Passen Cheeleader zum Fußball, Sabine Lorenz?
»Wir gehören zum FC wie der Geißbock«
Interview: Erik Peter Bild: Imago
Landesweit werden die Cheerleader aus den Stadien verbannt. Nur in Köln ist mal wieder alles anders. Wir sprachen mit Sabine Lorenz, Vorsitzende der FC-Cheerleader, über das Klischee von hohen Stiefeln, Fotos im FC-Panini-Album und »Ausziehen«-Rufe.
Sabine Lorenz, wissen Sie, dass Sie die einzige Cheerleading-Gruppe bei einem Bundesligaverein sind?
Sabine Lorenz: Wir gehörten zu den ersten Cheerleadern beim Fußball und sind heute die einzige Gruppe, die noch regelmäßig auftritt. Vor einigen Jahren gab es bei vielen Vereinen Cheerleader. Meistens gehörten die aber nicht zum Verein, sondern wurden nur für die Spiele gebucht. Bei Schalke sind zum Beispiel die Cheerleader des Footballclubs Düsseldorf Rhein Fire aufgetreten. Aber dieser NFL-Stil funktioniert beim Fußball nicht.
Liegt es auch an der Karnevalshochburg Köln, dass sich nur dort Cheerleader durchsetzen konnten?
Sabine Lorenz: Kann schon sein, dass dieser Aspekt dafür ausschlaggebend ist. Der Karneval bietet viele Möglichkeiten, uns außerhalb des Stadions zu präsentieren. Wir laufen im Rosenmontagszug mit und haben auch viele Auftritte auf Karnevalssitzungen. Wenn wir dort auftreten und die FC-Hymne beginnt, tobt der Saal. Dann überträgt sich die Begeisterung der charmanten, kölschen Mädchen auf die Leute. Der Kölner an sich ist eben FC-Fan und auch wir stehen mit Herz und Seele hinter unserem Verein.
Passen Cheerleader denn zum Fußball?
Sabine Lorenz: Was im Fußball überhaupt nicht geht, ist dieses typische »Go, Fight, Win«-Gejubel oder das Tanzen während des Spiels vor den Tribünen. Das mussten wir auch lernen. Es gab vehemente Beschwerden, als wir eine Zeit lang mit Schildern vor der Fankurve standen. Heute haben wir unseren Auftritt zu Kölscher Musik eine Viertelstunde vor Spielbeginn. Danach bilden wir noch das Spalier für die einlaufenden Mannschaften und das war es dann. Wir sehen auch nicht aus wie diese typischen American-Football-Cheerleader. Die ganz kurzen Röcke und die hohen Stiefel passen einfach nicht zum Image traditionsreicher Fußballvereine.
Könnten Sie sich vorstellen, bei Toren oder Verletzungsunterbrechungen im Mittelkreis zu tanzen?
Sabine Lorenz: Nein, nein, nein! Die Fans würden komisch reagieren, auch ich würde als Außenstehende komisch reagieren. Sie müssen sich frei machen von diesem typischen amerikanischen Cheerleaderbild. Dieses Klischee wollen wir nicht bedienen. Wir sind Fußball-Cheerleader. Wir sind speziell, genauso wie der FC und Kölle.
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