2 Beiträge / 0 neu Allgemein Forum
Letzter Beitrag
Dank Hummels im Halbfinale: Historische Tat an einem historischen Tag
11freunde Offline
Dabei seit: 19.01.2012
Rio de Janeiro - An einem historischen Tag ist die deutsche
Nationalmannschaft dem großen Traum vom vierten WM-Titel einen gewaltigen
Schritt nähergekommen. Mit neuer Aufstellung und altem Selbstvertrauen zog
die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw auf den Tag genau 60 Jahre nach
dem "Wunder von Bern" ins Halbfinale der Endrunde in Brasilien ein. Dabei
besiegte die umformierte deutsche Elf Rivale Frankreich in einem seltsam
unspektakulären Spiel mit 1:0 (1:0). Den entscheidenden Treffer in der
Hitzeschlacht von Rio erzielte der überragende Mats Hummels (13.) nach einem
Freistoß von Toni Kroos.

Deutschland kämpft nun am Dienstag in Belo Horizonte um den Einzug ins
Endspiel - sie ist damit auch die erste Mannschaft in der WM-Geschichte, die
bei vier Endturnieren nacheinander zu den vier besten Teams gehört. Das
Finale findet am 13. Juli im legendären Maracana statt. An gleicher Stelle
zeigte sich die deutsche Mannschaft am Freitag in Rio de Janeiro verbessert
im Vergleich zum Achtelfinale gegen Algerien (2:1 n.V.). Und: Sie hat nach
dem Erfolg, den Torwart Manuel Neuer Sekunden vor Schluss gegen Karim Benzema
mit einem Reflex rettete (90.+4), noch Luft nach oben.

Bis der Halbfinaleinzug perfekt war, verrichtete die deutsche Mannschaft im
vierten WM-Duell gegen eine französische Auswahl Schwerstarbeit: Überragend
spielte sie nicht, aber der Einsatz in einem nicht sehr hochklassigen Spiel
stimmte, der Wille war groß. Nach dem Führungstreffer waren die Franzosen
bemüht, das Spiel an sich zu reißen, es gelang ihnen auch mit zunehmender
Spieldauer - aber die ganz großen Chancen brachten sie gegen die teils
wackelige Abwehr um den souveränen Hummels nicht zustande. Statt dessen
vergab der eingewechselte Andre Schürrle zweimal die Riesenchance zum 2:0
(82., 88.).

Joachim Löw hatte also in der Tat umgestellt. Philipp Lahm spielte rechter
Außenverteidiger, Jerome Boateng rückte in die Mitte, Per Mertesacker
musste raus. Benedikt Höwedes durfte links bleiben - er hatte auf seiner
Seite Mesut Özil vor sich. Thomas Müller kam über rechts, innen lauerte
Miroslav Klose auf sein 16. Tor bei einer WM-Endrunde - allerdings nur bis
zur 69. Minute, dann hatte sich der deutsche Rekordtorjäger verausgabt. Für
ihn kam Schürrle - das 2:0 hatte gleich danach Müller auf dem Fuß (70.),
Schürrle scheiterte danach in bester Position und fast schön kläglich an
Torhüter Hugo Lloris.

Wichtig aber war vor allem: Hummels spielte nach dem Abklingen seines
grippalen Infekts wieder mit. Als gerade die 12. Minute zu Ende ging, setzte
er sich bei einem Freistoß von Kroos gegen Bewacher Raphael Varane durch: Er
schob den jungen Franzosen mit dem rechten Unterarm weg und traf mit Hilfe
der Unterkante der Latte zum zweiten Mal im Turnierverlauf per Kopf. Es war
bereits der vierte Treffer, den die deutsche Mannschaft im Anschluss an eine
Standardsituation erzielte.

Bis zu diesem Zeitpunkt war das Spiel ein Abtasten gewesen - mit zwei guten
Gelegenheiten für die Franzosen durch Karim Benzema: Bei der ersten zielte
der Torjäger knapp neben das Tor (7.), bei der zweiten fing Hummels die
Hereingabe von Antoine Griezman im letzten Augenblick ab (11.). Nun
allerdings waren die Franzosen gefordert, ihre abwartende Haltung aufzugeben
und selbst die Initiative zu ergreifen. 

Die Bemühungen der Equipe Tricolore waren zunächst nicht sehr überzeugend.
Dann aber waren sie nah am Ausgleich, als Mathieu Valbuena zunächst mit
seinem Schuss am überragend reagierenden Manuel Neuer scheiterte und Hummels
den bereitstehenden Benzema am Nachschuss hinderte (34.). Und kurz vor der
Pause stand der Dortmunder erneut ausgezeichnet als es galt, einen Kopfball
des Mittelstürmers abzublocken (43.).

Es war eine dieser vielen Szenen, in denen die deutsche Abwehr unsortiert
wirkte, in denen aber den Franzosen auch die letzte Entschlossenheit fehlte.
Zuvor hatte der Weltmeister von 1998 allerdings auch Glück gehabt, dass
Schiedsrichter Nestor Pitana (Argentinien) bei einem Foul von Mathieu Debuchy
an Mirsoslav Klose im Strafraum nicht auf Elfmeter entschied (24.). 

Es dauerte lange, ehe Frankreich bei hochsommerlichen Temperaturen ein
Übergewicht bekam, vor allem durch die starken Valbuena und Paul Pogba. In
der Tat gerieten die Deutschen ab Mitte der zweiten Halbzeit unter unter
Druck, dabei wackelte die Abwehr zuweilen bedrohlich. Das lag aber auch
daran, dass Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira, die als Doppel-Sechs von
Beginn an spielten, zunehmend die Puste ausging. Aber: Es gab ja Hummels, den
Souverän. Wie selbstverständlich war er auch in der 76. Minute zur Stelle,
als Benzema, wer sonst, einschießen wollte.

(Zum Artikel: Dank Hummels im Halbfinale: Historische Tat an einem historischen Tag)
hitzfeld09 Offline
Dabei seit: 03.06.2014

Ich versteh die Welt nicht mehr. Sonst war doch immer ein Dortmunder schuld, wenn D'land ein Tor kassiert hat - bei dem Katastrophenspiel gegen Algerien war aber gar keiner dabei. Und jetzt das! Der einzige vom BVB macht das entscheidende Tor und verhindert immer wieder Gegentore. Naja, wenn Schland es am Ende macht isses auch recht.