Die 11FREUNDE-Blogschau (1)
Hört ihr die Signale?
Text: Moritz Herrmann Bild: Imago
Ein Narr, wer glaubte, die Bundesliga würde am Wochenende ganz neu starten. Tatsächlich setzt sich die letzte Saison einfach fort. Und so taumelt der FC Bayern, brilliert Dortmund, überrascht Gladbach. Die 11FREUNDE-Blogschau zum 35. Spieltag.
Text der Woche
Dortmund schon wieder meisterlich? Egal. Robbery angeschlagen? Unwichtig. In München wurde eigentlich nur die Höhe des Auftaktsieges diskutiert, immerhin reiste die relegierte Borussia aus Gladbach an, und sowieso war unter Don Jupp doch alles plötzlich neu, frisch, besser. Es kam: anders. Eine Niederlage, die Fragen aufwirft. Gestellt werden sie von Paule alias Breitnigge. »Wo ist das versprochene Konzept der Trainers, flexibel auf Spielsituationen zu reagieren?«, wundert sich der Blog und erkennt nur alte Muster: »Unser Rezept ist, darauf zu hoffen, dass Robben und Ribéry ›spielfähig‹ sind und ihnen dann im Spiel immer und immer wieder den Ball zu geben, damit die ein bisschen Zauber versprühen. Und unsere Ideenlosigkeit überdecken.« Natürlich, die Liga schreibt gerade mal den ersten Spieltag, das weiß auch Paule. Aber besser früh warnen als zu spät Fehler zu erkennen. »Ein Drama ist das alles (noch) nicht (...). Es ist vielmehr ein Schuss vor den Bug. Eine letzte Warnung. Es trotz des warnenden Beispiels der letzten Saison, nicht so weit kommen zu lassen. Das sollten wir beherzigen.« Amen.
Bester Spruch
»Aber warum sollte man sich mit der Zukunft oder der Vergangenheit beschäftigen, wenn einem die Gegenwart rauschende Fußballabende wie gestern beschert? Mir reicht das völlig.«
Any Given Weekend über den BVB-Hype der letzten Saison und die Tatsache, dass nach dem 3:1 gegen den HSV alle Experten die Mannschaft von Jürgen Klopp schon wieder zum absoluten Meisterschaftsfavoriten, dreistelligen Vorsprung inklusive, erklären.
Fundstück des Spieltags
Warum sich um Kopf und Kragen schreiben, wenn ein Bild mehr sagt als tausend Worte? Siebeneckeneinaltbier empfängt die Websurfer mit seinem Schnappschuss der Anzeigetafel und freut sich über das private Glück, »nach 1995 auch den zweiten Auswärtssieg beim FC Bayern live miterlebt zu haben«.
Kontroverse
»Hertha hatte kaum Möglichkeiten, was auch gut für meine Ohren war, weil die Berliner ganz nachtragend und mimosenhaft bei jedem Ballkontakt Glubb-Torwart Rapha Schäfer auspfiffen. Er soll mit seinen Gesten beim letzten Spiel in Berlin schuld am Platzsturm gehabt haben – lächerlich! Einen solchen Sturm gabs diesmal wieder! Allerdings gleich in der ersten Hälfte und nur von einer Person! Zu allem Übel wurde dieser Hirni auch noch von Rapha per Handschlag gestoppt! Ich seh schon die Schlagzeile der Berliner Morgenpost: ›Schäfer stoppt wehrlosen Fan – Wäre erneuter Spielfeldsturm gerechtfertigt?‹«
Raphael Schäfer schien nach dem Nürnberger Sieg in der Hauptstadt einer Meinung mit diesem Bericht von N-Town, der Torwart wetterte wild gegen Michael Preetz, weil ihn der Manager im Vorjahr beim DFB gemeldet hatte.
Geheimtipp-Blog
Der Schalkefan stemmt sich gegen den Trend der webbasierten Fußballschreiberei, immer alles gleich ganz miserabel oder aber ganz fantastisch zu finden. Mut zur Mitte, zur differenzierten Sichtweise, so wie hier: »Auch wenn es sich nach einem 0:3 anhört wie das Pfeifen im Walde, so stimme ich den Einschätzungen der Vereinsoffiziellen zu, die den Journalisten nach dem Spiel ein trotziges ›Es war nicht alles schlecht‹ in den Block diktierten. Was aber auch nicht dahin gehend falsch verstanden werden sollte, dass unter dem Strich fast alles gut war.« Das, was nicht gut war, kleidet der Blog dann in ein schickes Wortgemälde irgendwo zwischen Pablo Picasso und Mickie Krause: »Als wie wenn dir jemand, nachdem du einen Tag lang am Stand in der prallen Sonne gelegen hast, einen Kübel Eiswasser in die Badehose kippt.«






