Deutschlands Tennisstar Andrea Petkovic im Interview
»Schweinsteiger hat mich herausgefordert«
Interview: Ron Ulrich Bild: Imago
Andrea Petkovic ist die derzeit beste deutsche Tennisspielerin. In der aktuellen Ausgabe von 11FREUNDE sprachen wir mit ihr über Parallelen zum Fußball, ihren Kontakt zu Bundesliga-Rüpel Maik Franz und die große Liebe Eintracht Frankfurt.
Andrea Petkovic, Sie kommen aus der Nähe von Darmstadt und fiebern mit der Eintracht. Wie kommt es dazu?
Andrea Petkovic: Mein Trainingsplatz lag zwar genau neben dem Böllenfalltor in Darmstadt, aber das Waldstadion war einfach nochmal eine Nummer größer. Die Jungs aus meiner Klasse waren alle Lilien-Fans, die haben sich dann immer am Bahnhof hingestellt und auf die Offenbacher gewartet. Ich aber bin schon als Kind ständig ins Waldstadion gegangen, das fing zu der Zeit von Jay-Jay Okocha an.
Das war noch die große Zeit der Eintracht, von der viele Fans heute schwärmen.
Andrea Petkovic: Ja, danach ging es bergab. Doch gerade diese »Underdog«- Mentalität hat mich fasziniert. Die Eintracht hat in der Folge ständig eins drüber bekommen, doch bis zum Schluss gekämpft. Und die Fans haben nie die Hoffnung verloren und weiter gesungen. Spätestens da habe ich mein Herz an die SGE verloren. Letztes Jahr habe ich mich dann im Sportstudio erstmals als Eintracht-Fan geoutet – prompt sind sie abgestiegen. Aber momentan läuft es ganz gut in der Zweiten Liga.
Sie sind mehr als 30 Wochen im Jahr unterwegs – auf der ganzen Welt. Kann man da die Bundesliga überhaupt noch verfolgen?
Andrea Petkovic: Es ist schwierig, gerade wegen der Zeitunterschiede. Doch im Abstiegskampf der letzten Saison habe ich mitgefiebert, egal wo ich war. Ich werde nie vergessen, wie ich mir in Amerika den Wecker morgens um sechs Uhr gestellt habe, um einen Livestream zu sehen. Frankfurt gegen Kaiserslautern, dieses 0:0, als Lauterns Srdjan Lakic noch kurz vor Schluss eine Riesen-Chance vergeben hat. Da saß ich da tausende Kilometer entfernt und habe vor dem Laptop darüber gejubelt, dass wir wenigstens einen Punkt geholt hatten. Die Julia Görges ist übrigens genauso fußball-verrückt, aber sie hat mehr Grund zur Freude: Sie ist Fan von Bayern München.
Also spielt Fußball in der Tenniswelt eine große Rolle?
Andrea Petkovic: Total. Wir waren in Cincinnati und plötzlich kam aus der Kabine der Männer ein Riesen- Gebrüll. Da spielte gerade Real Madrid gegen Barcelona und alle sind durchgedreht. Sieben Madrid-Fans, darunter natürlich Rafael Nadal, drei Barcelona-Fans – und alle hatten auf ihrem Laptop einen Stream laufen. Die sind wie geisteskrank hin und her gelaufen, weil abwechselnd bei dem einen, dann bei dem anderen der Stream abgestürzt ist.
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Ergänzung zu Heft#122 01/2012







