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Rettig: Torlinientechnik erst ab 2015
11freunde Offline
Dabei seit: 19.01.2012

Köln - Die Torlinientechnik soll im deutschen Profi-Fußball auch nach dem "Torklau von Hoffenheim" erst frühestens zur Saison 2015/16 Einzug halten. Diese Position der Deutschen Fußball Liga (DFL) bekräftigte Geschäftsführer Andreas Rettig einen Tag nach der Fehlentscheidung beim Bundesliga-Spiel zwischen 1899 Hoffenheim und dem 1. FC Nürnberg (2:2) auf Anfrage der Bild-Zeitung.

"Dass die Entscheidung in Hoffenheim die Diskussion über die Torlinien-Technologie neu entfacht, ist verständlich. Derzeit gibt es nach unserer Einschätzung jedoch noch kein perfekt ausgereiftes System, welches diese tiefgreifende und möglicherweise dann endgültige Entscheidung einer sofortigen Einführung rechtfertigt. So lässt die FIFA derzeit noch eine Fehlertoleranzgrenze von drei Zentimetern zu", sagte Rettig.

Beim Confed Cup zuletzt in Brasilien hatte der Weltverband FIFA die in Deutschland entwickelte GoalControl-Technik mit einer Messtoleranz von nur 0,5 cm getestet. Die FIFA hat auch schon angekündigt, bei der WM-Endrunde 2014 in Brasilien das deutsche oder ein anderes Kontrollsystem einzusetzen. Die DFL hatte sich im vergangenen März darauf festgelegt, Torlinientechnik "frühestens zum 1. Juli 2015" einzuführen.

Die Diskussion über technische Hilfe für Schiedsrichter hatte zum Bundesliga-Start am vergangenen Samstag neue Nahrung erhalten. Einen Treffer von Hoffenheims Kevin Volland erkannte Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer nicht an, nachdem der Ball aufgrund starken Effets nach der vollständigen Überquerung der Nürnberger Torlinie wieder ins Spielfeld zurückgesprungen war.

Rettig, der im Express Gespräche der Liga mit vier Anbietern von Torlinientechniken bestätigte, will die abwartende Haltung der DFL nicht als Blockade verstanden wissen. "Grundsätzlich sind wir auch offen für den technischen Fortschritt. Denn die Technik sieht mehr als das menschliche Auge." Allerdings wolle die Liga anders als die englische Premier League, die ihre Stadien mit der "Hawk-Eye"-Torlinientechnik ausgestattet hat, den Fortschritt noch weiter beobachten.

(Zum Artikel: Rettig: Torlinientechnik erst ab 2015)
schorsch123 Offline
Dabei seit: 16.01.2013

Ist es zu fassen?

Da redet die Liga seit Jahren über die Einführung einer solchen Technik, dann ereignet sich mal wieder ein besonderst eklatanter Fall und die Herren erklären, die Entwicklung weiter zu beobachten.

Geht´s noch ?

Es soll, soweit ich das verstehe, kein Mensch in eine "erdferne Umlaufbahn" geschossen werden, sondern der geneigte Fußballanhänger hätte nur gern vom zuständigen Schiedsrichter eine zeitnahe (max. 2 Min.) Auskunft darüber, ob ein Fußball "vollumfänglich" eine Torlinie überrollt, überflogen oder sonst irgendwie überquert hat.

Der Germane, ganz im Gegensatz zum anscheinend entschlußfreudigeren Engländer, beobachtet halt lieber noch etwas den Fortschritt (wie er so fortschritt) !

Na prima. Endlich mal wieder ein Fachgebiet, wo wir der Welt beweisen können, wie der Germane sowas regelt.

Ähnlichkeiten zur Einführung der "Maut" sind nicht beabsichtigt und wenn doch vorhanden dann....bestenfalls zufällig.

Herr laß Hirn regnen !!!

ElBuitre11 Offline
Dabei seit: 26.11.2011

"..dann ereignet sich mal wieder ein besonderst eklatanter Fall.."

Der Ball ist wie in anderen Fällen nicht als Tor gewertet worden, obwohl er hinter der Linie landete. Besonders eklatant? Nicht unbedingt.

Ich finde, die Ansicht, die bei den Verantwortlichen bisher herrschte nett, auch wenn sie es aus anderer Perspektive betrachteten: erst die Fehler machen den Ball rund.

Rettig und die anderen meinen damit bestimmt: erst die Fehler bringen Aufmerksamkeit. Und die Aufmerksamkeit brachte bis zum Umkippen der Wippe Geld in unsere Kassen. Leider.

Ich finde, das man eher den Schiedsrichter mehr Respekt entgegenbringen sollte, mehr Wandel, mehr Fehlentscheidungen nicht als Ungerechtigkeiten ansieht, sondern als schlechte Leistung, mehr Collina, weniger Stark. Das ist möglich. Dafür bräuchte es einen Dialog, der auf Kommunikation aus ist. Aber: wenn wir Fehlentscheidungen akzeptieren, haben wir nach dem Spieltag auch weniger zur Diskussion. Nichts reizt mehr als die Ungerechtigkeit, die ein Aussenstehender eingeleitet hatte (Inzaghi, Schiri, heulender Levels). Und das führt doch zurück zu Rettig.

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