Yildiray Bastürk über Bayer Leverkusen 2002
»Wir waren in Europa gefürchtet«
Interview: Marius Gutowski Bild: Imago
Er war »Zaubermaus« und »Napoleon« in einem: Ein begnadeter Techniker und Lenker des Spiels. Wir sprachen mit Yildiray Bastürk über die Leverkusener Mannschaft von 2002, die schwere Zeit in Stuttgart und einen kriselnden VfL Bochum.
Yildiray Bastürk, nächstes Jahr feiert die Leverkusener Erfolgsmannmannschaft von 2002 ihr zehnjähriges Jubiläum. Mit welchem Star von Real Madrid haben Sie nach dem Champions League-Finale das Trikot getauscht?
Yildiray Bastürk: Ich hatte Glück und konnte mir das Leibchen von Luis Figo angeln...
...das ganz sicher einen Ehrenplatz bei Ihnen zu Hause hat.
Yildiray Bastürk: Noch nicht. Ich bin gerade erst umgezogen, werde mir aber sehr bald ein Zimmer für die ganzen Trikots einrichten (lacht).
Geht man zum Jubiläum mit der Mannschaft von damals ein Bier trinken?
Yildiray Bastürk: Geplant ist bis jetzt noch nichts. Wir haben uns aber alle vergangenes Jahr zum Abschiedsspiel von Bernd Schneider getroffen. Es war toll, die ganze Mannschaft noch ein mal zusammen zu sehen.
Spricht man bei so einer Gelegenheit über die gemeinsame Zeit oder ist das Thema mittlerweile ausgelutscht?
Yildiray Bastürk: Natürlich erinnert man sich gerne zurück. Wir haben ja eine sensationelle Saison gespielt. In Europa waren wir gefürchtet für unser Kurzpassspiel. Ich bin rückblickend stolz darauf, auch wenn wir am Ende mit leeren Händen da standen.
Ihr Trainer Klaus Toppmöller sagte damals, dass Titel nicht das Wichtigste wären. Sehen Sie das auch so?
Yildiray Bastürk: Keine Frage, ein Titel wäre das i-Tüpfelchen gewesen. Es war unsere Chance, etwas Großes zu erreichen. Trotzdem bleibt es die beste Saison, die Leverkusen je gespielt hat.
Angeblich folgte für Sie als Belohnung ein Angebot von Manchester United.
Yildiray Bastürk: Direkten Kontakt mit Alex Ferguson hatte ich nicht, das Interesse habe ich in den Medien aber wahrgenommen.
Statt Manchester wechselten Sie über den VfB Stuttgart und Hertha BSC 2010 zu den Blackburn Rovers. Warum?
Yildiray Bastürk: Da muss ich weiter ausholen. Nach Blackburn bin ich eigentlich nur gegangen, weil ich unbedingt aus Stuttgart weg wollte. Ich wollte spielen, beim VfB ging das leider nicht mehr.
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