Begegnung mit Felix Magath
»Darth Vader sieht aus, als sei er der Chef!«
Text: Tim Jürgens Bild: Johann Sebastian Hänel
Für unsere neue Ausgabe trafen wir Felix Magath zum Interview – und zeigten ihm dabei auch das Cover unseres Bundesligasonderheftes. 11FREUNDE- Mann Tim Jürgens sorgte sich vor dem harten Urteil, schließlich hatten wir den Trainer dort als Darth Vader stilisiert.
Man sagt, die Ironie sei der Humor der intelligenten Leute. Aber sie ist auch ein Schwert mit vielen Schärfegraden. Die Öffentlichkeit verortet Felix Magath eher im Lager der Schlachtergesellen als im adligen Bund der Florettfechter. Doch liegt es nicht in schon in ihrer Natur, dass eine pauschale Meinung nur falsch sein kann? Die Sache mit »Darth Vader« zeigen wir ihm dennoch lieber erst gegen Ende. Auf dem Cover des Bundesliga-Sonderhefts von 11 FREUNDE haben wir Magaths Konterfei in das Ensemble der »Star Wars«-Helden unter den schwarzen Helm des Oberschurken montiert. Schon zu Beginn des Interviews die Ironie-Probe aufs Exempel zu machen, das wollen wir ihm und uns nicht zumuten. Immerhin treffen wir hier den vielbeschworenen »Zuchtmeister«, den »Diktator«, den »Quälix« auf Lebenszeit – und wir wollen wissen, ob ihm diese Charakterisierungen nicht furchtbar auf die Nerven gehen.
Im Rausgehen drücken wir ihm die Saisonausgabe dann doch in die Hand. Der Spitzname »Quälix« ist für längst ihn eine liebgewonnene Verhohnepielung. Ein böses Attribut, das am Ende vor allem Hochachtung impliziert. Und er hat immer gern Comics gelesen, sagt er, besonders »Asterix«. Wir haben ihn in den zurückliegenden zwei Stunden mit all den enervierenden Sachen konfrontiert. Den ganzen Klischees und Horrorstorys.
Schweinsteiger fragte er nach seinem Namen
Warum er Lukas Podolski zum Rapport bestellte und dann minutenlang nur wortlos in der Teetasse gerührt hat. Dass ein Wolfsburger Profi meinte, er habe es sich vorab schlimm unter Magath vorgestellt. Am Ende aber sei es viel schlimmer geworden. Oder wie er Bastian Schweinsteiger in München wieder und wieder nach seinem Namen fragte, obwohl der Jungspund längst in der Nationalelf kickte.
Magath hat sich alles geduldig angehört, seine Augen haben manchmal müde geblitzt, oft wie vor einem Spielzug beim Schach geschäftig gerollt, und an einer Stelle sprach er den Satz, der uns beruhigte, dass wir die Darth-Vader-Nummer guten Gewissens versuchen können. »Selbst wenn es sich viele nicht vorstellen können,« sagte Felix Magath also mit Fug und Recht, »auch ich mache mir ab und an mal einen Spaß.«
Er gab zu, dass er mit seiner Art oft sehenden Auges in sein Unglück rennen würde, weil der gemeine Fußballer es eben nicht gewöhnt ist, dass eine seiner vordergündigen Sanktionen meist doch über eine ironische Falltür verfügt. »Leider«, und ein wichtiger Teil des Magathschen Dramas wurde in diesem einen Satz offenbar, »leider grübeln wohl mehr Profis dann darüber nach, als mir bewusst ist.«
Ergänzung zu Heft#121 12/2011
Das große Interview mit Felix Magath
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