BVB-Legende Marcel Raducanu über das Borussenduell
»Mario Götze ist mir ähnlich«
Interview: Erik Peter Bild: Imago
Marcel Raducanu spielte sechs Jahre im Mittelfeld des BVB. Vor dem Spitzenspiel der Borussen aus Gladbach und Dortmund sprachen wir mit ihm über seinen Lieblingsgegner, ein Angebot von Lothar Matthäus und seine Ähnlichkeit zu Mario Götze.
Marcel Raducanu, Sie haben im Trikot von Borussia Dortmund neun Mal gegen Mönchengladbach gespielt und dabei vier Tore geschossen. Gegen keinen anderen Verein trafen Sie öfter. War Gladbach Ihr Lieblingsgegner?
Marcel Raducanu: Schon als ich noch in Rumänien spielte, habe ich die Gladbacher für ihre offensive Spielweise geliebt. Auch in den achtziger Jahren hatten sie eine tolle Truppe und haben sehr schönen Fußball gespielt. Deswegen hatte ich bei Spielen gegen sie besonders viel Spaß und habe erst recht versucht, selbst gut zu spielen. Obwohl wir mit dem BVB in dieser Zeit nicht so stark waren, waren es oft enge Spiele.
Erinnern Sie sich an die 4:6 Heimniederlage am letzten Spieltag der Saison 1982/83?
Marcel Raducanu: Natürlich. Ich habe vor der Pause zum 2:1 und 3:1 getroffen, beim zweiten Tor habe ich dem Gladbacher Torhüter sogar einen Beinschuss verpasst. Eigentlich hatten wir das Spiel da bereits gewonnen, aber Gladbach war in dieser Zeit eigentlich zu stark für uns. In der zweiten Hälfte hat man das dann gesehen. Mein Gegenspieler war damals Lothar Matthäus, der zu dem Zeitpunkt bei Bayern München in Gespräch war. Mitten im Spiel sagte er zu mir: »Marcel, lass uns gemeinsam zu den Bayern gehen.«
Wie haben Sie reagiert?
Marcel Raducanu: Ich habe das nicht für eine realistische Möglichkeit gehalten und wir haben nicht weiter darüber gesprochen.
Sie haben nach Spielschluss nicht noch einmal nachgehakt?
Marcel Raducanu: Leider nein. Ich habe ihn erst Anfang der neunziger Jahre wieder getroffen. Wir haben uns an der Säbener Straße verabredet und waren Mittag essen.
Wären Sie gern zu den Bayern gewechselt?
Marcel Raducanu: Nein, ich bin froh, sechs Jahre in Dortmund gespielt zu haben. Auch wenn der Verein in der Zeit finanzielle Problem hatte und wir drei Jahre in Folge gegen den Abstieg spielen mussten. Für mich war es toll: Schon wenn ich zum Warmlaufen auf den Platz kam, haben die Fans meinen Namen gerufen. Ich glaube, nach meiner Zeit ist kein Spieler mehr so gefeiert worden wie ich damals. Ich habe das genossen.
Wie erklären Sie sich Ihre Beliebtheit?
Marcel Raducanu: Ich weiß es nicht. Die Leute haben mich einfach geliebt. Das ist bis heute so. Manchmal sprechen mich die älteren Fans in Dortmund an. Sie erinnern sich an mich, an den guten Fußballer, den Techniker Raducanu.
Der Publikumsliebling in Mönchengladbach war zu Ihrer Zeit Frank Mill. In fast allen Spielen gegen Dortmund hat er getroffen. Waren Sie froh, als er 1986 nach Dortmund wechselte?
Marcel Raducanu: Absolut. Er war ein großer Gewinn für die Mannschaft. Mit ihm konnte man wirklich Fußball spielen. Außerdem kam in dem Jahr noch Norbert Dickel. Wir hatten eine richtig torgefährliche Offensive.
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