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England - Ferguson fordert hartes Vorgehen gegen Rassismus


England

Ferguson fordert hartes Vorgehen gegen Rassismus

Text: sid  Foto: Imago

Alex Ferguson, Trainer des Premier-League-Klubs Manchester United, hat ein härteres Vorgehen gegen Rasissmus im Fußball gefordert.

London - Alex Ferguson, Trainer des Premier-League-Klubs Manchester United, hat ein härteres Vorgehen gegen Rasissmus im Fußball gefordert. "Ich verstehe nicht, wie es wieder so weit kommen konnte. Wir müssen klar Stellung beziehen und hart gegen jede Form von Rasissmus vorgehen", sagte Ferguson.Damit nahm der ManUnited-Coach auch Bezug auf den Fall Luiz Suarez. Der Uruguayer vom FC Liverpool soll Manchesters Patrice Evra im Oktober während eines Meisterschaftsspiels rassistisch beleidigt haben und war daraufhin mit einer Sperre von acht Spielen belegt worden, welche er mittlerweile abgesessen hat. Am Samstag treffen die Klubs erneut aufeinander, Suarez könnte in der Startelf stehen. Auch i...

  • 08.02.2012 15:24:14 von PittiTrueffelschwein

    Dabei zeigt sich aber auch wieder die Insel als Boulevard-Eldorado:
    Terrys Fall ist noch nicht mal verhandelt, da drängen die Medien die FA schon zum Handeln. Was wenn er freigesprochen wird? Dann stehen alle da und gücken dämlich aus der Wäsche.
  • 08.02.2012 15:25:14 von PittiTrueffelschwein

    Suarez ist eigentlich ein ähnliches Thema, er wurde zwar bestraft, angenommen aber, er hat gar nichts getan, dann steht er nun sein Leben lang als Rassist da und England führt eine Debatte, die gar nicht existiert.
  • 08.02.2012 15:34:22 von gelsenkirchen

    er hatte doch behauptet das "negro" in südamerika eine ganz gängige bezeichnung sei, also somit indirekt zugegeben es gesagt zu haben.
  • 08.02.2012 16:03:09 von PittiTrueffelschwein

    Wie gesagt, er ist auch bestraft worden.
    Bleibt trotzdem noch Terry, der auf Druck der FA (und die auf Druck der Medien?) seine Kapitänsbinde abgeben musste.
  • 08.02.2012 16:18:05 von Beschorner

    muss er denn? ich find das gut von capello, dass er sich dagegen wehrt. denn wie du schon schriebst, ist terry noch keine schuld nachgewiesen worden, daher sollte sich auch niemand außer dem trainer in die wahl des kapitäns einmischen.
  • 08.02.2012 16:31:12 von Buthelezi

    Die FA hat sich entschieden, Terry die Binde abzunehmen, weil gegen ihn wg. des Rassismusvorwurf polizeilich ermittelt wird und das Strafverfahren erst nach der EM anfangen wird - sich also nach der EM herausstellen könnte (!) das Englands Kapitän sich rassistisch geäußert hat.

    Zu Suarez hat gelse schon alles gesagt: Da standen die Worte nie zur Diskussion, sondern nur die Absicht in der sie geäußert wurden.
  • 08.02.2012 20:47:40 von Fix

    capello ahnte wohl, dass die ganze em der rassimusvorwurf über dem englischen team steht und von den medien hochgehalten würde.
  • 08.02.2012 21:18:10 von Buthelezi

    Ich glaube eher Capello wollte sich nicht vom Verband vorschreiben lassen, wen er als Kapitän nominiert und die FA wollte keinen Trainer beschäftigen, der eine Entscheidung des Verbands öffentlich als "absoluten Fehler" bezeichnet.

    Ich vermute mal das ist eine Mischung aus Rücktritt und Rausschmiß.

    Nicht das England jetzt mit 'arry den richtigen Motivator bekommt und am Ende noch eine gute EM spielt. Mit Capello hätte ich auf maximal Viertelfinale gesetzt, aber so...
  • 08.02.2012 21:18:47 von Buthelezi

    Vorausgesetzt natürlich Redknapp wirds bzw. will es machen.
  • 08.02.2012 21:22:22 von Fix

    ich denke auch, dass sich ein trainer nicht vorschreiben lassen kann wen er als kapitän einsetzt. somit ist der rücktritt nachvollziehbar.

    redknapp gerade ist sei 5-jähriges verfahren wegen steuerhinterziehung freigesprochen worden, aber bei tottenham kanns für ihn nicht besser laufen.
  • 08.02.2012 21:22:25 von Fix

  • 08.02.2012 22:16:36 von gelsenkirchen

    glücklicherweise werden die englischen revolverblätter niemals merken dass sie es u.a. sind, die einer erfolgreichen entwicklung ihrer nationalmannschaft im wege stehen, somit kann man als außenstehender beruhigt in jedes kommende turnier gehen.
  • 08.02.2012 22:45:35 von Buthelezi

    Dein Wort in Fussballgottes Ohr.
  • 09.02.2012 11:50:21 von Statistikfreund

    @ Gestern 15:24:14 PittiTrueffelschwein
    Das Ferguson-Interview ist etwas unglücklich dargestellt hier auf der Homepage. Der Kern, der Schlüssel zur Interpretation ist:

    "Ich verstehe nicht, wie es wieder so weit kommen konnte. Wir müssen klar Stellung beziehen und hart gegen jede Form von Rasissmus vorgehen", sagte Ferguson.

    Um diesen einzuordnen, muss man etwas ausholen. Es gibt inzwischen in good old england eine ganze Reihe an "failed regions"-wenn mir diese Begrifflichkeit bitte erlaubt wird- d.h.: Regionen des wirtschaftlichen Niedergangs. Da wirtschaftliche Schwäche in UK viel mehr als in Deutschland hieß und heißt: bildungsferne, soziale und ökonomische Verarmung, ist der Nährboden für Alltagsrassismen jeglicher Art gesäät. Dazu kommt das Selbstverständnis der "weißen" Engländer, schließlich Großmacht zu sein und alle anderen eben Frisöre sind. Das ganze hat Parallelen zu dem Niedergang in den Spät70ern und Früh80ern.

    Aber den Rassismus gibt es "inzwischen" auf allen Seiten: "weiße Engländer", Inder, Afrikaner, Araber, Perser, Polen, Südostasiaten: alle sind kein Deut besser als der jeweils andere. Weder in Wort, noch in Tat, sie sind rassistisch untereinander, gegenüber anderen und sind gefangen in einem schwierig zu durchbrechenden Kreis aus Underclass- und Unskilled and semi-skilled working class Problemen.

    Und das war schon einmal ein sehr großes Problem im englischem Fußball, nicht zuletzt Straßengangs jeglicher Coleur die Gewalt auch in die Stadien trugen. Liverpool, Manchester,Oldham, Millwall, auch Huddersfield, Sheffield, usw., usw. sind da als Städte zu nennen. Und das dies Ferguson nicht "zurück haben" will, verstehe ich nur zu gut!

    Noch dazu er die Zeiten kennt, als ein Barnes mit Affenlauten begrüßt wurde-auch an der Anfield Road!-, als an den Londoner Docs und anderswo der Arbeitschutz nicht für Jamaikaner galt und ein Stadionbesuch im The Den für einen "schwarzen" Werftarbeiter ein lebensgefährliches Unterfangen gewesen wäre.

    Es war ein weiter Weg für Spieler wie Barnes von Watford aus bis in die englische Football Hall of Fame und auf vordere Plätze in Umfragen wie die „100 Players Who Shook The Kop“ (Barnes als Nummer 5 im Jahr 2006 gewählt), bis ein Zeshan Rehman für die "noblen" Rangers vom Queens Park in London auflaufen konnten. Und ohne Trainer wie Bobby Robson, Ferguson, George Graham, Joe Fagan, Kenny Dalglish, Graham Taylor und später Wenger, aber auch Redknapp wäre dieser Weg noch steiniger gewesen.

    Es ist daher unheimlich wichtig, dass sich Männer wie Ferguson warnend zu Wort melden. Und ein Mann wie Ferguson hat noch dazu alles Recht dies zu tun. Und "Nutzen" aus einer "causa Terry/ Ferdinand" bzw. "Suarez/ Evra" zu ziehen, interessiert jemand wie Ferguson dabei ganz sicher nicht. Ich weiß nicht wo solche "Ansichten" und Einschätzungen bzgl. des Komplexes Ferguson-Rassismus herkommen. Er kann, wie ausgeführt, als integer in diesem Punkt gelten. Wenn Ferguson das wollte, macht er Suarez fertig, dass der mit Tränen in den Augen in die Kabine flüchtet-ohne Rassimuskarten ausspielen zu müssen-wohlgemerkt ich kein Fan von Ferguson bin, sehr wohl ich aber Suarez gern spielen sehe.

    Gestern 15:34:22 gelsenkirchen
    er hatte doch behauptet das "negro" in südamerika eine ganz gängige bezeichnung sei, also somit indirekt zugegeben es gesagt zu haben.

    und
    Gestern 16:31:12 Buthelezi
    Zu Suarez hat gelse schon alles gesagt: Da standen die Worte nie zur Diskussion, sondern nur die Absicht in der sie geäußert wurden.


    Exakt. Dennoch war es gut, eindeutig klar zu machen dass auch "mitgebrachte Gepflogenheiten", die hier als Rassismus gelten -zu Recht gelten- nicht respektiert werden können, im Sport schon dreimal nicht.

    Und zu Terry: Natürlich gilt er als unschuldig, bis seine Schuld bewiesen ist. Die FA ist aber kein Strafgericht. Ob sie eigene Kenntnisse anwendete oder auf den Druck des Boulevards einknickt, vermag ich nicht einzuschätzen-aber allein die Entscheidung der Gerichte die Verhandlung auf Juli (!!!) 2012 festzusetzen ist der eigentliche Skandal.

    Man muss dazu aber auch festhalten, dass der Druck auch von den anderen Teams der Premier-League kam.
  • 09.02.2012 11:51:50 von Statistikfreund

    Ach so: Der Druck kam bzgl. der Absetzung Terrys und einer Verhandlung vor dem Sportgericht.
  • 09.02.2012 12:09:41 von pandrodor

    Dann muss man eben über dem Druck stehen. Auch wenn die EMMA die Unschuldsvermutung als Unwort des Jahres 2011 vorgeschlagen hat, gilt sie trotzdem.

    Ob der Verhandlungstermin nun sinnvoll gesetzt ist oder nicht, man kann nicht Menschen öffentlich vorverurteilen.
  • 09.02.2012 12:15:57 von Buthelezi

    @ Statistikfreund

    Wie üblich ein schön abgerundeter Beitrag.

    Einzig anzufügen wäre vielleicht noch, dass Liverpool bei der Causa Suarez keine ganz glückliche Figur machte. Suarez bis zuletzt zu verteidigen (ich fand dessen Entschuldigung im Übrigen ziemlich hanebüchen) hat bei einigen Anhängern offenbar den Eindruck hinterlassen, dass so ein bisschen Rassismus im Fussball nicht so schlimm ist.

    Zumindest wurde i.d. englischen Presse in den letzten Wochen vermehrt über rassistische Gesänge/Gesten auf den Tribünen berichtet. Wobei ich nicht einschätzen kann, ob es im Moment nur mehr Aufmerksamkeit für solche Vorfälle gibt, oder ob sie tatsächlich (wieder) zugenommen haben.

    Auf jeden Fall sollte man sehr genau auf solche Tendenzen achten, vor allem vor dem Hintergrund der ökonomischen Krise - das Gesellschaften in wirtschaftlich schlechten Zeiten nach Sündenböcken/Feindbildern suchen, ist ja nicht ganz unbekannt.
  • 09.02.2012 13:34:29 von Statistikfreund

    Heute 12:15:57 von Buthelezi
    Wie üblich ein schön abgerundeter Beitrag.

    Danke.

    Einzig anzufügen wäre vielleicht noch, dass Liverpool bei der Causa Suarez keine ganz glückliche Figur machte.

    Das ist richtig. Und sie haben das auch schon bitter bezahlt.

    Zumindest wurde i.d. englischen Presse in den letzten Wochen vermehrt über rassistische Gesänge/Gesten auf den Tribünen berichtet. Wobei ich nicht einschätzen kann, ob es im Moment nur mehr Aufmerksamkeit für solche Vorfälle gibt, oder ob sie tatsächlich (wieder) zugenommen haben.

    Ganz weg waren sie nie, aber es nimmt wieder zu, nimmt man die Polizeistatistiken als Grundlage dieser Aussage-und das ist schon kritisch, das weiß ich. Ob man diese Entwicklung mit den allgemeinen sozio-ökonomischen Entwicklungen in UK seit 2001 erklären kann, wird noch wissenschaftlich untersucht. Der Boulevard ist sich einig, dass dies der Fall ist, aber wie geschrieben: valide Aussagen sind da erst zum Teil möglich, und der Teil bezieht sich auf die sogenannte "Terrordebatte", die ein Ansteigen des Alltagsrassismusses eindeutig förderte.

    Davon unabhängig, finde ich es ganz allgemein gut, wenn ein Mann wie Ferguson aufsteht und sagt: Also Leute, mein subjektiver Eindruck ist es, dass Rassismus wieder zunimmt, wir müssen was tun. Ich verstehe schlichtweg den Duktus der deutschsprachigen Presse nicht, was es da zu kritisieren gäbe.

    Dass Capello sich vor Terry stellte mit der Aussage, dass so lange nichts bewiesen sei, Terry unschuldig sei und somit Kapitän bleibt, ehrt ihn. Dass er von der ganzen Dynamik, die dieser Komplex in der gesamten englischen Gesellschaft inzwischen entfaltete, förmlich überrannt wurde, dafür kann er nichts und es ist auch nicht gut, aber nun einmal Fakt.

    Heute 12:09:41 von pandrodor
    Dann muss man eben über dem Druck stehen.


    Laut BBC-Radio stand eine Weigerung aller Teams im Raum gegen eine Elf anzutreten, in der Terry aufläuft. Dies wendete man wohl über das britische Arbeitsrecht und nach der Wieder-Einkehr von Ratio ab. Dann kam die Aussage hinzu das obligatorische "shake hands" gegenüber Terry zu verweigern-was ein ungeheuerlicher Vorgang im eigentlich von ungeschriebenen Gesetzen der sportlichen Fairness geprägten englischen Vereinsfussballs ist, was QPR dann auch im FA-Cup tat-mit Billigung der FA. Mittlerweile hat sich das wieder etwas beruhigt.

    Wie man das interpretiert, sei jedem selbst überlassen.

    Und was da jeweils dran ist, vermag ich nicht einzuschätzen, wohl aber zu bemerken, dass wenn es in der BBC derart hochkocht, hier ein Punkt erreicht ist, an dem es gilt die Gründe, die zu solchen Statements führten, nicht länger zu ignorieren sondern offensiv anzugehen und keinesfalls dem Boulevard das Spielfeld alleine zu überlassen-auch im Sinne Terrys.

    Auch wenn die EMMA die Unschuldsvermutung als Unwort des Jahres 2011 vorgeschlagen hat, gilt sie trotzdem.

    Natürlich gilt sie. Und ich betonte ja auch, dass Terry für mich solange als unschuldig gilt, bis seine Schuld bewiesen ist. Doch bin ich maßgeblich für den englischen Fußball? Nein.

    Ob der Verhandlungstermin nun sinnvoll gesetzt ist oder nicht, man kann nicht Menschen öffentlich vorverurteilen.

    Letzteres ist längst geschehen und es ist egal, ob ich das ungut finde, nochmal: ich bin da nicht maßgeblich.

    Um so wichtiger wäre ein schnelles, wenngleich faires und rechtsstaatliches, Verfahren gewesen, um sowohl formell als auch informell schnell wieder Rechtsfrieden herzustellen. Diese Chance wurde vertan, und das kritisiere ich-ohne die Unabhängigkeit des Gerichts in Frage stellen zu dürfen und zu wollen.
  • 09.02.2012 13:35:20 von saloth sar

    dazu unser sportredakteur eben zu mir:

    John Terry was asked about losing the captain's armband.

    "I didn't lose it," he snapped. "Some black cunt must've stolen it."

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