Die Geschichte der Fußballfans

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15.12.2011

Timo Hildebrands Karriereknick

Wie im Bilderbuch – nur umgekehrt

Text: Ron Ulrich  Bild: Imago

Timo Hildebrand wurde 2007 mit dem VfB Stuttgart Deutscher Meister. Seitdem startete er eine Bilderbuchkarriere – nur umgekehrt. Vor seinem heutigen Pflichtspieldebüt für den FC Schalke zeichnen wir Hildebrands Weg der letzten Jahre nach.

Timo Hildebrands Karriereknick - Wie im Bilderbuch – nur umgekehrt


Januar 2007

Hildebrand gibt seinen Abgang vom VfB Stuttgart zum kommenden Sommer bekannt und wird als »Abzocker« gebrandmarkt. Die teils persönliche Kritik setzt dem Torhüter zu, er verliert drei Kilogramm Körpergewicht. Vor allem sein in der Branche umstrittener Agent Dusan Bukovac gilt als Katalysator für den Wechsel. »Sicherlich hatte ich Menschen um mich herum, die in der Branche nicht gut angesehen waren«, erklärte Hildebrand später der »SportBild«.



März 2007

Trotz des enormen Imageschadens entwickelt sich Hildebrand zu einem echten Rückhalt der Stuttgarter. Im Zuge seiner starken Rückrunde bekommt er immer mehr Fürsprecher, die ihn in der Nationalmannschaft als legitimen Nachfolger von Jens Lehmann sehen.

Juli 2007

Hildebrand verabschiedet sich vom VfB Stuttgart, bei dem er seit seinem 16. Lebensjahr gespielt hatte, mit dem Meistertitel. In Erinnerung bleibt vielen sein unglaublicher Reflex am vorletzten Spieltag, als er aus kürzester Distanz einen Schuss von Christoph Dabrowski abwehrt und damit dem VfB den 3:2-Sieg rettet. Heute sagt er: »Ich hätte Stuttgart nie verlassen dürfen.« Er wechselt zum FC Valencia.

August 2007

Beim Klub in Valencia tobt ein erbitterter Machtkampf zwischen Manager Amadeo Carboni und Trainer Quique Sanchez Flores. Manager Carboni, der sich für eine Verpflichtung Hildebrands eingesetzt hatte, verliert an Einfluss. Im Tor des spanischen Erstligisten steht nicht Hildebrand, sondern Santiago Canizares.


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Gegentor im Pokalfinale: In seinem letzten Spiel im VfB-Tor unterliegt Timo Hildebrand mit seinem VfB dem 1. FC Nürnberg.


Fotostrecke

  • Gegentor im Pokalfinale: In seinem letzten Spiel im VfB-Tor unterliegt Timo Hildebrand mit seinem VfB dem 1. FC Nürnberg.
  • Mehr als einen Trostpreis errang er aber eine Woche zuvor. Nach einem 2:1-Sieg gegen Cottbus ist der VfB mit Hildebrand im Tor Deutscher Meister.
  • Die Fans haben da Hildebrand dessen nahenden Wechsel nach Spanien verziehen und feiern ihren Torhüter.
  • Die Szene des Jahres: Kurz vor Schluss rettet Hildebrand gegen Bochums Dabrowski den 3:2-Sieg des VfB am vorletzten Bundesligaspieltag.
  • In Valencia wurde Hildebrand trotz des Pokalsieges nie glücklich.
  • Er kehrt zurück in die Bundesliga. Bei der TSG Hoffenheim spielt er eine gute Rückrunde, kann das Abrutschen des vormaligen Spitzenreiters jedoch nicht aufhalten.


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Kommentare

  • User
  • 14.12.2011 22:09:10 Marco Polo

    »Ich hätte Stuttgart nie verlassen dürfen.«

    Das habe ich mir, im übertragenen Sinn auch schon oft gedacht. Kam mir damals schon spanisch vor, dass er gewechselt ist.

  • User
  • 14.12.2011 22:10:10 gelsenkirchen

    jedesmal wenn ich auf der 81 oder 8 bin denke ich "endlich!"

  • User
  • 14.12.2011 23:06:01 t_moan

    wärsch et ganga, hätt di dr sven vertrieba. aber eher schbädr als friahr. depp.

  • User
  • 15.12.2011 11:38:38 gelsenkirchen

    genau deswegen denke ich das meistens.

  • User
  • 15.12.2011 17:51:17 t_moan

    Einmal in der Saison oder jeden Freitagabend?

  • User
  • 15.12.2011 18:19:38 sgu07

    @tmoan
    wärsch et ganga, hätt di dr sven vertrieba. aber eher schbädr als friahr. depp.

    heddsch gosch ghalta, wärs bessr gwä. dr sven hedd bis jetz net oi spiel gmacht, wenn dr timo blieba wär.

  • User
  • 15.12.2011 18:21:38 gygax

    Wolle kaufe?

  • User
  • 15.12.2011 18:38:54 Papiertiger

    Ein Schalker Hobby? Torwarte verkaufen!

  • User
  • 15.12.2011 20:17:29 Walter Baseggio

    Ich bin ja so ein bisschen hin und hergerissen. Der Hildebrand war ja gestern nicht schlecht. Aber eigentlich präferiere ich nen Torhüter aus der Mattuschak-Schule.

  • User
  • 16.12.2011 11:29:47 wurstendbinder

    ich finde die geschichte von timo hildebrand sehr exemplarisch dafür, wie schnell man im profifussball als gescheitert gilt, gerade wenn man auch mal unkonventionelle wege geht. und sie zeigt, dass man als torwart mit einem wechsel ins ausland noch viel mehr riskiert und es deswegen nur die wenigsten machen. seine bilanz ist mit über 350 profieinsätzen und einem deutschen meistertitel und einem spanischen pokal doch aller ehren wert. und außerdem ist er immer noch in einem alter, wo man als torwart nochmal voll durchstarten kann. vielleicht hätte er es schon vor einem jahr eine klasse weiter unten versuchen sollen, aber der zug ist, denke ich, noch lange nicht abgefahren. aber man sollte sich halt irgendwann auch nicht mehr zu schade sein, 2 bundesliga oder sowas wie schweizer oder österreichische erste liga zu spielen.

    ich verfolge das jedenfalls weiterhin sehr gespannt. das lebenszeichen, das er diese woche gegeben hat war in jedem fall mit vielen dicken ausrufezeichen versehen.

  • User
  • 16.12.2011 11:39:27 h_g_bruns

    hän di kiffet?

  • User
  • 16.12.2011 11:45:54 gelsenkirchen

    so hört sich das an wenn man sich eine portion käsespätzle frisch aus dem ofen in die unterhose kippt!


    mmmmhhh, käsespätzle. ich bekomme hunger!

  • User
  • 16.12.2011 11:47:58 oberhofer

    Was man so hört hatter sich halt in Stuttgart verzockt. War zu gierig und deshalb wurde sein Vertrag nicht verlängert. Daher war sein "unkonventioneller Weg" doch sehr aus der Not geboren, auf mich wirkte er in den letzten Jahren wie ein Getriebener, der seinen Weg nicht mehr selbst bestimmt.

    Dem sgu stimme ich hier mal ausdrücklich zu, wäre er geblieben wäre er höchstwahrscheinlich immer noch unser Stammtorwart, die Episode Lehmann hätte es nie gegeben und wer weiss, vielleicht wäre er in der Nationalelf einer der drei Torhüter.

    Ich finde die Geschichte von Timo Hildebrand sehr exemplarisch dafür, wie "Berater" einem Fußballprofi die Karriere kaputt machen können. Und von daher sehr konventionell.

  • User
  • 16.12.2011 11:50:07 sgu07

    eben.

  • User
  • 16.12.2011 12:03:47 Corbeau

    Zu seinen Stuttgarter Zeiten war Hildebrandt echt mein Lieblings-Goalie gleich nach van der Sar. Hätte er in Valencia gespielt, wäre das sensationell für ihn geworden. Schade, dass er so abgestürzt ist, aber das Talent hat er mMn nicht verloren. Vielleicht knüpft er nochmal an und wird erst im Alter richtig gut, wie so viele Torhüter vor ihm.

  • User
  • 16.12.2011 19:04:32 Donaldo

    Hinterher, so sagt man ja gerne, ist auch der Dumme schlau. Ich mag den Hildebrand, und hielt seine Entscheidung für Spanien seinerzeit für richtig und mutig.
    Neue Horizonte, neues Umfeld undundund, das kann einen weiterbringen (und ja: mehr Geld, und vllt hat er sich auch in der Tat verzockt)
    Er hätte den Kahn'schen Weg gehen können: nie was Neues und ganz Großes wagen, immer schon zu Hause bleiben und in der Provinz -sorry, liebe Stuttgarter, ich meine das nun wirklich nicht abwertend!!!- bleiben...aber dann auch irgendwie Gefahr zu laufen, in der Entwicklung stehen zu bleiben.

  • User
  • 16.12.2011 19:10:24 Papiertiger

    Abwertend vielleicht schon, aber wahr.

  • User
  • 16.12.2011 19:12:46 giselher

    Iss zwar nicht meine Baustelle, aber mal kurz spekuliert: War das nicht irgendsonne Berater-Ratte, die das Verhältnis zum VfB versaut hat? Hildebrandt selber wäre wohl gerne in Stuttgart geblieben.

    Wattsolls. Vorbei ist vorbei. Und so isser wie Wessels, Rensing u.a. halt unter seinen (vermuteten) Möglichkeiten geblieben...

  • User
  • 16.12.2011 19:33:03 oberhofer

    Er wollte eigentlich in Stuttgart bleiben, ja. Und warum auch nicht. Ist ne schöne Stadt. Provinz? Drauf geschissen. Provinz ist in Deiner Birne, Donaldo, oder eben nicht. Was glaubst Du wie viele Provinzler in Berlin, London, Mailand oder New York leben? Aber Hallo!
    Und Kahn'scher Weg? Der hat das Maximum aus seinen Möglichkeiten gemacht und steht exemplarisch dafür, dass man dafür nicht zwingend in Barcelona, Madrid, Mailand oder Manchester spielen muss.

  • User
  • 16.12.2011 20:53:41 einrudithömmes

    Na, mit dem eigentlich in wollte eigentlich in Stuttgart bleiben is ja schon mal viel gesagt. An für sich isser ja dann nich geblieben.

    Dann hätter ja da bleiben können. So wie Poldi gleich in Köln. Oder nicht? Eben.

    Ob die Karriere nun wirklich "kaputt" ist kann man aktuell schwerlich sagen. Könnte ja auch so kommen: Macht die halbe Saison in Schalke mit ein paar Spielen zu Ende, wechselt nach... was weiß ich... Köln? Hamburg? Stuttgart? Und legt bis an sein Torwartende im buttschen Alter noch ein paar gute Runden hin. Wie gescheitert man so sein kann nach zwei Jahren mal nicht in der ersten Reihe am Pool. Ein Ding das.

  • User
  • 17.12.2011 00:49:08 Donaldo

    Kahn, mein lieber Oberhofer, hat bei "seiner" Heim-WM nicht gespielt, und zwar deshalb, weil er sich nicht weiterentwickelt und das moderne Torwartspiel völlig verpennt hat.

    Lehmann ging zu Arsenal, mithin ins Ausland, hat sich weiterentwickelt und gespielt.

    Noch Fragen?

    Q.e.d.

  • User
  • 17.12.2011 08:10:50 currygoi

    Modernes Torwartspiel... wenn ich so'n Scheiss immer höre!

  • User
  • 17.12.2011 10:04:01 madonito

    ... dann?

  • User
  • 17.12.2011 10:50:46 Donaldo

    Was ist denn daran Scheiß?

  • User
  • 17.12.2011 12:38:30 giselher

    Was ist denn daran Scheiß?

    So ziemlich alles. Bereits die Legende, Lehmann habe das modernere Torwartspiel gepflegt als Kahn ist falsch. Klinsmannscher Dünnpfiff. Lehman hat ein anderes Torwartspiel gepflegt als Kahn - richtig. Der eine mehr Strafraum-orientiert, mitspielender, sicherer in der Spieleröffnung. Der andere Torlinienkönig, Reflextorhüter, Mann-gegen-Mann-Killer, überragend.

    Zwei unterschiedliche Torhütertypen halt. Moderner ist da gar nichts.

    Zur Frage, warum Lehmann und nicht Kahn 2006 gespielt hat, gibts mMn zwei mögliche Erklärungen:

    Die eine, naheliegend, aber unbefriedigend: Klinsmann ist ein Arschloch, das seine Animositäten aus gemeinsamen Bayern-Zeiten an Kahn abgearbeitet hat. Hauptsatz stimmt. Nebensatz: Hmm, kann sein, muss aber nicht.

    Die zweite Möglichkeit: Klinsmann wollte hoch verteidigen lassen, schnelle Spieleröffnungen, den Torwart als mitspielenden, zusätzlichen Feldspieler. Da wäre Lehmann der bessere gewesen.

    Nur: Dieses Hoch-Verteidigen hatte sich bereits mit Eröffnungsspiel und den zwei Gegentoren erledigt. Die Mannschaft selber, allen voran Ballack, setzte den defensiveren Stil durch - Ballack nicht mehr Acht oder Zehn, sondern zweiter Sechser neben Frings, Mertesacker zurückhängender IV ohne Aufgaben in der Spieleröffnung usw. usw. Und damit waren Lehmanns Stärken gar nicht mehr so gefragt, oder anders: Für diese Spielanlage wäre Kahn der bessere gewesen.

    Was das mit dem Thema dieses Threads zu tun hat? Modernes Torwartspiel ist Quatsch. Gutes Torwartspiel ergibt sich aus dem Zusammenwirken von Torwarttyp und Spielanlage. Hildebrand und Stuttgart passte seinerzeit. Hildebrand und Valencia offensichtlich weniger. Bei Schalke weiß manns nicht. Insoweit alles offen ...

  • User
  • 17.12.2011 12:45:38 gelsenkirchen

    hidebrandt hatte doch einen stammplatz in valencia. bis koeman gefeuert wurde, dann war essig.

  • User
  • 17.12.2011 16:23:12 AbteilungAttacke

    @ giselher

    Wenn man genau ist, fing das Rumoren in der Mannschaft 2006 schon nach der 1:4 - Klatsche gegen Italien an, ebenso wie defensive Ausrichtung. Bezeichnend das dennoch 2 Gegentore gegen Costa Rica eingefangen wurden; danach hat es (was man so hört) nochmal in der IV kräftig gekracht.

    Und ansonsten zu Kahn vs. Lehmann: Man darf in der Tat nicht vergessen, dass der Titan sich seine Schwächephase bei Bayern (Schwächephase in Relation zu seinem Können) gönnte, als der Jens mit Arsenal ins Finale stürmte, nur um dort kaum eine Viertelstunde mitspielen zu dürfen. Aber das hat mit aktueller Form zu tun, nichts mit "Weiterentwickeln".
    Ob da im Übrigen wirklich Animositäten auf Seiten Klinsmanns mitspielten mag sein, aber treffender dürfte wohl die "passte besser ins Konzept"-These sein.

    Und diesem "Weiterentwickeln im Ausland" stehen in Form knallharter Fakten die Titel entgegen. Nix gegen englischer Meistertitel, aber wenn ich die Wahl zum CL-Titel hätte, wüsste ich, wo ich wäre. Erinnert mich jedenfalls immer schwer an dieser Becker-Stich-Kiste in den 90iger, nur dass hier Becker (Kahn) wohl wirklich besser als Stich (Lehmann) ist und der Michael damals den Druck nicht so raushängen ließ, im Schatten eines (vermeintlichen) Giganten stehen zu müssen. (Wimbledonfinale ausgenommen)

  • User
  • 17.12.2011 18:04:56 gelsenkirchen

    pete sampras sagte einst, wenn es nur nach technik gegangen wäre, dann wäre michael stich der beste spieler in den 90ern gewesen.

  • User
  • 17.12.2011 18:06:52 Jim Panse

    Den besten Aufschlag hatte Stich damals auf jeden Fall, bis dann Ivanisevic kam.

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