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11.01.2012

Jakob Falk von »Pro Fans« über Ultras, Pyro und den Fankongress

»Die Medien haben Öl ins Feuer gegossen«

Interview: Andreas Bock  Bild: Imago

Am kommenden Wochenende findet in Berlin ein vereinsübergreifender Fankongress statt. Wir sprachen mit Organisator Jakob Falk von »Pro Fans« über Gewalt im Fußball, die Pyro-Debatte und die Hysterie der Medien.

Jakob Falk von »Pro Fans« über Ultras, Pyro und den Fankongress - »Die Medien haben Öl ins Feuer gegossen«


Am kommenden Wochenende findet in Berlin der Fankongress 2012 statt. Der Grundgedanke lautet: »Wie schaut der Fußball in der Zukunft aus und welche Rolle spielen die Fans dabei?« Am Samstag und Sonntag wird es Podiumsdiskussionen und Workshops zu Themen wie 50+1, Pyrotechnik, Anstoßzeiten, Selbstbestimmung in der Kurve, soziale Verantwortung, Eintrittspreise etc. geben. Diskussionsteilnehmer sind u.a. Martin Kind (Präsident von Hannover 96), Jonas Gabler (Autor von »Die Ultras«), Dirk Grosse (Sky Deutschland AG), Holger Hieronymus (Geschäftsführer DFL), Hendrik Große Lefert (Sicherheitsbeauftragter DFB) oder Kevin Miles (Football Supporters Federation). Weitere Infos findet ihr auf www.fankongress-2012.de.

Im Laufe dieser Woche lest hier auf der 11FREUNDE-Homepage Interviews und Berichte zum Thema Fankultur. Ihr findet alle Berichte gesammelt unter www.11freunde.de/fans.


Jakob Falk, im Oktober 2010 fand in Berlin eine große Fan-Demonstration mit über 10.000 Teilnehmern statt, die ein breites mediales Echo hervorrief. Wieso wird es am kommenden Wochenende einen Fan-Kongress geben? Ist das der Wunsch nach mehr Dialog?

Jakob Falk: Es stimmt, die Demo war medial sehr präsent, sogar die »Tagesschau« hat darüber berichtet. Bestimmte Initiativen wären ohne die Fandemo nie entstanden, für die Kampagne »Pyrotechnik legalisieren – Emotionen respektieren« war sie eine Art Katalysator. Und trotzdem: Auf Verbandsebene hat sich seitdem relativ wenig getan. Die DFB-Statuten sind in punkto Fankultur ähnlich wie im Oktober 2010.



Was ist denn das Anliegen des Fankongresses?

Jakob Falk: Wir möchten ein differenziertes Bild von Fankultur zeichnen. Dabei wollen wir nicht nur meckern und einfordern, sondern uns selbstkritisch geben und zeigen, wie wichtig Fankultur für den Fußball, für Verbände und die Vereine ist.

Als kalkulierbare Größe im großen modernen Fußball-Event.

Jakob Falk: Auch wenn es so ist, finde ich es wichtig, dass man sich von Verbands- oder Vereinsseite überhaupt mit Fan-Anliegen beschäftigt. Bestes Beispiel: Der FC Arsenal. Dort hat sich vor einiger Zeit ein Komitee aus Vereinsfunktionären gegründet, das die Frage erörtert, warum keine Stimmung mehr im Stadion ist. So weit soll es in Deutschland nicht kommen. Deshalb möchten wir uns zeigen, wir möchten sagen: Wir sind Fans, das wünschen wir uns, das möchten wir gerne realisieren. Kurz: Wir wollen uns vorstellen.

Das muss man noch tun? Ist es nicht so, dass Fankultur im Gegensatz zu den Achtzigern längst im Mainstream angekommen ist?

Jakob Falk: Natürlich haben wir heute ein größeres Forum und eine andere Basis als Fußballfans in den siebziger oder achtziger Jahren. Dennoch sind die Gefahren für unsere Fankultur nach wie vor vorhanden. Man muss dafür nicht mal die ewigen Negativbeispiele England, Italien oder Spanien beleuchten. Auch hier ist der Motor der Kommerzialisierung voll im Gang. Auch hier nimmt die Sanktionierung der Fans stetig zu. 

Bei der Fandemo im Oktober 2010 haben einige Ultraszenen, zum Beispiel die von Borussia Mönchengladbach, nicht teilgenommen. Wie ist es dieses Mal?

Jakob Falk: Gewisse Szenen kritisierten damals die angebliche Doppelmoral. Der Vorwurf: Man verbrüdere sich in diesem Rahmen, bekriegt sich aber in einem anderen. Dieses Mal scheint es anders, jedenfalls hat sich bis jetzt noch niemand öffentlich gegen eine Teilnahme beim Fankongress ausgesprochen. Ich werde den Hut vor den Leuten ziehen, die ihre Rivalitäten für zwei Tage hinten anstellen.


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Kommentare

  • User
  • 11.01.2012 12:25:26 mehmetwirdankendir

    Es hat Provokationen aus dem BVB-Block gegeben, und kurz zuvor waren die Gespräche um Pyrotechnik von DFB-Seite für beendet erklärt worden. Es war eine Frustreaktion, die man nicht schönreden muss, aber auch nicht überhöhen sollte.

    Es gibt immer irgendwas. Ich empfehle Asterix - der große Graben. Solange solche Sätze kommen, darf man sie eigentlich nicht ernst nehmen.

  • User
  • 11.01.2012 12:28:26 misterkite

    kann mir jemand mal erklären (gerne auch "wie einem kind"), wer jetzt eigentlich genau diese bösen medien sind , die IMMER an ALLEM schuld sein sollen?

  • User
  • 11.01.2012 12:29:49 saloth sar

    ICH! unter anderem

  • User
  • 11.01.2012 12:33:53 misterkite

    du bist "die böse medien" ?? IM LÄBE NED!

  • User
  • 11.01.2012 12:34:16 misterkite

    aber wnen das so ist: MEDIENVERBOT IN ALLEN STADIEN!

  • User
  • 11.01.2012 12:35:45 saloth sar

    ich bin's ja nicht allein, chad und dan und will und vincent und bridget und und und gehoeren da auch mit zu

  • User
  • 11.01.2012 12:36:22 saloth sar

    und tom und liam und don und dan (ne is 'n anderer) und john und alan

  • User
  • 11.01.2012 12:37:56 misterkite

    liam? gallagher? dann wundert mich nix mehr!

  • User
  • 11.01.2012 12:39:53 misterkite

    hull? das soll ja beinhart sein da....

  • User
  • 11.01.2012 12:52:52 misterkite

    deswegen isser sicher weg. aber was genau machen die medien, das interesisert mich, die sind doch immer irgendwie beteiligt??

  • User
  • 11.01.2012 12:54:00 saloth sar

    mit verstorbenen sprechen

  • User
  • 11.01.2012 15:27:59 AbteilungAttacke

    Uiuiuiuiui, mal wieder ein knallhartes Interview und keine bloße Stichwortvorgabe.

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