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20.12.2011

Bochum-Manager Jens Todt im Interview

»Wir werden uns nicht einigeln«

Interview: Roland Wiedemann  Bild: Imago

Es ist der Klassiker von David gegen Goliath: Im Achtelfinale des DFB-Pokals hat Gastgeber VfL Bochum gegen Bayern München nur Außenseiterchancen. Bochums Manager Jens Todt hofft trotzdem auf die große Überraschung.

Bochum-Manager Jens Todt im Interview - »Wir werden uns nicht einigeln«


Jens Todt, dank des 2:0-Siegs gegen den FSV Frankfurt hat der VfL Bochum den Abstand auf die Abstiegsplätze auf zehn Punkte erhöht. Jetzt kann man sich uneingeschränkt auf das Pokalspiel gegen den FC Bayern München freuen.

Jens Todt: Das tun wir. Die Mannschaft hat gegen Frankfurt ihren Aufwärtstrend fortgesetzt. Und nun kommt das Spiel des Jahres. Angesichts des Hypes hatten wir schon ein bisschen die Befürchtung, dass vielleicht das Pokalspiel gegen die Bayern in den Köpfen stecken könnte, wenn wir nach Frankfurt fahren. Aber die Mannschaft hat das gut gemacht.



Was erwartet die Bayern-Stars heute Abend in Bochum?

Jens Todt: Ein volles Haus, ein enges Stadion.

Und einen Gegner, der sich von der erste Minute an in der eigenen Hälfte einmauert?

Jens Todt: Man muss gegen die Bayern natürlich eine gewisse Kompaktheit herstellen. Aber wir werden uns nicht hinten einigeln, sondern wollen unser Spiel spielen. Der FC Bayern gewinnt vielleicht neun von zehn Spielen gegen einen Gegner wie den VfL Bochum. Aber an einem guten Tag können wir die Bayern schlagen.

An schlechten Tagen verliert Ihr Team 0:4 gegen Paderborn oder Braunschweig…

Jens Todt: Keine Frage, es fehlte die Stabilität. Aber ich sehe uns auf einem guten Weg.

In der vergangenen Saison ist der VfL Bochum nur knapp am Aufstieg gescheitert, in der Rückrunde hatte das Team damals sehr, sehr konstant gespielt.

Jens Todt: Ich glaube, dass danach eben die Stabilität der Mannschaft überschätzt worden ist. Jeder hat gedacht, jetzt ist der VfL beinahe aufgestiegen, jetzt muss er in der neuen Saison ganz vorne in der 2. Liga mitspielen. Aber wir hatten zum einen viele Verletzte zu beklagen und zudem war der eine oder andere Spieler mit sich selbst beschäftigt. Wir gerieten in eine Negativspirale.

Mit der Folge, dass Trainer Friedhelm Funkel bereits nach dem siebten Spieltag seinen Trainerjob loswurde. Es war die erste Entlassung, die Sie als Manager-Neuling aussprechen mussten.

Jens Todt: Das war kein schöner Tag. Ich habe mich aber auch schon in meiner Funktion als Leiter des Nachwuchszentrums beim VfL Wolfsburg von Mitarbeitern trennen müssen. Wir waren im September an einem Punkt angelangt, wo wir handeln mussten.


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