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Linken-Politiker Diether Dehm über sein Meisterwerk: Die Torhymne von Hoffenheim - »Ich würde Dietmar Hopp enteignen«


Linken-Politiker Diether Dehm über sein Meisterwerk: Die Torhymne von Hoffenheim

»Ich würde Dietmar Hopp enteignen«

Interview: Erik Peter  Foto: Frank Schwarz

Diether Dehm, Bundestagsabgeordneter der Linkspartei, Liedermacher und Musikproduzent erklärt, wie sein Lied »Was wollen wir trinken...« nach Hoffenheim kam, wie viel Geld er damit verdient und warum er als Kind auf dem Schoß von Herberger saß.

Diether Dehm, die TSG Hoffenheim verwendet den von Ihnen komponierten Song »Was wollen wir trinken...« als Tormusik. Drücken Sie Hoffenheim die Daumen? Diether Dehm: Ich bin kein richtiger Hoffenheim-Fan, auch wenn ich für jedes Heimtor des Klubs 17 Cent an Tantiemen bekomme. Sie sind also nicht enttäuscht, dass die TSG in dieser Saison erst 15 Tore in Heimspielen geschossen hat? Diether Dehm: Nein. Bisher habe ich etwas über zwei Euro verdient. Aber selbst, wenn Sie mehr Tore hätten, würde das keinen großen Unterschied machen. Wie ist es dazu gekommen, dass Ihr Lied in Hoffenheim gespielt wird? Diether Dehm: Offensichtlich hat ...

  • 08.02.2012 17:13:36 von einrudithömmes

    Enteignund ist generell eher bisschen Scheisse, masagn. Oder: unter welcher Voraussetzung der "gemeine Linke" drauf anspringt. Klar ist Hopp ein Synonym für die SAP, ein einigermaßen okayer Arbeitgeber über die Jahre mit einer roten Liste, an wen er niemal liefern würde undsoweiterundsofort. Und da offenbart sich in meinen Augen die Krux der (ultralinken?) Hardliner: Wem will man damit etwas gutes tun?

    Die stumpfen Parolen, wer hier wen hasst halte ich übrigen für überzogen, trifft auf die ernthaften Diskutanten sicher nicht zu. Fundierte Kritik kann man immer vertreten (wenn auch die Worte "ausweiden" und "feige Sau" nicht gerade dazu gehören) oder AUCH MAL SAGEN DÜRFEN.
  • 08.02.2012 17:15:01 von misterkite

    rudi was ist denn mit selbsthass? ich meine als rote beiernsau habe ich ja noch nicht genug gelitten?
  • 08.02.2012 17:23:45 von flow_loehne

    Bei der Betrachtung der Überschrift kommt mir nur eine Frage in den Sinn:"Wer hat Dehms Gehirn enteignet?" Predigt Wasser, säuft Wein und gehört zu den Champagner-Linken á la Wagenknecht. Ganz schlimm, dieser Mann!
  • 08.02.2012 17:24:07 von hellboy69

    Als linker FCB und Uli H. Fan, noch dazu mit Blau/Blonden, ehemals Blau/Roten, Haaren bin ich ja voll in der Zwickmühle. Allerdings traf es mich hart, dass ich Anhänger eines nicht Traditionsvereins sein soll. Da verging mir schon das Lachen, welches ich ja eigentlich nicht haben dürfte, so insgesamt und allgemein.
  • 08.02.2012 17:41:13 von Capocannoniere

    Am geilsten fand ich, als in den 80er Jahren die Führungskader der SPD incl. der Gerontokraten Brandt und Wehner die von Dehm komponierte Parteihymne Das weiche Wasser bricht den Stein intonierten.

    Ungeheuerlich.

    Frage mich, was für einer Partei der Dehm glaubte anzugehören ?
    Wer wollte, der konnte damals schon wissen, daß die Sozen für die ganz großen Schweinereien zuständig sind.

    @ Hellboy69

    Bist du der Hellboy vom Motorradclub in Großalmerode ?
  • 08.02.2012 17:44:08 von misterkite

    großalmerode...? wird hier jetzt nochthessisch? und capo: wenn mein oppa das nocvh hören könnte...dann gäbe es aber mächtig mit "der dachlatte"!
  • 08.02.2012 17:45:50 von hellboy69

    Capocannoniere: Nö. Hab gar keinen Führerschein. Also gar keinen:-)
  • 08.02.2012 17:49:39 von hellboy69

    Also an H4 und das ausgerechnet das aus der Rot/Grünen Ecke kommt, also daran hat damals niemand gedacht. Schröder, die Sau. Obwohl. Richtig scheisse wurde H4 erst durch Schwarz/Gelb im Bundesrat. Egal. Schröder die Sau.
  • 08.02.2012 17:54:35 von mehmetwirdankendir

    Gerontokraten?
    Der Brandt hatte selbst in dieser zeit noch mehr Tinte im Füller als Helmut in 16 Jahren Regierung !!!
  • 08.02.2012 17:55:02 von AbteilungAttacke

    Ach, *schnief*, ist doch schon irgendwie schön, dass die alten "Links-Rechts"-Streitigkeiten in der deutschen Volksseele nicht ausgestorben sind.

    Und noch dazu in einem Fußballforum.

    Nun gut, den Broder hätte man sich schenken können (@ prando: den Broder widerlege ich inhaltlich gerne, wenn ich mal was inhaltlich stringentes von ihm lese, und nicht nur polemisch-demagogisches-aufdeubelkommrausprovokatives Zeug)

    Und da sage man, Hoffenheim und Hopp erfülle keine sinnvolle(!) Funktion.
  • 08.02.2012 17:59:48 von Capocannoniere

    @ misterkite


    Wenn du nicht gerade der Enkel von Holger Börner bist, dann vermute ich, daß dein Großvater nach der Verabschiedung der Agenda 2010 sein Pachteibuch zurückgegeben hätte.

    Freilich, wissen kann man das nie - in meiner Sippe hat kein einziger seins zurückgegeben. Der Sozialdemokrat hat ein gespaltenes Bewußtsein: Unter Magenschmerzen leidend wegen der Agenda 2010, möchte er andererseits doch nicht ganz ausschließen, daß die Reformen von damals die derzeitige Hochkonjunktur könnten mitbewirkt haben. Wenn man der Merkel das Verdienst streitig machen will, kommt man nicht umhin, sich positiv auf die Agenda-Politik der Regierung Schröder/Fischer zu beziehen.

    Nebenbei: Lafo und Sahra find` ich voll OK, der Rest der Linkspartei kann mir gestohlen bleiben.
  • 08.02.2012 18:05:06 von gelsenkirchen

    Wer wollte, der konnte damals schon wissen, daß die Sozen für die ganz großen Schweinereien zuständig sind.

    jau, war schon vollkommen richtig dass brandt von richtigen kriegshelden der union wie strauss & co als "feigling" und "verräter" bezeichnet wurde... sone granate an der ostfront hingegen...
  • 08.02.2012 18:12:10 von mehmetwirdankendir

    @ gelse

    der Strauss hat ja beim nationalsozialistischen Kraftfahrerbund auch mehr so... investigativen Widerstand geleistet.
  • 08.02.2012 18:13:20 von mehmetwirdankendir

    andere Feiglinge haben hingegen unter sanftem Druck das Vaterland eifach so durch die Hintertür verlassen.
    Stichwort ins Rettungsboot gefallen.
  • 08.02.2012 18:15:40 von gelsenkirchen

    deutscher abgang: bei machtergreifung das land verlassen anstatt jubelnd mitzulaufen!
  • 08.02.2012 18:23:23 von ElBuitre11

    ".."feige Sau" nicht gerade dazu gehören."
    Broder hat mit Pro Köln gekuschelt und ist mit Politically Incorect ins Bett. Er ist schlau genug, um zu wissen, wo er Zustimmung für solche Aussagen wie, "es sind immer die Türken oder moslemische Ausländer" die für soziale Konflikte sorgen bekommt. Er ist auf nen Zug aufgesprungen, der schon längst abgefahren war und er ist schlau genug zu wissen, dass seine Aussagen argumentativ nicht ausreichen: da er aber nichts nachreicht, geh ich von Geltungssucht aus, denn nichts anderes ist doch Provokation ohne Hintergrund. Er kritzelt in nen Blog und besucht bspw. bei seiner Rundfahrt mit dem Ägypter die Orte, an denen er es nicht schwer hat zu glänzen. Wem nützt das denn? Wem nutzt solch ein Diskussionsniveau? Müssen wir uns prügeln, um uns dann im Anschluss schön zu vertragen und uns dann total viel mehr lieber haben? Afghanistan, Irak?
    Hör auf.
    Für mich ne feige Sau, da bleib ich bei.
  • 08.02.2012 18:40:25 von hellboy69

    Gegen die „feige Sau“ hab ich nix. Das „ausweiden“ stiess mir etwas übel auf. Ich finde, damit stellt man sich mit einem bestimmten Schlag von Mensch auf eine Stufe und ich denke mal, dass Du da nicht so hingehörst, El.
  • 08.02.2012 18:46:45 von ElBuitre11

    Solche Typen sind gefeierte Stars. Kommen in allen Schichten gut an. Reich wie Thilo und überall ausgezeichnet wie Broder.
    Vielleicht wars billig. War mir aber aus persönlichen Gründen, (manche bekommen gerade jobmäßig mehr Probleme, wenn die Scharfmacher wieder ihren Hass abladen) n inneres Schnitzel, das mal rauszulassen. Sorry.
  • 08.02.2012 18:51:06 von hellboy69

    Wenn ich´s erklärt bekomme, kann ich´s auch besser verstehen. ;-)
  • 08.02.2012 18:55:54 von suppenteller

    Das ist etwas was mich bei der ganzen Holocaustzelebrierung auf den Sack geht. Es werden immer die Juden erwähnt und neuerdings auch die Sinti und Roma. Aber über die Sozialdemokraten und Sozialisten die in den Lagern starben will irgendwie niemand trauern. Das finde ich mal ein poltisches Statement.

    in der ddr gab es das doch, über die linken sprechen, von den juden weitesgehend schweigen. beide gedenkarten sind scheisse, aber das die juden berechtigterweise im fokus stehen liegt nunmal im holocaust selbst begründet.
  • 08.02.2012 18:59:17 von ElBuitre11

    (is vollkommen richtig, Höllenjunge.)
  • 08.02.2012 20:16:27 von suppenteller

    @giselher

    Es ist Schwachsinn, wenn das SEIN das BEWUSSTSEIN bestimmt? Holla, junger Freund, da hat aber jemand seinen Marx nicht verstanden.

    Nochmals, und von mir aus subjektiv formuliert: Ich halte es der Glaubwürdigkeit einer politischen Position für zuträglich, wenn die Person weiß und erlebt hat, wovon sie spricht. Ein Beispiel: Der WK II-Veteran, dem vor Stalingrad die Beine erfroren sind, spricht weitaus glaubwürdiger, authentischer von den Gräulen des Krieges als ein zwanzigjähriger Soziologie-Student und Zivildienstleistender. Bei dem ist immer das "Blinde-über-Farben-Reden"-Symptom im Spiel.


    schöne vulgärmarxistische analyse, was das sein bestimmt das bewußtsein bedeutet. das klingt zwar immer so kindisch nach nein nein du hast unrecht, aber wer so altväterlich mein junger freund schreibt, kann das sicher abhaben: ich glaube du hast von marx keinen blassen schimmer, nur son paar floskeln abgespeichert und nicht kapiert.

    das sein bestimmt das bewußtsein ist bei weitem nicht so banal individuell gemeint, wie du es darlegst. bei dir klingt es wie ein kalenderspruch, eine binsenweisheit. marx meinte damit aber die prägende wirkung des unterbaus (produktivkräfte und produktivverhältnisse, also zb wie und was von wem produziert wird) auf den überbau (das soziale miteinander, die verfasstheit der gesellschaft im allgemeinen, also welche vorstellungen/philosophien von staats- und gesellschaftsaufbau mit all seinem rattenschwanz von religion bis rechtsverständnis vorherrschend sind).

    mit blinde reden über farben hat das eher weniger zu tun, zumal das in bezug auf marx und engels auch eher lächerlich wäre. proletarier waren beide nicht und marx und alle anderen kritiker der aktuellen verfasstheit unserer welt müssten quasi supermenschen sein, weil sie ein bewusstsein entwickelt haben, das über das sein der kapitalistischen totalität hinausweist. die materialistische dialektik ist aber keine religion mit den propheten marx und engels.

    entschuldigung, aber selten so einen schwachsinn gelesen giselher.
  • 08.02.2012 20:23:03 von Esteban Cantate

    Hui, hier gehts aber rund. Und einiges durcheinander... Vom Linken-Bashing über den Nahost-Konflikt, hier n Broder (Arschloch), da n Thilo (Arschloch²).

    Da könnte man an tausend Stellen ansetzen. Aber ich will auf einen Punkt hinaus: Wieso personalisieren immer ale die Politik so dermaßen?
    Naklar, letztlich sind es die einzelnen Politiker, die Dinge umsetzen. Aber sie bewegen sich innerhalb eines Systems. Und das System mal auszuleuchten kann hier und da erhellend sein, weil sich dann einige Dinge, die von Politikern umgesetzt werden, systematisch erklären. Nicht falsch vertehen bitte - ich will weder ehemalige Stasi-Zugehörigkeit (Dehm), noch propagandistisch-opportunistisches Verhalten (Merkel), noch politische Attentate relativieren oder gar rechtfertigen. Aber Personalisierung von politischer Problematik führt, in meinen Augen jedenfalls, ab nem gewissen Punkt nichtmehr weiter.

    Als Beispiel: Die Einführung von H4 hat zwei Ebenen, eine Subjektivierte (Schröder, die Sau! SPD, geraaaade ihr! Wieso, wieso, wieso...?!), und eine Systematische. Diese macht einen auf Zwänge aufmerksam, unter denen Schröder und seine Regierung standen. Wirtschafltiche Zwänge, ums beim Namen zu nennen. Wir leben im Kapitalismus, es geht drum, Profite zu generieren - und das durchsetzt alles, auch nationalstaatliche Politik. Konkret angedeutet: Hätte Schröder die Harzt4-Geschichte damals nicht eingeführt, wäre man heute hier in Deutschland wohl mit im Ansatz (wenn auch vielleicht nicht im Ausmaß) gleichen Problemen beschäftigt wie man es derzeit in Griechenland ist, die ihren Billiglohn-Sektor eben nicht rechtzeitig ausgebaut haben, wo man nicht an die Sozialausgaben rangegangen ist, etc...

    Wenn man dem so zustimmt, dann hat man die Wahl zwischen 2 Standpunkten: Entweder man ist wirtschaftsliberal, uneingeschränkter Freund der freien Marktwirtschaft, und sagt: Ja, Schröder hat alles richtig gemacht - es gibt halt immer Gewinner und Verlierer - is doch top gelaufen, für uns. Er hat - innerhalb des Systems - quasi auf "richtige" Pferd gesetzt.
    Oder man sagt: scheisse, was Schröder gemacht hat. Scheisse, weil es unsozial ist, scheisse, weil es ein Akt des Kniefalls vor einem per Definition schon unmenschlichen System ist.
    In beiden Fällen geht dann aber die eigentliche Kritik über die Person Schröder hinaus.

    Ich kann also giselher mit seiner Anmerkung nur nochmal unterstützen. Marx sollte man schon in der Schule lesen. Kann überhaupt nicht Schaden.
  • 09.02.2012 00:21:29 von hellboy69

    Also lieber Cantate, weils so spät ist mal eine kurze Replik.
    A-Tens: War mein „Schröder, die Sau“, eine überspitzte Polemik mit starkem, ironischem Unterton. Und sollte gerade eben den Sachverhalt (H4) entpersonalisieren. Kam wohl nicht so.

    B-Tens: Nicht dank H4, sondern trotz H4 steht Deutschland heute nicht so schlecht da. Aber wer steht nicht schlecht da? Jedenfalls nicht die, die unter H4 litten, oder noch leiden. Die Arbeitsmarktzahlen spiegeln längst nicht die echten Verhältnisse wieder. Tatsächlich ein Erfolg von H4. Man kann die Zahlen einfacher schönen. Mit H4 haben sich viele, gerade die noch beschäftigten, auf „Spare für die Not“ beschränkt. Denn mit H4 bist du am Arsch. Also haben sich viele in Kaufzurückhaltungt geübt. Gerade am Beginn der Krise gut zu sehen. Das es gerade so gut läuft und sich die Dicken wieder die Eier schaukeln können liegt einzig am schwachen Euro, der der Exportnation Deutschland natürlich entgegen kommt.

    So , und zum Abschluss.
    C-Tens: Weder leben wir im Kapitalismus, noch wirtschaftsliberal in der freien Marktwirtschaft. Ein Blick in´s GG (Die Älteren werden sich erinnern) hilft dem Vater auf´s Pferd. Also laut GG ist unser System das der sozialen Marktwirtschaft. Und soweit ich mich erinnere wurde dieser Artikel nicht Geändert und darf es, glaub ich, auch nicht. Was die Perle aus der Uckermark (©Priol), oder Schröder, die Sau draus gemacht haben steht in einem anderen Buch.
    So. Länger geworden. Sorry.
  • 09.02.2012 07:12:18 von saloth sar

    das vorwort zu "hot shots"...

    der lief heir gestern abend. immer wieder ganz grosses kino.
  • 09.02.2012 10:57:51 von HrKeuner

    Also wenn mans genau nimmt, macht das Grundgesetzt keine Vorgabe zum Wirtschaftssystem. Es setzt lediglich das Sozialstaatsprinzip fest (Art. 20 I), das in seinem Wesensgehalt nicht angetastet werden darf (vgl. Art. 79 III). Die Verfassungsväter haben aber ausdrücklich kein bestimmtes Wirtschaftssystem ins GG aufgenommen, also wäre auch Planwirtschaft verfassungsmäßig. Ebenso auch eine Marktwirtschaft nach (beinahe) amerikanischen Vorbild, denn laut BVerfG markiert das Sozialstaatsprinzip nur eine absolute Untergrenze, sozusagen ein Minimum an soziaer Absicherung. Diese Untergrenze ist nichtmal mit H4 erreicht (s. Urteil Anfang 2010 zur Neuberechnung der H4-Sätze für Kinder, die nicht zu niedrig waren, sondern nur falsch berechnet).
  • 09.02.2012 12:06:40 von suppenteller

    Weder leben wir im Kapitalismus, noch wirtschaftsliberal in der freien Marktwirtschaft.

    erklär mir mal bitte wieso wir nicht im kapitalismus leben. nur weil es einen sozialstaat gibt, wird damit nicht das privateigentum an produktionsmitteln ausgehebelt
  • 09.02.2012 13:30:39 von Marco Polo

    Suppenteller...das ist halt mal wieder einer, der zwar das Wort Kapitalismus verwendet, aber keine Ahnung hat was es wirklich bedeutet. Und bevor mir hier jemand in die Seite fährt: Kapitalismsu ist ein marxistischer Begriff. Dieses Wort hat Marx geprägt und heute wird es inflationär gebraucht...weswegen es dann Leute wie Hellboy mit freier Marktwirtschaft gleichsetzen.

    Über Kapitalismsu kann man ewig und drei Tage referieren. Festhalten kann man folgendes: Kein Marxist würde auch nur ansatzweise in Frage stellen, dass wir im Kapitlalismus leben, nur weil wir einen Sozialstaat haben. Eine Staat in dem alles zu 100% privatisiert ist und der Staat sich nicht einmischt, hat mit Kapitalismus so viel zu tun, wie Planwirtschaft mit Kommunismus...nichts. Allein schon, weil die Neoliberalen übersehen, dass z.B. die Armee und Polizei fundamentale Kräfte sind die für die kapitalistische Ordnung des Produktionsprozesses notwendig sind und die nur staatlich organisiert sein können (Stichwort: gesellschaftlicher Besitz geht dem privaten Eigentum voraus); von Bankenrettungen sowie stabiliesierende Elemente für den Akkumulationsprozess oder Ausbildung der Arbeiter durch den Staat in Form von Schule ganz zu schweigen. Der zu 100% liberalisierte Staat ist eine Sklavenhaltergesellschafft, die zwei Stufen unterhalb des Kapitalismus steht. Kapitalismus wird, wie jede andere Gesellschaftsform, vielemehr, wie Suppenteller es bereits durchscheinen lässt, dadurch definiert wie die Produktionsverhältnisse sind und welche Machtstrukturen sich aus dieser Basis ableiten. Kapitalismus bezeichnet eine grundsätzliche Form eines Gesellschaftssystems...nicht eines Wirtschaftssystems. Natürlich leitet sich das Gesellschaftssystem aus den Produktionsverhältnissen ab, d.h. aber nicht, dass Kapitalismsu an einer ganz bestimmten Art und Weise der Wirtschafts hängt, sondern vielmehr welche Produktionselemente die dominanten sind, die alle anderen beherrschen. Im Kapitalismus ist es das Kapital, womit Marx die Produktionsmittel (Fabriken, Maschinen etc.) meint (nicht primär das Geld!). Dass in Deutschland zurzeit die Kapitaleigner den größten EInfluss haben ird hier wohl niemand, egal aus welchem politischen Lager er oder sie ist, bestreiten. Ob man es nun Lobby, Medien, Konzerne oder Kapitalisten nennt ist völlig egal.

    Um nur noch auf die Heterogenität der Gesellschaftsform Kapitalismus einzugehen: Es gibt Marxisten (Erich Fromm) die sogar in der Soviet Union eine Form des Kapitalismus gesehen haben, des sogenannten Staatskapitalismus. Der Kalte Krieg, war kein Kampf zwischen zwei Gesellschaftsformen, sondern zwischen zwei Arten des Kapitalismus. Muss man nicht so sehen, aber nur um eine Vorstellung zu vermitteln, wie allgemein Marx den Kapitalismus beschrieben hat.


    Zu guter letzt hat Marx bereits in seinem Manifest der kommunistischen partei vorhergesagt, dass das Kapital die Unterschiede zwischen Ländern zerstört indem es Grenzen und Zölle zerstört um die alte Ordnung, die es am Wachstum hindert zu zerstören und die schlafenden produktivkräfte zu wecken. IM Zuge dieses Prozesses werden sämtliche Kulturellen unterschiede Zerstört und deren Stelle eine globale einheitskultur geschaffen.
    Marx wird ja oft vorgeworfen, dass seine Prognosen völlig falsch waren. Mit dieser Lag er vollkommen richtig. Selbst in Südafrika gibt es heute die genau selben Geschäfte wie in deutschen Fußgängerzonen...Starbucks, McD und wie sie alle heißen. Was Zölle anbelangt: Man sehe sich die WHO an. Das ist übrigens ein beispiel für Überbau und Basis...die Basis ist der Ausdruck innerhalb des global gewordenen Überbaus, für die alles seinen Gesetzen unterordnende Macht des Kapitals. Die Summe aller Kapitalien entfacht genau diese Wirkung und instanziert dann die WHO als ausführendes Organ für den kollektiven Ausdruck der Summe der Individualinteressen.




    Marx ist ein Philosoph...sprich er hat uns eine Mathode an die Hand gegeben, die Welt zu interpretieren. Das ist aber nur eine Suggestion, man kann diese Mathode auf extrem verschiedene Art und Weisen interpretieren...Erich Fromm und Lenin z.B. sind beides Marxisten haben aber sehr verschiedene Interpretationen der Theorie gezogen. Es ist sogar so, dass aus der marxistischen Sicht auf die Welt sich nicht unbedingt eine einzige Art und Weise ergibt die Welt verändern zu wollen. Es schafft lediglich einen anderen Schwerpunkt innerhalb der politischen Disskusion oder besser gesagt, er schafft neue Felder des politischen Denkens und Handelns; wie man auf den Feldern jeweils entscheidet kann sehr unterschiedlich sein. Also diese ganze Debatte zwischen Links und Rechts lässt sich auf eine gewisse Art und Weise auch auf Marxisten übertragen...das ist auch der Grund weswegen sich die Linken in der Vergangenheit immer wieder bis auf äußerste bekämpft haben, hinzu kommt, dass nicht alle Sozialisten auch Marxisten sind.
  • 09.02.2012 14:39:50 von saloth sar

    nur zum verstandnis, mit WHO meinst du die welthandelsorganisation, eigentlichwto gennant und nicht die world health organisation?
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