ich das Projekt, mit dann Inselstandort, für eine sehr interessante Angelegenheit, das mit diesem außergewöhnlichen Profil eine bisher vielleicht nicht unbedingt auf Fußball konzentrierte Sponsorenschaft anlocken könnte. Also: Diesbezüglich wäre es toll, wenn jetzt so langsam alle mal an einem Strang ziehen könnten. Ich lege mich darauf fest, dass Sylt von Beginn an um die Meisterschaft mitspielen wird. Vielleicht geth's dann ja ganz schnell und die Skeptiker und Kritiker sehen, was sich auch persönlich für ein Potential haben liegen lassen.
King Lui Offline
Dabei seit: 08.06.2010
Ist das schön....endlich mal n Thema, das im schönsten Bundesland beheimatet ist. Musste beruflich leider wegziehen und hab die letzte Saison bzw. alles was nach der Umstrukturierung im SHFV passiert ist nicht mehr so ganz mitbekommen. Also diskutiert hier mal schön weiter und haltet mich auf dem Laufenden!
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
Das macht nichts, King Lui, ich war auch ein paar Jahre weg, bin aber ganz schnell wieder in den Zirkus hineingeraten. Und nun? Eichede, Strand 08, ETSV Weiche Flensburg, TSV Kropp - ein Traum, sag' ich dir ;-). Ich hab' aber Angst, dass wir den Faden hier ein bisschen verwässern und Mit-User vergrätzen. Vielleicht denkt sich ja noch jemand was bis zum ersten Spieltag aus. Uhhh, 2 1/2 Wochen nur noch!
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
Bin ick bleed (das ist jetzt mal 'ne Mischung aus Berlinerisch-Norddeutsch und Bairisch). In 1 1/2 Wochen. Neumünster - Sylt! Ha!
einrudithömmes Offline
Dabei seit: 18.04.2005
(http://www.eintracht-trier.com/fans-machen-mobil.htmlEs scheint, als sei zumindest der erste Teil der plakativen Forderung „Aufwachen DFB! Pro Regionalliga Reform!“ der Faninitiative Pro Regionalliga Reform im Status der Erfüllung: Kaum ein Tag vergeht, an dem sich kein Funktionär zur Situation in der Regionalliga zu Wort meldet – man scheint tatsächlich aufzuwachen. Die Bemühungen um eine Reform sind nun also auch von Verbandsseite erkennbar. Viel wichtiger aber: Wie soll diese aussehen?

Klar sind die Forderungen der Fans, die eine Ausgliederung der zweiten Mannschaften in eine eigene Staffel sowie realistische und faire Lizenzierungsauflagen fordern.

Mit dem Saisonstart an kommenden Wochenende werden die Fans diese Forderungen auch in den Stadien präsentieren, Unterschriften sammeln und T-Shirts verkaufen, um auf die Probleme aufmerksam zu machen. Einige Vereine haben angekündigt ihre Teams mit Aktionsshirts und Transparenten einlaufen zu lassen. Bereits an den letzten beiden Wochenenden konnte man beobachten, wie sich die ersten Fans aus der dritten Liga mit Spruchbändern und Transparenten solidarisch zeigten – nach dem kommenden Wochenende wird sich die Protest-Galerie auf www.pro-regionalliga-reform-2012.de deutlich vergrößert haben. Auch zum Heimspiel des SV Eintracht Trier 05 am Freitag, 20. August, 19 Uhr, im Moselstadion gegen den Wuppertaler SV Borussia sind entsprechende Aktionen geplant. „Unsere Ultras werden Unterschriften einholen und am Supporters-Stand werden wir T-Shirts verkaufen“, kündigt SVE-Fanbeauftragter Thomas Metzger an.

Metzger weilte am gestrigen Dienstag bei einem Treffen der Fanbeauftragten aus der Regionalliga in Frankfurt, bei dem auch die Kritik an der aktuellen Ligen-Situation deutlich wurde. Außerdem ging es um die Stadionverbote, die bei vielen Klubs ein Thema sind. „Es war allerdings mehr ein Erfahrungsaustausch. Ins Konkrete ging es leider nicht.“

Bis dato unterstützen 225 Fanclubs von 81 Vereinen, sowie ca. 9.000 Einzelpersonen (Online-Petition & gesammelte Unterschriften) die Petition zur Reform der Regionalliga. Prominenteste Unterstützerin ist Bundesjustizministerin a.D. Brigitte Zypries, sowie viele Lokalpolitiker aus den Städten und Landkreisen betroffener Vereine.)

Juchu!

Für deise Saison ist's aber wohl zu spät.

Schräg ja die Sache mit der (http://www.pro-regionalliga-reform-2012.de/news/8.htmlZypries) . Ein Schelm...
Andreas Blenke Offline
Dabei seit: 18.06.2009
@Orangeat und Sukkade sowie weitere interessierte Nordlichter:

Von User vergrätzen kann gar nicht die Rede sein. Das Thema paßt inhaltlich (schwer stemmbare Auflagen beim Aufsteig — hatten wir das nicht schon mal?) und außerdem ist es schön zu erfahren, daß das Nordland fußballerisch lebt und bebt; kriegt man ja sonst nichts mit von. Vielen Dank also an Euch.

Deshalb unterstütze ich die Aufforderung an die 11 Freunde: Koffer packen hinauffahren, hübsche Reportage für uns bereiten. Gibt ja einige formidable Restaurants auf Sylt, gute Gelegenheit also, mit frischen Gruner-&-Jahr-Spesengeldern die »Binnennachfrage« anzukurbeln. (Vielleicht kann einer von den Experten hier im Thread mal eine entsprechende E-Mail an die Redaktion senden. — Glaube nicht, daß die das hier lesen.)

Außerdem klingt die Geschichte ja viel spannernder als das vielgerühmte »Projekt« in meiner Nachbarschaft, weil sie offenbar (noch?) nicht durch die Märchenerzählerei skrupelloser Marketingabteilungen verfälscht wurde. Wäre natürlich schön, wenn der FC Sylt auch auf der Insel gleichen Namens Hof halten dürfte. Besteht denn da gar kein Interesse?

Fußball ist doch wieder mal schick — könnte doch auch die deutsche Leistungsträgerschickeria, die sich gerne mal die berühmte Silhouette auf den BMWuppdich klebt, als zahlungskräftige Zielgruppe angezapft werden. — Ein RL-Stadion mit ordentlich VIP-Kabinen wär doch auch mal was. ;-)

@Rudi Thömmes

Danke für die Updates. Auch wenn ich selbst keine vollständige Verbannung der Zweitmannschaften befürworte (nicht zuletzt, weil die Trierer sehr nette Gastgeber sind), bin ich doch froh, daß Bewegung in die Sache kommt. So wie's jetzt ist, kann's nicht bleiben.

Man muß vorsichtig sein, die Diskussion nicht durch zu verwässern, indem man es mit Themata verbindet, die nicht wirklich etwas mit der Frage der Reform zu tun haben (Stadionverbote). Es besteht sonst die Gefahr, daß das Ganze als der jährlich wiederkehrende Ultraprotest »gegen alles« abgetan wird und versandet.

Deshalb sind solche Unterschriftenaktionen lokaler Prominenz bestimmt hilfreich, auch wenn sich mir jedes Mal der Magen umdreht, wenn sich Politiker für den persönlichen Image- und Wahlgewinn an den Sport ranschmeißen. Habe den würdelosen Auftritt Wulffs auf der DFB-PK in Südafrika noch immer nicht verdaut.

Auf'm Platz

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