Neu hier? Alle Infos zu 11Freunde Community

St. Paulis Superlativ

Der härteste Schwarzmarkt

Text: Ayla Kiran  Bild: Imago

Der härteste Schwarzmarkt

Seit einigen Wochen gelten sie in der Fanszene als das A-Team vom Kiez: leicht anarchistisch, schräge Methoden, und das Herz am linken Fleck. Sie nennen sich der »wohl bekloppteste St. Pauli-Fanklub der Neuzeit«, ihre mittelfristigen Pläne umschließen »die Verbreitung von Schwachsinn und Unfug bis in die entlegensten Winkel der Welt«. Keine Frage: Die Mädels und Jungs von der »GehirnAmputierteSzene«, kurz G.A.S. St. Pauli, verfolgen hehre Ziele. Ihr selbstauferlegter Auftrag: Die Zerschlagung des Schwarzmarkts am Millerntor.

Anzeige



25. Mai 2007, noch zwei Stunden bis zum vorentscheidenden, letzten Heimspiel gegen Dynamo Dresden. Der dickliche Schwarzverkäufer ist bekannt, vor Heimspielen steht er oft am Stadion und verkauft Tickets mit saftigem Aufschlag. Auch heute gäbe es genug Interessenten, seit Saisonmitte ist jedes Heimspiel ausverkauft, und auf dem nahen Spielbudenplatz drängen sich bereits 30 000 beim Public Viewing. Schwitzend steht er nun vor dem Stadion und fordert, zwischen Verzweiflungstat und Offenbarungseid, von den herumstehenden Polizisten Amtshilfe ein. Seit einer halben Stunde verfolgen ihn 15 singende Jungs von der G.A.S., bewaffnet mit Pappschildern und Pfeilen. »Schwarzhändler!« steht drauf, und »Nur 80 € pro Karte!«. Vorbeiziehende St. Paulianer applaudieren, eine Gruppe von Dresdner Gästefans lacht schallend, als die renitente Prozession zum wiederholten Male »Nur 100 Euro! Er will doch nur 100 Euro!« anstimmt. Die Polizisten sind amüsiert und winken ab: »Macht ruhig weiter!« Schließlich dreht der Schwarzhändler fluchend Richtung Haupttribüne ab, die Gruppe zieht johlend hinterher und singt nun »Er wird die Karte nicht los.« Bis Spielbeginn haben sie fünf weitere Händler verjagt.

»Seit Jahren wird diskutiert, was man gegen den Mist machen kann«

Das Problem auf St. Pauli ist ebenso alt wie allgegenwärtig: Kein anderer Regionalligist hatte in der Vergangenheit mit derart inflationären Preisen zu kämpfen. Für dieses letzte Heimspiel wechselten bei Ebay zwei Sitzplatztickets für stolze 500 Euro den Besitzer. Gegen den Internetschwarzmarkt geht der Verein mit Strafen wie Entzug des Vorkaufsrechts für Dauerkartenbesitzer vor – das Territorium rund ums Stadion jedoch hat die G.A.S. St. Pauli in ihrer Hand. »Seit Jahren wird diskutiert, was man gegen den Mist machen kann – und dabei ist es so einfach«, kommentiert ein Mitglied des St. Pauli-Fan-Forums nahezu ehrfürchtig die Aktion.

Die Beweggründe sind ebenso simpel wie altruistisch: »Es geht nicht, dass Fans, die keine Dauerkarte haben, außen vor bleiben müssen, nur weil es diese Erlebnisorientierten gibt, die sich mal einen Nachmittag für 100 Euro dieses achso kultige St. Pauli angucken wollen.« Max, G.A.S-Mitglied, ist genervt, das Wort »kultig« spuckt er fast aus. Natürlich gehe es in erster Linie darum, dem Schwarzmarkt das Wasser abzugraben. Aber nicht nur, weil der faire Preis für eine weitergegebene Karte unter Fans »höchstens die zehn Euro plus zwei Bier sein darf«. Vier lange Jahre habe man am Millerntor geflucht, gelitten, lethargisch die Aufsteiger aus der Liga verabschiedet und katastrophalen Fußball ertragen. Den Lohn der harten Mühen kassieren nun andere.
Die Krux ist hausgemacht: Jahrelange Selbstinszenierung des Vereins und dankbare Abnehmer in den Medien haben zwar das Marketing explodieren lassen, den Preis zahlen jedoch die Fans. Die heißgeliebte Atmosphäre mutiert immer mehr zum Szeneevent.

Beim Pokal-Halbfinale gegen den FC Bayern gaben sich Franz Müntefering und der Hamburger Bürgermeister Ole von Beust samt Sicherheitspersonal auf der Haupttribüne im telegenen Schulterschluss die Ehre. Die Prominenz bildet dabei nur die Spitze des Eisbergs. Die Fanszene wehrt sich seit Jahren gegen den nie versiegenden Nachschub an ewig adoleszenten Trainingsjackenträgern. Es sind diejenigen, die »keine Stimmung machen«, wie viele Fans schimpfen, sich aber Mondpreise leisten, um mal am Millerntor gepflegt ein Bierchen zu trinken, und die Show im »Freudenhaus der Liga« zu sehen.
Max und seine Mannen sind jedenfalls gewappnet: Dutzende Unterstützer haben sich bereits gemeldet. Max prognostiziert jedoch »Hochkonjunktur für den Schwarzmarkt«, und wird wohl Recht behalten. Die Südtribüne ist auf unbestimmte Zeit nicht nutzbar, von den vorhandenen 15 500 Karten haben die Meisten der 12 000 Dauerkartenbesitzer des Vorjahres ihr Vorkaufsrecht genutzt. Somit werden bis zur Winterpause keine Heimkarten in den Freien Verkauf gehen. Trotzdem wird der Schwarzmarkt wohl schlechte Karten haben – der »GehirnAmputiertenSzene« sei Dank. St. Pauli-Fans wird es freuen, wenn zumindest ein Plan funktioniert.

--------------

„Ich freue mich auf alle Spiele“ – Holger Stanislawski im Interview www.11freunde.de/bundesligen/102456 .

-------------

Ein Video zum Treiben der G.A.S findet ihr hier .







Aus Heft #69 Sonderheft 2007/08




---
News, Interviews, Blogs, Statistiken und Service zu: FC St.Pauli



Kommentare

  • User
  • 09.08.2007 10:26:00 Chuck Noris

    Erstklassiges Beispiel für Eigeninitiative durch Fans.
    Kaum eine Maßnahme durch den Verein selbst könnte den Schwarzmarkt vor dem Stadion derart eindämmen.
    Nicht gelöst ist damit natürlich die Problematik der ebay-Verkäufe... und was hab ich mich darüber schon aufgeregt! Zum Beispiel beim DFB-Pokalfinale: "Sofortkauf 250,- EUR" und bei näherer Betrachtung - 14 Stück verfügbar. Das verdammte Schwarzhändlerpack hat teilweise sehr gute Quellen. Da müsste man ansetzen, ist aber wohl schwer zu realisieren.
    Alternativ (bei Bundesligaspielen): Der Verein, aus dessen Kontingent die Karten stammen, sollte als Käufer auftreten und die verfügbaren (überteuerten!) Bestände aufkaufen. Statt Überweisung kommt dann ein Brief vom Anwalt. Ist zwar ein gewaltiger Aufwand, dafür dürfte der Spuk nach wenigen Monaten ausgerottet sein, nämlich sobald die ersten abschreckenden Urteile ausgesprochen sind.

  • User
  • 09.08.2007 10:37:47 h_g_bruns

    gute idee chuck. mit dem brief vom anwalt sollte gleichzeitig die gültigkeit einer evtl. vorhandenen dauerkarte enden.
    in bremen is das im moment ja auch kein spass

  • User
  • 09.08.2007 10:47:25 gelsenkirchen

    köln hat letzte saison zum pokalspiel gegen schalke einen ganzen haufen tickets auf ebay gekauft, einen vergleich der verkäufer mit dauerkarten und mitgliederkartei durchgeführt und munter aussortiert und gesperrt.
    war mal eine aktion des fc wo ich nicht herzhaft auslachen musste sondern beifall gegeben habe.

  • User
  • 09.08.2007 10:50:23 Eigentorhattrick

    Bei ebay kursierten sogar Tickets aus dem St.Pauli-Fanladen für den Sonderzug (!!!) ... für 90€ Sofortkauf. Ein paar Fanladenmitglieder haben dem Verkäufer dann einen Besuch abgestattet --- verdient hat er dann nicht so viel.

  • User
  • 09.08.2007 15:07:05 Peter13

    Der BvB hat auch solche Aktionen gemacht und Karten gesperrt.

  • User
  • 09.08.2007 15:15:09 h_g_bruns

    uha, mit meiner aussage, dass es in bremen zz kein spass wäre, meinte ich den hochpreis-schwarzmarkt und nicht irgendwelche dauerkartensperrungen

  • User
  • 09.08.2007 16:09:49 Stinkbaer

    Tolle Aktionen der Clubs, echt. Auch der DFB verfolgt ja beim Pokalfinale die ebayer und ruft zum Petzen auf. Aber bis zum letzten Tag konnte man irgendwelchen Kack-Arrangements von teuren Hotels inklusive Finalticket kaufen, für etwa 489 Euronen. Und diese Hotels haben ihr Kartenkontingent sicher nicht von ebay.
    Beim Schwarzmarkt wird dann plötzlich die Profit-Moralkeule geschwungen, die den armen Fan benachteiligt. Lächerlich. Bei Sponsorenkarten wird dann nicht so sehr an den Fan gedacht. Heuchlerische Bande. Denen stinkt doch nur, dass sie nicht selbst den Profit einsacken können!
    Die Aktion in Hamburg kann man da ausnehmen, aber bei den Dauerausverkauften Geldsackvereinen wie Bayern, Schalke oder temporär Dortmund kann mir niemand erzählen, dass es den Vereinen da um einen armen Fan geht.

  • User
  • 09.08.2007 16:38:33 calimero

    yes stinkbär!
    also, wenn mir einer viel geld bietet, wenn er dafür mal mit chantal ausgehen darf und ich grad zufällig keine zeit hab, aber chantal unbedingt ausgeführt werden muss, dann sag ich doch nicht nein.
    jetzt aber echt, wenn einer nen gold kackenden esel hat, soll er doch zahlen!

    was anderes is, wenn ich mich mit allen chantals gleichzeitig verabrede und dann so tue, als wenn ich keine zeit hätte oderso und dann richtig absahnen will, weil ja alle voll geil auf die ollen sind und viel geld dafür zahlen... das ist zuhälterei.

    ich hab schonmal 5 karten verschenkt, weil ich nicht geld haben wollte, dass ich garnicht bezahlt hab (karten aus einer kooperation/sponsoren).

  • User
  • 09.08.2007 19:22:25 Peter13

    Stinki,

    es geht doch nicht darum, dass heinz und Klara ihre dauerkarten an einen Nachbarn, Schrebergartenkollegen, Ortsvereinsgenossen etc. gegen ein gewisses Entgeld abgeben.

    Es geht darum, dass windige Leute sich mit reichlich Tickets versorgen, weil sie davon ausgehen, dass das Spiel ausverkauft sein wird. Dann bieten sie die auf dem weißen Markt ausverkauften Tickets an und erzielen Gewinne, die auf Kosten der Fußballinteressierten gehen, die sich nicht morgens um 5:30 anstellen konnten.

    Die Vereine haben doch schon ihren Reibach gemacht. Und sie könnten auch noch mehr Reibach machen, wenn bei bestimmten Spielen wieder der Topzuschlag draufgehauen würde.

    Das diesen Scharzhändlern die Suppe versalzen wird, finde ich ok.

  • User
  • 09.08.2007 20:59:59 Stinkbaer

    Dann darf ich Leuten nicht 10 Tickets verkaufen, sondern eben nur zwei, was ja auch passiert. Wenn hier viele Karten in falsche Hände geraten, dann hat das vielleicht etwas mit der Vergabe zu tun. Von wem kriegen denn die Leute büschelweise Karten?
    Und wenn sich jemand morgens um 5:30 stundenlang anstellt und die Karten dann mit Gewinn an Fußballinteressierte verkauft, ist das okay. Wenigstens kann man diese Karten kaufen. Die Leute, die die Karten aus dem Sponsorenkontingent kriegen werfen sie eben weg, wenn´s draußen kalt ist. Da hat der Fußballinteressierte auch nichts davon. Meiner Meinung nach wird da von Vereinsseite geheuchelt.

    Für einen organisierten Schwarzhandel braucht es auch entsprechende Bezugsquellen und das sind ja wohl die Vereine, bzw. die von ihnen Beauftragten Ticketvermarkter. Und nochmal zum Pokalfinale: Ende Januar war Bestellende beim DFB. Zu diesem Zeitpunkt waren noch 8 Mannschaften im Wettbewerb, wenn ich mich nicht irre! Ganz schön viel für ca. 20.000 Tickets des DFB abzüglich der Sponsorenkarten...

  • User
  • 09.08.2007 21:12:12 unionchemiker

    ich unterscheide gern: die organisierten assis vorm stadion, die selbst vor ort noch billig einkaufen und dann vervielfacht weiterverkaufen, werden stehengelassen. gewalt hilft da auch kaum weiter.

    der kleine fritze, der noch ne karte über hat und sie eben für 20% mehr verkauft, tja dem gönn ich doch sein gratisbier...der hatte die rennereien, oftmals die gebühren usw. ;kein ding also.... in diesem falle schätze ich den "schwarzmarkt", ist er doch im ausland oft die letzte chance, überhaupt ein ticket zu bekommen.

    natürlich würde ich begrüßen, dass nur "echte" fans tickets bekommen, nur, wo fangen die an und wo hören die auf???

    die größten penner sind und bleiben die funktionäre und sponsoren. die geben eben sträuße-weise die karten in zwielichtige kanäle und verdienen sich fett. DAS kotzt mich an....

  • User
  • 10.08.2007 08:28:30 Stinkbaer

    Jepp, so kann man das durchaus formulieren.

  • User
  • 10.08.2007 10:13:12 Peter13

    Nur Mal so:

    Da stehen 8 Leute um 5:30 Uhr an. Opa, Mama, Papa, Tochter, Tochter, Sohn, Freund, Neffe. Jeder bekommt maximal 4 Karten für das Spiel BvB : Bayern. Das Stadion ist ausverkauft. Sitzplatz 45,-- Penunsen für 80 Schwatte = 32 X 35 € = 1120 Euro.

    Wer als 180. in der Schlange steht, bekommt aber keine Karten mehr, obwohl er die für sich und seine drei Kumpels haben wollte.

    Vor ihm in der Schlange stehen noch mindestens 57 Familienunternehmer mit ihren Angestellten.

    Nur Mal so:

    Harry Hurtig hat 18 unterschiedliche Mehladressen und einige "gute" Kumpel. Er bestellt über jeden Mehlkasten 4 Karten, bekommt 50% der Bestellung, überweist den Schotter, holt die Karten bei den Kumpels ab und bietet die karten im Netz an.

    Nur Mal so:

    Fußballkumpel arbeitet in hoher Position im Verkauf. Die Firma hat 4 Sponsorenkarten. Dortmund spielt gegen Cottbus. Kein Kunde möchte den Nachmittag im Stadion verbringen, weil es ja nicht gegen Schalke, Bayern, Bremen, Stuttgart oder so geht.

    Fußballkumpel fragt am Freitag beim Pöhlen, wer will gegen Cottbus? Alle Karten gehen weg gegen 1 Bier und ne Bratzwurtz oder ein Kasten Bier nächsten Freitag für inne Kabine.

  • User
  • 10.08.2007 11:20:23 Stinkbaer

    Super, wenn man Fußballkumpels in hoher Position hat, die mit Eintrittskarten vollgeschissen werden. Aber wenn seine prima Kunden sich gelangweilt gegen Bayern oder Schalke reinsetzen wollen, dann gehst du leer aus. Was sagt uns das? Sponsorenkarten sind ganz großer Mist! Zumal es beim Spiel gegen Cottbus wohl auch gar keinen Schwarzmarkt geben wird.

    Das ist ganz großer Mist. Wüssten die Vereine, dass die Stadien auch voll sind, wenn die Preise verdoppelt würden, sie hätten es schon längst getan! Daran kann niemand ernsthaft zweifeln. Mondpreise lassen sich doch auch nur bei ganz besonderen Spielen erzielen. Oder bei WM und EM, wo die Karten nach einem streng geheimen, undurchsichtigen Schlüssel vergeben werden und man am Ende als Besteller auch gar nicht weiß, welche Mannschaften man sehen wird.
    Das ist eben alles eine Frage von Angebot und Nachfrage.

  • User
  • 10.08.2007 11:28:29 oberhofer

    Sponsorenkarten sind scheisse. Aber Sponsorengelder sind notwendig, um die Spieler zu holen, die Deinen Verein ins Pokalfinale und den UEFA-Cup bringen, Stinki.
    Alles hat seinen Preis ...

  • User
  • 10.08.2007 11:33:40 Stinkbaer

    Aber Obi, in Nürnberg gab es bislang doch noch gar keinen Schwarzmarkt. Da kriegte man immer problemlos Karten und vorgestern waren für Sonntag auch noch welche online zu erwerben.
    Was mich nervt ist das Moralgetue der Vereine und der Leute hier, die die kleine Bereicherung von ein paar Leuten so anprangern. (Hier meine ich die oben angesprochenen kleinen Familienunternehmen und nicht Hotelketten, die ihre Karten nur im Bundle mit zwei Übernachtungen rausgeben oder professionelle Schwarzmarkthändler) Mal ehrlich: je erfolgreicher der Verein ist, desto schwieriger wird es für halbwegs kleines Geld mit legal erworbenen Karten ins Stadion zu kommen. Für mich ist diese Saison für meine zwei oder drei Spiele auch Schluss mit Stehplatz. Gibt´s nicht mehr.

  • User
  • 10.08.2007 11:36:18 unionchemiker

    aha, und wat hat ein sponsor davon, wenn das ganze stadion voller leute ihres eigenen sauladen ist, die gar nicht mehr beworben werden müssen!? das sponsoring, also die WERBUNG verpufft ganz einfach....
    die vereine sollten begreifen, dass sich über sponsorengelder nicht die pflicht ergibt, dass jene damit eintrittskarten erworben haben.
    aber da denken manche vereine soweit wie ne amöbe...

  • User
  • 10.08.2007 11:38:43 oberhofer

    Sehr schwierig, in der Tat. Gegen S04 und Bayern bin ich leer ausgegangen, trotz Mitgliedschaft. Ich halte mich an die Auswärtsspiele, das geht meistens. Nur der KSC, da war das Gästekontingent binnen 2 Stunden weg und obi natürlich wieder zu spät.

  • User
  • 10.08.2007 11:42:10 penalty

    aber er hat schon recht damit, dass sponsoren eben auch einen guten teil eines vereins mitfinanzieren. is ja auch logsich, schliesslich ist fussball kein produzierendes gewerbe. gerade jüngstes beispiel mit wagefeld und dynamo zeigt mir, dass sponsoring notwendig ist und von den vereinen eben auch goutiert werden soll. die frage ist nur, in welcher grössenordnung man das macht oder ob man die sponsoren in die pflicht nimmt, wie sie mit den ihnen zur verfügung gestellten karten umgeht.

  • User
  • 10.08.2007 11:43:26 penalty

    ich meinte natürlich, obi hat recht, mit seiner vorherigen aussage...

  • User
  • 10.08.2007 11:51:23 Stinkbaer

    Also, da ich ja mitten im FC Bayernland lebe, bekomme ich das alles relativ gut mit. Im Örtlichen Fanshop werden die Leute ausgelacht, wenn sie nach Karten fragen. Im Internet muss man auch ein halbes Jahr vorher blind bestellen und bekommt dann eine Karte zugeteilt, für welches Spiel auch immer. Aber irgendeine Raiba oder Hypovereinsbank hat immer eine prima Aktion, dass man bei Kontoeröffnung in eine Lostrommel kommt und vielleicht beim FC Bayern zuschauen darf...

    Einige Bekannte, die treue Bayernseelen sind, sind mittlerweile schwer angefressen.

  • User
  • 10.08.2007 11:54:34 oberhofer

    Nur zur Klarstellung:"Sponsorenkarten sind scheisse." Hat die amöbe so geschrieben und gemeint.
    Nur, wer zahlt, bestimmt wo's langgeht, ob wir das gut finden oder nicht.

  • User
  • 10.08.2007 11:58:13 Stinkbaer

    Jepp, so stimmt das. Und wenn es dem verein schlecht geht, bezahlt der Sponsor auch nix mehr. Dann gibt es auch keinen Schwarzmarkt mehr, weil das Stadion sowieso nie ausverkauft ist. Weil Sponsoren nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten handeln, muss man ihnen auch nicht dankbar sein.

  • User
  • 10.08.2007 11:59:12 penalty

    dass problem wurde ja schon von uschi angesprochen, je grösser der verein, desto grösser der sponsoren-kack. aber du sagst es ja auch, angebot und nachfrage. ne hypobank zahlt auch mehr für ne werbung in der aroganz-arena und ullis portokasse für diverses neue "körper"-teile hilft sie auch mehr. da gibts eben grössere belohnug für. das nutzen die natürlcih schamlos auch wieder schamlos aus. wie nennt sich das noch? kapitalusmus?
    am schlimmsten find ich aber die auswüchse, die ich gerade im zuge der em-ticket-vergabe vermute.

  • User
  • 10.08.2007 12:05:54 Stinkbaer

    Ja, Kapitalismus. Wenn man aber den größtmöglichen Profit machen will und dann Leute verfolgt und diffamiert, die halt auch ein bisschen am Kuchen mitschlecken wollen und ihre Tickets versteigern, oder mit Gewinn weiterverkaufen, und das alles unter dem Deckmäntelchen der "Gerechtigkeit" und dem Wohl den Fans, dann ist das Scheinheiligkeit!

  • User
  • 10.08.2007 12:10:53 gelsenkirchen

    @stinki: "je erfolgreicher der Verein ist, desto schwieriger wird es für halbwegs kleines Geld mit legal erworbenen Karten ins Stadion zu kommen."
    ich bin in 15 jahren, in denen ich nun stadien besuche, noch nie mit einer schwarzmarktkarte rein, jedesmal mit offiziellen preis. darunter waren dfb-pokalfinals, real-barca, unzählige derbys (heim und auswärts) und spiele gegen bayern. und mittlerweile ist mein verein ja halbwegs erfolgreich, demnach kann ich deine argumentation so nicht teilen.

  • User
  • 10.08.2007 12:17:04 penalty

    das hat aber auch wieder was mit grösstmöglichem "eigenen" profit zu tun. und es ist eben auch kapitalismus, dass man der konkurrenz nicht den krümel auf dem teller gönnt, auch wenn diese nur herr meier aus der müllerstrasse ist.

  • User
  • 10.08.2007 12:25:52 Stinkbaer

    pty: So ist es wohl. Man darf eben nicht mit Moral ankommen.

    @gelse: Mag sein, glaube ich dir. Ich wiederum wohne 300 KM vom Stadion entfernt und kann mich also nicht am Fanshop nach Karten anstellen, schon gar nicht Monate vorher, wenn ich nicht weiß, ist das dann Freitag (da arbeite ich bis 18:00 Uhr), Samstag oder Sonntag. Und du wirst mir nicht absprechen, dass sich das Angebot da ausdünnt. Rein Zahlenmäßig. Der Club verkaufte letztes Jahr um die 16.000 Dauerkarten, dieses Jahr sind es 27.000. Da wird das Angebot einfach dünner. Aber um den Club geht es hier ja gar nicht, nächstes jahr sind´s wieder 16.000 Dauerkarten.
    Und was Pokalfinalekarten angeht, so ist es einfach Glück, wenn man welche bekommt.

  • User
  • 10.08.2007 12:31:06 penalty

    ich bin da ganz anders, stinki. ich gönne dir von herzen ein paar krümel beim ersten comunio-spieltag;).

  • User
  • 10.08.2007 12:32:34 Stinkbaer

    Was bleibt dir mit deiner Rumpeltruppe auch anderes übrig, Herr Nalty... ;)

  • User
  • 10.08.2007 12:34:10 unionchemiker

    ich möchte im umkehrschluß auch noch den idioten "danken" welche einem kartenverkäufer, die lediglich den regulären preis (zurecht!) verlangen, mit niedrigeren geboten kommen....erwähnte ich im zuge der em schon einmal, eh mir urmel wieder mit wiederholungen kommt. was auf der karte steht, sollte ich auch bezahlen. ansonsten muss ich mich nicht wundern, wenn selbiger verkäufer beim nächsten spiel das doppelte verlangt....

    dass "sponsorenkarten scheiße sind" und das "auch so gemeint war" interessiert nicht. der darauffolgende abschnitt war der wichtige....

  • User
  • 10.08.2007 12:35:20 penalty

    ich sagte, ich gönne dir ein paar krümel, das sind etwas mehr als 2 ;).

  • User
  • 10.08.2007 13:29:12 oberhofer

    Verein Sponsor (Branche) Summe (in Mio Euro)

    Bayern München T-Com (Telekommunikation) bis zu 20,0
    FC Schalke 04 Gazprom (Energie-Unternehmen) bis zu 20,0
    VfL Wolfsburg VW (Automobil-Konzern) bis zu 20,0
    Borussia Dortmund RAG (Industrie-Konzern) bis zu 12,0
    Werder Bremen Citibank bis zu 9,5
    Hertha BSC Berlin Deutsche Bahn bis zu 8,0
    VfB Stuttgart
    EnBW (Energie-Unternehmen) ca 6,5
    Hamburger SV Emirates (Fluggesellschaft) ca. 5,0
    Eintracht Frankfurt Fraport (Flughafengesellschaft) ca. 4,0
    1. FC Nürnberg mister + lady jeans (Bekleidung) ca. 3,0
    MSV Duisburg Xella (Baustoff-Unternehmen) ca. 3,0
    Hannover 96 TUI (Reise-Veranstalter) ca. 2,5
    VfL Bochum KiK (Textil-Unternehmen) ca. 2,5
    Hansa Rostock KiK (Textil-Unternehmen) ca. 2,0
    Arminia Bielefeld Krombacher (Brauerei) ca. 2,0
    Karlsruher SC EnBW (Energie-Unternehmen) ca. 1,5
    Energie Cottbus envia M (Energie-Unternehmen ca. 1,2
    Bayer Leverkusen zurzeit ohne Trikotsponsor -

    Nur damit wir mal wissen, worüber wir diskutieren. Und nu erzähl mir mal Einer, dass er lieber auf die Millionen und die damit erhöhte Erfolgswahrscheinlichkeit verzichten würde, um leichter an Karten zu kommen.

    Da bin ich ja mal gespannt ...

  • User
  • 10.08.2007 13:51:27 gelsenkirchen

    ui, diese liste allein wirft schon wieder mindestens 5 neue diskussionsthemen auf, hehe.

  • User
  • 10.08.2007 14:00:47 annasonne

    @gelse: das liegt aber daran (so vermute ich mal), dass du in der "fanszene" wohl eher drin bist. da kennt man den über den über den fanclub und über diese und jens gruppe und der kennt wen, der hat noch ne karte pber weil sein babba ned mitkann.
    ich hatte auch noch nie probleme karten zu bekommen, wo ich hinwill bekomm ich auch ne karte. selbst wenns ausverkauft ist (hase und uschis karten für köln z.b., wo das gästekontingent bei bekanntgabe des spielplans schon ausgebucht war eigentlich).
    wenn du aber drauf angewiesen bist dir ne karte über nen internetshop zu bestellen oder in irgendne verkaufsstelle zu tappeln um zu hoffen, dass noch was da ist, dann ist das schon schwieriger, das merk ich ja selbst bei uns.

  • User
  • 10.08.2007 14:05:37 Peter13

    Obi,

    nur damit wir wissen, wovon wir reden:

    Borussia Dortmund RAG (Industrie-Konzern) bis zu 12,0. => Eine Vipkabine für 12 Leute.

    Möbel Ostermann eine Vipkabine für 12 Leute zum normalen Bezahltotto.

    VW Hülpert 6 Karten im Essen- und Trinkenbereich.

    Firma vom Fußballkumpel, der eine eigene selbstbezahlte Dauerkarte hat, 4 Dauerkarten für Sitzplätze 53,-- Penunsen ohne Trinken und Essen.

    Es scheint so, als macht Ihr Euch teiweise selbst einen vor, um ein schönes Feindbild zu haben. Das Beispiel der Telekom oder T-online im roten Gummiboot, zieht nur im Spaßverderbtempel. paanfünfzich Leute in weiß und schwarz, damit man das T-Zeichen auch immer schön beim Eckball im Fernsehn sieht.

zum Forum

Logge Dich ein, um einen Beitrag zu schreiben!