Jörg Böhme über das Spitzenspiel seiner Ex-Klubs Gladbach gegen Schalke
»Huub Stevens ist lockerer geworden«
Interview: Erik Peter Bild: Imago
Jörg Böhme spielte vier Jahre für Schalke, bevor er für zwei Jahre nach Mönchengladbach wechselte. Im Interview erklärt er, wie sich Huub Stevens verändert hat, wieso sein Herz noch für Schalke schlägt und weshalb ihm das Spitzenspiel der beiden Verene gerade recht kommt.
Jörg Böhme, wie sehr sind Sie überrascht, dass die Partie zwischen ihren Ex-Klubs Mönchengladbach und Schalke am Samstag Abend zu diesem Zeitpunkt der Saison ein Bundesliga-Spitzenspiel ist?
Jörg Böhme: Beide Mannschaften spielen eine überdurchschnittlich gute Saison, was absolut nicht zu erwarten war. Besonders die Trainer muss man hervorheben: Sie bringen eine sensationelle Leistung. Lucien Favre hat in Gladbach genau an den richtigen Schräubchen gedreht und Huub Stevens hat trotz dauernder Verletzungssorgen eine tolle Mannschaft geformt.
Sind Sie überrascht, dass Huub Stevens nach der langen Auszeit wieder so gut auf Schalke funktioniert?
Jörg Böhme: Es ist keine Frage, dass Huub ein guter Trainer ist. Ich habe erst kürzlich eine Woche bei ihm hospitiert. Dabei ist mir aufgefallen, dass er viel lockerer geworden ist, im Vergleich zu der Zeit, als ich unter ihm gespielt habe. Das ist ein großes Plus und erklärt auch, warum er mit der Mannschaft derzeit so erfolgreich arbeitet.
Wie sind sie zu ihrer aktiven Zeit mit seiner Art klar gekommen?
Jörg Böhme: Ich bin mit ihm sowohl fachlich als auch zwischenmenschlich sehr gut zurecht gekommen. Er hat mich zum FC Schalke geholt, wir hatten eine erfolgreiche Zeit. Ihm habe ich es auch zu verdanken, dass ich Nationalspieler geworden bin.
Sie waren 2001 Teil der Schalker Mannschaft, die in der letzten Sekunde die Meisterschaft verloren hatte. Wie wichtig wäre eine Meisterschaft für den Verein?
Jörg Böhme: Der Verein ist so gut aufgestellt, dass es nicht entscheidend ist, ob man Meister wird oder nicht. Aber es wird endlich einmal Zeit, dass die überragenden Fans belohnt werden und das ewige Gequatsche vom »Meister der Herzen« endlich aufhört.
Ihr Herz hängt noch mehr an Schalke als an Gladbach?
Jörg Böhme: Ja. Dort habe ich vier Jahre lang gespielt und feierte meine größten Erfolge. Deswegen drücke ich den Schalkern die Daumen, dass sie in Gladbach gewinnen!
Welche Unterschiede sehen Sie zwischen beiden Vereinen?
Jörg Böhme: Beides sind Traditions-Clubs, aber auf Schalke ist die Emotionalität, die Leidenschaft für den Fußball ausgeprägter. Der Verein wird noch intensiver gelebt.
Woran merkt man als Spieler diesen Unterschied?
Jörg Böhme: Am ehesten merkt man das bei Auswärtsspielen. Bei Schalke haben uns 6.500 Fans nach Freiburg begleitet und 600 Kilometer Anfahrt auf sich genommen. Das ist etwas Besnderes!
---
News, Interviews, Blogs, Statistiken und Service zu: Borussia Mönchengladbach, Schalke 04





