Die Geschichte der Fußballfans

11FREUNDE-Spezial: Nr. 1

Die Geschichte der Fußballfans

Neu hier? Alle Infos zu 11Freunde Community
03.02.2012

Fürths Stephan Schröck und Thomas Kleine im Interview

»Dieses Jahr packen wir es«

Interview: Ron Ulrich  Bild: Imago

In unserem aktuellen Heft beleuchten wir die SpVgg Greuther Fürth und baten dafür zwei langjährige Spieler zum Interview. Kapitän Thomas Kleine und Stephan Schröck sprechen über den Unaufsteigbar-Mythos, gemeinsame Reisen nach Prag und Trainer Mike Büskens.

Fürths Stephan Schröck und Thomas Kleine im Interview - »Dieses Jahr packen wir es«


Stephan Schröck und Thomas Kleine, Sie beide gehören zu den dienstältesten Spielern bei der SpVgg Greuther Fürth. Was kennzeichnet diesen Verein?

Stephan Schröck: Ich bin seit elf Jahren hier, für mich ist das wie eine zweite Familie. Hier passieren auch kuriose Sachen, die normalerweise im Profifußball so nicht vorkommen. Alle sind sich hier sehr verbunden, vom Platzwart bis zum Stürmer kennt jeder jeden. Ich habe zum Beispiel auch mit Jungs aus unserer B-Jugend Kontakt.

Thomas Kleine: Es stimmt, der Verein ist sehr familiär. Da besteht schon ein Riesen-Unterschied zu den anderen Vereinen, in denen ich gespielt habe. Borussia Mönchengladbach und Hannover haben ein viel größeres Umfeld, da werden die Spieler mehr abgeschottet.



Der Nachteil ist, dass bei einem Spiel wie gegen Union Berlin auch nur 7.000 Zuschauer kommen.

Thomas Kleine: Als Spieler will man natürlich vor vollen Rängen spielen, da sind diese Zahlen schon enttäuschend. Die 7.000, die immer kommen, machen Krach und stehen voll hinter uns. Und all die anderen, die zu Hause geblieben sind, müssten sich eigentlich in den Allerwertesten treten. (Fürth besiegte Union an diesem Abend mit 5:0, die Red.)

Stephan Schröck: Wir merken den Rückhalt unserer Stammfans. Warum es nicht mehr sind, ist schwierig zu erklären. Doch man muss auch sagen, dass sich da schon etwas entwickelt hat.

Thomas Kleine: Verglichen mit früheren Jahren, haben wir den Schnitt schon um mehrere tausend Zuschauer gehoben.

Liegt der geringe Zuschauerschnitt daran, dass der Fürther an sich nicht so begeisterungsfähig ist?

Thomas Kleine: Der Franke ist vielleicht etwas vorsichtiger und pessimistischer. Ich komme aus dem Rheinland, das ist eine ganz andere Mentalität. Gerade im Erfolg sind die Leute dort dann auch manchmal zu euphorisch, das ist auch nicht förderlich.

Stephan Schröck: Es war schon auffällig, dass hier in den vergangenen Jahren nach Niederlagen schnell alles in Frage gestellt wurde. So etwas kann eine Mannschaft belasten.

War das ein Faktor, warum es mit dem Aufstieg in die 1. Bundesliga bislang nicht geklappt hat?

Stephan Schröck: Uns fehlte der Glaube, dass wir es packen. Wir waren einfach zu oft in der Verfolgerrolle und mussten jagen, jagen, jagen! In dieser Phase sind wir an unserem fehlendem Selbstbewusstsein gescheitert, das muss man so deutlich sagen. Hinzu kam, dass teilweise Spieler mit auf dem Platz standen, bei denen nicht klar war, wo sie im nächsten Jahr spielen.

Sie meinen 2007, als es Unruhe um Christian Timm oder Andre Mijatovic gab.

Stephan Schröck: Das hat uns aus dem Tritt gebracht, war aber nicht der einzige Grund, warum wir es nicht geschafft haben. Der Verein hat daraus gelernt: In diesem Jahr haben die Stammspieler einen langfristigen Vertrag. Das ist sehr wichtig, damit jeder Spieler bis zum Ende alles aus sich herausholt.

Hätten Sie sich als Spieler vom Verein manchmal etwas mehr Risiko gewünscht?

Stephan Schröck: In der vergangenen Saison waren unglaublich viele Spieler bei uns verletzt. Vielleicht wäre es da besser gewesen, ein bisschen mehr Geld in die Hand zu nehmen. Aber selbst bei teuren Einkäufen hat man im Fußball keine Garantie.

Thomas Kleine: Es ist natürlich eine Geldfrage, ob man die Leute halten kann oder nicht. Doch wir müssen davon wegkommen, dass entscheidende Spieler den Verein verlassen. Der Verein ist in dieser Hinsicht auf einem guten Weg. Anders als in den letzten Jahren wurde die Mannschaft vor dieser Saison zusammen gehalten. Wir konnten uns als Team finden. Einen solchen Zusammenhalt wie in diesem Jahr habe ich in meiner Karriere selten erlebt.

Wie macht sich das bemerkbar?

Thomas Kleine: Wir machen ziemlich viel zusammen, gehen ins Kino oder zusammen essen, vor einer Länderspielpause auch mal in die Disco.

Stephan Schröck: Als Milorad Pekovic mit Serbien in der Relegation in Prag gespielt hat, ist die komplette Mannschaft hingefahren, um ihn zu unterstützen. Dabei war das ein freiwilliger Termin.



Aus Heft#123 02/2012

70 Jahre Sir Alex Ferguson!


weiterlesen [1] [2]



---
News, Interviews, Blogs, Statistiken und Service zu: SpVgg Greuther Fürth








Fotostrecke



Ähnliche Artikel

Kommentare

  • User
  • 12.02.2012 14:14:42 Fix

    Hat Büskens im letzten Jahr sein Vertrag um ein oder um zwei Jahre verlängert?

  • User
  • 12.02.2012 14:17:14 saloth sar

    das kannste ganz einfach selber rausfinden

  • User
  • 12.02.2012 14:28:43 ColePorter

    Fürth...mhhh...nuja.
    Augsburg, Hoffenheim und dann noch Fürth...irgendwie nich so geil.

  • User
  • 12.02.2012 14:50:45 gelsenkirchen

    buyo verlängert immer nur um eins.

  • User
  • 13.02.2012 14:57:57 alterzabo

    grrr. so schnelldurchlauf soeben federvieh gelesen.

zum Forum

Logge Dich ein, um einen Beitrag zu schreiben!

VON DEN LESERN EMPFOHLEN



DIE AKTUELLE UMFRAGE

Wo guckt ihr Bayern-Chelsea?

Zuhause
Dahoam
Egal, Hauptsache es gibt Bier
Egal, Hauptsache es gibt Schnaps
Im Stadion
Ich gucke lieber »25 Jahre Kuschelrock« auf RTL
Ich lese lieber ein Lucky-Luke-Comic
Ich habe keine Zeit, Oma kommt zu Besuch
Geht Euch nix an!




Hans Sarpei über Facebook, Magath und Effenberg


Der Spieler mit dem kürzesten Nachnamen in der Geschichte des FC Bayern

  • Jürgen Ey (Saison 1970/71)

Das Tagesticker-Archiv

11Freunde Liveticker

11FREUNDE @ TWITTER