Die Geschichte der Fußballfans

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04.11.2011

Dynamo-Dresden-Fanprojektler Christian Kabs

»Unsere Szene hat sich gebessert«

Interview: Alex Raack  Bild: Imago

Weil Fans von Dynamo Dresden beim Pokalspiel in Dortmund für Spielunterbrechungen sorgten, droht dem Klub jetzt eine einjährige Pokal-Sperre. Christian Kabs vom Dresdener Fanprojekt über Outlaws, 400 Gewalttäter und einen nahezu irreparablen Imageschaden.

Dynamo-Dresden-Fanprojektler Christian Kabs - »Unsere Szene hat sich gebessert«


Christian Kabs, ist Dynamo Dresden ein Hort für Schläger und Randalierer?

Christian Kabs: Natürlich nicht. Nach den Vorfällen von Dortmund ist dieser Eindruck allerdings bei einigen Zuschauern im Stadion und vor dem Fernseher entstanden.

Was ist beim Pokalspiel genau passiert?

Christian Kabs: Es ging ja schon vor dem Spiel los. Der Marsch vom Gästeparkplatz bis ins Stadion war bereits Wochen vorher in unserer Fanszene angekündigt worden, über 4000 Dynamo-Fans haben sich dann auch ein paar Stunden vor dem Anpfiff dort friedlich getroffen und sind dann zur verabredeten Zeit gemeinsam losmarschiert.



Wann haben Sie gemerkt: Jetzt läuft das aus dem Ruder?

Christian Kabs: Die sehr vielen Böllerwürfe fand ich irritierend. Die sind in unserer aktiven Szene eigentlich seit Jahren verpönt. Da wusste ich: Hier sind eine ganze Menge Typen mit dabei, die die positive Entwicklung in unserer Fanszene in den vergangenen Jahren nicht mitbekommen haben. Vor dem Stadion kam es dann zu den ersten Scharmützeln. Obwohl diese Partie als Sicherheitsspiel eingestuft worden war, gab es in Dortmund keine Fantrennung. Unser Zug führte also direkt an den Fans vom BVB vorbei. Den ersten Rangeleien folgten Böller- und Pyrowürfe, dann der Einsatz der Polizei mit Pfefferspray und daraufhin Flaschenwürfe aus dem Dynamo-Fanmarsch.

Das Spiel musste deshalb später angepfiffen werden, der übertragene Sender sprach davon, Dresdener hätten versucht, das Stadion gewaltsam zu stürmen.

Christian Kabs: Das ist so nicht richtig. Aufgrund des Polizeieinsatzes wurden zunächst alle Zugänge zum Stadion versperrt, ein paar Dynamos haben dann versucht, trotzdem ins Stadion zu gelangen. Wir vom Fanprojekt haben die beiden Vorsänger der Fanszene gebeten, die Masse zu beruhigen und die Jungs haben auch einen tollen Job gemacht. Durch deren Einsatz, der insgesamt circa eine Stunde andauerte, hat sich die Situation vor dem Einlass relativ schnell entspannt, so dass die Stadiontore für die Dynamo-Fans relativ zügig wieder geöffnet werden konnten. Aber dass, wie berichtet, 4000 Dresdener versucht hätten, das Westfalenstadion zu entern, ist einfach nicht richtig.

Insgesamt waren 12.000 Dresden-Fans im Stadion. Davon wären 4000, so hieß es später, gewaltbereit gewesen. Stimmt die Zahl?

Christian Kabs: Nein, das wäre ja eine ungeheure Zahl. Ich denke, an diesem Tag waren etwa 400 gewaltbereite »Fans« mit dabei.

Die dann im Stadion weiter ihr Unwesen treiben durften.

Christian Kabs: Leider ja. Allerdings muss man dazu sagen, dass die Einlasskontrollen vor dem Spiel extrem lasch waren. Sehr viele Fans haben mir während und nach dem Spiel berichtet, wie vergleichsweise locker die Kontrollen waren. Da wurden Jungs mit einem vollgepackten Rucksack durchgewunken, ohne dass sich jemand die Mühe gemacht hätte, mal in den Rucksack zu schauen. Das ist natürlich keine Entschuldigung, aber vielleicht eine Erklärung dafür, warum so viel Pyro gezündet werden konnte.


weiterlesen [1] [2] [3]



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Kommentare

  • User
  • 04.11.2011 14:37:46 Schwatte

    Schön, daß hier ein Beteiligter vom Verein ausführlich zu Wort kommen und das öffentliche Zerrbild zurechtrücken konnte. Ein dickes Dankeschön an 11 Freunde!

  • User
  • 04.11.2011 14:42:45 skifahrer

    "Natürlich haben wir in Dresden ein Problem mit gewalttätigen Anhänger. Wie jeder andere Klub mit einer derart großen Szene auch. "

    So lange in dieser Form da drüben Relativismus betrieben wird, wird sich wenig ändern...

  • User
  • 04.11.2011 15:04:20 Dschungelking

    Da wusste ich: Hier sind eine ganze Menge Typen mit dabei, die die positive Entwicklung in unserer Fanszene in den vergangenen Jahren nicht mitbekommen haben. Vor dem Stadion kam es dann zu den ersten Scharmützeln.

    hahaha! da hat wohl eher jemand nicht mitgekriegt, dass sich gebessert und nicht gemerkt, dass sich der gewaltliebende Böllerwerfer kaum aktiv an irgendwelchem Fanlarfari beteiligt, sondern allein an Gewalt und Böllerei.

  • User
  • 04.11.2011 15:04:58 MadjerundSolskjaer

    Als ich das Interview las, musste ich immer wieder den Kopf schütteln.

    ist Dynamo Dresden ein Hort für Schläger und Randalierer? Natürlich nicht…
    Was war dann im TV zu sehen und in etlichen Foren zu lesen? Alles Fakes? Wer waren dann die Personen mit den SGD-Insignien? Der Verein mag die Randalierer zwar nicht direkt fördern. Aber durch eine zu lasche Haltung gegenüber diesen Chaoten duldet er sie doch bereitwillig oder von mir aus auch widerwillig.

    …keine Fantrennung. Unser Zug führte also direkt an den Fans vom BVB vorbei. Den ersten Rangeleien folgten…
    Was muss in diesen kranken Hirnen vorgehen, wenn sie sich durch die Anwesenheit von Fans eines anderen Vereins provoziert fühlen? Der Hinweis auf fehlende Fantrennung: Schimmert da schon die erste Schuldzuweisung in Richtung Polizei durch?

    der übertragende Sender sprach davon, Dresdener hätten versucht, das Stadion gewaltsam zu stürmen..... Das ist so nicht richtig. Aufgrund des Polizeieinsatzes wurden zunächst alle Zugänge zum Stadion versperrt, ein paar Dynamos haben dann versucht, trotzdem ins Stadion zu gelangen.
    Hier widerspricht Herr Kabs sich selbst. Oder haben die Jungs nur höflich angefragt, ob sie endlich rein dürfen?

    Die dann im Stadion weiter ihr Unwesen treiben durften..... Leider ja. Allerdings…
    Zwei dürre Worte über das nachfolgende Treiben der Dynamo-„Fans“. Der überwältigende Rest der Antwort ein subtiler Rechtfertigungsversuch. Die Ordner hätten ja so lasch kontrolliert….. Wäre den Dynamos eine Komplett-Leibesvisitation mit Darmspiegelung lieber gewesen? Da wird ewig über die zu strengen Kontrollen geklagt. Werden die dann mal gelockert, ist es auch wieder nicht recht.

    Weil aber Dresdener und Dortmunder Fans quasi in einem Block standen, ohne die sonst üblichen Pufferzonen, kam es noch vor dem Anstoß zu weiteren Auseinandersetzungen.
    Nochmals: Was muss in diesen kranken Hirnen vorgehen, wenn sie sich durch die Anwesenheit von Fans eines anderen Vereins provoziert fühlen? Und damit meine ich nicht nur die Dresdner Schwachmaten.

    Wieder wurden Bengalos gezündet...Ja. Allerdings – so sehe ich das jedenfalls – zunächst in einem kontrollierten Rahmen.
    Hier versucht er den Eindruck zu erwecken, als sei das alles nicht so schlimm. Aber das Abbrennen von Feuerwerk durch „Amateure“ hat der Gesetzgeber außerhalb von Silvester nun mal verboten. Auch die Stadionordnungen sind da eindeutig.

    Unsere Ultra-Gruppierung, die »Ultras Dynamo«, hat sich bereits auf ihrer Homepage von den Vorfällen distanziert
    Auch dort nur knappe Worte zum eigentlichen Vorfall. Dafür viel mehr Blabla über Nebensächliches.

    Dresdener Fans haben den Bau des neuen Stadions erst ermöglicht und es waren Anhänger von Dynamo, die den Verein mit kreativen Aktionen vor der Insolvenz gerettet haben. Solche Nachrichten interessieren natürlich niemanden.
    Hier wird versucht, unterschiedliche Sachen miteinander aufzurechnen. Wenn ein wirklich guter Mensch plötzlich kaltblütig jemand ermordet, wägt das Gericht ja auch nicht seine vielen guten Taten mit dem Mord ab. Da wird er allein für die Straftat belangt. Und das gleiche sollte auch bei den Ausschreitungen der Fall sein.

    Wir reden hier von einer Größenordnung von circa 400 problematischen Fans bei einem aktuellen Heim-Zuschauerschnitt von 23.000. Das sind keine zwei Prozent!
    Mag sein. Aber was nützt der Verweis auf diese kleine Zahl, wenn es der Verein und die 98%-Fan-Mehrheit nicht schaffen, die Chaoten fernzuhalten, zu zähmen, zu befrieden, etc.

    Ich würde mir wünschen, dass die Fans in Zukunft noch selbstreinigender in ihren Prozessen werden.
    Gibt es bisher schon Ansätze von Selbstreinigung? Wo waren denn die 3600 „friedlichen“ Dynamos im Block, als die angeblich 400 Krawallos aufdrehten? Bei einem Verhältnis von 9 zu 1 müssten die Friedlichen eigentlich jeden Randalierer locker herausziehen, „entschärfen“ oder – vielleicht zu viel verlangt der Polizei übergeben können. Wo blieb diese Reaktion? So lange dies nicht geschieht, glaube ich den „friedlichen“ Fans/Ultras ihre Ablehnung der Gewalt nicht. In Dortmund hat sich keiner gegen den Mob gestellt. Die fanden es vielleicht sogar geil, was da abging…

    Fazit: Ausreden, Abschwächungen, Widersprüche, die Anderen waren Schuld. So lange Leute wie Herr Kabs das Problem auf diese Weise verniedlichen, handeln DFB und Co. goldrichtig mit ihrem Pyro-Verbot. Erst mal müssen die Ultras zeigen, dass sie Regeln und Gesetze einhalten können. Erst dann kann man über deren Lockerung diskutieren.

  • User
  • 04.11.2011 15:05:29 Dschungelking

    Da wusste ich: Hier sind eine ganze Menge Typen mit dabei, die die positive Entwicklung in unserer Fanszene in den vergangenen Jahren nicht mitbekommen haben. Vor dem Stadion kam es dann zu den ersten Scharmützeln.

    hahaha! da hat wohl eher jemand nicht mitgekriegt, dass sich nix gebessert hat und nicht gemerkt, dass sich der gewaltliebende Böllerwerfer kaum aktiv an irgendwelchem Fanlarfariorgagremienuswkram beteiligt, sondern allein an Gewalt und Böllerei.

  • User
  • 04.11.2011 15:11:03 giselher

    Erst mal müssen die Ultras zeigen, dass sie Regeln und Gesetze einhalten können. Erst dann kann man über deren Lockerung diskutieren.

    Bis auf diese letzten Sätze unterschreibe ich alles. Die aber sind falsch: Das Pyro-Verbot ist nicht verhandelbar, weil von Normen außerhalb der Fußballszene gesetzt. Die Botschaft muß daher lauten:

    Erst mal müssen die Ultras zeigen, dass sie Regeln und Gesetze einhalten können. Und das Pyro-Verbot bleibt. Eine Lockerung wird nicht diskutiert.

  • User
  • 04.11.2011 15:11:32 gelsenkirchen

    Dresdner Fans haben den Bau des neuen Stadions erst ermöglicht

    Urmel, würdest du nochmal bitte?

  • User
  • 04.11.2011 15:22:11 Karpfenluder

    Heute 14:37:46 von Schwatte
    Schön, daß hier ein Beteiligter vom Verein ausführlich zu Wort kommen und das öffentliche Zerrbild zurechtrücken konnte. Ein dickes Dankeschön an 11 Freunde!


    @Schwatte, würdest Du Dir bitte das Posting von

    Heute 15:04:58 von MadjerundSolskjaer

    bitte durchlesen und Dich dann nochmal zu Wort melden?

    Da ist alles aber auch wirklich alles gesagt!

  • User
  • 04.11.2011 15:23:11 Redondo7 1

    Das ändert aber nichts daran, dass es richtig ist, auch "die Gegenseite" zu hören.

  • User
  • 04.11.2011 15:26:45 Karpfenluder

    Das habe ich auch nicht gesagt, nur der Schwatte kam mit seinem Kommentar so rüber, als hätte das Interview einiges entzerrt bzw. nicht so dramatisch dargestellt.

  • User
  • 04.11.2011 15:41:53 giselher

    ...dass es richtig ist, auch "die Gegenseite" zu hören.

    Stimmt. Ist hiermit (also oben, das Interview) geschehen. Und da die Jungs keine besseren Argumente bzw Sichtweisen haben, ergo: Schluß. Ende der offenen Debatte. Verbote durchsetzen. Ultras raus.

    So einfach ist das.

  • User
  • 04.11.2011 15:54:38 skifahrer

    Leider sind nicht allle Ultras so ungeschickt / bescheuert wie jener knapp 20jährige Zürich Ultra, der sich in Rom mehrere Finger abgerissen hat beim Hantieren mit einem Knallkörper.... Schönes Leben noch, mag man da sagen.

  • User
  • 04.11.2011 15:55:34 Schwatte

    @Karpfenluder: Aus genau den Gründen, die ich Dir letztens geschrieben habe, werde ich hier nicht großartig Weiteres hinzufügen. Redondo7 1 und giselher haben mich richtig verstanden.

    Nur eines: Klar isses Scheiße, daß Idioten aus Lust am Prügeln auf andere Fans losgehen - das kotzt mich genauso an. Bloß wenn man vorher um die Problematik bzw. den Ruf einiger Dynamo-Fans weiß (ich gehe mal stark davon aus, daß man beim BVB auch über den Tellerrand des Ruhrpotts hinausblickt), dann ist man doch nicht so blöd und läßt die Fangruppen so eng nebeneinander ins Stadion hinein und dann auch noch im Stadion ohne Puffer sitzen.

    Kurz und knackig: Die Vorfälle waren ohne Diskussion vollkommen bescheuert, aber deswegen lasse ich die positiven Entwicklungen, die schon stattgefunden haben, nicht zerreden.

    Nochmals danke an die Redaktion für das Interview!

  • User
  • 04.11.2011 16:02:32 MadjerundSolskjaer

    Hallo Giselher,

    eine Diskussion sollte immer ergebnisoffen geführt werden, ansonsten ist es für mich keine Diskussion.

    Im konkreten Fall dürfte das Ergebnis dann lauten: eine Lockerung kommt nicht in Frage - siehe Gesetzgebung.

    Man sollte aber nicht ausschließen, dass die Ultras irgendwann ganz doll brav werden. Vielleicht wird sie der DFB dann unterstützen, die Gesetzeslage auf legalem Wege zu verändern. Aber eher steigen meine Kickers wieder in die Bundesliga auf.

  • User
  • 04.11.2011 16:06:18 Karpfenluder

    Schwatte, ich wollte Dir keineswegs in die Parade fahren, doch in dem Interview kommt der Gefragte themenbezogen nicht besser weg als es nun mal die Tatsachen beweisen.

    Und um Deine Frage zwischen den Zeilen zu beantworten, ja auch in Dortmund gibt es diverse Hohlköpfe, und nicht nur dort!

    Punkt. Ende!

  • User
  • 04.11.2011 16:08:01 PittiTrueffelschwein

    Es zeugt aber von jounalistischer Qualität und Weitsicht, bei solch einer Diskussion beide Seiten zu Wort kommen zu lassen, gleiches hat die 11Freunde-Redaktion, auch schon bei den Vorfällen in Hannover, getan, in diesem Sinne, auch von meiner Seite ein Dankeschön.

    Zum Thema hat sich mittlerweile ja jeder aus dem Forum eingehends in einem der anderen Threads zum Thema positioniert.

    Die Vorfälle waren ohne Diskussion vollkommen bescheuert, aber deswegen lasse ich die positiven Entwicklungen, die schon stattgefunden haben, nicht zerreden.


    Gute Einstellung!

  • User
  • 04.11.2011 16:49:04 JochenB10

    Die Gewalt ist das Eine, die kann immer wieder eskalieren und man sollte Vereine und Fans nicht über einen Kamm scheren, nur weil sie sich Ultras nennen oder aus dem Osten kommen. Aber ganz ehrlich, Pyrotechnik ist doch nun wirklich das Allerletzte. Ich habe das Gefühl, dass die 11Freunde und die meisten User sich immer wieder auf die Seite der Zündler schlagen und das Geböller mit Tradition und Fankultur rechtfertigen. Ich sehe da allerdings keinen Zusammenhang. Also frage ich: Warum bestehen so viele Fans darauf, Pyrotechnik im Stadion zu verwenden dürfen? Was ist der Reiz? Wo liegt die Grenze zwischen harmlosen Geknalle und Vandalismus?

  • User
  • 04.11.2011 17:23:44 FNGR2911

    Ich erinnere mich noch gut an das Relegationsspiel gegen den VfL Osnabrück, wie der Dresdner Mob schon Minuten vor Spielende das Ballnetz hinter dem Tor runterbrach und Richtung unsere Kurve stürmte. Gehörte das auch schon in die Schublade "positive Entwicklungen"? Dann gute Nacht.

    Entschuldigung, aber für mich sind die Dynamos unten durch.

  • User
  • 04.11.2011 17:57:20 Jim Panse

    Früher, ganz ganz früher, warn die Dynamos noch ne ganze Ecke schlimmer, da gabs 'allerdings' noch keine Ultras. Bei unsrem Auftritt vor 3-4 Jahren sind wir sehr positiv empfangen worden, was man z.B. von Erfurtern und Rostockern nicht behaupten kann.

  • User
  • 05.11.2011 10:09:26 Grienkenschmied

    Jetzt sind die laschen Einlasskontrollen schuld!
    Ich lach mich kaputt!
    Und wenn die Einschaltkontrollen strenger gewesen wären, dann würde man jetzt über die unmenschliche Schikane beim Einlass schimpfen, die die Randale erst provoziert hat.
    Hier wird verharmlost und relativiert.
    Wenn ich schon lese "Da wusste ich: Hier sind eine ganze Menge Typen mit dabei, die die positive Entwicklung in unserer Fanszene in den vergangenen Jahren nicht mitbekommen haben. "

    Das ist doch Realitätsverweigerung pur!
    Da wird von einer angeblichen positiven Entwicklung gesprochen
    ...weil man alle, die sich daran nicht beteiligen, einfach mal als "Haben davon nichts mitbekommen"-Unbeteiligte ausgeklammert werden.
    Es ist genau umgekehrt: Man redet sich eine positive Entwicklung ein, obwohl man grosse Teile der Anhängerschaft *überhaupt nicht* erreicht hat und sie weitermachen wie bisher.

  • User
  • 05.11.2011 11:52:02 Lederfresse

    Um es mal auf den Punkt zu bringen, ein Jahr Pokalausschluß ist noch zu wenig. Bei den unausprechlichen Namensvettern aus Berlin - Hohenschönhausen hats auch nicht funktioniert. Wenn der Verein Eier hätte würde er für diese Saison alle Auswärtstickets stornieren und nicht nur für St.Pauli wo mann wahrscheinlich sowieso davon ausgegangen ist das etwas passiert, dann mal sehen wie die Selbstreinigung funktioniert. Auch auf die Gefahr hin das es unbescholtene trifft.In Polen, nicht so weit von Dresden weg, funktioniert ein Auswärtsfahrverbot.
    Ende da

  • User
  • 05.11.2011 11:55:11 Jim Panse

    Die Eintracht bekommt lächerliche Geldstrafen von bis zu 20.000 Euro, obwohl die bei quasi jedem Spiel zündeln, und Dresden soll gleich auf Jahre hin ausgeschlossen werden? Naja.

  • User
  • 05.11.2011 11:57:45 gelsenkirchen

    in holland ebenfalls üblich, jedenfalls zu den "risikospielen". ansonsten meist so gehadhabt dass es eine fankarte gibt und man die offizielle vom verein vorgegebene anfahrt nutzt. karten gibt es dann in den zügen.
    kann aber auch vorkommen dass der zug auf halben wege wieder umdreht und s eben kein auswärtsspiel gibt.

  • User
  • 05.11.2011 12:08:46 mehmetwirdankendir

    LinkNaja ich finde schon, dass sich die Fanszene der Dresdner gebessert hat. Ich preche sogar vor und sage, dass beste was ihnen passieren konnte, war der Wechsel von den klassischen Skinheads-Hooligans zu den, soweit ich richtig liege unpolitischen Ultras.

    Als unsere Amateure letztes Jahr noch gegen Dynamo gespielt haben, musste ich mich sehr wundern. Wir wurden kein einziges mal angegriffen oder bedroht. Stattdessen feuerten sie Dynamo bis zum Schluss an. Ich denke, dass diese besonderen Spiele von den Althauern genutzt werden, sich noch einmal in Szene zu setzen.

    Warum so viele von den Jungen, sich zu der ganzen Scheiße mitreißen ließen versteh ich leider immer noch nicht.

    M.E. haben die Rostocker ein viel höheres Gewaltpotential in ihren Reihen. Die Suptras haben uns vom Feld aus mit Leuchtraketen beschossen und wollten eine Massenschlägerei anzetteln. Wohlgemerkt bei der eigenen Aufstiegsfeier.

    Zu Pyromanie habe ich ehrlich gesagt keine eindeutige Meinung. Mir wurde von einem Ultra erklärt, dass das kontollierte Abfackeln von Pyros absolut ungefährlich ist. Viele löse aber aus Einlassgründen vor dem Stadion die Fackeln auf und tragen das Pulver bei sich. Deshalb kam es in den letzten Jahren vermehrt zu Unfällen, weil sich da Pulver über die Luft entzündet hat.
    Was er selbst bemängelt hat, war der Einsatz von Böllern und vor allem Chaoten, die diese Fackeln auf benachbarte Blöcke abfeuerten, wie letzes Jahr von unseren Deppen in Mailand getätigt. Sein Vorschlag war, die Angabe der Personalien im Verein. Diese sind dann für das kontrollierte Abrennen der Pyros verantwortlich. Sollte dabei was in die Binsen gehen, werden diejenigen sofort sanktioniert. Diese Bürde möchte sich gerade in den hierarchischen Strukturen wie sie in der Ultraszene üblich sind, natürlich keiner aufbürden.
    Ein anderer Vorschlag war, ein ausgewiesener Platz im Stadion an dem gezündelt werden darf. Wer den Block freiwillige betritt, muss mit Rauch und Pyros rechnen. Diesen Vorschlag fand ich hingegen schon sehr willkürlich.

    Letztendlich muss ich sagen, dass mich der junge Herr einigermaßen überzeugt hat, zumal Pyros ein Stadion schon in einen Hexenkessel verwandeln können.

    Siehe hier und hier.

    Wobei das natürlich durch nichts übertroffen werden kann. Und dafür braucht man keine Pyros.

  • User
  • 05.11.2011 12:11:48 gelsenkirchen

    Warum so viele von den Jungen, sich zu der ganzen Scheiße mitreißen ließen versteh ich leider immer noch nicht.

    halbstarkengehabe.

  • User
  • 05.11.2011 13:37:18 rumpler

    Schön, daß hier ein Beteiligter vom Verein ausführlich mit seinen relativierenden Äußerungen zu Wort kommen und sein gedankliches Zerrbild offenbaren konnte. Ein dickes Dankeschön an 11 Freunde!

    Ich ergänze die Ursachenanalyse und daraus resultierenden Wünsche von Herrn Kabs nochmal zusammenfassend:

    - Neue, getrennte Wegeführung für Märsche der Auswärtsfans zum Stadion
    - Schärfere Kontrollen am Stadioneingang
    - Polizisten sollen auf Böllerwürfe nicht reagieren, weil sonst logischerweise Flaschenwürfe folgen
    - Größere "Pufferzonen" im Stadion zwischen den Fanblöcken
    - Gemeinschaftliche "Hört-doch-auf-mit-dem-Scheiß-Rufe"
    - Im Nachhinein keine Schuldzuweisungen gegen Verein und Ultras
    - Tendenziöse Berichterstattung beenden

  • User
  • 05.11.2011 13:42:53 rumpler

    Habe noch vergessen:

    Trotz der schärferen Eingangskontrollen natürlich ZUgang zum Stadion beschleunigen, da sonst logischerweise Sturm der Eingänge durch Fans erfolgen müsste.

  • User
  • 05.11.2011 13:55:11 Autobahnkreuz

    Gibt es eigentlich irgendwo niedergeschrieben was kontrolliertes abbrennen sein soll? Ich halte die romantische Vorstellung der Initiatoren mit Bildern aus Osteuropa vor Augen, und dem was sämtliche Entscheidungsträger darunter verstehen, für zwei komplett verschiedene Welten!

    In der Realität dürfte das doch so aussehen: die volljährigen Personen die sich mit Personalien bei Verein, Polizei, Feuerwehr usw. gemeldet haben müssen vor dem Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände erstmal einen mehrtägigen Lehrgang für den Feuerwerker-Schein absolvieren. Danach einen Erste Hilfe Kurs beim roten Kreuz. Für die 5-6 Personen, nachweislich nüchtern, pro Verein gibt es dann einen speziell gekennzeichneten Bereich mit dem entsprechendem Sicherheitsabstand vor dem Block, in dem sie während der Vereinshymne genau 2 Minuten bengalische Fackeln in die Höhe halten dürfen. Dabei tragen sie spezielle Sicherheitsausrüstung und einen Helm! Umstellt sind sie dabei von Polizei, Feuerwehr und Rettungssanitätern. Nach den 2 Minuten werden die Fackeln dann ordnungsgemäß in speziell verschließbaren Sandeimern entsorgt!

  • User
  • 07.11.2011 11:49:48 Statistikfreund

    Es ist sicher einiges schief gelaufen bereits im Vorfeld des Matches. Und ganz sicher sind Fehler auf vielen Seiten gemacht wurden. Und das Argument, dass nun die friedlichen Fans der SGD, die es ja gibt, unter den unterm Strich ja in der Minderzahl befindlichen, Krawalleros leiden müssten bei Aussperrung, ist nicht von der Hand zu weisen.

    Ebenfalls korrekt ist die Bemerkung, dass sich die Boulevardpresse auf diese Ereignisse stürzt, blieb doch die von Sport Bild angekündigte "Krawallliga 2" aufgrund guter Fanarbeit der Vereine bisher aus.

    Doch welche Sanktion bleibt dem DFB denn noch? Auch diese Frage halte ich in Anbetracht der Krawallhistorie von BFC, SGD, Eintracht, usw. für legitim. Man sollte sie zumindest sachlich versuchen zu beantworten.

  • User
  • 07.11.2011 12:31:04 bobby171

    kontrolliertes abbrennen sieht aus wie der kontrollierte aufmarsch der fahnenträger vor dem spiel: spießig, langweilig und irgendwie karnevalistisch in der uncoolen variante.
    unkontrolliertes abbrennen braucht erst recht niemand.

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