Warum Lukas Podolski den 1.FC Köln verlassen wird
Die Reifeprüfung
Text: Karol Herrmann Bild: Imago
Lukas Podolski gehört zu Köln wie die Butter aufs Brot. Doch die Beziehung zwischen dem Nationalspieler und seinem Verein scheint nach den jüngsten Aussagen beider Seiten nicht mehr intakt. Und immer mehr deutet sich an: Lukas Podolski wird den 1. FC Köln verlassen.
Es herrscht eine gespenstische Stille am Kölner Geißbockheim an diesem Mittwochmorgen. Dort, wo sich sonst gerne mal mehrere hundert Kiebitze zur morgendlichen Trainingseinheit versammeln, sind heute nur eine handvoll Rentner erschienen. Es mag nicht zuletzt daran liegen, dass die große Galionsfigur auf Länderspielreise ist. Und obwohl Lukas Podolski nicht anwesend ist, scheint er doch irgendwie allgegenwärtig zu sein. Seine jüngsten Aussagen haben in der Domstadt für Irritationen gesorgt. »Wenn Anfragen kommen, und die werden bestimmt kommen, dann muss man eine Entscheidung treffen. Auch für sich alleine«, hatte Podolski nach der Niederlage in Bremen in die Kameras des Bezahlsenders »Sky« gesagt.
Mit den Äußerungen konfrontiert, erntet man von den wenigen Kiebitzen lediglich ein müdes Lächeln. So recht mag hier keiner glauben, dass der Prinz sein gemachtes Nest verlassen könnte. Podolski, so heimatverbunden, auf der städtischen Beliebtheitsskala ungefähr auf Augenhöhe mit dem Dom. »Das ist nicht seine Mentalität. Man hat ja schon gemerkt, dass er sich in München nicht wohlfühlte«, unterstrich Wolfgang Overath dieser Tage erst das allgemeine Credo: Wenn er es bei den Bayern schon nicht schafft, dann wird er im Ausland erst recht scheitern.
Der Fünfjahresplan ist gescheitert
Aber: Der 1.FC Köln ist für Podolski längst keine Wohlfühloase mehr. Die Aussagen vom Samstag sind eindeutig: »Ich habe immer wieder betont, dass mir nicht nur in der Kapitänsentscheidung, sondern auch in anderen Dingen der Rückhalt der Verantwortlichen gefehlt hat.« In erster Linie geht es dabei um einen Fünfjahresplan, der ihm bei seiner Rückkehr vorgelegt wurde und offensichtlich bereits jetzt zum Scheitern verurteilt ist. Am Ende dieses Zyklus´ sollte sich der 1.FC Köln für die internationalen Plätze qualifiziert haben. Dazwischen wollte man dem Nationalstürmer hochkarätige Mitspieler an die Seite stellen. Doch zu diesen Versprechen kam es nie. Stattdessen plagen den 1.FC Köln gegenwärtig etwa 30 Millionen Euro Schulden.
Podolski wählt den Zeitpunkt seiner Äußerung clever: Während er mit der Nationalmannschaft auf Reisen ist, bleibt dem FC nichts anderes übrig, als hektisch Vertragsgespräche für den kommenden Winter anzukündigen. Bis er wieder zurückkehrt, wird etwas Gras über die Sache gewachsen sein. Der Verein kann ihm aufgrund der finanziellen Lage wohl kaum ein adäquates Angebot zur Vertragsverlängerung unterbreiten, noch wird es glaubhaft wirken, ihn mit der Verpflichtung weiterer Topspieler zu vertrösten. Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass Podolski ernsthaft über einen Wechsel nachdenkt.
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Podolski 2001: Der junge Podolski im Dress der U17-Auswahl der Nationalelf. Dieses trägt er, obwohl er...






