Hansa-Manager Stefan Beinlich über die Hilfe der Fans
»Wir wollen ein ausverkauftes Geisterspiel«
Interview: Erik Peter Bild: Imago
Weil Hansa-Fans beim Spiel gegen den FC St. Pauli mit Leuchtraketen schossen, muss der Klub sein Heimspiel gegen Dynamo Dresden am Sonntag unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen. Manager Stefan Beinlich erklärt, warum Hansa trotzdem Karten verkauft.
Stefan Beinlich, der F.C. Hansa muss sein Heimspiel am nächsten Sonntag unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen. Trotzdem verkauft der Verein Karten für die Partie. Wieso?
Stefan Beinlich: Die Bestrafung, das Heimspiel gegen Dresden ohne Zuschauer austragen zu müssen, trifft uns hart. Das ist finanziell ein riesiger Verlust für uns. Mit dem Verkauf der Eintrittskarten wollen wir den wirtschaftlichen Schaden für den Verein begrenzen. Und wir wollen die Fans mit ins Boot holen und dafür werben, sich Tickets für das Spiel zu kaufen, auch wenn sie es nicht vor Ort sehen können.
Wie kam es zu der Idee?
Stefan Beinlich: Wir hatten schon etwa 10.000 Tickets für das Spiel verkauft, bevor die Strafe verkündet wurde. Viele Fans signalisierten uns ihre Unterstützung und boten an, ihre bereits gekauften Karten nicht zurückzugeben. Die Idee wurde dann so weiterentwickelt, dass jetzt richtige Geisterspieltickets verkauft werden. Die Fans können selbst entscheiden, ob sie fünf, zehn, 15 oder 19,65 Euro für ein Ticket bezahlen.
Bringt die Aktion auch den Protest des Vereins gegen die Bestrafung des DFB zum Ausdruck?
Stefan Beinlich: Für die Fans ist es sicher auch eine Protestaktion, sich die Karten zu kaufen. Aber wir als Verein müssen damit leben. Wir wollen allen zeigen: 99 Prozent unserer Anhänger unterstützen uns. An der Resonanz sieht man, dass der F.C. Hansa sehr, sehr viele positive Anhänger hat und dass sich bei denjenigen, die uns dieses Geisterspiel eingebracht haben, um eine ganz kleine Minderheit handelt.
Der Verein hat zunächst Berufung gegen die beantragte Strafe des DFB-Kontrollausschusses eingelegt, dann aber die Entscheidung des Sportgerichts ohne Widerspruch akzeptiert. Finden Sie die Strafe gerechtfertigt?
Stefan Beinlich: Wir finden die Strafe unverhältnismäßig und nicht zweckdienlich, deswegen sind wir ja zunächst in Berufung gegangen. Doch nach der Entscheidung des Sportgerichts hat uns der DFB signalisiert, dass sich an der Bestrafung nichts mehr ändern wird. Deswegen haben wir auf eine erneute Berufung verzichtet. Die Strafe ist extrem hart und es ist sehr schwierig, diese Verluste aufzufangen.
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