Die Geschichte der Fußballfans

11FREUNDE-Spezial: Nr. 1

Die Geschichte der Fußballfans

Neu hier? Alle Infos zu 11Freunde Community
09.08.2011

Union-Präsident Dirk Zingler zu den Stasi-Vorwürfen

»Ich habe nie Leute bespitzelt«

Interview: Felix Dachsel  Bild: Imago

Vor drei Wochen wurde publik, dass Union Berlins Präsident Dirk Zingler in den achtziger Jahren in einem Wachregiment des MfS diente. Wir sprachen mit Zingler über seine damalige Tätigkeit, öffentliches Interesse und politische Dimensionen im Fußball.

Union-Präsident Dirk Zingler zu den Stasi-Vorwürfen - »Ich habe nie Leute bespitzelt«


Dirk Zingler, Sie kommen gerade aus dem Sommerurlaub aus Portugal. Wie war das Wetter?

Dirk Zingler: Gut, besser als in Berlin. Und: es war schön bei meiner Familie zu sein. Ich denke es ist entscheidend, wie die Familie und Freunde mit so einer Medienkampagne umgehen.



Die Berliner Zeitung hat während Ihres Urlaubs enthüllt, dass Sie Anfang der Achtziger in einem Wachregiment des Ministeriums für Staatssicherheit gedient haben, dem Regiment Feliks Dzierzynski. Eine »Kampagne«, wie Sie sagen. Falls diese Berichterstattung eine Kampagne sein sollte, was ist ihr Antrieb?

Dirk Zingler: Enthüllt haben sie gar nichts. Aber darüber habe ich auch nachgedacht. Ich habe noch keine Antwort, keine jedenfalls, die ich belegen und beweisen kann. Die Berichterstattung ist für mich absurd.

Weshalb?

Dirk Zingler: Ich gebe Ihnen ein Beispiel. Ein Autor im Tagesspiegel schrieb: Dirk Zingler hatte keine Westkontakte – er muss ein Hundertprozentiger (sehr überzeugter Anhänger der DDR, d. Red.) gewesen sein.

Ist das falsch?

Dirk Zingler: Ja. Das Leben funktioniert nicht so linear. Meine Familie stammt aus Berlin. Mein Vater kommt aus Friedrichshain, meine Mutter aus dem Wedding. Im August 1961 war meine Mutter schwanger mit meinem Bruder, da entschied sie sich in Friedrichshain zu bleiben, bei meinem Vater, im Osten. Das war mein Schicksal. Hätte mein Vater entschieden, nach Wedding zu meiner Mutter zu ziehen, wäre ich ein Westdeutscher geworden. So ist das Leben und es ist für die große Mehrheit kein Verdienst oder Versagen, auf der einen oder der anderen Seite aufgewachsen zu sein. Jetzt wollen Experten meine Biografie bewerten. Nachlesbar für Jedermann. Mit welchem Recht? Ich bin kein Politiker, der sich um ein öffentliches Amt bewirbt.

Sie sind eine Person öffentlichen Interesses.

Dirk Zingler: Die Begründung der Berliner Zeitung war: Wir müssen der Unionfamilie sagen, wo ihr Präsident vor 30 Jahren gedient hat. Viele wussten es vorher schon. Sie hat es aber nicht nur den Fans von Union gesagt, sondern der allgemeinen Öffentlichkeit. 

Nicht nur die Berliner Zeitung hat über Ihre Vergangenheit berichtet, auch der Tagesspiegel, die BZ, die Bild. Was haben Sie im Wachregiment gemacht?

Dirk Zingler: Ich habe Wache gestanden. Am Regierungskrankenhaus Buch. Ein langweiliger Job. Man steht. Es passiert nichts. Manchmal hat man Schießtraining. Nach drei Jahren war das Warten vorbei.

Sie haben also nie Leute bespitzelt?

Dirk Zingler: Nein. Ich war nie offizieller oder inoffizieller Mitarbeiter bei der Stasi.

Haben Sie niemals darüber nachgedacht, dass Ihr Regiment dem Ministerium für Staatssicherheit unterstellt war?

Dirk Zingler: Nein. Es hätte dem Papst oder Erich Honecker direkt unterstellt sein können. Das war mir egal. Ich wollte in Berlin dienen und stand Wache, mehr nicht. Der Begriff Stasi war damals für mich noch nicht mit dem Wissen verbunden, welches mir heute bekannt ist. Deshalb sollte man Handlungen, wenn man sie bewertet, in den richtigen zeitlichen Kontext bringen. Wenn bestimmte Medien das nicht tun, ist es für mich auch nicht wichtig, was sie schreiben.

Nein?

Dirk Zingler: Nein. Es ist nicht so relevant, denn es hat oft wenig mit der Realität zu tun, mit dem wirklichen Leben oder der Lebensleistung eines Menschen. Ich habe im Urlaub versucht, mich von der Berichterstattung über meine Person fernzuhalten.

Ist es Ihnen gelungen?

Dirk Zingler: Ja, einigermaßen. Hin und wieder hatte ich aber Kontakt mit unserem Pressesprecher.

Die Veröffentlichung der Berliner Zeitung ist auf großes Interesse gestoßen. Die Fans von Union diskutieren auf einem Internetforum über Ihre Vergangenheit. Hat Sie diese Aufmerksamkeit überrascht?

Dirk Zingler: Die Intensität der Diskussion hat mich überrascht. Es ist dort aber sehr differenziert und offen diskutiert worden. Ich habe sehr viel Unterstützung aus der Fanszene erhalten. Es geht schließlich um einen Vorgang, der fast 30 Jahre zurück liegt. 2004 hatten wir einen ähnlichen Fall. Ein damaliges Präsidiumsmitglied hat einst im gleichen Regiment gedient wie ich. In seinem Fall ging die Presse aber ganz anders damit um. Wir haben den Vorwurf dann gemeinsam mit Fans und Pressevertretern geprüft und festgestellt: Da ist nichts. Außer ein Wehrdienst im Wachregiment.


weiterlesen [1] [2] [3]



---
News, Interviews, Blogs, Statistiken und Service zu: 1. FC Union Berlin






Ähnliche Artikel

Kommentare

  • User
  • 10.08.2011 09:00:37 atthedrive

    Für alle die sich für die Meinung der Fans interessieren:

    http://www.facebook.com/1.FCUnionBerlin
    http://www.unionforum.de/board1-rund-um-union/boar d2-verein/5263-wachregiment/

    U.N.V.D.Z.

  • User
  • 10.08.2011 09:49:01 PittiTrueffelschwein

    Hintergrund dazu: Matthias Wolf, Journalist und "Enthüllungsautor" der Vergangenheit von Dirk Zingler, hat sich nie wirklich für Union interessiert. Meines Wissens ist er Schalkefan. Auf jeden Fall ist er aber derjenige, der die Texte verfasst, WENN die Berliner Zeitung mal was zu Union schreibt (oftmals sind die Ergebnisse nur als Randnotiz zu finden, während Hertha vor jedem Spiel mit Vor- und Nachberichten gebauchpinselt wird.

    Dieser Matthias Wolf, selber nicht im Osten aufgewachsen, denkt sich also, er hat die Pflicht, den Unionern mal eine Krise reinzuwürgen. "Wachregiment, das MUSS die Stasi sein, Stasi, das heißt Terror und Kommunistendiktatur!"

    Man sieht, es gibt keinen Grund zur Aufregung, Dirk Zingler genießt bei uns auch nach dieser "Affäre" nach wie vor hohe Wertschätzung, anders als ein gewisse Trainerlichtgestalt.

    Eisern!

  • User
  • 10.08.2011 10:00:16 Redondo71

    Selbst wenn Matthias Wolf Schalke-Fan sein sollte, läge darin wohl kein Grund, negativ über Union zu berichten. Andererseits verliert Sportjournalismus häufig an Qualität, wenn ein Fan über seinen Verein berichten darf und ihm die nötige Distanz und Neutralität fehlt.
    Siehe Dieter Matz beim HSV.

  • User
  • 10.08.2011 10:34:41 Sympathisant

    Zingler ist geil. So ab jetzt lassen wir mal die Politik aus der Rivalität raus. Aber erst ab jetzt nicht vergessen!!! Früher konnte er schon schimpfen auf den Stasi-BFC. Aber jetzt nachdem er auch bei der Stasi war, lassen wir mal die Politik da raus.... Der Typ ist echt cool.

  • User
  • 10.08.2011 10:49:08 Fix

    Seltsam, dass Zingker als Unionfan überhaupt fürs Wachregiment zugelassen wurde, wo doch nur systemtreue angenommen wurden (laut wikipedia)
    Als Stasimitarbeiter bzw. -angehöriger muss er sich wohl betiteln lassen, wenn er Einrichtungen der Stasi bewacht hat.
    Find auch absurd gegen bfc und mielke sein, dann für ihn arbeiten und meinen dies nicht gewusst zu haben, klingt komisch.

  • User
  • 10.08.2011 11:41:27 PittiTrueffelschwein

    Seltsam, dass Zingker als Unionfan überhaupt fürs Wachregiment zugelassen wurde, wo doch nur systemtreue angenommen wurden

    Das hat er doch im Interview explizit erklärt.

    Als Stasimitarbeiter bzw. -angehöriger muss er sich wohl betiteln lassen, wenn er Einrichtungen der Stasi bewacht hat.


    Er hat Einrichtungen der Deutschen Demokratischen Republik bewacht. Und die war mehr als die Stasi, auch wenn das leider heute völlig unter dem "Sozialistendiktatur"-Stempel untergeht.

    Find auch absurd gegen bfc und mielke sein, dann für ihn arbeiten und meinen dies nicht gewusst zu haben, klingt komisch.


    Der gelinkte Artikel strotzt nur so vor Gier nach Sensationsjournalismus. Wenn ich das lese, im Hintergrund, dass sich der Wolf zum einen vorher nie ernsthaft mit Union beschäftigt hat, zum anderen die Zeit nie miterlebt hat, von der er da fantasiert, dann wird mir kotzübel. Wir Unioner haben da geschlossen einen klaren Standpunkt, den unser Presse- und Stadionsprecher Christian Arbeit vor dem Spiel gegen Fürth klargemacht hat

  • User
  • 10.08.2011 11:43:03 atthedrive

    Zum Ersten ist es doch wohl vollkommen irrelevant welche Herkunft oder welchen Verein ein Journalist angehört, entscheidend ist doch wohl was er am Ende aufs Papier bringt!
    Zum Anderen gebührt Zingler einfach Respekt wie offen, authentisch und professionell er auf die Vorwürfe reagiert. Ihm wird stets unterstellt eine "Wahl" gehabt bzw. getroffen zu haben, dieser Vorwurf ist an Zynismus wohl kaum zu überbieten.
    Alles weitere und noch vieles mehr wurde schon gesagt und lässt sich auf den obigen Links nachverfolgen. Es ist doch wohl bezeichnend wie sich die Unionszene zu ihm positioniert.

    Man sollte ihn daran messen was er für den Verein geleistet hat, daher: Und niemals vergessen Dirk Zingler

  • User
  • 10.08.2011 11:46:06 Fix

    Als Stasimitarbeiter bzw. -angehöriger muss er sich wohl betiteln lassen, wenn er Einrichtungen der Stasi bewacht hat.
    wird im wikipedia artikel so dargestellt.

    Gier nach Sensationsjournalismus
    so funktioniern nun mal die medien ohne das hier bewerten zu wollen, vieles wird erstmal künstlich aufgeblasen.

  • User
  • 10.08.2011 11:47:50 Fix

    darauf wollt ich mich beziehen

    Er hat Einrichtungen der Deutschen Demokratischen Republik bewacht. Und die war mehr als die Stasi, auch wenn das leider heute völlig unter dem "Sozialistendiktatur"-Stempel untergeht.
    wird im wikipedia artikel so dargestellt.

  • User
  • 10.08.2011 12:00:48 Sympathisant

    Zum Anderen gebührt Zingler einfach Respekt wie offen, authentisch und professionell er auf die Vorwürfe reagiert. Ihm wird stets unterstellt eine "Wahl" gehabt bzw. getroffen zu haben, dieser Vorwurf ist an Zynismus wohl kaum zu überbieten.

    Muss man echt mal sagen absoluter Respekt nachdem man ihn entlarvt hat!!! lol

    Man hätte auch sein Abi machen können wenn man 3 Jahre beim Regiment HotzenPlotz unterschrieben hätte, aber nein es sollte ja unbedingt beim Felix sein. DAS VORZEIGEREGIMENT der STASI!!!

    War ja alles nicht so schlimm...

  • User
  • 10.08.2011 12:22:25 PittiTrueffelschwein

    @Fix

    Sieh es so: Die DDR war (auch) die Stasi, aber die Stasi war nicht DDR. Wie gesagt, das wird pauschal immer verschwiegen und jeder, der es anders darstellt, wird sofort als Kommunist, linker Spinner oder sonstwas dargestellt. Vor allem seit Filmen wie Goodbye Lenin oder Sonnenallee wird die DDR immer wie das Schlumpfenland mit Gargamel dargestellt. Die lustigen, fröhlichen Ossis, die nichts hatten und der große böse Feind, die Stasi.
    Das ist schade, weil es zum einen nicht der Realität entspricht und zum anderen den Blick auf den Sozialismus und den Kommunismus verklärt und überradikalisiert.

  • User
  • 10.08.2011 12:32:38 Sympathisant

    @PittiTr....

    Ich bin Sympathisant des runden Leders... und hasse es wenn man für doof verkauft werden soll aber das scheint ja mal wieder nicht so schwierig zu sein...

  • User
  • 10.08.2011 12:46:50 Donaldo

    Oh Mann, es ist 20 Jahre her, dass die Mauer gefallen ist, Leute. 20 JAHRE! Nu' is' aber gut...

  • User
  • 10.08.2011 13:25:21 Sympathisant

    Oh Mann, es ist 70 Jahre her das die Juden vergast wurden, Leute. 70 JAHRE!

    Man darf es halt nicht bagatellisieren...

  • User
  • 10.08.2011 13:28:20 unionchemiker

    Du vergleichst vergaste juden mit ein paar betonblöcken? letztere waren nämlich ne bagatelle zu ersterem.

  • User
  • 10.08.2011 13:36:44 gelsenkirchen

    das ist sowas wie ein pawlowscher reflex bei dem thema. die ultimo-argumentations-keule. interessiert dann auch nicht dass damit weit über's ziel hinaus geschossen wird. armselig.

  • User
  • 10.08.2011 13:47:31 Sympathisant

    Beides ist nicht zu bagatellisieren!!!

  • User
  • 10.08.2011 13:59:26 Sympathisant

    40 JAHRE DDR sind nicht "ein paar betonblöcke"

  • User
  • 10.08.2011 14:12:54 Donaldo

    Da gehste richtig hoch bei dem Thema, ne?

  • User
  • 10.08.2011 14:18:00 Jim Panse

    Es werden auch in den nächsten 20 Jahren noch die neuen Bundesländer sein.

  • User
  • 10.08.2011 14:20:07 noorange

    "Es werden auch in den nächsten 20 Jahren noch die neuen Bundesländer sein."

    Mal sehen, ob das die nächsten 20 Jahre noch jemanden juckt.

  • User
  • 10.08.2011 14:26:44 unionchemiker

    Vierzsch jahre belogen und betrogen...

  • User
  • 10.08.2011 14:29:02 Fix

    habem se uns. und die im osten och.

  • User
  • 10.08.2011 14:35:47 penalty

    komisch an der ganzen aufarbeitungsthematik ist eh, daß die am meisten dazu beitragen und sich scheinbar auch am besten damit auszukennen glauben, die am wenigsten damit zu tun hatten.

  • User
  • 10.08.2011 14:36:56 noorange

    "habem se uns. und die im osten och."

    He, he. Mit dem Unterschied, dass die meisten Wessis die Lügen immer noch glauben.

  • User
  • 10.08.2011 15:30:43 Jappie

    Wenn ich diesem Wessi-Gequatsche über das Leben in der DDR glauben schenken würde, müsste ich zum Psychiater: Meine Biografie wäre dann garantiert nur eingebildet!
    Daher: Daumen hoch, Zingler, und nicht von dem ganzen dummen Gesülze verrückt machen lassen.

  • User
  • 10.08.2011 15:38:47 ProfessorBolz

    @Jappie

    Ich kenn da welche, die aufgrund irgendwelcher Machenschaften in der DDR heute zum Psychiater müssen (kennst du niemanden?), weiß aber nicht warum das dann auch für dich gelten sollte.

    Die Leute, die bei diesem Thema immer auf die Barrikaden gehen, argumentieren fast immer ziemlich verallgemeinernd.

  • User
  • 10.08.2011 15:44:39 Luis Enrique

    Wir Unioner haben da geschlossen einen klaren Standpunkt

    das kannste getrost mal vergessen.

    was mir an der ganzen sache extrem bitter aufstößt, ist das statement von christian arbeit (lassen uns von wessis nicht die welt erklären, sinngemäß). hielt bisher auf den große stücke. vorbei, masagn.

  • User
  • 10.08.2011 15:49:54 PittiTrueffelschwein

    was mir an der ganzen sache extrem bitter aufstößt, ist das statement von christian arbeit (lassen uns von wessis nicht die welt erklären, sinngemäß). hielt bisher auf den große stücke. vorbei, masagn.

    wäre schön, wenn du das n bisschen präzisieren könntest. ich persönlich sehe das genau so wie christian arbeit, wir müssen uns nicht von einem aus dem westen deutschlands zugezogenen journalisten, die nie erlebt hat, wie es im osten war, erklären lassen, weswegen wir jetzt in seine hetzjagd auf dirk zingler, seines zeichens seit jahren fan des vereins und seit seinem antritt immens wichtig für eben diesen, einstimmen sollten.

    wie gesagt, da interessiert mich, was du da anders siehst.

  • User
  • 10.08.2011 17:05:51 Luis Enrique

    mir geht in allen erdenklichen varianten und situationen dieses "ihr wart ja gar nicht dabei gewesen" auf den sack. nach dieser "argumentation" dürfte sich z.b. mit der zeit des nationalsozialismus in ein paar jahren niemand mehr befassen.

    was mich an der speziellen zingler-geschichte stört, ist, dass da mehrer varianten kursierten. erst hat's der vorstand die ganze zeit gewusst, dann wieder nicht. seltsam, wie ich finde.

    speziell zum wachregiment nehme ich zingler nicht ab, dass er nicht wusste, auf was für einen laden er sich da einlässt. ohne seine beweggründe oder haltung bewerten zu wollen, erscheint mir das reichlich naiv. ein freund von mit, der mitte der 80er in die schule gekommen ist, hatte seine patenbrigade von eben jenem regiment. der wusste als stift schon, dass das in der regel 100%ige waren.

    selbst wenn man den wunsch, in berlin bleiben zu wollen, als ausschlaggebend für zinglers damalige entscheidung nimmt, erklärt das z.b. noch lange nicht, warum er dann parteisekretär geworden ist.

    ohne das bewerten zu wollen, finde ich, dass er dazu dann auch stehen könnte. gerade zingler hat wiederholt entscheidungen moralisch begründet (remember patsche), daran muss er sich dann auch messen lassen bzw. zumindest offen damit umgehen.

  • User
  • 10.08.2011 20:29:55 unionchemiker

    Alder, hör uff nen mittachtzig eingeschulten als bewusstseinsmassstab zu nehmen. Nen scheiss wusste der mit 6 oder 7 vom innenleben der stasi!

    Wat an diesem verein fürn rattenschwanz hing wussten hochrangige mitarbeier und ein paar verantwortliche hanseln. Der geknechtete rest hat dit nache wende erfahren.

    Und auch wenn ich zingler nich mag, unter anderem wegen einiger von dir genannter dinge, so kannste knicken dass der genau wusste was beie stasi in echt ablief.

    Desweiteren wüsste ich gern, was parteisekretäre alles so menschenunwürdige angestellt haben.

  • User
  • 10.08.2011 21:00:03 gelsenkirchen

    wieviele hochrangige stasi-funktionäre wurden eigentlich im nachhinein verknackt bzw. "geoutet"? ich hab da wenig mitbekommen, möchte aber nicht meine unwissenheit als regel darstellen.

  • User
  • 10.08.2011 21:21:49 Luis Enrique

    jut. dann also noch mal in lang.

    ich nehme hier überhaupt niemanden als "maßstab", b.t.w., der war zur wende 13. er wusste es, ich wusste es z.b. nicht. war halt auch randberlin und soweit ich weiß, gab's dieses wachregiment nur in berlin. letztlich geht es mir um diesen punkt gar nicht, dazu weiter unten mehr.

    generell sollte man sich davor hüten, zu verallgemeinern. gerade in solchen dingen. parteisekretäre kannte ich genau zwei. große unsympathen, mehr kann ich nicht sagen. menschenunwürdig habe ich nie behauptet. da gab es, da bin ich mir ziemlich sicher, solche und solche. ist ja meist so. gelegentlich, liebste uschi, aber das nur am rande, nervt deine art, anderen irgendwelche dinge in den mund zu legen. lies mal genau.

    den punkt parteisekretär habe ich aus einem anderen grund angesprochen. zingler stellt es so dar, wie ich ja auch im ersten post schrieb, nur aus dem grund da hingegangen zu sein, um in berlin bleiben zu können (für mich absolut nachvollziehbarer grund, gerade in dem alter). dann könnte man sagen, o.k., dann konnte er es sich nicht aussuchen, wo er dient. er tut jedenfalls so, als ob nur private gründe dafür ausschlaggebend waren. parteisekretär musste man jedenfalls nicht werden, um in berlin bleiben zu können. ohne damit irgendeine bewertung in sachen parteisekretärswesen abzugeben, nur damit das an dieser stelle klar ist, ist das in meinen augen eine politische entscheidung. oder eine aus karrieregründen. was auch immer. das verurteile ich keineswegs, setze es halt nur mal in relation zu den ansprüchen die zingler gern an andere im verein stellt. er muss sich dafür nicht rechtfertigen (jedenfalls nicht vor mir), dazu stehen sollte er schon. das dazu.

    generell missfällt mir vor allem der umgang mit dieser ganzen "geschichte" im verein. da wird von hetzkampagne und ähnlichen dingen gesprochen, was ich absolut übertrieben finde (ich habe die artikel in der berliner zeitung gelesen, andere nicht, aber um die geht es ja wohl hauptsächlich). des weiteren nervt es, wenn verschiedene varianten kursieren, aber das schrieb ich ja schon. hurtado hat erst gesagt, es nicht gewusst zu haben, zwei stunden später geht eine offizielle stellungnahme raus, dass alle im vorstand es wussten. mindestens unglücklich, wie ich finde.

    und der negative höhepunkt für mich war eben das statement von christian arbeit. nicht mal wegen der worte an sich (obwohl ich, wie schon gesagt, diese "argumentation" primitiv finde), sondern weil ich auf den große stücke hielt (ohne ihn natürlich genau zu kennen) und das nicht erwartet hätte.

    soviel dazu erstmal.

  • User
  • 10.08.2011 21:55:53 unionchemiker

    Ich las genau. Und mein menschenunwürdiges in den mundgelege war zwar überspitzt aber nur eine reaktion auf deine sehr wohl vorhandene wertung. Zumindest lies dein erster post nix anderes zu. Der längere bedarf keiner wertung, selbst wenn ich einige details bemängeln mag, aber den kann ich unkommentiert stehen lassen...

  • User
  • 11.08.2011 08:01:17 haibi

    Natürlich kann nur ein Ossi sowas richtig beurteilen, das is doch logisch, ein Wessi der Schalke Fan ist, geht doch mal gar nicht!
    Ausserdem war ein Wachregiment sowas wie n Hausmeister und ein Parteisekretär macht auch nur die Post auf und kocht Kaffee fürn Chef, alles total easy, ich weiss gar nicht was die Aufregung soll,......

  • User
  • 19.03.2012 11:32:11 ElBuitre11

    Soviel v.a. zur Kumpelei unter Kollegen. Kein Wort von der Gegenseite, kein Wort von den realen, unhaltbaren Vorwürfen Wolfs gegenüber Zinglers und das typische F.A.Z Understatement gegenüber ehemalige Ostdeutscher in hohen Positionen.

zum Forum

Logge Dich ein, um einen Beitrag zu schreiben!

VON DEN LESERN EMPFOHLEN



DIE AKTUELLE UMFRAGE

Und bei euch so?

Chaos dahoam!
Trauer dahoam!
Freude dahoam!
Wut dahoam!
Lasst mich mit diesem »dahoam« endlich in Ruhe!




Dr. Martin Thein, Mitbegründer des ersten Instituts für Fankultur


Wie heißen noch mal die Söhne von Martin Jol?

  • Cock
  • Dick

Das Tagesticker-Archiv

11Freunde Liveticker

11FREUNDE @ TWITTER