Liebe Leser,
vor einigen Wochen wurde die neueste Schurkerei des Leo Kirch publik. Um sein Bezahlfernsehen Premiere von der Investitionsruine zum Marktführer zu pushen, plant Kirch, die samstägliche »ran«-Sendung vom frühen auf den späten Samstagabend zu verlegen. Die Überlegung ist klar: Unattraktives Angebot im Free-TV lockt die fußballhungrige Meute ins Abo-Fernsehen. Dass er damit an einem Heiligtum der deutschen Fußballgemeinde rührt, ist Kirch dabei herzlich egal. Er will Geld verdienen, und das möglichst rasch. Darüber kann sich auch niemand wirklich echauffieren, der eigentlich Skandal ist die Reaktion der Vereine und des DFB. Wenn DFB-Sekretär Wilfried Straub signalisiert, ein Gespräch über die Pläne müsse immer möglich sein, dann ist klar: Die Bundesliga ist nur zu gerne bereit, gegen ordentlich Silbergeld den Fußball am frühen Samstagabend zu opfern. Weil den Vereinen die Faninteressen eigentlich immer wurscht waren, wenn es darum ging, sich die Taschen voll zu machen. Nur mal so gefragt: Wollten die Anhänger Bundesliga-Spiele am späten Sonntagabend? Haben Fans nach einer auf 734 Mannschaften aufgeblähten Champions League gerufen? Wollten die Zuschauer einen mit Füßen getretenen DFB-Pokal? Nichts von alledem, und doch ist es so gekommen, weil die Vereine es so wollten. Und deshalb bedarf es keiner hellseherischen Fähigkeiten, um vorauszusagen, dass es den klassischen Fußballsamstag bald nicht mehr geben wird. Weil die Vereine den Hals nicht voll bekommen, Weil die Faninteressen zwar auf den Jahreshauptversammlungen proklamiert werden, aber im täglichen handeln der Vereine keine Rolle spielt. Es wird Zeit, dass sich das ändert.
Eure Redaktion
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