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Die ungewöhnliche Karriere des Lucien Favre - Kunst des Zweifelns


Die ungewöhnliche Karriere des Lucien Favre

Kunst des Zweifelns

Text: Pascal Claude  Foto: Imago

In der vergangenen Saison rettete er Borussia Mönchengladbach vor dem Abstieg, nun spielt das Team des Bauernsohns Lucien Favre um die Meisterschaft. Ein Porträt eines ganz und gar ungewöhnlichen Trainers.

Es fließt ein kleiner Fluss durch St. Barthélemy, er heißt »Le Talent«. Le Talent, das Talent, bahnt sich seinen Weg in sanften Windungen erst süd- und dann nordwärts, wo er in einen größeren Fluss und dann bei Yverdon in einen See fließt, in den Lac de Neuchâtel. Von dort geht es weiter in den Bielersee und aus dem Bielersee in die Aare und mit der Aare in den Rhein, hinaus in die Welt. Lucien Favre hat als Trainer seinen Radius sachte, aber stetig erweitert, er hat die Arbeit im Nachbardorf seines Heimatortes St. Barthélemy aufgenommen, im zwei Kilometer entfernten Echallens, ist dann weiter flussabwärts nach Yverdon, von dort nach Genf, dann nach Zürich, schließlich nach Deutschland. Ist ...

  • 30.01.2012 20:41:52 von skabox

    Ich will ein Kind von ihm!!!
  • 30.01.2012 22:20:30 von Buthelezi

    Lucien Favre ist der Grund, warum ich Mönchengladbach den jetzigen Erfolg sehr gönne.

    Ich hoffe nur, dass die Verantwortlichen sich in schlechteren Phasen (die unweigerlich kommen werden) daran erinnern, welch großartige Arbeit dieser Mann leisten kann - wenn man ihn gewähren lässt.

    Aber vermutlich weckt er mit der großartigen Leistung dieser Saison nur größere Ansprüche, die dann mit dem schwächeren Kader nicht erfüllt werden können und vergessen sind die Erfolge - wäre nicht der erste Trainer der Opfer seines eigenen Erfolgs wird.
  • 31.01.2012 02:29:55 von Walter Baseggio

    Favre soll Stevens´ Nachfolger auf Schalke werden in ein paar Jahren !!!
  • 31.01.2012 04:45:56 von valenciano

    Gerade auf Seite eins und zwei wird ja der perfekte Schweizer beschrieben. Diese zurueckhaltende Freundlichkeit ist meiner Erfahrung nach wirklich ein grosser Unterschied, der auch einer der Knackpunkte in der Arbeit schweizer Trainer in Deutschland ist/war. Wenn es laeuft sind sie immer nett und die Leute moegen das lustige deutsch (entweder schweitzerdeutsch oder mit franzoesischen akzent). Klappt es dann aber nicht, sind sie angeblich nicht hart genug. Da gibt es halt clash of cultures. Beispiel sind ja mit Latour, Koller und auch Favre selbst in Berlin reich gesaeht.
    Die Art macht es dann auch nochmal schwieriger bei grossen Clubs wie Bayern, Schalke oder auch Koeln und Berlin mit den Medien.
  • 31.01.2012 07:53:49 von currygoi

    Ich sage: Favre bleibt Gladbach nicht mehr lang erhalten und wird Nachfolger von Hitzfeld als Natitrainer.
  • 31.01.2012 08:39:44 von valenciano

    Glaub ich nicht. Ich halte ihn fuer durchaus ehrgeizig. Und glaube fuer ihn waere es ein Rueckschritt. Und wenn er wirklich so viel arbeitet, wie im Artikel beschrieben, wird er sich in der Nati langweilen.
    Ich denke er wird es bei einem grossen Verein probieren. Bin gespannt ob meine oben genannte Theorie dann noch Bestand hat.
  • 31.01.2012 09:41:30 von MadjerundSolskjaer

    Ich denke auch, dass Favre noch einen (mehrere) großen Verein trainieren will, bevor er (eventuell) mal Nationaltrainer werden könnte.

    Nur, welcher Verein passt zu Favre? Ich will es mal an zwei Entscheidungskriterien festmachen, die das öffentliche Bild eines Trainers und somit seine Beliebtheit entscheidend beeinflussen.

    1) Favre scheint ein eher zurückhaltender Zeitgenosse zu sein, der dem Medien-Ballyhoo nicht zu viel Zeit widmen will. In einem Verein mit sehr fordernder "Medienlandschaft" (z.B. Bayern, Köln) wäre ein Konflikt vorprogrammiert.

    2) Seine Spielphilosophie (hinten perfekt stehen, bei Balleroberung schnell auf Konter umschalten) ist nicht bei jedem Verein gern gesehen (wäre, als Extrembeispiel, in Barcelona undenkbar).

    Mit diesen beiden Kriterien lässt sich herrlich über passende "große" Vereine für Favre spekulieren:

    In der Bundesliga:
    Bayern: Medien-Krach vorprogrammiert, Spielphilosophie-inkompatibel
    Dortmund: Medien-ginge so, Spielphilosophie-akzeptiert
    Schalke: Medien-ginge so, Spielphilosophie-akzeptiert
    Bremen: wechselt den Trainer erst, wenn Favre in Rente ist
    Leverkusen: Medien-passt, Spielphilosophie-geht so
    Alle anderen Vereine stellen für Favre eher einen Rückschritt dar.

    England: Da kenne ich mich medientechnisch nicht aus, vielleicht weiß ja z.B. der Statistikfreund mehr. Favres Spielphilosophie könnte zu mehreren Vereinen passe, z.B. bei Chelsea oder Liverpool. Arsenal ist von Wenger zu verwöhnt um Favres Konzept zu tragen. Die Manchesters? Eher nicht, da ist eher Starfußball statt Konzeptfußball angesagt.

    Spanien: Zu Barcelona passt seine Spielphilosophie nicht, in Madrid würde er im Medienzirkus zugrunde gehen.

    Frankreich: PSG scheint ja Ambitionen zu haben, setzt aber eher auf Spektakel als auf einen seriösen Fußball-Fachmann. Marseille kann ich nicht einschätzen, Lyon würde meines Erachtens ganz gut passen.

    Italien: Würde von der Spielphilosophie gut passen, hat aber wohl etwas nervige Medien. Könnte mir Favre aber gut bei Juve oder Inter vorstellen.

    Wie seht Ihr meine Gedankenspiele?
  • 31.01.2012 10:04:00 von bobby171

    Köln und Hertha große Vereine, naja... Medien hin oder her.
    Welcher Verein zu Hennes Favre passt? BMG natürlich, es stellt sich doch gar nicht Frage...
  • 31.01.2012 10:04:50 von Beschorner

    Im moment sehe ich ihn in der Buli bestens aufgehoben.
    diese gedankenspiele, dass er irgendwann einen internationalen topverein trainiert, kann ich nicht ganz teilen. klar gibt der derzeitige erfolg ihm recht, aber siehe hertha, es kann auch schnell in die andere richtung gehen. und ehe er hier in dtl nicht einen ruf als topmann in form von titeln hat, kommt er glaub ich nicht für die ganz großen infrage.
    wenn international, würde ich glaub ich eher einen ambitionierten verein sehen, der vielleicht im umbruch steckt und vielleicht ein konzpet auf mittel- bis langfristige sicht verfolgt, was mit favre umgesetzt werden kann. bspw bordeaux würde da einfallen, in einer liga, in der der titel nicht so weit weg scheint, und mit dem vertrauen in den trainer, eine regelmäßige cl-teilnahme das ziel sein kann
  • 31.01.2012 11:45:09 von valenciano

    Ist in meinem Satz nicht ganz klar, ich meine grosse Vereine = Bayern und Schalke; und dann als andere Beispiele Vereine mit mehr Medienpraesenz (vorallem lokal)= Koeln und Hertha.
    So sehr es ein tolles Fussballmaerchen waere, ihn in Gladbach zu halten, glaube ich halt nicht, dass er dort den Schaaf macht.
    Und System anpassen, koennte er denke ich schon. Das System passt halt gerade zu Gladbach, von Spielern und auch der Erwartung her. Glaube er ist aber flexibler, als zb ein Mourinho, der ja auch ein aehnliches System spielen laesst.
    Frankreich wuerde natuerlich passen, wenn er international gehen wuerde. Denn woanders wird er auch immer noch kein Begriff sein. Dafuer muss er schon mit BMG diese Saison was reissen und auch naechste international ein paar Runden ueberstehen.
  • 31.01.2012 13:24:21 von ElBuitre11

    Ich seh das wie Berschoner, Favre hat noch was zu beweisen. Die Schweizer Liga in allen Ehren, der Erfolg dort qualifiziert eben nicht für international große Vereine und außerhalb dort hat er noch nicht konstant Erfolg gehabt. Bei der alten Dame war er mitbeteiligt an dem Ausverkauf (klar aus finanziellem Engpass entstanden), aber er hat damals betont, die Mannschaft sei konkurrenzfähig und nicht für den Abstieg bestimmt. Das ging bekanntlich schwer nach hinten los.
    Also ich plädiere für Kirche-Dorf und will sehen wie er diesesmal den Umbruch bei den Gladbachern und dem Verkauf der Leistungssträgern packt. Bis dahin seh ich ihn noch nicht bei einem "großen" Verein.
  • 31.01.2012 13:25:58 von ElBuitre11

    (und v.a. den Wichniarek-Transfer muss er noch entkräften ;-))
  • 31.01.2012 17:14:56 von fohlenarmine

    Wie wärs mit folgendem Szenario: Lucien Favre begründet bei der einzig wahren Borussia in Mönchengladbach, einem wahrhaft großen Verein, eine Ära wie weiland Hennes Weisweiler. Wenn ich mich recht erinnere, hat Favre bei Amtsantritt über Gladbach gesagt, es sei "ein großer Verein". Da Favre ein Bauernsohn ist und vergleichsweise unberührt vom Fussball-Zirkus, ist dies keine Floskel. Wenn er dann mit der Borussia ein paar Jahre Champions League gespielt hat, kann er immer noch Nachfolger von Wenger bei Arsenal werden oder wie Weisweiler zu Köln gehen.
  • 31.01.2012 17:32:27 von mehmetwirdankendir

    @ fohlenarmine

    Wow. Ist doch schön, wenn wenigstens einer der eigenen
    Vereine Geschichte hat, oder?
  • 31.01.2012 18:00:49 von Buthelezi

    @ mehmet

    Vielen Dank für diese geistreiche und vor allem auch thematisch voll passende Bemerkung.

    Mann, mann, mann...
  • 31.01.2012 18:11:32 von mehmetwirdankendir

    @ buthelezi

    Gerne, man tut was man kann.

    Aber um beim Thema zu bleiben. Rolf Kalb is wrklich n Guter.
    Genau wie Wolfgang Ley.
  • 31.01.2012 19:38:27 von ElBuitre11

    @Fohle
    Ich halte das für unwahrscheinlich, weil ich meine (Küchenpsychologische Kaffeetassenleserei..) bei Favre eine gewisse Eitelkeit zu spüren und er -tut mir leid- irgendwann den Drang für einen noch größeren Verein verspüren wird. Es spricht für ihn, dass er wirklich überall, also auch damals bei Xamax, alles gibt für seine Aufgabe, aber er findet sich eben selbst für etwas Großes geschaffen.
    Ist mir damals so vorgekommen als Favre diese unsägliche PK am Pariser Platz abhielt.
  • 31.01.2012 19:40:00 von ElBuitre11

    kaffeesatzleserei.. oder einfach "ma ins blaue geschissen" wie ein Bekannter immer sagt.
  • 31.01.2012 22:08:40 von fohlenarmine

    ElfterGeier: Mag ja sein, ich war bei der PK am Pariser Platz nicht dabei, aber ich habe mir damals die PK bei der Vorstellung in Gladbach angesehen. Dort meinte ich einen Mann gesehen zu haben, der von sich und seiner Arbeit überzeugt ist, der aber immer noch sichtlich getroffen war von seiner Entlassung bei der Hertha. Ich würde das nicht Eitelkeit nennen, denn dazu passt seine eher zurückhaltende Art nicht.
    Von mir aus kann Favre überzeugt sein, für was Großes geschaffen zu sein, wenn er uns damit in die Champions League bringt. Ich finde das an sich auch nichts Schlimmes. Özil war ja auch immer überzeugt, ein Großer zu werden. Jetzt spielt er bei Real Madrid eine nicht unbedeutende Rolle (An dieser Stelle passte ein Seitenhieb auf damalige Schalker Verwünschungen). Vielleicht ist die Borussia für Favre eine ähnliche Station wie Bremen für Özil.
  • 01.02.2012 02:15:12 von valenciano

    Einfach Antwort lieber Fohlenarmine.
    Weil die 70er vorbei sind. Weil Gladbach ohne Reuss es sehr schwer haben wird. Heutzutage sind die Spieler halt frueher weg als in den 70ern.
    Aber erstmal viel Glueck in den naechsten Jahren Champions League!
    Kann mir gut vorstellen wie Nemanja Vidic zur Zeit schon nicht schlafen kann, aus Angst naechst Saison gegen Mike (oder Maik?)Hanke zu spielen.
  • 01.02.2012 14:13:04 von bobby171

    dass hennes farve eitel sei, halt ich für ein gerücht, selbstvertrauen hat er sicher. er ist wohl überzeugt von seinen fähigkeiten, aber gerade deshalb kann ich mir vorstellen, dass er noch ein weilchen bei der echten borussia bleibt. dort kann er sich nämlich ein denkmal setzen, bei einem arivierten GROßEN verein (wer auch immer das dann wäre) kann er doch nur die erwartungen bedienen, mehr auch nicht. und wie einige vorredner zurecht anmerkten: er muss erst mal titel gewinnen, bevor er in die nächste trainerliga aufsteigen kann. gerne mit uns, hehe.
  • 01.02.2012 22:57:56 von ElBuitre11

    Fohle, der Weisweiler war euch schließlich über ein Jahrzehnt vergönnt. Ob es nun Eitelkeit oder gesundes Selbsvertrauen bei Favre ist, solltet ihr Erfolg bis zum Ende der Saison haben, läuft es auf das selbe hinaus, wenn der noch größere Verein lockt. Und letztlich ist BMG etatmäßig eben auch auf dem Trainerposten ein Ausbilderverein.
    Aber schurz, mal sehen was passiert..
  • 01.02.2012 23:43:57 von ColePorter

    Baut dem Mann ein Denkmal vorm Borussia Park!
    Was er leistet, ist schlicht und ergreifend sen-sa-tio-nell!
  • 02.02.2012 00:54:41 von Exil96er

    besonders sen-sa-tio-nell finde ich seine Art und die Tatsache, dass man damit im Fussball erfolgreich sein kann.

    Wie erfolgreich seine Karriere läuft wird in erster Linie vom Widerstand derer abhängen die magelnde Kompetenz mit "Uli Hoeneß-Allüren" kompensieren müssen.
  • 02.02.2012 01:12:33 von Walter Baseggio

    Der legitime Stevens - Nachfolger in zwei Jahren.
  • 02.02.2012 01:13:05 von valenciano

    Zum Thema Denkmal, fragt doch mal bei Hetha nach, die haben noch eins abzugeben, dass sie ihm in der ersten Saison gebaut haben.
    Natuerlich bin ich auch neidisch, aber Mainz und Freiburg hatten auch mal so Aussetzer nach oben.
    Wie lang hat der Favre den Vertrag?
    Und die allerwichtigste (berechtigte) Frage: Ist der Lucien eigentlich mit Brett Lorenzo verwandt?
  • 02.02.2012 11:40:54 von Buthelezi

    @ valenciano

    Das ist ein und dieselbe Person.

    Und zu Favre bei Hertha: Ich hab das damals so wahrgenommen, dass Favre überraschend sensationell erfolgreich in seinem ersten Jahr war (siehe auch --> Anspruch, dadurch gewachsener), Hertha dann aber aus finanziellen Gründen eine Menge Qualität im Kader abgeben musste (siehe auch --> Hoeneß, Dieter) und Favre schon vor der Saison hier und da mal angemahnt hat, dass mit dem Kader nicht mehr so viel zu erreichen sei; vielleicht täusche ich mich da aber auch.

    Das er natürlich öffentlich sagte: "Der Kader ist stark genug für die Liga" ist ja logisch. Er kann ja schlecht der Zeitung sagen "Reicht nicht für 1. Liga" und dann am Wochenende seinen Spielern "Ihr schafft das!" zurufen.

    Aber Berlin sollte Favre in alle Ewigkeit dankbar sein, dass Dieter Hoeneß nicht mehr da ist. Allein dafür sollte das Denkbal gebaut werden.
  • 02.02.2012 13:23:06 von bobby171

    Fakt: Vertrag bis 2013.
    Ist ja jetzt nicht völlig gesponnnen, dass BMG es in die CL schafft.
    Warum sollte der Mann dann gehen wollen? Weil ihn hier einige gerne im eigenen Verein hätten? Geschenkt. Aber sonst? Einen GROßEN aufbauen, der nicht in der CL vertreten ist (und nur so eine großer hätte ja echten Bedarf)? Wer Gladbach in dieser Saison auch mal ohne Reus gesehen hat, weiß, das viel Potential in der Mannschaft steckt, dass halt mit der neuen Kohle verstärkt werden müsste, muss aber nicht zwingend teuer sein, wenn ein Trainer was taugt (siehe Favre, Klopp et. al.). Mal sehen...ziemlich langer thread eigentlich, für eine Frage, die sich nicht wriklich stellt.
  • 02.02.2012 14:55:37 von ElBuitre11

    @Buthelezi
    So einseitig war das damals nicht. Das eingenommene Geld durch den Verkauf der Stürmer der alten Dame (Pantelic, Voronin) und anderer Leistungsträger wie Simunic wurde auch für Fehltransfers ausgegeben (Bengtsson, Wichniarek u.a.). Da hat er mitgewirkt, man sich oft gefragt, was er vorhat, und insgesamt ein Kader ins Rennen geschickt, dem es an Leistungsfähigkeit fehlte.
    Im Winter nach seiner Demission war dann Kohle vorhanden, um nachzubessern. Und auch die Notwendigkeit.
  • 02.02.2012 15:08:06 von Buthelezi

    Ah, war mir nicht mehr so klar im Gedächtnis - vielleicht hat auch eine gewisse Grundabneigung meinerseits gegen Dieter Hoeneß die Ereignisse bzw. meine Bewertung derselben etwas verschwommen werden lassen.
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