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20.02.2012

Uli-Borowka-Kolumne: »Die Axt« haut dazwischen

»Otto Rehhagel ist der richtige Mann!«

Text: Uli Borowka  Bild: 11FREUNDE

Es gibt keinen alten oder jungen Trainer. Nur gute oder schlechte, sagt unser Kolumnist Uli Borowka und gratuliert Hertha BSC zur überraschenden Verpflichtung von seinem Ex-Trainer Otto Rehhagel: »Er ist jetzt genau der richtige Mann für die Berliner.«

Uli-Borowka-Kolumne: »Die Axt« haut dazwischen - »Otto Rehhagel ist der richtige Mann!«


Meinen herzlichen Glückwunsch an die Verantwortlichen von Hertha BSC: Einen besseren Trainer als Otto Rehhagel hätten die Berliner in der derzeitigen Situation nicht verpflichten können. Und da spielen auch die 73 Jahre keine Rolle. Otto, mein ehemaliger Trainer aus Bremer Zeiten, ist quasi die Personifizierung des Sprichworts: »Es gibt keine jungen oder alten Trainer, sondern nur gute oder schlechte.« Und wer würde mir widersprechen, wenn ich sage, dass Otto Rehhagel einer der besten deutschen Fußballtrainer aller Zeiten ist!



Ich habe mich schon gewundert, dass Otto zwei Jahre lang ohne Fußball leben könnte, ihm ist zu Hause in Essen wahrscheinlich die Decke auf den Kopf gefallen. Jetzt steht er vor seiner nächsten Herausforderung, er hat schon leichtere Aufgaben lösen müssen: Die Karre Hertha steckt nach der völlig missratenen Zusammenarbeit mit Michael Skibbe tief im Dreck. Seit dem kuriosen Abgang von Markus Babbel haben sich in Berlin viele kleine Cliquen gebildet – so etwas ist immer tödlich, wenn eine Mannschaft Erfolg haben möchte.

»Meine Herren, keine Nebenkriegsschauplätze!«

Doch genau das ist Otto Stärke: Seinem Verein und den Spielern, die für diesen Verein arbeiten, den Glauben an den eigenen Erfolg einzuimpfen. Ich höre schon seine ersten Worte vor der neuen Mannschaft: »Meine Herren, wenn wir eines nicht brauchen, dann Nebenkriegsschauplätze!« Eines seiner Lieblingswörter, da wird mir jeder ehemaliger Rehhagel-Schüler zustimmen.

Auf die bisherigen Hertha-Chefs, Manager Michael Preetz und Präsident Werner Gegenbauer, kommen nun stürmische Zeiten zu. Denn – und ich bin mir sicher, dass Otto das auch in den ersten Verhandlungen betont hat – wenn er seine Arbeit machen soll, dann nur, wenn er der absolute Boss in Berlin sein darf. Andere Herrscher duldet König Otto nicht neben sich und die Hertha-Verantwortlichen tun gut daran, ihn schalten und walten zu lassen. Ich bin mir sicher, es wird sich lohnen.

Gegen den Studikus Finke brachte Otto sieben Stürmer!

Noch ein Wort zu den Vorwürfen, Rehhagel sei ein Trainer von gestern. Das mag auf sein Alter zutreffen, aber als Fußball-Fachmann können ihm nur sehr wenige Kollegen das Wasser reichen. Ich erinnere mich, wie in der Saison 1994/95 Volker Finke vom SC Freiburg als der moderne Trainer der Zukunft abgefeiert und erfahrene Routiniers wie Otto als Ewiggestrige abgekanzelt wurden. Das hat ihn damals tief getroffen. »Ich bin ein Kind der Bundesliga und die feiern diesen Studierten«, hat er gepoltert. Am 4. Spieltag mussten wir in Freiburg antreten und Otto erlaubte sich ein ganz besonderes Ding: Erst kurz vor dem Anstoß gab er die offizielle Werder-Aufstellung bekannt: Reck, Borowka, Votava, Eilts, Rufer, Bode, Basler, Neubarth, Bestchastnykh, Herzog, Hobsch. Ein Torwart, drei Defensivspieler, sieben Stürmer! Wir gewannen mit 3:1, der »Ewiggestrige« hatte den »Studierten« ausgetrickst. Nach dem Spiel hat sich Otto minutenlang die Frisur gerichtet. »Meine Herren«, hat er stolz wie Bolle gesagt, »ich muss jetzt zur Pressekonferenz!«

Welch ein Triumphzug! Ich wünsche Otto, dass er auch in Berlin ähnliche Glücksmomente feiern darf. Die Bundesliga darf sich auf jeden Fall freuen, dass sie eines ihrer Kinder zurückbekommen hat.




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Kommentare

  • User
  • 18.02.2012 22:23:31 Dschibutti

    Großartig,
    nachdem Michael Preetz drei Tage lang erfolglos auf eine Rückantwort von Ernst Happel gewartet hatte, gelang es diesem Arbeitstier von Top-Manager nunmehr, im Berliner- Naturkundemuseum einen absoluten Spitzenmann für die Herta zu gewinnen. Keine Frage, ab dem kommenden Wochenende wird uns der schlafende Riese Herta mit unglaublichen Spielzüge begeistern. Aus gut unterrichteten Kreisen habe ich erfahren, dass Otto Rehagel nicht nur sich, sondern auch noch einige sturmerprobten alten Hasen mit nach Berlin bringen wird. So dürfen wir uns ab dem kommenden Wochenende darauf freuen, wie der unnachahmliche Dieter Eilts phantastische Flanken in Richtung Kalle Riedle abfeuern wird und Air Riedle, dank seiner Sprunggewalt, die alte Dame Herta vor dem sicheren Abstieg bewahren wird.

  • User
  • 18.02.2012 22:58:07 MSL at work

    Zum Glück gilt nach wie vor die Regel:

    Wer zu doof ist, ein einfaches (sechs Buchstaben), geläufiges (momentan täglich in den Medien) und nicht allzu abstraktes (wurde nicht von den Kroaten erfunden) Wort richtig zu schreiben, der disqualifiziert sich selbst, in irgendeiner Form ernst genommen zu werden.

  • User
  • 19.02.2012 05:25:42 bolivar

    müsste es nicht kriegsnebenschauplätze heissen? blödes wort.

  • User
  • 19.02.2012 07:58:09 currygoi

    Und wer nicht weiß, dass Dieter Eilts in seinem ganzen Leben noch keine fantastische Flanke geschlagen hat, gehört hier sowieso nicht hin.

  • User
  • 19.02.2012 12:14:53 qwertz3000

    »Es gibt keine jungen oder alten Kolumnen, sondern nur schlechte!«

  • User
  • 19.02.2012 14:30:56 suppenteller

    Seit dem kuriosen Abgang von Markus Babbel haben sich in Berlin viele kleine Cliquen gebildet – so etwas ist immer tödlich, wenn eine Mannschaft Erfolg haben möchte.

    ja Herr Lattek, Neid und Mißgunst

  • User
  • 19.02.2012 20:20:54 Grienkenschmied

    Auf den Vorwurf, Rehhagel sei von gestern, mit einem Beispiel aus der Saison 94/95 zu kontern, ist ....interessant.

  • User
  • 21.02.2012 01:01:56 Yvy

    wenn man es als Neben-Kriegsschauplätze interpretiert, stimmt es schon.

    ja, die unqalifizierten Anti-Otto-Kommentare von Würmern, die glauben, ach was reg ich mich auf.

  • User
  • 25.02.2012 17:29:39 Dschibutti

    Na Ihr Hänger,

    ein hervorragendes 0:3 in Augsburg ist doch schon mal ein guter Start. Ich tippe Otto holt noch 11 Punke, mehr nicht.

  • User
  • 26.02.2012 08:40:34 currygoi

    Du willst doch nicht ernsthaft behaupten, das einer anderer Trainer mit dieser Mannschaft, nicht verloren hätte?

  • User
  • 26.02.2012 15:12:46 Dvae23

    Der gute Herr Borowka trifft in der schonungslos versehentlichen Art des aufgrund langjährigen Rehagelkorn-Genusses ottomanisch depressiv Gewordenen den Nagel auf den Kopf: "König" Otto funktioniert nur in seiner absolutistischen Darreichungsform. Solange Spieler, Mitarbeiter, Fans und Journalisten mit glänzenden Augen an seinen Lippen hängen und jede Silbe des Meisters inbrünstig wie eifrige Koranschüler zur Verinnerlichung zigfach rezitieren, solange gibt es eine Chance auf Erfolg. So war das in der Fußballprovinz in Bremen, Kaiserslautern und Griechenland, mit den bekannten Resultaten. Sollte sich aber Widerstand gegen den Herrscher regen, wie man im sich als Weltstadt mißverstehenden Berlin und bei der sich als schlafender Fußballriese wahnenden Hertha durchaus erwarten kann, dann wird sich wie einst in München wieder erbarmungslos offenbaren, wie wenig souverän doch der vermeintliche Souverän Rehagel ist.

    In diesem Sinne ein fröhliche gerehageltes "Ich habe schon... da haben Sie noch gar nicht!"

    D23

  • User
  • 27.02.2012 17:15:26 Dschibutti

    Keine Ahnung ob ein anderer Trainer mit dieser von Skibbi dem Buschkänguru zugrunde gerichteten Truppe in Augsburg gewonnen hätte, aber ich kenne zumindestens einen Trainer, der mit dieser Truppe einen Punkt gegen Augsburg geholt hat und der hat am Samstag mit einer anderen Gurkentruppe in Wolfsburg gewonnen hat(zugegeben Wolfsburg ist derzeit auch am Rumgurken aber immerhin drei Punkte, nicht wahr)

  • User
  • 19.03.2012 16:39:51 Dschibutti

    Ich hoffe, dass die Vollprofis von weiter oben auch weiterhin genussvoll den erfolgreichen Werdegang diese rehagilisierten Herta verfolgen. Ich für meinen Teil korrigiere mich einstweilen, die Herta holt unter Rehagel nicht 11, sondern stolze 10 Punkte.

  • User
  • 19.03.2012 17:28:37 Statistikfreund

    Heute 16:39:51 Dschibutti
    ...Ich für meinen Teil korrigiere mich einstweilen, die Herta holt unter Rehagel nicht 11, sondern stolze 10 Punkte.


    Dass suggeriert, dass Du einen Punkt gegen die Münchner Bayern für die Hertha einplantest. War es Mut oder Fachkenntnis?

  • User
  • 13.04.2012 18:23:18 Dschibutti

    Ach, keiner mehr da uups, werden es am Ende doch nur 8 Punkte?

  • User
  • 13.04.2012 21:09:20 einrudithömmes

    Zeit zu fragen, wie es mit dem falschen Mann liefe allemal.

  • User
  • 23.04.2012 10:48:45 Dschibutti

    Nach diesem Top-Spiel gegen Lautern steht für mich jetzt absolut, total, endgültig, gar nicht zu bezweifelnd fest, dass sie am kommenden WE Schalke aus der Arena fegen und Hoffenheim braucht gar nicht erst anzureisen. Das wird noch ein echt krönender Saison-Abschluss.

    Aus meiner Sicht ist Herta unter Otto zu einer absoluten Wundertruppe mutiert. Wer hätte das gedacht?

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