Freiburg aufgepasst: Wie man als Tabellenletzter doch nicht absteigt!
Da hilft nur ein Wunder!
Text: Erik Peter Bild: Imago
Der SC Freiburg ist Tabellenschlusslicht der Liga. Doch trotz der fünf Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz gibt es Grund zur Hoffnung: Bereits 14 Vereine konnten in 48 Bundesligajahren als Hinrundenletzte noch den Abstieg vermeiden.
Eintracht Frankfurt, 1970/71 (Platz 15)
Nach einer miserablen Hinrunde mit nur neun geschossenen Toren und 11:23 Punkten, gelang der Eintracht in der zweiten Saisonhälfte insbesondere in den Heimspielen das Ruder herumzureißen. Bis auf ein Unentschieden wurden bis zum letzten Spieltag alle Spiele gewonnen. Dennoch ging es am 34. Spieltag im Spiel gegen Mönchengladbach, die im Fernduell mit den Bayern um die Meisterschaft kämpften, noch gegen den Abstieg. 72.000 Zuschauer sahen in Frankfurt eine 1:4-Niederlage gegen die Borussia, die dadurch Meister wurde. Gladbacher Fans stürmten den Platz und feierten die Meisterschaft, während das Stadion fieberhaft auf die Ergebnisse der Abstiegskonkurrenten Offenbach und Braunschweig wartete. Nach einigen Minuten meldete sich der Stadionsprecher mit folgenden Worten: »Wir gratulieren den Gladbachern zur Deutschen Meisterschaft. Aber bitte schonen sie den Rasen — die Eintracht braucht ihn noch für die nächste BUNDESLIGA-Saison!«
MSV Duisburg, 1973/74 (Platz 15)
Man kann von einem Wunder sprechen, wenn von Duisburgs Nicht-Abstieg 1973/74 die Rede ist. Genauer gesagt von Klaus »Cäsar« Wunder. Der Stürmer war mit acht Saisontoren bester Schütze seiner Mannschaft und stellte damit sicher, dass Duisburg das rettende Ufer erreichte. Entscheidend war der starke Schlussspurt. Nach 29 Spieltagen war der MSV immer noch Tabellenschlusslicht, doch vier Siege aus den letzten fünf Spielen retteten die Zebras. Nur »Cäsar« Wunder konnte nicht gehalten werden und wechselte zum FC Bayern München.
Arminia Bielefeld, 1980/81 (Platz 15)
Aufsteiger Arminia Bielefeld wollte sich mit Hilfe des Routiniers Uwe Kliemann in der Bundesliga behaupten. Doch der 31-Jährige, der für eine halbe Million D-Mark vom Absteiger Hertha BSC nach Ostwestfalen gekommen war, bestritt aufgrund von Knieproblemen kein einziges Spiel. Der in Berlin »Funkturm« genannte Abwehrrecke fehlte der Mannschaft die ganze Saison. Doch auch ohne ihn endete alles glimpflich. Bielefeld rettete sich am letzten Spieltag trotz einer Niederlage gegen Kaiserslautern, weil Abstiegskonkurrent 1860 in Karlsruhe mit 2:7 unterging. Und die 500.000 Mark für Kliemann gab es von einer Versicherung zurück.
Bayer Leverkusen, 1982/83 (Platz 11)
Bis heute hält Leverkusen den Rekord. Niemals konnte sich eine Mannschaft, die zur Halbserie ganz unten stand, am Ende höher postieren als die Werkself in der Saison 1982/83. Vor allem ein starker Schlussspurt mit vier Siegen aus den letzten sechs Spielen war für das Erreichen des elften Platzes verantwortlich. Doch der Weg auf die Erfolgsspur gestaltete sich für Leverkusen schwierig. Am 28. Spieltag führte die Mannschaft nach nur 17 Minuten mit 3:0 bei Borussia Dortmund, brauchte allerdings in der zweiten Hälfte auch nur 18 Minuten, um sich den Ausgleich zu fangen.
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