Frankfurt-Legende Jan Åge Fjörtoft über Humor im Fußball
»Götze ist sicher kein Stand-Up-Comedian«
Interview: Marius Gutowski Bild: Imago
Jan Åge Fjörtoft ist nicht nur eine Frankfurter Legende, sondern auch ein außergewöhnlich lustiger Zeitgenosse. Ein Gespräch über Elektroschocks, den Humor von Felix Magath und Mario Götzes Qualitäten als Entertainer.
Jan Åge Fjörtoft, wir kennen Sie als extrovertierten Profi, aber sind Sie mittlerweile eigentlich vollkommen verrückt geworden?
Jan Åge Fjörtoft: Wie kommen Sie darauf?
Vor ein paar Wochen tauchte ein Video von Ihnen im Internet auf, in dem Sie freiwillig Fußball mit Elektroschocks fabrizierten.
Jan Åge Fjörtoft (lacht): Ach so, das meinen Sie. Der norwegische Sender »TV2« wollte ein Spiel zwischen ihrer Sportredaktion und der von »Viasat«, dem Sender, bei dem ich als Moderator arbeite. Ich habe ihnen gesagt, dass ich nicht mehr so unter Strom stehe, seit ich aufgehört habe. So ist dann die Idee entstanden.
Die Schocks waren also alle echt?
Jan Åge Fjörtoft: Aber natürlich, was denken Sie denn? Das Schlimmste war das Warten auf den Stromschlag. Man wusste, dass es gleich höllisch weh tun würde, nur nicht genau wann. Das Warten allein hat mir Kopfschmerzen bereitet. Im Nachhinein fand ich es trotzdem sehr lustig. Und das Video ist auf YouTube ein Riesenhit geworden.
Sie galten schon früher als ein Profi mit einem ausgeprägten Sinn für Humor. Hatten Sie in der Winterpause ein Patentrezept gegen den Lagerkoller im Trainingslager?
Jan Åge Fjörtoft: Ein Patentrezept gibt es nicht. Aber gerade in einer Situation wie dem Trainingslager ist es wichtig, dass man nicht vergisst, was man tut. Fußballprofi zu sein ist ein ungeheurer Luxus.
Sie müssen es wissen: Gilt das auch noch, wenn man dreimal täglich von Felix Magath durch den Wald gescheucht wird?
Jan Åge Fjörtoft: Sicher ist das anstrengend. Und wenn der Tag zu Ende geht, fällt man tot in sein Bett. Aber es könnte wirklich schlimmer sein. Man könnte einen normalen Job haben. Ein Profi macht doch genau das, was für tausende Fans ein absoluter Traum ist. Die meisten Fußballer vermissen nach ihrem Karriereende die ganze Schufterei, weil die Herausforderung fehlt. Am schlimmsten finde ich es, wenn die Spieler klagen, dass sie zu hart trainieren. Jeder Fußballer hat sich seinen Lebenstraum erfüllt. Diese Sichtweise darf man nicht verlieren.
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