Charly Dörfel über den »Tag der Legenden«
»Felix Magath ist ein guter Kaufmann«
Interview: Andreas Bock Bild: Imago
Am Sonntag trifft sich das Who is who des deutschen Fußballs beim »Tag der Legenden«. In der Players Corner sitzt der ehemalige HSV-Linkaußen Charly Dörfel. Wir sprachen mit ihm über die Kader der Teams und ein Torwartproblem beim HSV.
Charly Dörfel, am Sonntag findet in Hamburg zum siebten Mal der »Tag der Legenden« statt. Wie jedes Jahr spielt das »Team Hamburg« gegen das »Team Deutschland«. Sie spielen allerdings nicht mit. Wieso?
Charly Dörfel: Wegen einer Arthrose. Ich hätte gerne gespielt, bin ja noch relativ fit. Ich treibe viel Sport. Schwimmen, Radfahren, so was halt.
Immerhin sind Sie Gast in der »Players Corner«. Welche Aufgabe haben Sie dort?
Charly Dörfel: Ich bin gut gelaunter Statist. Neben mir Uwe Seeler, Jimmy Hartwig, Bernd Wehmeyer und Klaus Thomforde. Wir plaudern, wir analysieren, wir experten, wir sonnen uns.
Auf wen freuen Sie sich am meisten?
Charly Dörfel: Natürlich auf meine alten HSV-Kollegen. Und auf die Spieler der letzten großen HSV-Ära. Auf Kevin Keegan zum Beispiel, die Mighty Mouse. Mit dem verstehe ich mich ganz gut.
Mit Manni Kaltz, der ebenfalls dabei ist, soll es hingegen Streit geben.
Charly Dörfel: Es gibt da so einen kleinen Disput darüber, wer der Erfinder der Bananenflanke ist. Fragen Sie dazu mal meine alten Mitspieler! Die werden alle sagen, dass ich die ersten krummen Flanken schlug. Damals schrien die Herren immer: »Charly, schlag nicht immer deine Bumerangs!« Die hatten Angst, dass das Ding zurückkommt und ihnen um die Ohren fliegt.
Was sagt Kaltz zu der Geschichte?
Charly Dörfel: Ach, der Streit ist doch eher ein Scherz. Wir verstehen uns in Wahrheit super. Ich bin eben der Erfinder der großen Chiquita, er hat die kleine Kanarische erfunden. Damit können wir beide gut leben. (lacht)
Auch ehemalige Profis des FC St. Pauli werden mitspielen. Gibt es da keine Rivalitäten?
Charly Dörfel: Wo denken Sie hin? Früher gab es richtige Freundschaften zwischen den St.Pauli-Spielern und uns HSVern. Mit Franz Gerber, der am Sonntag auch dabei sein wird, verstehe ich mich bestens.
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Weil er ebenso Showman ist wie Sie?
Charly Dörfel: Der Schlangen-Franz, der Schlangen-Beschwörer. Einmal ist er sogar von einer Kobra gebissen worden. Ich finde den super. Leider sind wir nie zusammen aufgetreten. (Charly Dörfel war nach seiner Fußballkarriere als Clown beim Zirkus tätig, d. Red.)
Trainer des »Team Deutschland« wird Felix Magath sein.
Charly Dörfel: Ein ganz großer Kaufmann. Zumindest ein Mann, der gerne kauft. (lacht) Mit ihm habe ich lange Zeit in der Altliga gespielt, ein ganz netter Typ. Das kann man sich bei den Medienberichten über ihn kaum vorstellen, dort wird er ja als der große Schleifer und Diktator dargestellt. Ich glaube, er wäre gerne wie sein einstiger Mentor Ernst Happel. Der hat die Jungs früher ja stets richtig hart trainiert.
Andi Brehme spielt für das »Team Deutschland«. Ein ehemaliger Nachbar von Ihnen?
Charly Dörfel: Ein Barmbeker Jung, Nachbar also nicht, ich wohnte ja in Altona. Mit Andis Vater habe ich Anfang der siebziger Jahre bei BU (Barmbek-Uhlenhorst, d. Red.) gespielt. Andi wäre ja einmal fast zum HSV gekommen, doch die Klubchefs wollten ihn nicht. Ein ähnliche Geschichte wie mit dem gebürtigen Hamburger Stefan Effenberg...
Im Sturm von »Team Deutschland« spielt Ulf Kirsten.
Charly Dörfel: Der Ulf! Ein netter Junge abseits des Platzes. Ein eiskalter Torjäger auf dem Platz. Ähnlich wie Uwe Seeler oder Klaus Fischer. Ein typischer Mittelstürmer. Den hätte ich gerne mal mit meinen krummen Flanken gefüttert.
Im Tor von »Team Hamburg« steht Richard Golz, beim HSV aktuell Jaroslav Drobny. Wer ist der bessere Keeper?
Charly Dörfel: Golz! Ein guter Torhüter. Den hätten wir damals auch behalten sollen. Ein großes Problem des HSV: Wir hatten oft gute Torhüter, doch die sind immer abgehauen. Drei Namen: Golz, Butt, Rost. Top-Männer! Jetzt haben wir Drobny – und diesen Kindergarten vom FC Chelsea. Alle reden immer von jungen Leuten, schön und gut, doch was tun, wenn die jungen Spieler nichts bringen? Am Sonntag werden wir zeigen, dass es auch mit alten Spielern geht. Mit sehr alten! (lacht)
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Am Tag der Legenden spielt das »Team Hamburg« gegen das »Team Deutschland«. Hier die Kader:
Team Hamburg: Richard Golz, Bernd Hollerbach, Nico-Jan Hoogma, Bastian Reinhardt, Stefan Schnoor, Andre Trulsen, Otto Addo, Thomas Gravesen, Rodolfo Cardoso, Thomas Meggle, Michael Oenning, Stefan Studer, Stig Töfting, Martin Driller, Franz Gerber, Kevin Keegan, Manni Kaltz u.a.
Team Deutschland: Jürgen Klopp, Markus Babbel, Guido Buchwald, Andreas Brehme, Thomas Helmer, Valerien Ismael, Michael Preetz, Christian Wörns, Frank Baumann, Dieter Eilts, Carsten Ramelow, Olaf Thon, Fredi Bobic, Ulf Kirsten, Jens Lehmann, Flemming Povlsen u.a.
TAG DER LEGENDEN
4. September 2011, 14 Uhr, Millerntor-Stadion Hamburg
Mehr Infos auf www.tagderlegenden.de
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