Die Geschichte der Fußballfans

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21.01.2012

Sind Sie der Bösewicht der Liga, Felix Magath?

»Ich bin der liebste Mensch der Welt«

Interview: Christoph Biermann und Tim Jürgens  Bild: Johan Sebastian Hänel

Kein Bundesligatrainer polarisiert mehr als Felix Magath. Wie aber steht der Trainer des VfL Wolfsburg selbst zum Image des Schleifers, der Kritik an seiner Transferpolitik und dem Rosenkrieg auf Schalke? Für Ausgabe 121 sprachen wir ihm.

Sind Sie der Bösewicht der Liga, Felix Magath? - »Ich bin der liebste Mensch der Welt«


Felix Magath, Sie müssen mit einigen drastischen Klischees bezüglich Ihrer Person zurechtkommen. Wir würden mit Ihnen gerne mal Ihr Image auf seine Nähe zur Realität abklopfen.

Aha, jetzt kommen Sie auch mit der alten »Quälix«-Geschichte. Ich sage Ihnen gleich, mit dem Spitznamen hatte ich noch nie ein Problem, ich habe immer gerne Asterix gelesen.

Umso besser, dann lassen Sie uns doch mal die härtesten Vorwürfe nach und nach durchgehen. Machen Sie mit?

Na gut, dann schießen Sie mal los.

 

»Quälix«, »Saddam«, »Diktator« – kaum ein deutscher Coach hat von den Medien mehr zweifelhafte Spitznamen erhalten als Sie. Verbreiten Sie wirklich nur Angst und Schrecken?

Es wird mir immer unterstellt, dass ich so viel Furcht verbreite und Spieler unter Druck setze, dabei bin ich doch einer der liebsten Menschen der Welt. (lacht.)

Sie müssen uns nicht gleich vom Gegenteil überzeugen. Fakt ist doch, dass es kaum einen Trainer gibt, der nach Niederlagen eine deratige Laune ausstrahlt, dass jeder im Raum nur denkt: »Lass mich niemals schuld sein, dass dieser Mann ein Spiel verliert.«

Ich habe schon immer ein großes Problem mit dem Verlieren gehabt. Daraus habe ich auch nie einen Hehl gemacht…

Aber?

Ich habe auch schon früh und sehr bewusst die Entscheidung getroffen, meinen Zorn über Niederlagen oder dumme Fehler nach außen zu lassen. Allein schon aus gesundheitlichen Gründen.

Weil Sie Angst vorm Herzinfarkt haben?

Weil ich bei meinen Trainern Branko Zebec und Ernst Happel gesehen habe, was passiert, wenn man immer nur die Faust in der Tasche ballt. Bei denen hat es zu einem frühen Tod geführt, dass sie die Dinge immer in sich hineingefressen haben. Warum soll ich so ein Risiko eingehen? Die Öffentlichkeit kann ganz sicher damit leben, dass ich am Spielfeldrand gestikuliere und meine Spieler lautstark auf Fehler hinweise.

Kommen wir zu Ihren Herrschaftsritualen: Lukas Podolski haben Sie mal zum Rapport gerufen und dann minutenlang nur wortlos in der Teetasse gerührt.

Daran kann ich mich zwar nicht erinnern, aber es kommt immer wieder vor, dass ich mit Spielern rede, die gar nichts mitbekommen, weil sie sich offenbar mit ihren Gedanken ganz woanders sind. Da kann es schon mal passieren, dass ich ein, zwei Minuten überlege, ehe ich weiterspreche, damit mein Gegenüber auch versteht, was ich von ihm will.

Als Sie 2004 beim FC Bayern anheuerten, haben Sie Bastian Schweinsteiger beim ersten Training gefragt, wer er denn überhaupt sei.

Er war damals gerade Nationalspieler geworden. Selbst wenn es sich viele nicht vorstellen können, auch ich mache mir ab und an mal einen Spaß. Leider grübeln wohl mehr Profis dann darüber nach, als mir bewusst ist. Die Geschichte hatte auch einen Hintergrund. Er kam als Newcomer von der Europameisterschaft und war ein bisschen neben der Spur. Aber er hat die richtige Reaktion gezeigt. Nach zwei Wochen bei den Amateuren hat er sich wieder voll reingehängt.

Sie können aber nicht erwarten, dass jeder Profi Ironie versteht.

Manchmal habe ich den Eindruck, Jan Age Fjörtoft ist der einzige Spieler, der mich adäquat wahrgenommen hat.

Als Sie Eintracht Frankfurt im Jahr 2000 vor dem Abstieg retteten, hat er gesagt: »Ich weiß nicht, ob Magath die Titanic vorm Untergang bewahrt hätte, aber die Überlebenden wären topfit gewesen.«

Der Junge hat einige gute Sprüche drauf.

Ein junger Wolfsburger Spieler hat gesagt: »Ich habe es mir unter Magath immer schlimm vorgestellt, aber es war noch schlimmer.«

Jeder weiß, dass ich großen Wert auf körperliche Fitness lege. Man muss an seine Grenzen gehen und darüber hinaus, wenn man ein höheres Leistungsniveau erreichen will. Sie sollten solche Aussagen nicht so ernst nehmen. Ich glaube, der Spieler hat das eher humorvoll gemeint.



Aus Heft#121 12/2011

Das große Interview mit Felix Magath


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Kommentare

  • User
  • 22.01.2012 07:34:45 sliN

    geht so

  • User
  • 22.01.2012 07:34:54 sliN

    geht so.

  • User
  • 22.01.2012 17:24:11 quaaak

    "Ich war bei Schalke sportlich und wirtschaftlich sehr erfolgreich. In meiner Zeit hat dieser Verein durch den sportlichen Erfolg sehr viel verdient. Ich habe dem Klub sicher mehr Geld eingebracht, als ich ausgegeben habe."

    Lüge. Simpel zu überprüfen. Was ein Wichser.

  • User
  • 22.01.2012 17:56:00 alterzabo

    ... Heute aber gibt es in der Bundesliga keine elf Freunde mehr... Manche Spieler wechseln zu einem bestimmten Verein und haben dabei schon im Kopf, ihn in zwei Jahren wieder zu verlassen. Sie nutzen einen solchen Wechsel nur als Sprungbrett für ihre Karriere. Mehr nicht. Es gibt heute kaum noch eine Identifikation mit dem Klub. Also erwarte ich von einem Spieler zumindest, dass er sich mit den sportlichen Zielen identifiziert. Wenn er das nicht kann, brauche ich ihn nicht.
    Da muss ich ihm allerdings zustimmen. Man kann es beklagen, muss aber einen Weg finden, damit umzugehen.

    Gutes Interview, danke.

  • User
  • 22.01.2012 18:02:27 Beschorner

    @ zitat oben: so sieht es allerdings bei trainern heutzutage auch aus. siehe felix magath. wann hat er sich denn mal öffentlich zu einem verein bekannt? sehr unsympathisch der herr.

  • User
  • 22.01.2012 23:19:09 alterzabo

    sehe ich etwas anders, da ein Trainer bei Vertragsabschluß bereits weiß, im Falle des Mißerfolgs als erster gehen zu müßen, also eine Vertragslaufzeit von (meist) 24 Monaten-X zu starten.

  • User
  • 22.01.2012 23:54:42 Walter Baseggio

    Magath ist ein Drecksschwein !

    Wenn man jedem Angestellten des Vereins androht, ihn oder sie sofort zu entlassen bei nem Fehler, wenn man das Arbeitsklima vergiftet, wenn man 8 Stellen auf der Geschäfststelle streicht, um Geld zu sparen, aber gleichzeitig den Kader auf über 40 Mann erweitert, dann kann man nur ein charakterloses Schwein sein. Gerade in einer Stadt wie GE, wo jeder Fünfte arbeitslos ist.

    Dazu die Lüge, dass Schalke Geld spare... Im Vergleich zu 2009/2010 hat Schalke 2010/2011 18 Mio Mehrkosten bei den Gehältern gehabt.

    Al Kaida plant ja jetzt Entführungen. Ich empfehle Magath...

    Ich kann mich da echt in Rage reden bei diesem Unmenschen !!!

  • User
  • 23.01.2012 00:14:28 alterzabo

    Unmenschen !!!
    auch das das Vokabular des Ewiggestrigen.
    Was möchtest Du denn?
    Körperliche Gewalt?
    Exekution?
    Bist Du noch ganz bei Dir?

    Hier geht es um die berühmte "wichtigste" Nebensache der Welt, nicht mehr.

    wenn man das Arbeitsklima vergiftet, wenn man 8 Stellen auf der Geschäfststelle streicht, um Geld zu sparen, aber gleichzeitig den Kader auf über 40 Mann erweitert,

    Dazu gehört auch derjenige, der den Sanierer einsetzt. Mich verwundert dass Du gerne über die Peripherie geiferst, aber nie Herrn Tönnies in Deine Schimpfkanonaden mit einbeziehst.

  • User
  • 23.01.2012 02:33:17 Gandalf

    Trink dir mal nen Tee, Herr Baseggio,

    überleg dann Deine Wortwahl,

    und frag dich dann ganz sutsche,

    ob Deine Wortwahl so ganz angebracht war.


    (Wolltest doch so ganz anders agieren, oder?)

    (Und nun komm mir mich nicht damit, dat dein Onkel ja auch bei S04 angestellt ist und "Dönnekens" erzählen kann - das sollte er als Angestellter nämlich tunlichst vermeiden, nur als Anmerkung; aber das war ja auch in nem anderen Fred, der, wo du über KZ-Wächter geschwafelt hast)

  • User
  • 23.01.2012 08:32:23 BenHogan

    Herr Calimero, suchen Sie bitte mal den, nur ein paar Monate alten, Fred der magathschen Lobpreisung des Herren Schalkers. Danke!

  • User
  • 23.01.2012 10:59:46 Buthelezi

    Also ich finde Magath ja sehr unterhaltsam, vor allem auch im Umgang mit den Medien.

  • User
  • 25.01.2012 23:09:57 AntiMöller

    Magath verkörpert die Rolle des katzenstreichelnden High-Tech-Superschurken perfekt. Selbst sein Design: bösartig.
    Ich will ihn aber im Bundesliga-Rollenspiel nicht missen!

  • User
  • 25.01.2012 23:17:44 AntiMöller

    Magath, van Gaal, Mourinho, Ferguson, Hoeneß, ...es muß einen nicht verwundern, daß ein Teil der Communty hier, auch Spaß an der "World Wide Wrestling Dingens" hat.

  • User
  • 25.01.2012 23:52:12 Autobahnkreuz

    Das hat Potential Anti, Hulk Hoeneß ("I am the real Bavarian") mit seinem einem Move und den gleichen Reden wie vor 25 Jahren, ohne irgendwas neues, gewinnt am Ende trotzdem!

  • User
  • 25.01.2012 23:59:38 AntiMöller

    Bei Hoeneß hatte ich zwar mehr an den "Million Dollar Man" gedacht, aber Hulk Hoeneß triffst!

  • User
  • 26.01.2012 11:18:18 gelsenkirchen

    und fergusson der undertaker? seit jahren dabei und noch immer erfolgreich!

    van gaal ganz klar goldust!

    magath... hmmm.... typ schnieker fiesling. wie hieß nochmal der manager von ric flair?

    mourinho wäre ein hervorragender tag-team-partner für magaath.


    und dann die guten:

    kloppo is das 1-2-3-kid! so einer der die guten immer rettet wenn sie gerade von einem mob fieser zusammengestiefelt werden.

    heynckess ist ric flair. uralt und macht es nur noch wegen der kohle...

    labbadia ist einer von den beverly brothers.

    ballack hacksaw jim duggan, natürlich die deutsche edition!

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