Toni Polster über Lukas Podolski, den Prinzen von Köln
»Poldi würde auf der Tribüne seinen Schal schwenken«
Interview: Marius Gutowski Bild: Imago
Eigentlich wäre beim 1. FC Köln nur alles halb so schlimm, wenn, ja wenn nicht das Stadtheiligtum Lukas Podolski für vier Wochen verletzt ausfallen würde. Vor dem Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern am Sonntag sprachen wir mit FC-Legende Toni Polster.
Toni Polster, der 1. FC Köln spielt gegen den Abstieg. Drei Punkte trennen den Verein von einem Relegationsplatz und jetzt fällt auch noch Lukas Podolski für mindestens vier Wochen aus. Machen Sie sich Sorgen?
Toni Polster: Ich habe noch eine enge Bindung zum FC. Natürlich sorgt man sich dann bei dem derzeitigen Tabellenstand und dem Auftakt in die Rückrunde mit den zwei Pleiten.
Wie schwer wiegt die Verletzung des Prinzen Podolski?
Toni Polster: Unheimlich schwer. Nicht nur, weil er das Aushängeschild des Vereins ist, sondern auch, weil er während der gesamten Saison in Topform war.
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Wie kann der Verein seinen Ausfall kompensieren?
Toni Polster: Durch mannschaftliche Geschlossenheit. Vielleicht besteht gerade durch den Ausfall von Lukas eine Chance und andere Spieler blühen auf, weil vom gesamten Team jetzt nicht mehr so viel erwartet wird. Es wäre ja schon traurig, wenn eine Mannschaft aus so vielen Profis von einem Mann dermaßen stark abhängig ist.
Trotzdem hat man das Gefühl, dass Podolski seinen Mitspielern überlegen ist.
Toni Polster: Diese Karriere und das Können, das Lukas hat, kann im Kader kaum jemand aufweisen. Und dennoch müssen seine Teamkollegen jetzt Stolz haben und zeigen: »Der Lukas ist sicher ein wichtiges Element, aber auch wir können Fußballspielen.«
Die Verpflichtung von Podolski-Ersatz Chong Tese vom VfL Bochum wurde in Köln mit viel Missfallen aufgenommen. Warum ist es im Umfeld des Vereins immer so dermaßen unruhig?
Toni Polster: Der Verein ist an der Unruhe teilweise selbst Schuld, weil viele Probleme groß gemacht werden, die man schon im Keim hätte ersticken können. Es gibt immer noch Kommunikationsschwierigkeiten, Geschichten werden anders wiedergegeben oder teilweise komplett neu erfunden. Außerdem ist das Interesse der Fans riesig. Jeder will wissen, was im Klub passiert.
Wie kann man die Situation beruhigen?
Toni Polster: Das geht nur durch Zusammenhalt im gesamten Verein. Durch klare Absprachen und zielgerichtete Kommunikation.
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Die Zeit des Toni Polster beim 1. FC Köln beginnt auf unrühmliche Art und Weise: Als der 29-jährige Österreicher in die Domstadt wechselt, verspottet ihn die Presse. Der Stürmer sei zu langsam, übergewichtig und würde wie auf Stelzen laufen. Einzig und allein an der Frisur gibt es noch nichts zu meckern.





