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28.10.2011

Jugendtrainer Guido Fring über Jan Schlaudraff

»Was ist das für einer? Der ist ja verrückt!«

Interview: Andreas Bock  Bild: Imago

Viele Jahre galt Hannovers Jan Schlaudraff als schludriges Talent. Doch wie war er eigentlich früher? Wir sprachen mit seinem Jugendtrainer Guido Fring über Badminton-Spiele, Schlüsselerlebnisse und Suspendierungen.

Jugendtrainer Guido Fring über Jan Schlaudraff - »Was ist das für einer? Der ist ja verrückt!«


Guido Fring, haben Sie eine Erklärung für das Comeback des Jan Schlaudraff?

Guido Fring: Früher dachte ich immer, dass er ein Spieler sei, der vor allem eines braucht: Vertrauen. Die letzten Jahre haben mich eines besseren belehrt, schließlich gab es bei Hannover 96 viele Stimmen, die sagten: »Jan wird nie wieder für Hannover spielen.«



Woran liegt es dann?

Guido Fring: Schwer zu sagen. Ich denke, er hat sich einfach frei gemacht von all den kritischen Stimmen. Außerdem hat er an sich gearbeitet. Er hängt sich rein, um Erfolg zu haben.

Sie haben Jan Schlaudraff mehrere Jahre in der Jugend des Klubs Hassia Bingen trainiert. Wie war es denn damals? Hing er sich nie rein?

Guido Fring: Er hat selten etwas für den Erfolg tun müssen, ihm fiel vieles einfach zu. Fußball war wie ein Spiel für ihn, alles wirkte leicht und locker. Kurzum: Jan war ein Genie.

Haben Sie ein Beispiel?

Guido Fring: Ich erinnere mich an eine schöne Wette. Jan spielte damals seine letzte Saison in der A-Jugend-Regionalliga. Vor dem ersten Spiel tönte er: »Ich schieße in jedem Spiel mindestens ein Tor.« Ich hielt dagegen. Doch er hielt tatsächlich Wort, in jedem Spiel machte er ein oder mehr Tore. Das war der Wahnsinn. Einmal hat er sich den Ball an der Eckfahne geschnappt und ist an der Grundlinie entlang zum Tor gerannt, fünf, sechs, sieben Leute hat er dabei ausgetanzt. Er ist durch sie spaziert wie durch Slalomstangen. Die Zuschauer schrien schon: »Was ist das denn für einer!? Wechsel den Egoisten aus!« Ich pöbelte noch zurück: »Wir sollten froh sein, dass wir einen Jungen haben, der auch mal was Geniales versucht!« Dann hat er den Ball einfach ins Tor geschossen.

Trainiert hat er für diese Fähigkeit nicht?

Guido Fring: Kaum. Dieses Ballgefühl, das er heute noch hat, kann man auch schwer trainieren. Das ist einfach da. Zugute kam ihm sicherlich, dass seine Mutter Lehrerin war und er häufig den Schlüssel zur Turnhalle bekam. Dort trainierte, nein anders, dort spielte er dann viele Nachmittage lang. Und zwar nicht nur Fußball, auch Basketball, Badminton, Handball, alle Sportarten mit einem Ball.  

Den Badmintonspieler Jan Schlaudraff haben Sie einst kennengelernt.

Guido Fring: Eines Tages fragte ich ihn, ob er nicht Lust auf ein Badminton-Match habe. Ich wollte den Platz organisieren. Man muss dazu wissen, dass ich ein regelmäßiger Spieler war. Jan hingegen kannte Badminton aus dem Sportunterricht oder eben von seinen nachmittäglichen Aufenthalten in der Halle. Doch er hatte noch nie unter einem Trainer gespielt. Er sagte damals zu – und fegte mich am Abend über den Platz, als habe er nie etwas anderes gemacht.



Ergänzung zu Heft#120 11/2011

Das große Interview mit Bernd Schuster


weiterlesen [1] [2]



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Kommentare

  • User
  • 28.10.2011 11:05:35 GTEvo

    Zugute kam ihm sicherlich, dass seine Mutter Lehrerin war und er häufig den Schlüssel zur Turnhalle bekam


    was ne dekadente Scheisse!

  • User
  • 28.10.2011 11:37:03 Hardy Lopner

    was ne dekadente Scheisse!

    What do you mean by that?

    Bei meinem Zahnarzt lag früher ein Berni-Comic, dem ich entnahm, dass der Maskottchen-Hase seinen Bau unter einem Fußballplatz hatte. Das Obergeschoss nutzte er natürlich zum regelmäßigen Training.
    Und immer, wenn ich gerade er war, musste ich raus aus dem Kinderhimmel und rein in die Dentistenhölle.
    Scheiß Kindheit. Irgendwann schreibe ich ein Buch drüber.

  • User
  • 28.10.2011 12:00:28 Jim Panse

    dass der Maskottchen-Hase seinen Bau unter einem Fußballplatz hatte

    Jena?

  • User
  • 28.10.2011 12:04:17 currygoi

    Jan Schlaudraff ist einer der unsympathischsten Typen, die der Fußball so zu bieten hat. Nie was wirklich starmäßiges erreicht, aber eine arrogante Ausstrahlung wie ein Weltmeister.

  • User
  • 28.10.2011 12:44:59 Hardy Lopner

    Jena?

    Carl Zeiss? Guter Mann, hat meine Kamera-Linse gebaut.

  • User
  • 28.10.2011 12:46:14 Jim Panse

    Carl Zeiss würde sich im Grabe umdrehn, dass seine Linsen sogar in Billighandys verbaut werden.

  • User
  • 28.10.2011 12:59:25 TuSSudweyher

    Da ist aber jemand so richtig in den Jan verliebt.

  • User
  • 28.10.2011 13:07:26 GTEvo

    Jan Schlaudraff ist einer der brilliantesten Fummelkönige des BundesligaTotal Kirchenstaats.

    Warum muss man denn immer was "erreichen"?
    und sowieso..was heisst das eigenklich imma?
    "Noch nichts erreicht"?

    - Weil er beim "MünchenerSC" sich nicht "durchsetzen" konnte?
    - Weil er in JogisEleven nicht zum social NutellaNetzwerk gehört?
    - Weil der Pfarrerssohn einer herzensguten Lehrerin aus Eichelhardt nicht der Enkel vom Kardinal Ratzinger is?

    Schlaudraff ist mit Marin, Götze, vielleicht noch Reus der aktiv, begnadeste Fummelkönich der Bundesliga.
    So Jemand muss garnichts "starmässiges erreichen", so Jemand issn absoluter FußballMega Star!

    Wenn Jemand Bundesliga Profi wird, heisst dass zuallerst dass er nie mehr in seinem Leben finanzielle Sorgen, berufliche Existenzängste und Sozialneid hat/haben wird.
    Wenn so Jemand dann auch noch von "Alemannia" Aachen zu Germania München wechselt, (also Fußballkardinal), Nationalspieler wird, bei M96 zur großen Sturmhoffnung avanciert, dann hat er nicht nur etwas starmässiges NICHT erreicht, dann gehört er zu den OberenZehntausend in unserem großen FußballKirchenstaat.

    Schlaudraff mag nicht die DSDS Zielgruppe animieren, auch kein Modeltyp sein und niemals für Nivea, Wellaflex und L'Oréal auf YT dribblen, abba Ihm ne Arrogante Ausstrahlung wien Weltmeister zu unterstellen, ist lächerlich.

    Schlaudraff ist optisch der klassiche "Durchschnittstyp".
    Fußballerisch der klassische "Rastelli-Typ".
    Ein "1:1-Situation" Genie.

    Wenn so Jemand beim strengkatholischen, latentbuddhistischen, scientologynahem GFCBayern keine Lobby bekommt, keinen Gebietsschutz vom Präsidium, keine "Rückendeckung" vom Don geniesst, eben keine heilige Stammplatzgarantie erhält und nicht mit Götze/Marin/Reus "den magischen Zauberwürfel" bildet, dann nur weil "Der Erfinder des Nürnburgers" seine 95Thesen anne OttoFleck Schlosskirche angenagelt hat!

    Urbi et Orbi
    Holger

  • User
  • 28.10.2011 14:47:59 bergomi

    GTI, du redest zuviel scheisse, aber gut, dass dir keiner zuhoert. wie dem shanghai sally, den kann man ja auch in der pfeife rauchen, was das fussballerische anbelangt.
    sonst eigentlich auch.

  • User
  • 28.10.2011 14:48:52 bergomi

    jan schlaudraff ist ein absoluter blender, hoffe der wird nie in die N11 berufen weil dann goodnight nurse

  • User
  • 28.10.2011 16:31:20 Donaldo

    Ich glaube nicht,dass Schlaudraff in die N11 berufen wird, da Löw eine ganz bestimmte Erwartung an die Sozialkompetenz seiner Spieler hat. Entspricht jemand dem Löw'schen Bild nicht, spielt er nicht in der N11, und wenn er Messi hieße.

  • User
  • 28.10.2011 23:57:23 Ganna

    Iss doch schön, wenn einer mal anders als die Anderen ist. Dann hat man wieder Stoff zur Diskussion. Und aus der Asche…

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