Die Geschichte der Fußballfans

11FREUNDE-Spezial: Nr. 1

Die Geschichte der Fußballfans

Neu hier? Alle Infos zu 11Freunde Community
09.09.2011

Herthas Wolfgang Gayer über das 9:1 gegen den BVB

»Ich hätte gerne fünf Dinger gemacht«

Interview: Marius Gutowski  Bild: Imago

In der Saison 1969/70 gewinnt Hertha gegen Dortmund mit 9:1. Es ist bis heute der höchste Bundesligasieg der Berliner. Wir sprachen mit Wolfgang Gayer über seine vier Tore, den Bundesligaskandal von 1972 und Fußball in Südafrika.

Herthas Wolfgang Gayer über das 9:1 gegen den BVB - »Ich hätte gerne fünf Dinger gemacht«


Wolfgang Gayer, am Wochenende spielt die Hertha gegen Borussia Dortmund. Eine Begegnung, an die Sie die besten Erinnerungen haben. In der Saison 1969/1970 feierte die Hertha beim 9:1 gegen den BVB ihren höchsten Bundesligasieg, Sie schossen vier Tore.

Wolfgang Gayer: Ich hätte gerne fünf Dinger gemacht. Der Gerd Müller hatte ja im selben Monat gegen Oberhausen ebenfalls vier Buden gemacht. Diesen Rekord wollte ich überbieten.

Dennoch: Vier Tore sind für einen Mittelfeldspieler allerhand.

Wolfgang Gayer: Ich war eigentlich immer sehr torgefährlich. Manchmal wundere ich mich auch darüber – ich war ja ein sehr schmächtiger Typ.



Bemerkenswert ist die Tatsache, dass beide Teams vor dem Spiel unmittelbare Tabellennachbarn waren. War der BVB so schwach oder war die Hertha so gut?

Wolfgang Gayer: Wir haben einfach einen super Start erwischt, ich machte schon in der dritten Minute das 1:0, kurz vor der Pause erzielte ich bereits das 6:0. Spätestens da brachen die Dortmunder zusammen.

Wie war die Stimmung in der Kabine? Was hat Trainer Helmut Kronsbein zur Halbzeit angesprochen?

Wolfgang Gayer: Ach, der hat Geschenke verteilt.

Geschenke?


Wolfgang Gayer: In diesem Spiel hat er uns in der Halbzeit zwei gute Flaschen Rotwein versprochen, wenn wir noch ein paar Tore drauflegen.

Nach dem Spiel waren Sie ins »Aktuelle Sportstudio« eingeladen, aber Sie gingen nicht hin. Wieso?

Wolfgang Gayer: Ich war ein scheuer Typ. Ich kam damals aus Mannheim aus einer sehr armen Familie. Wir waren elf Kinder – und von einem Tag auf den anderen war ich das Aushängeschild. Das kannte ich nicht, ich war es einfach nicht gewohnt, so sehr im Mittelpunkt zu stehen. Ich wollte eigentlich nur Fußball spielen.

Sie waren zur damaligen Zeit einer der besten Mittelfeldspieler der Bundesliga. Wie groß ist die Enttäuschung, dass es nicht zu mehr gereicht hat?

Wolfgang Gayer: Dem weine ich heute nicht nach. Helmut Schön war zwei, drei Mal in Berlin und auch für die WM 1970 in Mexiko war ich im Gespräch. Doch damals hat sich Schön für Uwe Seeler entschieden. Die deutsche Offensive war halt gut besetzt, selbst Günter Netzer hatte zu der Zeit keinen Stammplatz. Das waren alles Weltklasse-Leute.

1972 waren Sie in den Bundesligaskandal verwickelt. Die Hertha verlor am letzten Spieltag 0:1 gegen Arminia Bielefeld und die Mannschaft kassierte dafür Geld.

Wolfgang Gayer: Wir haben nach der Partie alle Spieler verabschiedet, die gewechselt sind. Nach jedem Heimspiel waren wir im Berliner »Waldhaus«, das war eine Art Stammkneipe für uns. Um ein, zwei Uhr nachts kam dann jemand mit einem Koffer vorbei. Und da waren 250.000 Mark drin.


weiterlesen [1] [2]



---
News, Interviews, Blogs, Statistiken und Service zu: Hertha BSC Berlin






Ähnliche Artikel

Kommentare

  • User
  • 13.09.2011 13:11:20 monssolis

    Erfrischend klare Antworten.

zum Forum

Logge Dich ein, um einen Beitrag zu schreiben!

VON DEN LESERN EMPFOHLEN



DIE AKTUELLE UMFRAGE

Und bei euch so?

Chaos dahoam!
Trauer dahoam!
Freude dahoam!
Wut dahoam!
Lasst mich mit diesem »dahoam« endlich in Ruhe!




Dieter Schatzschneider im Interview


Wie heißen noch mal die Söhne von Martin Jol?

  • Cock
  • Dick

Das Tagesticker-Archiv

11Freunde Liveticker

11FREUNDE @ TWITTER