Ulli Potofski über seinen außergewöhnlichen Job beim Spiel Aachen-Rostock
»Ich habe nichts gegen die Frisuren der Aachener«
Interview: Erik Peter Bild: Imago
Wegen Schneetreibens verzögerte sich der Anpfiff der Partie zwischen Aachen und Rostock um 35 Minuten. Sky-Kommentator Uli Potofski überbrückte die Zeit mit allerlei Späßen. Wir sprachen mit ihm über Frisuren und einsame Ordner.
Ulli Potofski, was haben Sie gegen die Frisuren der Aachener Zuschauer?
Ulli Potofski: Gar nichts! Ich habe lediglich gesagt, dass das die Frisuren der sechziger Jahre sind. Diese Nostalgie unter den Aachener Fans finde ich super. Ich bin ja der Letzte, der sich über Frisuren aufregen darf – so wie ich mal ausgesehen habe.
Während am Sonntagnachmittag die Ungewissheit herrschte, ob das Spiel Aachen gegen Rostock angepfiffen wird, hatten Sie viel Zeit für solche abseitigen Betrachtungen. Ist das ein Glücksfall für einen Kommentator oder hat man Angst davor?
Ulli Potofski: Nein, davor hat man keine Angst. Ich habe eher Angst vor schwer einzuschätzenden Situationen, beispielsweise strittigen Elfmeterentscheidungen. So ein unvorhersehbarer Moment ist vor allem lustig. Wer als Kommentator mit solchen Situationen nicht umgehen kann, der hat seinen Job verfehlt.
Sie hatten also Spaß dabei?
Ulli Potofski: Ich hatte großen Spaß. Da kann man mal dummes Zeug reden, ohne dass einem jemand richtig böse sein kann. Sonst muss man ja im Fußball auf allerlei Befindlichkeiten Rücksicht nehmen, aber in so einer Situation ist mir das dann wurscht.
Was haben Sie gedacht, als gerade einmal drei Ordner damit begannen, den Schnee vom Platz zu schippen
Ulli Potofski: Ich war tief beeindruckt, wie drei Leute mit Schippen versuchten, einen ganzen Fußballplatz bespielbar zu machen. Schippen waren ja genügend vorhanden, aber woher soll der Verein in diesem Moment auch 50 Leute nehmen, um den Platz schnell zu räumen?
Man hätte die Fans um Hilfe bitten können.
Ulli Potofski: Vor so etwas haben die Vereinsverantwortlichen wohl Angst. Aber den Gedanken hatte ich auch im Hinterkopf. Man hätte 30 Aachener und 20 Rostocker Fans genommen und ihnen gesagt: Ihr vertragt euch zwar nicht, aber ihr könnt jetzt hier mal zusammen den Platz sauber machen. Wahrscheinlich verstößt das aber gegen irgendwelche DFB-Statuten.
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