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20.02.2012

Spielanalyse: Schalke-Wolfsburg

Der Huntelaar-Trick

Text: Tobias Escher  Bild: Imago/spielverlagerung.de

So schnell dreht sich die Fußballwelt: Wurde in der vergangenen Woche noch der FC Schalke in der 11FREUNDE-Taktikanalyse gnadenlos niedergeschrieben, ist das Opfer dieser Woche der Gegner der Schalker: Beim 0:4 zeigten Magaths Wölfe eine defensiv indiskutable Leistung.

Spielanalyse: Schalke-Wolfsburg - Der Huntelaar-Trick


Taktisch war besonders die Wolfsburger Viererkette ein Problem: Russ & Co. verteidigten fast an der Mittellinie. Eine hoch stehende Abwehrreihe funktioniert jedoch nur, wenn ich weiter vorne ein funktionierendes Pressing aufziehe. Durch die aufgerückten Abwehrspieler verkleinert sich das Spielfeld für den Gegner, im Idealfall zwingen die angreifenden Stürmer den Gegner zu unkontrolliertem Spiel. Allerdings war Wolfsburgs Pressing zu schwach, sie gewannen in der gegnerischen Hälfte nur ein Drittel der Boden- und 45 Prozent der Luftzweikämpfe.



Offene Flanken beim VfL

Die fehlende Aggressivität gegen die Schalker Verteidiger war eine Einladung für diese, lange Bälle bzw. Schnittstellenpässe hinter die aufgerückte (und nicht besonders schnelle) Viererkette zu spielen. Sie beackerten besonders die Flügel: 79 Prozent ihrer Angriffe liefen über eine der beiden Flanken, nur jeder fünfte Pass im Spielaufbau ging ins Zentrum.

Sie nutzten aus, dass Rodriguez und speziell Träsch gerne einen bis zwei Meter vor ihren Kollegen standen, da die Außenstürmer nicht gut genug nach hinten halfen und sie die Außenstürmer abdecken mussten. Die schnellen Schalker Außenverteidiger rückten weit auf und wurden hinter der Abwehr angespielt. Die Auswechslung Hasebes bereits in der 28. Minute beim Stande von 0:2 war ein Eingeständnis von Magath, dass über die eigene linke Flanke zu viel zugelassen wurde.



Stürmer Huntelaar setzte in solchen Situationen auf einen interessanten Trick: Er blieb zwei bis drei Meter hinter der Wolfsburger Viererkette im vermeintlichen Abseits stehen. Dies konnte er sich erlauben, da sein Team ohnehin über die Flanken angriff. Wenn dort ein Schalker Flügelspieler hinter die hoch stehende Abwehrreihe angespielt wurde, hatte Huntelaar im Zentrum die entscheidenden Meter Vorsprung.


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