Eintracht-Braunschweig-Ultras beim Damenhockey
»Das ist wie Training für die!«
Interview: Marius Gutowski Bild: Imago
Die Ultras von Eintracht Braunschweig sind nicht nur im Fußball aktiv: Mit hundert Mann unterstützte die Gruppe »Cattiva-Brunsviga« die zweite Hockeymannschaft der Damen. Wir sprachen mit Trainer Tobias Dirks über den ungewöhnlichen Support.
Tobias Dirks, vor einigen Tagen tauchte im Internet ein Video von Eintracht Braunschweig-Ultras auf, die Ihre zweite Mannschaft der Hockeydamen mit lautstarken Fangesängen bei einem Spiel unterstützten. Das muss Sie ziemlich überrascht haben.
Tobias Dirks: Ganz und gar nicht. Die Fans sind uns bekannt und waren auch nicht zum ersten Mal da. Die Gruppe heißt »Cattiva Brunsviga« und kommt hin und wieder bei uns, wie bei allen anderen Mannschaften anderer Sportarten der Eintracht, vorbei. Das ist wie Training für die, wenn Winterpause ist. Meist meldet sich dann ein Vertreter ein bis zwei Wochen im Voraus an, damit wir Bescheid wissen. Die Mädels freuen sich dann immer ganz besonders auf die Spiele.
Aber bei dem Lärm versteht man doch bestimmt sein eigenes Wort nicht mehr.
Tobias Dirks: Das stimmt schon, die Kommunikation auf dem Platz ist stark eingeschränkt. Aber letztlich pusht das mehr, als dass es irritiert. Meistens sind bei unseren Spielen höchstens 50 Leute, die Gruppe allein bringt 100 Supporter mit. Das Positive überwiegt in jedem Fall. Sie haben ja gesehen, wie sich meine Mannschaft nach dem Spiel feiern lässt, auch wenn es zum Sieg leider nicht gereicht hat.
Solche Gruppierungen haben beim Fußball in den Medien meist ein negatives Image. Wie haben Sie die Fans erlebt?
Tobias Dirks: Unheimlich gesittet. Die benehmen sich immer vorbildlich, räumen danach ihren Müll weg und sind friedlich. Sicher geht das beim Fußball ein bisschen heftiger zu. Bei uns hat sich aber noch niemand darüber beschwert.
Wie reagieren denn die anderen Fans darauf?
Tobias Dirks: Unsere Leute aus Braunschweig finden das toll, die kennen die Gruppe auch schon. Seit drei, vier Jahren kommen die »Cattiva« zu unseren Spielen, so zwei bis drei Mal im Jahr. Die Fans der anderen Mannschaften reagieren meistens erst ein bisschen geschockt, nehmen das aber dann an. Selbst die Schiedsrichter finden das ok.
Wie hat sich die ganze Geschichte entwickelt?
Tobias Dirks: Losgetreten wurde das von Personen, die Stadionverbot hatten und sich bei anderen Sportveranstaltungen rehabilitieren mussten. Die sind dann eben zu uns gekommen und haben Stimmung gemacht. Heute kommen aber nicht nur Leute, die nicht zum Fußball gehen dürfen, sondern auch andere aus der Gruppe. Mich und die Mädels würde es auf jeden Fall freuen, wenn wir in jedem Spiel so eine Unterstützung hätten.
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