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Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
"Das Hannover Schleswig-Holsteins" hat nun "endlich" mal die erste (überfällige) satte Klatsche bekommen: Heikendorf verliert gegen starke Flensburger daheim mit 0:6. Aus der Zauber. Aber für den Nicht-Abstieg, prophezeie ich, wird es reichen. Daher auch der Vergleich zu Hannover 96. So ein Blödsinn, dass die in der Bundesliga so weit vorne platziert sind. Die werden eh bald eine folgenschwere Packung bekommen und absacken. Also - und diese Frage sei erlaubt: Warum nerven uns Heikendorf und Hannover in den oberen Tabellenregionen, wenn's eh nichts wird? Komm mal runter, Jules! Der Kenner schweigt und genießt. Schluss jetzt!

Neumünster diesmal nur 2:2 gegen meinen Nicht-Abstiegs-Geheimtipp Heider SV. Der wahre HSV, wo wir schon bei Hannover waren. Eichede nutzt die kleine Schwäche und siegt in Henstedt mit 3:1. Weitere positive Ergebnisse: Der VfB II kann mal wieder gewinnen. Zeitgleich zum Spiel der "Profi"-Elf hat Eckernförde beim 3:0 keine Chance. Dafür verliert Holsteins Reserve in Timmendorf bei Strand. Gute Vorzeichen fürs nächste Regionalliga-Wochenende? Sylt mit einem weiteren Auswärtssieg in Kropp und überraschend siegt auch der PSV Union Neumünster in Büdelsdorf deutlich mit 3:0. Manchmal ärgert es mich, dass ich während meiner Neumünsteraner Zeit nie den PSV besucht habe. :-(

Außerdem: Weiche Flensburg - Schleswig 3:0, Bordesholm - Todesfelde 1:3. Tabellenführer noch immer Neumünster, Eichede mit einem Nachholspiel dicht auf den Fersen, Sylt für den Moment Zweiter. Wie gemalt, das alles.
Veltinsbauch Eufi Offline
Dabei seit: 14.04.2008
Todesfelde gewinnt auswärts... Auswärtssieg, Auswärtssieg !!!
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
Was Schalke nich kann, kann Todesfelde besser! ;-)
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Neumünster diesmal nur 2:2 gegen meinen Nicht-Abstiegs-Geheimtipp Heider SV.

Natürlich wird der Heider SV nicht absteigen und ist daher hierfür nicht nur ein Geheimtipp. Und dies trotz der personellen Misere, in der Coach Olaf Thede häufig damit zu kämpfen hat, die Ersatzbank zu füllen. Beim alten Klassiker aus seligen Viertligazeiten Ende der 70er/Anfang der 80er, als zu den Schlagern der Neumünsteraner Veilchen gegen den kleinen HSV nicht selten an die 3000 Zuschauer kamen, musste am letzten Wochenende A-Junior Nils Wulf das Tor hüten, nachdem Ersatzkeeper Andrej Mucha schon vor einiger Zeit den Verein verließ, Stammkeeper Andre Teubler vor einigen Wochen sich das Jochbein brach, und sein Ersatz, der 41-jährige Torwart-Trainer Sascha Thiessen nun auch passen musste. Wulf konnte sein Talent beweisen.

Während also der Heider SV erfolgreich den Abstieg verhindern wird, kämpft ein anderer Traditionsverein auf ungewöhnliche Weise um die Rückkehr in die höchste Spielklasse des Landes. Vielleicht nur noch den Älteren ein Begriff, so war doch der Itzehoer SV stets ein fester Bestandteil an der Spitze des schleswig-holsteinischen Fussballs. In den 50ern mal kurzzeitig Erstligist (in der Oberliga Nord), besiegelte erst die Einführung der zweiten Bundesliga den Abstieg als Zweitligist (Regionalliga Nord). Nach einigen Drittligajahren spielte man regelmässig in der Spitze der höchsten Liga des Landes. Doch wie so vielen Clubs in Schleswig-Holstein mangelte es an guter Jugendarbeit und dem nötigen Kleingeld, um eine ambitionierte Mannschaft zusammenzustellen, sodass man im letzten Jahr aus der Schleswig-Holstein-Liga abstieg. Um eine breitere Basis zu finden, bildete der ISV zur laufenden Saison in der Verbandsliga eine Spielgemeinschaft mit Türkspor Itzehoe, was sicher manchem Traditionalisten eine Träne verdrücken ließ, doch wohl ein Novum darstellte, dass ein deutscher Traditionsverein eine SG mit einem türkischbasierten Club einging. Nun, die aktuelle Saison als SG verläuft womöglich erfolgreicher als erwartet, stand man bis zum letzten Wochenende als Tabellenführer und somit als Aufstiegsanwärter dar. Seit der damaligen SG Sylt/Haddeby 04 wissen wir jedoch, dass eine freie SG, laut Statuten, nicht in die fünfte Liga aufsteigen darf. Was tun? Einen neuen Club gründen. So entstand in der letzten Woche der FC Itzehoe, für den sich der ISV und Türkspor zur kommenden Saison verpflichteten, für mindestens fünf Jahre ihre Fussballabteilungen einzubringen. Und da es sodann die alten Fussballvereine quasi nicht mehr gibt, können die Clubs der aufgelösten SG auch nicht in die Liga zurückkehren, in der sie vor Gründung der SG spielten, wie es die Statuten vorsehen, und man hofft, daher aufsteigen zu dürfen. Dies brachte den stärksten Konkurrenten in der Verbandsliga, den SV Schackendorf, für den der ehemalige Gladbacher und Duisburger Dietmar Hirsch als Trainer fungiert, auf die Barrikaden, sodass der Verband noch ein Urteil über einen möglichen Aufstieg zu fällen hat. Passend hierzu besiegte am letzten Wochenende jener SV Schackendorf die SG mit 2:1 und übernahm die Tabellenführung.

Hier noch mal ein Wortlaut der ISV-Homepage:

Der neue Verein wird ab der Saison 2011/12 die Spielrechte der SG Türkspor/ISV übernehmen. Ob der FC Itzehoe allerdings auch in die SH-Liga aufsteigen darf, wenn die SG Meister in der Verbandsliga Süd-West wird, bedarf noch der Klärung durch Spielausschuss und Verbandsgericht. Die Spielordnung untersagt bei Aufkündigung einer Spielgemeinschaft jedenfalls den Aufstieg. Da in diesem Fall aber ein neuer Verein das Spielrecht der beiden SG-Mitglieder übernimmt, die danach nicht mehr als Fußballvereine existieren, muss hier gesondert entschieden werden, denn in den Satzungen ist eine solche Konstellation nicht vorgesehen. Beim neuen Fußball-Club ist man nun optimistisch, dass es eine positive Entscheidung geben wird, zumal die Idee einer Neugründung von SHFV-Geschäftsführer und Justiziar Jörn Felchner kam. Versprechungen hatte dieser allerdings nicht gemacht, so dass der Wunsch des frisch gebackenen FC-Vorsitzenden Ümit Yener zum Abschluss auch auf die sportliche Perspektive in der SH-Liga zielte: "Viel Glück für uns alle!"
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Der 17. Spieltag ist absolviert, Saisonhalbzeit. Doch da noch genau 17 Nachholspiele zu absolvieren sind, ist es für ein Halbzeitfazit natürlich noch zu früh.

Der VfR Neumünster gewann das wichtige Spitzenspiel in Eichede mit 1:0 und setzte sich dadurch zunächst an der Tabellenspitze fest. Einziger Club mit 17 absolvierten Spielen ist der Heider SV, der mit dem 2:1-Heimsieg gegen den Jurgeleit-Club Weiche Flensburg nun 21 Punkte aufweist und im Soll liegt.

Richten wir noch einen kurzen Blick auf den Aufstiegskampf in diese Liga. Die erwähnte SG Türkspor/ISV schlug den MTSV Hohenwestedt mit 2:1 und übernahm mit 34 Punkten aus 13 Spielen wieder die Tabellenführung.
Warum erwähne ich das? Den Treffer für Hohenwestedt erzielte ein alter Bekannter und echter Weltfussballer, der diesem Namen alle Ehre erweist. Als 18-jähriges hoffnungsvolles Talent beim HSV gestartet, später ein Erstligajahr am Millerntor, spielte der gebürtige Brasilianer in der Ukraine, in Holland, in China, in Mexiko, in Katar, in Honduras und zwischendurch noch für Uerdingen in der ersten Liga, bis der heute 37-jährige in der mittelholsteinischen Metropole Hohenwestedt landete: Luiz Firmino Emerson.
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Die Liga hat sich mittlerweile dem frühen Winter ergeben, sodass bereits seit zwei Wochen kein Spiel mehr stattfand und in diesem Jahr auch kein Spiel mehr stattfinden wird. Die nicht komplette Hinrunde wird daher mit ins neue Jahr geschleppt.

Derweil rüstet der FC Sylt den Spielerkader weiter auf. Unter anderem wurde für die Rückrunde vom Ligakonkurrenten Strand 08 Stürmer Philipp Baasch zur Ergänzung der ohnehin starken Offensive eingekauft. Baasch bisher mit neun Treffern in der Spitzengruppe der Torjägerliste. Gespannt sind wir auf den 19-jährigen Kiril Taleski, sechsfacher mazedonischer U19-Nationalspieler, der beim FC Sylt eine grosse Karriere in Deutschland beginnen möchte. Bis dahin wird er nebenbei studieren. Zuletzt spielte Taleski beim FK Pobeda Prilep.

Pobeda Prilep? Da werden wir natürlich hellhörig. Richtig, genau jener Club, und daran erinnern wir uns natürlich sehr gut, der zu Beginn der Saison 05/06 im UI-Cup dem HSV gegenüberstand. Der HSV gewann vor fünfeinhalb Jahren zweimal mit 4:1 durch Tore von Emile Mpenza, Stefan Beinlich, Markus Karl und Benjamin Lauth sowie im Rückspiel durch Alexander Laas, Charles Takyi, einem gewissen Guy Demel und dem ehemaligen Talent Piotr Trochowski. Trainer war, genau, Thomas Doll.

Ein Jahr zuvor schied Pobeda Prilep in der Champions-League-Qualifikation gegen Pjunik Eriwan aus. Erst im Laufe der Saison 09/10 wurde im Rahmen von Wettmanipulation-Ermittlungen bekannt, dass die Mazedonier damals absichtlich verloren und wurden von der UEFA bis 2017 gesperrt. National wurde daher zu dieser Saison ein neuer Club gegründet, FK Victorija Prilep, der in der dritten mazedonischen Liga neu startete.
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
Nicht zu vergessen, dass Rafael van der Vaarts HSV-Deutschland-Pflichtspiel-Premiere damals auf mazedonischem Boden, in Prilep stattfand.

Derweil muss mein Ausgangspost überarbeitet werden. Denn ein ganz Großer des Fußballsports hat, den SHFV-Generalspielabsagen sei Dank, bereits im November seine Schuhe an den Nagel gehängt: Rouven Schröder wird fortan der Strander Abwehr keinen Halt mehr verleihen und steigt in den professionellen Handel mit Getränken ein. Das ist zu bedauern. Schade, ich habe kein Strander Match mit dem Rouven mehr sehen können.

Auch Eichede hat aufgerüstet, aus Lütjenburg kommt der Verbandsliga-Goalgetter Florian Stahl, dessen Torquote sich nahe der 1,0 bewegt. Kurios dabei: Stahl ist zurzeit in seiner Tätigkeit als Zeitsoldat noch in Afghanistan unterwegs und stößt erst im Januar zum SVE-Kader. Noch kurioser: Stahl ist amtierender Torschützenkönig der Militär-EM und gewann mit der dt. Auswahl dort auch die Goldmedaille.

Trainer Brunner - heißbegehrt im gehobenen Amateurfußball - und Co-Trainer Danilo Blank (bekannt aus Kiel & Neumünster) haben unterdessen bis 2012 verlängert. Aufgefallen ist gerade Ersterer durch ziemlich forsche Aussagen à la "Wir wollen aufsteigen!" oder "...in die vierte Liga mit Eichede". So forsch ist das aber eigentlich gar nicht, wenn man bedenkt dass nächstes Jahr schon die Quali-Saison für die neue Regio Nord anlaufen wird. Ich bin da ganz auf Seiten der Eicheder...

Weiter geht's dann mit der Oberliga SH in zwei Monaten. Is' echt scheiße, dass der Winter schon so früh losgelegt hat...
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
Strand 08 schlägt sich gestern bei einem Test gegen St. Pauli beachtlich! Verliert zwar 0:3, aber zwischendurch mit Chancen zum Ausgleich, das 1:0 und 2:0 fällt in der 46. und 53. Minute, der Endstand wird in Minute 88. hergestellt. Außerdem weilt Strand-Talent Sönke Meyer (20 - Innenverteidigung) im Probetraining beim 1.FC Nürnberg. Hat der Hecking aus'm Strandurlaub da 'ne Perle mitgebracht?

Das SH-Hallenmasters ist auch gespielt. Sieger? Standesgemäß: VfB Lübeck! :-) 4:3-Sieg in letzter Sekunde über Holstein Kiel. Und jetzt aufgepasst: Überraschungsdritter wird... Todesfelde!
Außerdem holt der VfB Kevin Kluk vom BTSV II. Wird wohl Aussichten auf die Stammelf haben (Innenverteidigung und def. Mittelfeld einsetzbar). Auf die Rückrunde bin ich ja mal gespannt!

(Oh, der letzte Absatz gehört ja eigtl. in den RL-Thread. Egal)
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Inzwischen ist auch die S-H-Liga in das Fussballjahr 2011 gestartet, einige Nachholspiele sind in der Tat nicht ausgefallen. Dabei versäumte der SV Eichede in Frühform gegen den kommenden Absteiger Eckernförder SV sogleich ein zweistelliges Ergebnis, als nach dem 9:0 eine Viertelstunde vor Schluss das nichtausgesprochene Holsteiner Mitleid einsetzte.

Die Liga-Ruhe in der langen Winterpause war allerdings nur vermeintlich. Eine traurige Hauptrolle spielte dabei der Club von Ex-Nationalspieler Willi Gerdau unter der wahlweisen Überschrift “Ahnungsloser Club-Boss”, “Meuterei in der Kabine” oder einfach nur “Komödienstadl”, wobei der kleine HSV, der Heider SV, den grossen HSV locker in den Schatten stellt. So verpflichtete der Heider SV zunächst einen iranischen Co-Trainer, der auch als Spieler aushelfen und nebenbei die A-Junioren coachen sollte. Nach einigen Unstimmigkeiten bezüglich der pädagogischen Auslegung der Trainerarbeit mit Chefcoach Olaf Thede, feuerte der Club-Boss nach wenigen Wochen erst den Co und gleich danach auch Thede, der durchaus als Erfolgscoach anzusehen war. Nachdem in der folgenden Mannschaftssitzung die Spieler meuterten, traten der Liga-Obmann und sein Stellvertreter zurück. Zur Zeit lotet der Club-Boss mit Ex-Coach Thede aufgrund des Drucks der Mannschaft eine mögliche Rückkehr aus.
Die Trainingsarbeit seitdem sowie das 1:1 gegen Schleswig 06 leiteten der Käptn und der verletzte Stammtorhüter.

Eider Büdelsdorf gehörte viele Jahre stets zum erweiterten Favoritenkreis der Liga. Warum? Weil sie, und dies meist etwas über die eigenen Verhältnisse, ihren Spielern stets lukrative Verträge boten. Wie nicht ganz überraschend vermeldet, geht es für den Club aus dem Rendsburger Vorort, bei Betrachtung der finanziell prekären Situation, nun nicht nur um den Fortbestand in der Liga, sondern insgesamt um die Zukunft des Clubs.

Im Kampf um die Meisterschaft in der Liga ist ein Dreikampf zwischen dem VfR Neumünster, dem SV Eichde und unseren Freunden vom FC Sylt zu erwarten. Die Lizenz für das letzte Regionalliga-Jahr der alten Form wird allerdings keiner der drei beantragen.

Die Ausgangslage für die Rückrunde:

1. VfR Neumünster 15 35:11 37
2. SV Eichede 15 35:5 33
3. FC Sylt 16 45:15 31
4. Heikendorfer SV 14 26:21 28
5. Flensburg 08 16 36:29 26
6. Holstein Kiel II 15 23:18 25
7. NTSV Strand 08 16 31:28 24
8. SV Henstedt-Ulzburg 17 41:31 23
9. SV Todesfelde 14 22:22 22
10.Heider SV 18 22:30 22
11.VfB Lübeck II 15 26:27 20
12.Eider Büdelsdorf 15 21:24 19
13.TSV Kropp 16 22:27 18
14.Weiche Flensburg 16 23:31 17
15.PSV Neumünster 16 24:43 15
16.Bordesholmer SV 15 22:43 10
17.Eckernförder SV 17 14:41 10
18.Schleswig 06 16 18:40 9
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
Ger'd Delling soll mal Farbe bekennen und seinen Heimatklub unterstützen! Auch Büdelsdorf hätte in der Form der letzten Jahre gute Chancen nächstes Jahr in der Quali-Saison...

Oh, das mit Heide hatte ich so ja gar nicht mitbekommen. Das kommt davon, wenn man in der spielfreien Zeit höchstens mal mit dem Sport-Mikrofon fremdgeht...
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Ganze fünf Spiele konnten in den letzten zwei Wochen absolviert werden, was den Clubs aufgrund unzähliger Nachholpartien ein spieltechnisch intensives Frühjahr bescheren wird.

An der Tabellnspitze konnte der SV Eichede nach einem 2:0 in Schleswig bis auf einen Zähler an den VfR Neumünster heranrücken. Nicht unerwartet. Ebenso zur Kenntnis nehmen wir, dass der Heider SV nach den internen Querelen nun mit Markus Reger einen neuen Coach präsentierte.

Freuen tun wir uns, dass Eider Büdelsdorf den Spielbetrieb für diese und die nächste Saison sicherstellte und wünschen für die Zukunft wirtschaftliche Umsicht.

Überraschen hingegen konnte uns wieder einmal FC-Sylt-Patriarch Volker Koppelt, präsentiert er uns doch vor seinem ersten Rückrundenspiel eine neue Heim-Spielstätte. In einem interessanten Deal mit dem FC Kilia Kiel wurde tatsächlich vereinbart, dass auf jenem Kilia-Platz die weiteren Heimspiele des FC Sylt stattfinden werden (Start ist das übernächste Heimspiel). Koppelt wird dies einige Zuschauer zusätzlich bringen, sowie dem FC Kilia, der gerade, aus privaten Spendengeldern finanziert, seine Haupttribüne saniert, etwas Kleingeld in die leeren Kassen. Spannende Entwicklung.
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Es wäre nicht unser Fussball, würde es nicht immer wieder Ergebnisse geben, die man nicht glauben kann. Durchaus angenehm und schonend für die eigene Gesundheit, wenn der eigene Club mal nicht davon betroffen ist. Daher können wir die Schleswig-Holstein-Liga zwar mit Interesse, aber ohne die ganz grosse Leidenschaft verfolgen.

Und konnten nicht glauben, dass der hochgelobte SV Eichede, völlig zu Recht Anwärter auf die Meisterschaft und bisher mit nur fünf Gegentoren einzigartig defensivstark, gegen den von hausinternen Querelen geschüttelten Heider SV sein Heimspiel mit 1:5 verlor. Was für ein Einstand für Neu-Coach Markus Rieger. Der talentierte Andre Ladendorf traf doppelt und erhöhte sein Torkonto auf 13, was für einen Mittelfeldspieler eines durchschnittlichen Clubs eine beachtliche Ausbeute darstellt.

Liga-Primus VfR Neumünster liess ebenfalls zwei Punkte liegen, das 0:0 beim starken Aufsteiger Strand 08 war allerdings weder eine grosse Überraschung noch ein Misserfolg. Kein Scherz ist, dass die traditionsreiche Heimspielstätte, das Stadion an der Geerdtstrasse, künftig den Namen "Grümmi-Arena" trägt, frei nach Lebensmittel-Unternehmer Gerd Grümmer, den der Club als neuen Sponsor gewinnen konnte.

Bei diesen Punktverlusten der Konkurrenz liess sich der FC Sylt nicht zweimal bitten, holte sich gegen Schleswig 06 nicht nur drei Punkte, sondern untermauerte mit dem 7:1 sein Top-Torverhätnis. Der alte Kämpe Dimitrius Guscinas bleibt auf 40-Tore-Kurs, erhöhte um drei auf 19 nach 17 Spielen.

Der (http://www.weltfussball.de/spielplan/schleswig-holstein-liga-2010-2011-s....)
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
Ach nee. Gerd Grümmers Frischemarkt in Boostedt war unser persönlicher Lieferant für sämtliche Alkoholika und Convenience-Produkte während der Wehdienstzeit dort. "Grümmi-Arena" - findet der sich so geil, oder wie? Hab nur seine Fleischerei-Fachverkäuferinnen kennelernen dürfen. Die Bäckerei-Azubine war eigentlich auch ganz nett. Ist vielleicht jetzt im Dritten.

Ansonsten verwundert Eichedes Heimniederlage doch stark, nachdem man ja bis in den Herbst hinein ohne Niederlage blieb und auch gut aus den Winter-Startlöchern kam. Die VfB-Reserve zeigt sich im Aufwand und boxt sich mit zwei überraschend klaren Siegen erst mal aus dem Gröbsten raus. Letzte Woche wurde Todesfelde überraschend 5:0 geschlagen, diesmal konnte man in Neumünster beim PSV Union mit 4:2 triumphieren. Ist ja auch was.
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Tendenzen machen noch keinen Meister, doch die Momentaufnahme nach einem erstmals in 2011 komplett ausgetragenem Spieltag scheint in der Tat den grossen Traum von Volker Koppelt näher kommen zu lassen: Schleswig-Holstein-Meister mit dem FC Sylt.

So unterschiedlich die Big Three am letzten Wochenende noch agierten, so setzten sie dies mit der exakt gleichen Punktausbeute fort. Dabei verschenkte der VfR Neumünster in der Grümmi-Arena eine frühe 2:0- Führung gegen den Heikendorfer SV, ließ sich in der zweiten Hälfte auskontern und musste sich am Ende mit einem 2:2 begnügen. Das Erfolgserlebnis, weiterhin ungeschlagen zu bleiben und überdies saisonübergreifend nun 23 Heimspiele ohne Niederlage bestritten zu haben, war den Veilchen verständlicherweise nicht anzusehen.

“Was nun, Mecki Brunner?”, mag man sich in Eichede fragen, nachdem der gerade bei der Wahl zu Schleswig-Holsteins Trainer des Jahres 2010 mit dem zweiten Platz hinter Lübecks Peter Schubert ausgezeichnete Coach mit seinem Team die zweite Heimniederlage in Folge kassierte. Gegen die U23 von Holstein Kiel stand die Niederlage nach zwei Treffern des ehemaligen Regionalliga-Akteurs Franky Sembolo bereits zur Pause fest.

Der vorwöchentliche Eichede-Bezwinger Heider SV wollte seinen Aufschwung nutzen und mit dem Insel-Club, dessen Spieler den Weg auf ebendiese wohl einzig im Urlaub finden, den zweiten Grossen ärgern. Doch bereits nach zwanzig Minuten hatten Guscinas und Schrum mit zwei Treffern den FC Sylt sicher auf die Siegerstrasse einbiegen lassen, was routiniert ins Ziel gebracht wurde. Am kommenden Wochenende könnte die Koppelt-Elf im Duell mit Eichede einen direkten Meisterschaftsgegner bereits deutlicher distanzieren.

Den weiteren Ergebnissen können wir entnehmen, dass der Abstiegskampf spannender wird, als unlängst angenommen. Dabei zeigte sich Eider Büdelsdorf (0:4 in Henstedt-Ulzburg) nach der wirtschaftlichen Rettung nun sportlich in den Niederungen der Tabelle auf ungewohntem Terrain, neben Jurgeleit-Club Weiche Flensburg (0:2 gegen Strand) als grosser Verlierer, während der PSV Neumünster (4:2 in Eckernförde) weiter berechtigte Hoffnungen auf den Klassenerhalt hegt und selbst Schleswig 06 (4:3 gegen Todesfelde) sich noch nicht aufgegeben hat.

Wir werden es beobachten. Der 23. Spieltag in der (http://www.weltfussball.de/spielplan/schleswig-holstein-liga-2010-2011-s...Übersicht.)

Noch ein kurzer Blick zum Aufstiegskampf in diese Liga. Nach Monaten der Ungewissheit hat nun der Schleswig-Holsteinische Fussballverband entschieden, dass die, hier einmal erwähnte, SG Türkspor/Itzehoer SV, der künftige FC Itzehoe, aus genannten Gründen in dieser Saison nicht aufsteigen darf. Natürlich eine richtige Entscheidung, doch eine kleine Enttäuschung für Weltenbummler Luiz Firmino Emerson, der in der Winterpause den MTSV Hohenwestedt verließ, sich den Itzehoern anschloss und in seinen ersten beiden Auftritten bereits drei Treffer für den Tabellenführer erzielte.
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Talentierte Fussballer, zumindest für die höchste Spielklasse in Schleswig-Holstein, können sich auch beim TuS Hartenholm entwickeln. Dies wissen wir nicht erst seit Tim Ollenschläger von Hartenholm nach Henstedt-Ulzburg wechselte und sich nun mit elf Treffern in der Torjäger-Spitzengruppe der Schleswig-Holstein-Liga behauptet. Die Frage, ob der TuS Hartenholm auch gute Schiedsrichter auf seiner Mitglieder-Liste führt, dürfen wir heute FC-Sylt-Macher Volker Koppelt nicht stellen, zeichnete doch ein Schiedsrichter jenes Clubs für die Tore beim Spitzenspiel FC Sylt gegen SV Eichede zumindest mitverantwortlich. Nachdem zunächst noch Guscinas ein Elfmeter-Geschenk für die Sylter Führung dankend annahm, sorgte ein fragwürdiger Freistoss von der Fünfmeterraum-Grenze wegen Rückpaß, als Sylt-Keeper Berndt sich den Ball aus dem Gewühl vor seinem Tor griff, für den Ausgleich, und später, eine weitere zweifelhafte Elfmeterentscheidung, diesmal für den SV Eichede, zum 2:1-Endstand, womit sich die Brunner-Elf im Meisterschaftskampf zurückmeldete.

Veräppelt von Volker Koppelt fühlten sich die Fans dieser Liga allerdings bereits vor dem Anpfiff. Gerade erst den Wechsel der Heimspielstätte von Fahrdorf nach Kiel zum Kilia-Platz mit einer für Patriarchen würdigen Begleitmusik verkündet, folgte nun der komplette Rückzieher. Zunächst noch mit Überschneidungen der Kilia-Heimspiele begründet, was beide Seiten offensichtlich völlig überraschend bemerkten, nun die Aussage, dass man “eigentlich immer am Lundbarg in Fahrdorf weiterspielen wollte”. Zumindest sorgt Koppelt dafür, dass er immer ein Thema bleibt.

Stadionsorgen gibt es vom VfR Neumünster nicht zu vermelden. Eher sorgt man sich um die sportliche Form. Das 0:0 bei Eider Büdelsdorf ist nun bereits das dritte Remis in Folge. Der Spitzenreiter tritt auf der Stelle.

Daniel Jurgeleit konnte mit seinem ETSV Weiche Flensburg in Heikendorf einen wichtigen 2:0-Sieg landen, wobei festzustellen war, dass der ebenfalls aus Hartenholm stammende Schiedsrichter eine unauffällige, und somit gute Partie bot.

Zwölf Spiele über die volle Distanz absolvierte Tobias Homp (47) in dieser Saison bisher für seinen SV Henstedt-Ulzburg. Fünf Minuten fehlten ihm, dieses Erfolgserlebnis auf dreizehn auszubauen, als der vorbildliche Sportsmann kurz vor Ende im Duell beim TSV Bordesholm einen Elfmeter zum 2:2-Endstand verschuldete und Gelb-Rot sah. Es sei angemerkt, dass jener ahnende Schiedsrichter nicht für den TuS Hartenholm seinen Dienst verrichtet.

Der (http://www.weltfussball.de/spielplan/schleswig-holstein-liga-2010-2011-s.... Spieltag) .
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Nicht weniger als sechs ehemalige Akteure von Holstein Kiel zieren den Kader des FC Sylt. Und so schien man beim direkten Aufeinandertreffen am 25. Spieltag gegen die U23 der Störche allzu sehr in Erinnerung zu schwelgen, sodass man sich freundschaftlich 0:0 trennte. Für den Insel-Club jedoch ein Rückschlag im Meisterschaftsrennen, da der VfR Neumünster nun doch seinen ersten Sieg 2011 einfahren konnte. Gegen den Tabellenvorletzten TSV Bordesholm wurde das 3:0 in den letzten Minuten sichergestellt.

Der ligaspielfreie SC Eichede konnte indes durch ein 1:2 im Landespokalhalbfinale gegen den Drittliga-Anwärter VfB Lübeck das erneute Finale der Lübecker gegen Holstein Kiel, beide auch mit je zehn Titeln Rekord-Pokalsieger, nicht verhindern.

Während Eider Büdelsdorf in der letzten Woche das zweite Pokalhalbfinale denkbar knapp mit 0:1 erst in der Verlängerung gegen die Störche verlor, bleibt in der Liga der pure Abstiegskampf. Bei Weiche Flensburg war man beim 0:2 chancenlos, was wiederum für die Jurgeleit-Mannen der zweite Sieg in Folge und die Verbesserung auf Rang 13 bedeutete.

Eine beeindruckende Serie hingegen verzeichnet die U23 vom VfB Lübeck, die nach 13 Punkten mit 19:5 Toren aus den letzten fünf Spielen nun das breite Mittelfeld anführt. Auch der Heikendorfer SV wurde klar mit 5:2 bezwungen, wodurch die Kieler Vorstädter nach furiosem ersten Saisondrittel nun langsam, aber sicher, durchgereicht werden. Bis zum Abstiegsplatz sind es jedoch noch zehn Punkte, wie wir der von den Kollegen freundlich errechneten (http://www.weltfussball.de/spielplan/schleswig-holstein-liga-2010-2011-s...) entnehmen können.
Hotte80 Offline
Dabei seit: 11.07.2007
sach mal, wo sind eigentlich vfl pinnebrg, tsv uetersen und dingenskirchen wedel abgeblieben?
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
Ham zum Niedersächschischen Fußballverband rüberjemacht.
Hotte80 Offline
Dabei seit: 11.07.2007
pro editierfunktion! wa, orange? hehe...
so hier, gefunden. uetersen und pinneberg sind in der hammonia-staffel, wedel in der oberliga hh.
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
Jo, es heißt schließlich Niedersachsen mit nur einem sch.

Nee, Wedel is ja klar. Pinneberg dürfte doch Erster in der Hammonia sein? Und Uetersen kickte letztes Jahr noch in der Oberliga HH. Da Pauli übrigens raufgeht, inne Regionalliga, dürfte ein fünfter Aufstiegsplatz in den Landesligen ausgespielt werden. Oder bleibt der Fünfzehnte der Liga erhalten? Ich weiß das gar nicht, glaube aber an eine Relegation der Landesliga-Dritten.

Ok, nachgeguckt: In der Hammonia: Halstenbek-Rellingen und Pinneberg auf den ersten beiden Plätzen. Elmshorn, der FC Elmshorn (riecht gefährlich nach irgendeiner Elmshorner Fußball-Fusion, um die "Kräfte zu bündeln", draufklebt der bundesweit sehr originelle Name "FC", ma' Beifall zollen), aufm Dritten. Die Hansa-Staffel ist etwas cooler: Vier- und Marschlande (Heimatverein von Martin Harnik) und VW Billstedt auf den ersten beiden Plätzen, Dritter und Vierter: Dassendorf und Schwarzenbek. Kommen beide aus meinem Landkreis, der Dritte und der Vierte; könnt ich mir auch mal auf die Schnelle die ein oder andere Oberliga-HH-Partie reinziehen.

Dassendorf spielte vor acht, neun, zehn Jahren mal in der Oberliga HH/SH - mit Marcus Marin und Oliver Schweißing in der Mannschaft, musste die Elf zurückziehen, trotz Klassenerhalt. Von Schwarzenbek hab ich keine Kenntnis, nur dass der Trainer zum Saisonende gekündigt hat und nach Bergedorf gehen wollte, was aber geplatzt ist.

Aber gut, dann hab ich ja jetzt eine Liga mehr, in der ich mitfiebern kann: Hipp, hipp, hurra - Landesliga-Staffel Hansa!

(Aus der Hammonia wäre übrigens eine Rückkehr des SV Lurup zu befürworten! Nebenbei, wo wir grad schon bei HH sind: Wer von euch war schon mal im St.-Pauli-/Kiez-Museum in der Davidstraße? Am WE ist da die große Domenica-Sonderausstellung, die darf ich nicht verpassen! Man muss dem Besuch aus Süddeutschland ja immer was bieten, mit dem Blick über's Flachland geben die sich nich' zufrieden...!)
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
Oh Gott - proEditierfunktion! Es heißt natürlich Niedersachsen ohne sch. Und niedersächsisch mit nur einem sch. Aber... das sei mir jetzt mal gegönnt!
Hotte80 Offline
Dabei seit: 11.07.2007
öhm, ich meinte jetzt auch eher generell das mit dem nfv. ich mein, das wäre doch irgendwie... seltsam. was sollen die clubs da? du meinst doch sicher den hamburgischen fußballverband.
Orangeat und Sukkade Offline
Dabei seit: 19.04.2010
Mensch, Hotte! Dat weeit ick doch! Was soll Marion aus Pinneberch auch in Niedersachsen!? Wollt dich doch nur verkohlen! Hahrhahr!
Hotte80 Offline
Dabei seit: 11.07.2007
ach so, ... naja gut. weitermachen!
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Nein. Zwar ist der SHFV für manch kuriose Regelung bekannt, die wir an dieser Stelle nicht weiter vertiefen möchten, doch nach der kurz neu entbrannten Diskussion bezüglich der Verbandszugehörigkeit diverser Clubs aus dem Hamburger Speckgürtel, hat er den Spielbetrieb dieser Liga nicht eingestellt. Schließlich ist er sich seiner Verantwortung nicht nur für diese Liga, sondern für rund 140.000 Fußballer, und natürlich auch Fußballerinnen, die in mehr als 600 Clubs organisiert sind, durchaus bewusst.

Und obwohl es nicht immer leicht fällt, da fast alle Ligen kurz vor den Entscheidungen stehen, sollten wir dieser Liga weiterhin die gebührende Aufmerksamkeit widmen, zumal eine Fülle Englischer Wochen anstehen, die den letzten Winter zu verarbeiten haben.

Sieht man sich die letzten zwei Spieltage inklusive diverse Nachholpartien der letzten acht Tage an, so lässt dies nur eine Schlussfolgerung zu: Es bleibt spannend.

Denn im vierten Jahr seiner Amtszeit möchte der 38-jährige albanische, und zuweilen sehr impulsive, Coach Ervin Lamce seinen VfR Neumünster unbedingt zur Meisterschaft führen, nachdem er die letzten drei Jahre jeweils an der U23 von Holstein Kiel scheiterte. Drei Auswärtsspiele führten den Tabellenführer in der letzten Woche in Nord-Süd-Richtung durch das Land. Zunächst führte die Reise entlang der A7 Richtung Norden, der TSV Kropp erwies sich jedoch nicht als schwierige Hürde und wurde sicher mit 3:1 genommen. Schwieriger wurde es im Anschluß im Süden, kurz vor dem Hamburger Speckgürtel. Trainer-Haudegen Jens Martens und Routinier Tobias Homp leisteten mit ihrem SV Henstedt-Ulzburg enormen Widerstand. Selbst nach zwei Roten Karten in den letzten Minuten nur noch zu neunt, ließen sie kein Gegentor zu. 0:0, zwei verlorene Punkte. Und die Konkurrenz hoffte auf weitere Punktverluste, endete die Auswärtswoche doch kurz vor der dänischen Grenze, bei Weiche Flensburg. Ausgerechnet jene Flensburger, die Coach Jurgeleit nach einem 6:0 in Bordesholm und einem umjubelten 1:0 im Derby gegen Flensburg 08, nach vier Siegen mit 11:0 Toren nicht nur ins Tabellenmittelfeld führte, sondern auch auf Platz drei der Rückrundentabelle. Die Hoffnung bestand zurecht, doch erfüllt wurde sie nicht. In einem engen Match konnten die Neumünsteraner Veilchen eine frühe 1:0-Führung nervenstark ins Ziel retten. 14 Siege bei 8 Remis ohne Niederlage bedeuten 50 Punkte und Platz 1.

Härtester Verfolger bleibt der FC Sylt. Der jedoch nicht nur für Auswärtsspiele durch das Land reist, sondern mittlerweile auch für Heimpartien. Ohne Gewähr sind bis Saisonende nun die Heimspielstätten für die Spiele gebucht. Neben dem Lundbarg in Fahrdorf wird nun doch der Kilia-Platz in Kiel einige Spiele sehen, zumindest zum Stand heute. Kurzfristig und fast ohne Vorankündigung fanden sich trotzdem alle Akteure zum gestrigen Duell gegen Strand 08 rechtzeitig am Kilia-Platz ein, sodass ein unspektakulärer Sylter 3:1-Sieg vermeldet werden konnte. Zuvor gewann man in Todesfelde 2:1 sowie in Eckernförde 4:1, ergibt mit 47 Punkten Platz 2.

Als dritter Meisterschaftsanwärter lässt sich der SV Eichede noch nicht abschütteln. Kaum hatte der Club offiziell verkündet, was längst alle wussten, nämlich dass die Regionalliga-Lizenz für das kommende und letzte Jahr vor der Reform nicht beantragt, jedoch die Meisterschaft in diesem Jahr und der Aufstieg für das nächste Jahr anvisiert wird, sollten auf dem Platz Taten folgen. Und sie folgten. Mit diesem Schwung im Rücken waren beim Abstiegskandidaten PSV Neumünster keine zwanzig Minuten gespielt, als man bereits 2:0 führte und der Gegner nach Rot dezimiert war. Drei weitere Treffer folgten. Dass diese weiteren Treffer allerdings für den PSV fielen, für den Co-Trainer Bernd Siedschlag bis Saisonende für den entlassenen Norbert Heitmann als Chef-Trainer fungieren wird, verursachte bei Eichede-Coach Mecki Brunner nur zorniges Kopfschütteln. Drei Tage später, beim Tabellenletzten TSV Bordesholm, sollte nun alles besser werden. Besser wurde es allerdings nur hinsichtlich der Punktausbeute. In der letzten Minute wurde der 2:1-Siegtreffer erzielt und drei Punkte mitgenommen. Am heutigen Sonntag musste nun der Heikendorfer SV bei den auf Wiedergutmachung brennenden Eichedern antreten. Und dies nachdem man selbst gegen die Abstiegskandidaten Schleswig 06 (0:2) und Eckernförder SV (2:3) verlor und den Weg nach unten unbeirrbar fortführt. Das 6:0 für Eichede bedeutete das 50. Saisontor und die Punkte 43-45.

Im Tabellenkeller wird es für den TSV Bordesholm nun fast schon hoffnungslos, zumindest sehr schwierig für Schleswig 06 und Eckernförde. Der PSV Neumünster hingegen, schlug nach dem Trainerwechsel und dem Erfolg gegen Eichede auch den Störche-Nachwuchs mit 3:1 und schickte mit diesen Siegen Eider Büdelsdorf auf den Abstiegsplatz, der mit einigen Spielen im Rückstand nach dem 2:1 in Heide zumindest wieder punktete und sich keineswegs aufgibt.

Trotz noch 40 ausstehender Nachholpartien lohnt sich, wie immer, der Blick auf die (http://www.weltfussball.de/spielplan/schleswig-holstein-liga-2010-2011-s... nach dem 27. Spieltag.
)
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Eines ist sicher. Solange der FC Sylt ein Teil dieser Oberliga bleibt, muss man sich um Schlagzeilen keine Sorgen machen. Sorgen machen sollte man sich allerdings, ob der Club auch wirklich künftig dieser Liga erhalten bleibt. Und zwar berechtigte, wie nach den Erkenntnissen der letzten Wochen die einzige Schlußfolgerung lauten kann.

Was ist passiert? Es ist erst drei Wochen her, dass Boß Koppelt vollmundig den Aufstieg 2012 in die neue Regionalliga als Ziel anvisierte und zugleich die Verpflichtung von Ex-Profi Dietmar Hirsch als Coach für die kommende Saison verkündete. Und nicht nur Hirsch, der zur Zeit mit dem SV Schackendorf vor dem Aufstieg in diese Liga steht, sondern auch als dessen Co Gregor Strebel, der unter Magath als Athletik-Trainer beim VfL Wolfsburg im Meisterjahr für den konditionellen Feinschliff sorgte. Damit nicht genug. Auch den ehemaligen Zweitligaspieler und Sportmediziner mit bestem Ruf, Bernd Brexendorf, Chefarzt in einer Hamburger Sportklinik und bis 2009 Mannschaftsarzt auf Schalke, der zugleich so herrlich über Fussball referieren kann, wie sonst nur 11Freunde-User Statistikfreund oder der NB1-Experte, wurde als Doc verpflichtet.

So weit, so gut. Ambitioniert, mag man denken. Doch die Gerüchte, dass Koppelt seit Monaten seinen Spielern das vereinbarte und für diese Liga unverhältnismäßig üppige Salär nicht mehr zahlte, erhielt ständig neue Nahrung und wurde schließlich von ihm selbst bestätigt. Offensichtlich übernahm sich der Sylt-Lebemann beim Bau einiger Villen auf jener Insel, räumte finanzielle Engpässe ein, und investierte jeden Cent in seine Bauvorhaben, um diese zu retten. Sein Hobby, und damit seine Spieler, gehen seitdem leer aus. Ohne Geld keine Gegenleistung, scheint bei einem Teil des Teams die logische Folgerung zu sein. Sechs Wochen bereits soll kein Mannschaftstraining mehr stattgefunden haben, und zu den Spielen wird von der Hoffnung gelebt, eine komplette Elf auf den Platz schicken zu können. So verlor man zunächst bei Flensburg 08 1:2 mit einer kompletten Elf und einem Freizeitkicker auf der Bank, gegen Henstedt-Ulzburg erreichte man ebenfalls mit einem 12-Mann-Kader ein 1:1, beim Spitzenspiel gegen den VfR Neumünster (0:1) musste der 12. Mann, der Ersatzkeeper, einen verletzten Akteur im Feld ersetzen, den VfB Lübeck II schlug man durch einen Elfmeter von Guscinas in der letzten Minute 1:0, immerhin mit einem Kader von elf Feldspielern und zwei Torhütern. Dass die Ergebnisse, gemessen an den Begleitumständen, beachtlich blieben, zeigt die Klasse und das Potential des Rest-Teams. Koppelt selbst, der weiterhin offiziell auch als Trainer geführt wird, erschien zu den letzten beiden Spielen selbst nicht. Beschämend für einen ambitionierten Oberliga-Club und vor allem beschämend für den Club-Patriarchen. Wir werden die weitere Entwicklung beobachten.

Der VfR Neumünster hingegen marschiert weiter unbeirrt Richtung Meisterschaft. Neben dem Sieg gegen Sylt schlug der Vizemeister der letzten drei Jahre den amtierenden Meister Holstein Kiel II überzeugend 4:1 und in Schleswig gewann man 2:0. Das mit Spannung erwartete Stadtderby gegen den PSV Union schien nach dem 4:4 im Hinspiel und einem emotionalen 4:3 im Pokal, das seinerzeit eine mehrwöchige Sperre für Coach Lamce nach sich zog, Großes zu versprechen, doch schließlich trennte man sich 0:0, womit der Spitzenreiter weiter ungeschlagen bleibt.

Mit sechs Punkten Rückstand folgt, nach wie vor, der SV Eichede, der mit fünf Gegentoren ins Jahr 2011 startete, jetzt in dieser Statistik allerdings bereits die Zahl 22 führt. Die fehlende Kostanz in der Rückrunde sorgt dafür, dass der Rückstand auf die Veilchen wohl nicht mehr aufgeholt werden kann. Zwischen den sicheren Siegen gegen Kropp (3:0) und die beiden Flensburger Vertreter 08 und Weiche (je 2:0) unterlag man bei Strand 08 1:5. Coach Brunner wird für das Aufstiegsziel im nächsten Jahr nicht nur an der Konstanz arbeiten, sondern auch Ersatz für den erst in der Winterpause verpflichteten Florian Stahl, der in zehn Spielen siebenmal traf, suchen müssen. Stahl wechselt zum VfB Lübeck und soll dort Bastian Henning ersetzen.

Tabelle nach (http://www.weltfussball.de/spielplan/schleswig-holstein-liga-2010-2011-s... 28) und diversen Nachholspielen sowie Torjäger:

23 Guscinas (Sylt)
22 Kolodzick (Eichede)
16 Musielack (Kropp)
15 Scheinpflug (PSV Neumünster)
14 Ladendorf (Heider SV)
14 Ollenschläger (Henstedt-Ulzburg)
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Was haben der VfR Neumünster und der FC Porto gemeinsam? Nun, sie sind Meister ihrer Liga, was jedoch noch keine exklusive Gemeinsamkeit darstellt. Zwei Spiele fehlen den Veilchen hingegen noch, um das Kunststück des portugiesischen Titelträgers zu egalisieren, nämlich eine komplette Saison ohne Niederlage zu bleiben. In Deutschland wäre es in diesem Jahr, gemessen an allen 306 in den ersten fünf Ligen gestarteten Clubs, einzigartig.

Nach drei Vize-Titeln haben sie es also geschafft, sie sind zum sechsten Mal Landesmeister in Schleswig-Holstein. Der SV Eichede verlor am 32.Spieltag 0:1 in Kropp, sodaß der eigene 4:2-Erfolg über Schleswig 06 zur Meisterschaft nicht mehr nötig gewesen wäre. Zu gönnen ist dies in erster Linie dem sympathischen 83-jährigen Präsidenten Herbert Sander und dem akribisch arbeitenden Coach, dem 5-maligen albanischen Nationalspieler Ervin Lamce. Erwähnenswert noch, daß der 21-jährige Keeper Niklas Jakusch in Auswärtsspielen nur viermal bezwungen werden konnte, und sogleich von den Kieler Störchen verpflichtet wurde.

Bis auf wenige Durchhalteparolen ist es ruhig geworden um unsere Freunde vom FC Sylt, die nach nunmehr knapp drei Monaten ohne Mannschaftstraining mit dem letzten Aufgebot die Rest-Saison bestreiten. Immerhin konnte am Wochenende Absteiger TSV Bordesholm 2:1 bezwungen werden, wobei Ersatzkeeper Berndt wieder im Feld aushelfen musste. Nicht wenige Akteure werden mittlerweile bereut haben, den Verlockungen von Volker Koppelt gefolgt zu sein, Kevin Weidlich ist einer der ersten, die ihm nun den Rücken kehren. Er wechselt zum Regionalliga-Aufsteiger Pauli II, was Koppelt natürlich nicht hinderte, noch einmal zu betonen, dass man im nächsten Jahr unbedingt aufsteigen wolle.

Im Tabellenkeller sind ebenso keine Fragen mehr offen. Neben den Absteigern Schleswig 06, Eckernförder SV und TSV Bordesholm wird auch der PSV Union Neumünster den Rückstand nicht mehr aufholen können.

Spannend bleibt noch die Frage der Torjäger-Krone. Der Sylter Dimitrijus Guscinas (28) liefert sich noch ein enges Duell mit Fabian Kolodzick (27, SV Eichede).

Der (http://www.weltfussball.de/spielplan/schleswig-holstein-liga-2010-2011-s...) kurz vor Saisonende.
Trifon Ivanow Offline
Dabei seit: 22.07.2009
Zur Meisterschaft konnten wir dem VfR Neumünster bereits gratulieren, jetzt ist den Veilchen in der Tat die seltene wie herausragende Leistung gelungen, die komplette Saison ungeschlagen zu bleiben. Am letzten Spieltag wurde Vize-Meister SV Eichede 3:0 bezwungen, während der FC Sylt seine, positiv genannt, kuriose Rückrunde mit einer 2:5-Niederlage in Henstedt-Ulzburg abschloss.

Der für die kommende Saison verpflichtete Sylt-Coach Dietmar Hirsch ließ unlängst verlauten, dass er seinen Job auf jeden Fall antreten werde und bereits mit Boss Koppelt an der Kaderplanung arbeite. Wir sind gespannt. Eine weitere Planung wird beim Insel-Club demnächst notwendig sein, nachdem der SHFV endlich und überfällig entschied, dass ab 12/13 nur der Club die Zulassung für die SH-Liga erhält, der mindestens eine Junioren-Mannschaft am Spielbetrieb teilnehmen lässt., wobei allerdings auch akzeptiert wird, sofern dies im Rahmen einer SG erfolgt.

(http://www.weltfussball.de/spielplan/schleswig-holstein-liga-2010-2011-s... Abschlusstabelle.
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Spieler der Saison ist natürlich der 47-jährige Tobias Homp, der ab dem neunten Spieltag für seinen SV Henstedt-Ulzburg auch als Spieler ins Geschehen eingriff, kein Spiel mehr verpasste, und somit 26 Einsätze vorweisen kann, während Routinier Guscinas seine Führung in der Torjägerliste bis zum Ende verteidigen konnte:

31 Dimitrijus Guscinas (FC Sylt)
28 Fabian Kolodzick (SV Eichede)
19 André Ladendorf (Heider SV)
19 Marcel Musielak (TSV Kropp)
18 Christian Scheinpflug (PSV Neumünster)
17 Patrick Fürst (PSV Neumünster)
17 Timo Mäkelmann (FC Sylt)
16 Sven Beck (Weiche Flensburg)
16 Tim Ollenschläger (SV Henstedt-Ulzburg)


Schleswig-Holsteinischer Pokalsieger wurden unterdessen die Kieler Störche, die im Derby auf der Lübecker Lohmühle vor 6.768 Zuschauern einen klaren 3:0-Sieg gegen den VfB einfuhren. Leider wurde das Derby von einer Kieler und einer Lübecker Gruppierung genutzt, um vor und nach dem Spiel zu prüfen, wer denn der Halbstärkere ist. Wie erwartet, gab es hierbei nur Verlierer und 73 Festnahmen.
Die Störche freuen sich nun auf die Auslosung der ersten DFB-Pokalrunde am 11.Juni.

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