Im Trainingslager mit den Bayern
Dubaisein ist alles
Text: Ayla Kiran Bild: Imago

Bastian Schweinsteiger, so weiß man spätestens seit Sönke Wortmanns WM-Film, ist ein passionierter Scherzbold. Und deshalb lachen die Pressevertreter im Atrium des Emirates Towers auch auf Kommando, als Schweinsteiger sie aus einem der oberen Stockwerke mit schweißnassen Socken bewirft. Immerhin, Philipp Lahm freut sich tatsächlich über die unverhoffte Unterbrechung - gerade mußte er noch verneinen, ob er schon die Große Palme mit dem Hubschrauber überflogen hätte.

„Wir sind sehr freundlich hier aufgenommen worden,“ nickt er dann höflich. Nur der Journalist der Dubaischen Tageszeitung bringt ihn leicht aus der Fassung mit seinen Fragen zur Deutschen Nationalmannschaft. „Why did Germany not win the world cup?“, radebrecht dieser immer wieder. „Germany was favorite!“ Lahm rutscht auf seinem Sessel hin und her und beugt sich hilflos zu seinem Pressesprecher. „Wann waren wir denn Favorit?“ Pressesprecher Markus Hörwick weiß das auch nicht so genau – im Glasfahrstuhl sausen derweil Mark van Bommel und Valérien Ismael vorbei, und hämmern gröhlend gegen die Scheibe.
„Olli, Olli.“
Der FC Bayern ist mal wieder in Dubai und logiert standesgemäß im Fünf-Sterne-Hotel Jumeirah Emirates Towers, Fußballadel verpflichtet. Wo normalerweise ein rigider Dresscode herrscht, räkeln sich nun Kicker in Trainingsanzügen und Badelatschen inmitten von Scheichs und Geschäftsleuten in den Ledersitzen der Lobby. Es sei ihnen wohlwollend erlaubt – der FCB ist in diesen Tagen ein weiteres, glänzendes Aushängeschild des Hotels. Die Bayern, nun zum vierten Mal zu Gast in den Emiraten, erfreuen sich hier höchster Beliebtheit. Zudem habe der arabische Markt einen hohen Stellenwert, bestätigt auch Martin Hägele, Leiter der Abteilung Internationale Beziehungen des FCB. Beim Auftritt im Dubai-Cup schwenken Fans frenetisch ihre Deutschlandfahnen und skandieren entfesselt bei jeder Ballberührung des Bayernschlußmanns „Olli, Olli.“ Eigentlich kennt Oliver Kahn das von der Säbener Straße, nur tragen diese Fans weiße Kaftans und Lederschlappen.
Sogar Staatsoberhaupt Scheich Mohammed bin Rashid Al Maktou zeigte sich mit den Kickern – und öffnete für Magaths Mannen sein privates, 500.000 Quadratmeter großes Sportgelände zum Training. Da kann Lukas Podolski nur fasziniert von den Pfauen auf dem Gelände schwärmen, Pressesprecher Hörwick verliert sich in Lobliedern auf den „exzellenten Rasen“ und bittet zum Fototermin mit den palasteigenen weißen Tigern. Was 2005 noch von Uli Hoeneß als „härtestes Trainingslager aller Zeiten“ angekündigt war, wirkt in diesem Jahr wie eine Good-Will Tour durch den Nahen Osten.
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