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Khedira: "Die Marschroute ist verloren gegangen"
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Dublin - Sami Khedira warnt vor einem gewissen Schlendrian in der deutschen
Fußball-Nationalmannschaft und fordert die Rückbesinnung auf das
Wesentliche. "Es geht darum, konsequent als Einheit und Mannschaft
aufzutreten. Diese Marschroute ist verloren gegangen. Wir haben im Erfolg die
Kleinigkeiten vergessen, die ganz wichtig, ja elementar sind für unser
Spiel", sagte der Mittelfeldspieler von Real Madrid der Frankfurter
Allgemeinen Zeitung (Freitag-Ausgabe).

Diese Tendenz sei schon vor der EM zu beobachten gewesen. "Wir müssen uns
jetzt wieder in die Pflicht nehmen, uns wieder zeigen, wie teilweise bei der
EM und vor allem davor, das war Fußball fast in Perfektion", sagte Khedira
(25) vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Irland am Freitag in Dublin (20.45
Uhr MESZ/ZDF).

Die Mannschaft habe durch die Erfolge der Jahre 2010 und 2011 "vergessen,
weshalb wir eigentlich die Spiele alle gewinnen. Da schleicht sich etwas ein,
dann kommen die ersten Niederlagen und schlechte Spiele." Als Beispiel nannte
er eines der jüngsten Qualifikationsspiele: Selbst die Färöer hätten
zuletzt ihre "Kontermöglichkeiten" gehabt.

Allerdings sieht Khedira das Nachlassen nicht darin begründet, dass die
Nationalspieler zu verwöhnt seien, wie Bayern Münchens Präsident Uli
Hoeneß es behauptet hatte. "Wir sollten uns nicht von der Diskussion um
Luxus, Freizeitaktivitäten oder Sponsorentermine verrückt machen lassen",
sagte er: "Ansonsten sind wir freie Menschen. Die Nationalmannschaft ist doch
kein Knast. Vier Wochen in einem Hotel eingesperrt zu sein, ich glaube, kein
Spieler würde da bei einem Turnier eine Topleistung zeigen."

(Zum Artikel: Khedira: "Die Marschroute ist verloren gegangen")