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International - Tragödie mit 73 Toten erschüttert Ägyptens Fußball


International

Tragödie mit 74 Toten erschüttert Ägyptens Fußball

Text: sid  Foto: Imago

Eine schwere Tragödie erschüttert den ägyptischen Fußball: Nach der Begegnung zwischen Al-Masri und Al-Ahly Kairo sind 74 Menschen bei schweren Krawallen ums Leben gekommen.

Kairo - Eine schwere Tragödie erschüttert den ägyptischen Fußball: Nach der Begegnung zwischen Al-Masri und Al-Ahly Kairo (3:1) in Port Said sind mindestens 74 Menschen bei schweren Krawallen ums Leben gekommen, über tausend Personen wurden verletzt. Das bestätigte Hesham Sheiha, der Staatssekretär des Gesundheitsministeriums, am Mittwochabend und sprach "vom größten Unglück in der ägyptischen Fußball-Geschichte". Unter den Toten befinden sich auch einige Sicherheitsbeamte. Die Verletzten wurden zur Behandlung in insgesamt vier Krankenhäuser gebracht, ihr Zustand ist zum Teil kritisch."Das ist ein schwarzer Tag für den Fußball. Ich bin sehr schockiert und traurig. Eine solch katastrophale S...

  • 01.02.2012 21:52:56 von Gandalf

    Was für eine Scheisse!

    Jeder Tote und Verletzte genau einer zuviel...
  • 01.02.2012 22:19:57 von Walter Baseggio

    Unfassbar !

    Vielleicht mal für das Forum die Gelegenheit, sich einen dummen Kommentar a la giselher, rumpler etc zu ersparen.
  • 01.02.2012 22:20:28 von AntiMöller

    Der "embeded" ZDF-Reporter sprach gerade von gedungenen Schlägern, welche sich für die alten Machthaber/das Militär prügeln würden, da Al-Ahlys Fans dem Mubarak-System entgegenstanden.

    Bleibt zu hoffen, daß sich Peter Scholl-Latour schon mit Kutte unterwegs in nordafrikanische Kurven bewegt!
  • 01.02.2012 22:25:20 von AntiMöller

    Oh, jetzt hatte ich aus Versehen nach dem Beschluß des Baseggios abgeschickt, total sorry!
  • 01.02.2012 23:53:47 von alterzabo

    Das klingt doch sehr nach geplantem Kawall, der nur randseitig etwas mit Fußball zu tun hat.
    War im November (also vor der Wahl) auf einer Veranstaltung wo u.a. der Blogger Khaled Tallima die Befürchtung ausdrückte, dass die Auseinandersetzungen sich verlagern würden und die "alten" Kräfte statt offen eher subserviv agieren würden.
    Wenn ich die Agenturberichte so überfliege, könnte es genau in die Richtung gehen.
    Bin entsetzt und traurig.
  • 02.02.2012 00:53:45 von UrmelAusmEis

    Ich denke auch, dass hier der Fußball nur billiger Vorwand war. Macht die Geschichte nicht besser.

    Übrigens hat Eufi die Falschen zu Mäßigung aufgerufen: Wünschenswert wäre, dass diese Vorkommnisse - sofern sich der Verdacht des rein politischen Hintergrunds bestätigen - nicht künftig in einer Reihe mit Heysel und Hillsborough genannt würden, um den bösen Fußballfan an sich in seiner Schublade zu lassen.
    Es gibt genügend schlimme Gründe, warum man das Thema Gewalt im Fußball verdammt ernst nehmen muss, aber dies hier scheint nach den bisher bekannten Umständen keiner zu sein.
  • 02.02.2012 09:43:13 von misterkite

    urmel&alterzabo: absolut eurer meinung.
  • 02.02.2012 10:18:21 von linksfuss05

    Noch hat man zu wenig Hintergrundkenntnisse und handfeste Informationen. Aber als ich gestern die schockierenden Bilder sah, hatte auch ich zunächst mehr den Eindruck einer attackierenden Brigade als den außer Kontrolle geratener marodierender Fans. Die Wahrheit wird ans Licht kommen.
  • 02.02.2012 10:47:20 von rumpler

    Irgendwo sagten sie im TV, die Ordner hätten wohl diesem Mob den Zugang zum Spielfeld erst ermöglicht.
    Was ich nicht kapiere: Oben im Artikel ist die Rede von den Ausschreitungen nach dem Schlusspfiff und dann wieder von Brandstiftung wegen des Abbruchs!? Kann mich da einer mal aufklären?

    Jedenfalls mal wieder ein Beweis, dass weder die Scheißpolitik noch irgendeine Scheißreligion etwas im Fußball zu suchen haben und alle Verantwortlichen weltweit schauen sollten, dass sie nicht in irgendeiner Weise instrumentalisiert werden.
  • 02.02.2012 10:48:44 von alterzabo

    sind zwei verschiedene Spiele, einmal in Port Said, das zweite in Kairo.
  • 02.02.2012 10:56:41 von rumpler

    ah, jetzt, klar: gegen kairo in port said. und dann die andere partie in kairo. merci.
  • 02.02.2012 11:05:09 von rederic

    Ich teile die Hoffnung von linksfuss05 leider nicht.
    Aufgrund meines Jobs "darf" ich regelmäßig in Ägypten sein, habe dort u.A. auch letztes Jahr die Revolution live erleben dürfen/müssen. War nicht schön. Erfahrungsgemäß ist das Land immer noch korrupt durch und durch, was den Verdacht, dass die Taten von langer Hand geplant wurden, meiner Meinung nach bestärkt. Die Agitatoren (falls das nicht ein zu schwaches Wort ist), dürften nicht viel zu befürchten haben. Ein Großteil der Polizisten vom Tahir Platz im Januar 2011 hat auch keinerlei Bestrafung erfahren. es gab nur einige wenige "Bauernopfer". Und genau das wird immer wieder angeprangert von Bekannten dort unten, die deshalb weiter mindestens jeden Freitag Nachmittag auf die Starsse gehen.
    Gewisse Kreise, ich nenne sie mal provokativ Gegenrevolutionäre, haben einen Freibrief. Der Militärrat unter Feldmarschall Tantawi ist unter Mubarack in ihre Ränge befördert worden und hat ein großes, sehr großes Interesse daran, an der Macht zu bleiben. Es geht wie immer ums Geld. Und daher befürchte ich im Sommer das schlimmste, da ich nicht glauben kann, dass die Militärs einfach so abtreten und dem Volk das Land überlassen.
    Das nun die Kämpfe weg von den öffentlichen Plätzen in Stadien verlegt werden, scheint mir, so bitter wie es klingt, logisch. Und auch ohne hellseherische Fähigkeiten ist es leicht zu erkennen, dass diese Scheiße in Port Said nur der Beginn sein wird.
    Ich hoffe wirklich, dass ich zu schwarz male, aber die letzten 4 Jahre bei den Pyramiden haben dazugeführt, dass mein Glas eher halbleer als halbvoll ist.
  • 02.02.2012 11:17:57 von rumpler

    "Konterrevolution", alte Kader etc. leuchtet alles ein und lässt wirklich Schlimmeres befürchten.
    Inwiefern denkst Du spielt da eine Rolle, dass im Grunde alle Nachbarn drumherum auch genug mit sich selbst zu tun haben und deswegen eventuell viele Hoffnungen und Erwartungen der Revolutionäre kurz- und auch mittelfristig wohl gar nicht erfüllt werden können?
  • 02.02.2012 11:27:09 von alterzabo

    Bin nicht so nah dran, was ich aber bis jetzt mitbekommmen habe, muss ich rederic zustimmen.
    Der oben erwähnte Journalist Kahlid Talima schloß mit dem Resumee »Frustration ist ein Luxus, den wir uns nicht leisten können."
  • 02.02.2012 11:43:13 von Rotorducks95

    Mit Fußball hat das alles nur sehr, sehr marginal zu tun...aber die,
    die den "Fußballfan" ohnehin pauschal als primitiv, gewalttätig und von vornherein als nicht gesellschaftsfähig deklarieren, werden
    das nicht erkennen wollen.Das geht leider schon aus diversen Internet-Foren hervor..
    Auch ohne soviel Einblick wie rederic zu haben, aber...da kommt noch einiges und das wird nicht lustig.
  • 02.02.2012 11:56:34 von Buthelezi

    Schreckliche Bilder.

    Ich glaube aber nicht unbedingt, dass Ägypten jetzt als Beispiel für marodierende Fussballfans instrumentalisiert wird, wie etwas Heysel oder Hillsborough - dafür ist der politische Hintergrund zu deutlich auch schon in den Massenmedien erwähnt/erkannt worden.

    Internetforen sind da vielleicht anders, aber dort schreiben ja bekannterweise nur hart gesockte, arbeitslose Arschkrampen - und auf die hört zum Glück keiner.
  • 02.02.2012 12:42:14 von rederic

    an rumpler:
    Schwierig, dass wirklich zu durchblicken, da der Kontakt zu der eher bildungsfernen Schicht (ist nicht abwertend gemeint) nur schwer ist, allein auf Grund der Sprachbarriere. Die paar Brocken Arabisch von mir reichen da nicht. Was aber durchaus immer mehr durchklingt von den durchaus gut ausgebildeten Menschen (Altersklasse zwischen 25 und 35) ist, dass die Demonstranten gefälligst wieder Arbeiten sollen, denn durch ihre Taten würden sie den Staat und das Bild Ägyptens in der Welt beschädigen. Ja nun, ich will ja auch wieder mit heiler Haut da raus, deshalb halte ich mich mit Kommentaren da unten grundsätzlich zurück (Habe ich im Iran lernen dürfen).
    Auch wenn wir jetzt wirklich weit vom Fussball wegkommen, aber die Probleme des Landes und der Armen Leute verschärfen sich gerade ungemein. Ein Beispiel von vielen: Der Preis für Tomaten hat sich in den letzten Monaten so rasant erhöht, dass diese fast als Luxusgut klassifiziert werden können. Kostete das Kilo im März 2010 noch ca. 2 Pfund, stand der Preis im November 2011 bei etwa 5 Pfund. Das sind natürlich Zahlen, die mir berichtet wurden. Selber auf dem Markt war ich nicht aus oben genannten Gründen. Die Inflation bei nicht nachkommenden Löhnen schürt das Feuer zusätzlich noch an und die Alten Garden könnten (und nach meinen Gefühl tun sie dieses bereits) sich das zu nutze machen um zu sagen: "Seht her, unter uns konnte ihr Euch das leisten. Jetzt nicht mehr. Das habt nun Ihr von Eurer Revolution"
  • 02.02.2012 12:44:02 von rederic

    Ach, vergessen:
    Ab Montag Abend weiß ich mehr, da ich dann ca. 40km von Port Said sein werde. Da aber die I-Net Verbindung eher glücksache ist, weiß ich nicht, ob ich irgendwas dazu schreiben kann.
  • 02.02.2012 12:57:15 von AntiMöller

    Cool, da haben wir ja unseren Peter Scholl-Latour, danke!
  • 02.02.2012 12:59:35 von rederic

    Erst wenn Antonia Rados von RTL auftaucht (bitte keine Vergleiche mit der Schabracke!), wird es gefährlich
  • 02.02.2012 13:27:06 von Rotorducks95

    Ab nach Lampukistan....
  • 02.02.2012 13:59:46 von UrmelAusmEis

    Schlimmer Artikel in der Zeit. Aber was soll man erwarten, wenn selbst der Kicker und Sport1 nicht mehr zwischen Hooligan, Ultra und Randalierer unterscheiden können (oder - noch schlimmer: wollen?).

    Die Hoffnung auf Mäßigung der Medien kann man damit wohl vergessen, die "Gewaltspirale im Fußball" dreht sich immer schneller, weg mit den Stehplätzen, her mit den Gesichtsscannern. Seit Michael Moore und Volker Pispers wissen wir ja, wie herrlich sich des Volkes Angst für "höhere" Zwecke nutzen lässt.

    So sehr es mich also bei diesem Artikel der Zeit geschaudert hat (gerade weils von der Zeit und nicht dem Express kam); an einer Stelle musste ich lachen:
    CNN.com zitiert einen verletzten Fan mit den Worten: "Die Masri-Fans und ihre Hooligans hatten alles: Steine, Glasflaschen, Messer, Schwerter. Einige sogar Waffen." WELTKLASSEÜBERSETZUNG!
  • 02.02.2012 14:01:18 von ElBuitre11

    Sieht man die Bilder, kann man es mMn nicht ganz vom Fußball ablösen. Ich würde eher als eine Durchmischung des politischen mit dem sportlichen beschreiben, da vor dem großen Knall die Leute nach jedem Tor auf den Platz stürmen und es schon da schwer nach Eskalation riecht. Zumal die Berichterstattung vorher von "Krieg" schrieb, der zu erwarten sei und zwischen diesen beiden Mannschaften bei zuvorigen Aufeinandertreffen schon ausbrach.
    Ich frage mich also, warum man sich nicht besser darauf vorbereitete und warum man das Spiel nach den 4 Toren zuvor nicht abbrach oder irgendwelche Maßnahmen einleitete?
    Vielleicht blauäugig oder jemand hatte da seine dreckige Hand über Ablauf und "Securitys".
  • 02.02.2012 14:01:19 von saloth sar

    wenn selbst der Kicker und Sport1 nicht mehr zwischen Hooligan, Ultra und Randalierer unterscheiden können (oder - noch schlimmer: wollen?).

    oder duerfen -> mediendiktatur!
  • 02.02.2012 14:04:33 von misterkite

    Waren Sie in Port Said? Haben Sie Demonstrationen oder Ausschreitungen dort, in Kairo oder an anderen Orten Ägyptens mitbekommen? Mailen Sie uns Ihre Eindrücke an online-nachrichten@zeit.de, rufen Sie an : +49 30 322 950 112 oder via Twitter: @zeitonline.

    das finde ich noch unglaublicher...
  • 02.02.2012 14:15:48 von rumpler

    Danke für diese Einschätzungen, redric. (sagt man ja jetzt so in denn tagesthemen).

    Und eines ist wohl wahr: Antonia Rados ist quasi die Navy-Seals-Team-6-Bitch des TV
  • 02.02.2012 14:31:59 von giselher

    Wünschenswert wäre, dass diese Vorkommnisse - sofern sich der Verdacht des rein politischen Hintergrunds bestätigen - nicht künftig in einer Reihe mit Heysel und Hillsborough genannt würden, um den bösen Fußballfan an sich in seiner Schublade zu lassen.

    DIE nennen die Vorfälle exakt so, wie Urmel es nicht für wünschenswert hält. Um die Nummer "Schlimmste Fußball-Katastrophen aller Zeiten" werden wir wohl nicht herumkommen.
  • 02.02.2012 15:06:28 von Buthelezi

    Okay, habe die (deutsche) Presselandschaft unterschätzt (oder überschätzt?). Habe in der Tat nur gestern/heute morgen kurz bei SPON geschaut (ja, ich gestehe ich nutze Spiegel Online) und da war ein Artikel der recht deutlich auf die mögl. politischen Hintergründe einging.

    Aber danke für die Aufklärung per Linksetzung - ich hatte zumindest die ZEIT doch für etwas ruhiger gehalten.

    Vielleicht liest sich das in den Print Ausgaben - die ja meistens etwas ausgewogener und weniger reißerisch sind - etwas anders.
  • 02.02.2012 15:33:11 von linksfuss05

    In der Tat war der o.g. ZEIT-Artikel schwach, ist man gar nicht gewöhnt.
    Wir können uns aber wieder beruhigen, der aktuelle Artikel auf der ZEIT-Homepage rückt die Dinge offenbar wieder gerade. Nirgends mehr die Rede von Hooligans und Fans, im Gegenteil. Sie haben's dann doch gemerkt.
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