Die Geschichte der Fußballfans

11FREUNDE-Spezial: Nr. 1

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08.08.2011

Die 11FREUNDE-Blogschau (1)

Hört ihr die Signale?

Text: Moritz Herrmann  Bild: Imago

Ein Narr, wer glaubte, die Bundesliga würde am Wochenende ganz neu starten. Tatsächlich setzt sich die letzte Saison einfach fort. Und so taumelt der FC Bayern, brilliert Dortmund, überrascht Gladbach. Die 11FREUNDE-Blogschau zum 35. Spieltag.

Die 11FREUNDE-Blogschau (1) - Hört ihr die Signale?


Text der Woche
Dortmund schon wieder meisterlich? Egal. Robbery angeschlagen? Unwichtig. In München wurde eigentlich nur die Höhe des Auftaktsieges diskutiert, immerhin reiste die relegierte Borussia aus Gladbach an, und sowieso war unter Don Jupp doch alles plötzlich neu, frisch, besser. Es kam: anders. Eine Niederlage, die Fragen aufwirft. Gestellt werden sie von Paule alias Breitnigge. »Wo ist das versprochene Konzept der Trainers, flexibel auf Spielsituationen zu reagieren?«, wundert sich der Blog und erkennt nur alte Muster: »Unser Rezept ist, darauf zu hoffen, dass Robben und Ribéry ›spielfähig‹ sind und ihnen dann im Spiel immer und immer wieder den Ball zu geben, damit die ein bisschen Zauber versprühen. Und unsere Ideenlosigkeit überdecken.« Natürlich, die Liga schreibt gerade mal den ersten Spieltag, das weiß auch Paule. Aber besser früh warnen als zu spät Fehler zu erkennen. »Ein Drama ist das alles (noch) nicht (...). Es ist vielmehr ein Schuss vor den Bug. Eine letzte Warnung. Es trotz des warnenden Beispiels der letzten Saison, nicht so weit kommen zu lassen. Das sollten wir beherzigen.« Amen.



Bester Spruch

»Aber warum sollte man sich mit der Zukunft oder der Vergangenheit beschäftigen, wenn einem die Gegenwart rauschende Fußballabende wie gestern beschert? Mir reicht das völlig.«

Any Given Weekend über den BVB-Hype der letzten Saison und die Tatsache, dass nach dem 3:1 gegen den HSV alle Experten die Mannschaft von Jürgen Klopp schon wieder zum absoluten Meisterschaftsfavoriten, dreistelligen Vorsprung inklusive, erklären.

Fundstück des Spieltags
Warum sich um Kopf und Kragen schreiben, wenn ein Bild mehr sagt als tausend Worte? Siebeneckeneinaltbier empfängt die Websurfer mit seinem Schnappschuss der Anzeigetafel und freut sich über das private Glück, »nach 1995 auch den zweiten Auswärtssieg beim FC Bayern live miterlebt zu haben«.



Kontroverse
»Hertha hatte kaum Möglichkeiten, was auch gut für meine Ohren war, weil die Berliner ganz nachtragend und mimosenhaft bei jedem Ballkontakt Glubb-Torwart Rapha Schäfer auspfiffen. Er soll mit seinen Gesten beim letzten Spiel in Berlin schuld am Platzsturm gehabt haben – lächerlich! Einen solchen Sturm gabs diesmal wieder! Allerdings gleich in der ersten Hälfte und nur von einer Person! Zu allem Übel wurde dieser Hirni auch noch von Rapha per Handschlag gestoppt! Ich seh schon die Schlagzeile der Berliner Morgenpost: ›Schäfer stoppt wehrlosen Fan – Wäre erneuter Spielfeldsturm gerechtfertigt?‹«

Raphael Schäfer schien nach dem Nürnberger Sieg in der Hauptstadt einer Meinung mit diesem Bericht von N-Town, der Torwart wetterte wild gegen Michael Preetz, weil ihn der Manager im Vorjahr beim DFB gemeldet hatte.

Geheimtipp-Blog
Der Schalkefan stemmt sich gegen den Trend der webbasierten Fußballschreiberei, immer alles gleich ganz miserabel oder aber ganz fantastisch zu finden. Mut zur Mitte, zur differenzierten Sichtweise, so wie hier: »Auch wenn es sich nach einem 0:3 anhört wie das Pfeifen im Walde, so stimme ich den Einschätzungen der Vereinsoffiziellen zu, die den Journalisten nach dem Spiel ein trotziges ›Es war nicht alles schlecht‹ in den Block diktierten. Was aber auch nicht dahin gehend falsch verstanden werden sollte, dass unter dem Strich fast alles gut war.« Das, was nicht gut war, kleidet der Blog dann in ein schickes Wortgemälde irgendwo zwischen Pablo Picasso und Mickie Krause: »Als wie wenn dir jemand, nachdem du einen Tag lang am Stand in der prallen Sonne gelegen hast, einen Kübel Eiswasser in die Badehose kippt.«






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Kommentare

  • User
  • 08.08.2011 15:10:25 GTEvo

    @Text der Woche

    Jeder glaubt heute den Humbug von Konzeptfußball, modernem Fußball und Takatukaland-Systemen.
    Es gibt keinen Konzeptfußball..keinen modernen und erst recht keinen Hochgeschwindigkeitsfußball.
    Es gibt nur Mauern, Pressing und Direktpass, Fummelkönige und Rumpelfußballer, und Alibikicker "HerrSchweinsteiger".

    Daran hat sich bis heute nix geändert.
    Heute wird nur alles als Konzept und innovation verkauft.

    Das Einzige was sich geändert hat sind engere Räume.
    Man steht heute wesentlich kompakter und hält den Ball allgemein nicht mehr so lange wie früher.
    Das ist aber doch alles kein Indiz für neue odda fehlende Konzepte, für intelligenten und hausbackenden Fußball.

    Der FCBayern hat nur ein Einziges, dafür aber ein Entscheidendes Problem. Ihre künstliche Hierarchie.

    Beim FCBayern wird ein AlibiKicker einfach als Superstar betitelt, zentralvermarktet und als "Chef" der Mannschaft instrumentalisiert, obwohl er vom Intellekt, aber noch viel mehr vom Können und Talent überhaupt nicht in der Lage ist, diesem Anspruch gerecht zu werden.
    "HerrnSchweinsteiger" immer noch als "Chefchen" durchzuschleppen ist der Grund wieso der FCBayern gegen eine dicht massierte Abwehr zu ineffizient agiert.
    Immer dasselbe Strickmuster, wie beim Handball wird der Kreisläufer (Gomez) gesucht, und immer wieder Schweinsteiger als Anspielstation eingesetzt.

    Das ist moderner, römisch-dekadenter Heuschreckenfußball aber sicher kein Konzeptfußball!

    Somit bekommt Schweinsteiger zwar die meisten Ballkontakte(mit Lahm), euch wird suggeriert dass Schweinsteiger nen ganz toller Hecht ist, dabei issa in Wahrheit ein limitierter, ideenloser Alibikicker der Allen anderen Mitspielern ihr kreatives Potential raubt, weil sie sich nicht selbstständig entfalten dürfen um diesen "Sechser", früher nannte man so Jemanden "Wasserträger", seinen medialen Heuschreckenstatus nicht kaputtzumachen.

    Ohne Schweinsteiger, dafür mit KevinPrinceBoateng (und nicht sein nordicwalkender Stiefbruder mit Oberliganiveau), würden der FCB auch den FCBarcelona, den BvB, Real und Co, trotz der von KönigOtto erfundenen und heute angewandten sog. "Kontrollierten Offensive", gegen Tiki-Taka bestehen.
    Heynckes und Hoeness brauchen auf dem Platz, aber noch viel mehr abseits des Platzes, nur diese sog. "flache Hierarchie" zulassen, dass heisst jeder Spieler soll sich möglichst instinktiv und je nach Spielsituation frei entfalten dürfen, sein ganzes Potenzial umsetzen und nicht dauernd die Verantwortung wegschieben, weil ja alles über "HerrnSchweinsteiger" zu laufen hat.

    "Robbery" sind reine Naturtalente, Fummelkönige, Ausnahme und Instinktfußballer.
    Da sie beim FCBayern aber nicht mehr dass dürfen oder sollen, wozu sie aber geboren wurden...zum Fummeln und Sprinten, ist das OffensivSpiel des FCBayern kastriert und "Robbery" könnte man eigentlich verticken.
    Man braucht diesen Typus Superdribbler beim FCBayern für den wirtschaftlichen Erfolg doch garnicht mehr.
    Denn dem FCBayern gehts primär nur dadrum.
    Doch nicht wirklich mehr um Ruhm und Ehre.
    Superdribbler sind eliminiert wenn sie nur "One-Touch" spielen sollen um "Dem großen Ganzen" gerecht zu werden.

    Der BvB ist deshalb heute so unberechenbar und alles sieht so geil aus, weil Jeder, aber insbesondere die Superdribbler(Kagawa&Götze) sich frei entfalten, die instinktiv richtige Wertschätzung und Anerkennung von "aus der Gruppe" bekommen und dadurch erst Räume für z.b. einen fußballerisch limitierten, aber mit einer Kaltschnäuzigkeit ausgestatteten Großkreutz geschaffen wird und eben nicht alles zentral über nen Alibifußballer (Sechser) zu laufen hat, der ausser quer und zurück passen, nicht wirklich viel mehr draufhat.

    Schweinsteiger raus, Usami rein, "Robbery" austoben lassen!
    Dann sollze ma sehen wie da die Post abgeht!

    GlückAuf
    Holger

  • User
  • 08.08.2011 15:27:38 Cantona 7

    Ohne Schweinsteiger, dafür mit KevinPrinceBoateng

    naja so ganz würde ich schweinemann die klasse nich absprechen, er is sicher nich gerade der schnellste, kann sich aber aufgrund seiner technik immer wieder im mittelfeld aus situationen befreien, in denen der ein oder andere wohl den ball verlieren würde. Zudem besitzt er ne ausgezeichnete schusstechnik usw. usw.

    boateng (also der prince) wäre auch für mich die ideale lösung, den transfer kann ich mir unter hoeness aber kaum vorstellen.

  • User
  • 08.08.2011 15:33:32 Cantona 7

    Der BvB ist deshalb heute so unberechenbar und alles sieht so geil aus, weil Jeder, aber insbesondere die Superdribbler(Kagawa&Götze) sich frei entfalten, die instinktiv richtige Wertschätzung und Anerkennung von "aus der Gruppe" bekommen und dadurch erst Räume für z.b. einen fußballerisch limitierten, aber mit einer Kaltschnäuzigkeit ausgestatteten Großkreutz geschaffen wird und eben nicht alles zentral über nen Alibifußballer (Sechser) zu laufen hat, der ausser quer und zurück passen, nicht wirklich viel mehr draufhat.

    Schweinsteiger raus, Usami rein, "Robbery" austoben lassen!
    Dann sollze ma sehen wie da die Post abgeht!

    achja, übrigens..... *sign*!

  • User
  • 08.08.2011 15:38:42 sgu07

    holger, eigentlich weiß ich, dass es dich nicht interessiert, aber ein paar dinge solltest du doch beachten.

    ohne ein konzept könnte sich ein mainz 05 oder ein sc freiburg nicht mehrere jahre lang in der 1. liga halten. es gibt sehr wohl konzepte. darum sieht der schweinsteigerbastian auch manchmal so alt aus, wie er gestern aussah. irgendwie ausgebremst.

    der sechser von früher war nicht der wasserträger. denn der wasserträger ist früher dem zehner bis aufs klo hinterher gerannt und sonst nix. der sechser ist, wenn du vergleiche mit früher ziehen willst, der libero vor der abwehr.

    beleidigen tust du den götze und den kagawa damit, dass du sie superdribbler nennst. denn so eindimensionale dribbler wie marin oder robben sind sie nicht. sie könnten es, aber tun es nicht. wenn die beiden dribbeln, dann nicht weil du das toll findest und dribbeln so toll ist, nein sie dribbeln nur so lange, bis sie erkennen, dass jetzt ein pass kommen muss. und dann hat sichs ausgedribbelt. dann kommt der pass. und der mitspieler, der mitläuft weiß genau, dass jetzt der pass kommt. und deshalb läuft er auch immer mit. und darum wirkt das alles so schnell und zwangsläufig. wenn du aber einen 50meter-superdauerdribbler wie den robben oder den marin aufstellst, dann weiß der mitspieler aber auch der gegenspieler, dass der robben oder der marin den ball nicht mehr her gibt. der dribbelt dann solange, bis er schießen kann. das macht das spiel statisch und ausrechenbar. da haben es die konzeptfußballmannschaften wieder einfach. weil mit drei mann einen dribbler zustellen der nie abspielt, das können sie sogar in der oberliga.
    wenn du willst, dass das bayernspiel wieder gut ausschaut, dann nimmst du folgendes konzept:
    den robben raus und lässt 2 mit kontakten spielen. volles tempo, dann gibts wieder räume und es läuft wieder von alleine. denn gute kicker haben sie ja die bayern.

  • User
  • 08.08.2011 16:29:15 AbteilungAttacke

    Lass gut sein, Holgerchen glaubt ja auch allen Ernstes, dass den damaligen Fussball vom heutigen Fussball nur die engere Räume unterscheiden. Köstlich.

    Und Robery kann nix mehr, weil die nicht mehr dürfen, was sie eigentlich könnten, wenn man sie denn nur lassen würde.
    Jau, jetzt macht es auch Sinn, der Robben ist nicht an der Doppeldeckung gescheitert oder daran, dass seine Gegenspieler 1,5xmal so viel gerannt sind wie er oder weil er immer den gleichen, bisweil genialen, Trick versucht, sondern am BÖSEN VERBOT von den grauen Herren. Wenn ichs Recht bedenke - waren da nicht immer so rote Punkte auf der Stirn vom Arjen ? Jetzt wird mir alles klar - wehe der wäre losgedribbelt, der Uli hätt' sofort dem Daumen nach unten gesenkt.

  • User
  • 08.08.2011 18:55:29 GTEvo

    Heute 15:38:42 von sgu07
    holger, eigentlich weiß ich, dass es dich nicht interessiert, aber ein paar dinge solltest du doch beachten.
    datt stimmt so nich sgu..bloss ändert es meine Meinung nicht.

    Heute 16:29:15 von AbteilungAttacke
    Lass gut sein, Holgerchen glaubt ja auch allen Ernstes, dass den damaligen Fussball vom heutigen Fussball nur die engere Räume unterscheiden. Köstlich.
    ..und die Buxen sind länger geworden^^

    Und Robery kann nix mehr, weil die nicht mehr dürfen, was sie eigentlich könnten, wenn man sie denn nur lassen würde.
    Is doch logisch, odda?
    Wenn ich nur noch "Präzisionspässchen" spielen soll, geht dass langfristich zu Lasten der spielerischen Genialität wenn man sie auf Knopfdruck(Rückstand aufholen) abrufen will.
    Dann verkrampft man nämlich, die Leichtigkeit geht flöten, intuitive Körpertäuschungen klappen nicht mehr weil man monatelang in ein Schema gepresst wurde.

    Was mich an diesem "Konzeptfußball" alias Rasenschach aufn Sack geht ist..
    dass Instinkt und Strassenfußballer, Dribbelkönige systematisch entwertet werden.
    Im Gleichen Atemzug 0815Fußballer, Alibikicker, Wasserträger künstlich aufgewertet werden als seinen sie fußballerische Genies, ala Zidane, Maradona und Co.

    Wir rotten den Begriff Fußballspieler aus, züchten dafür Fußballsoldaten.
    Es kann doch nicht sein dass begnadete Fummelkönige in Zwangsjacken gesteckt werden und Trampeltiere als die neuen Rastellis verkauft werden, aber mit Bügeleisen an den Füssen geboren wurden.

    Das sieht dann so aus dass der passivste Fußballer zum Mannschaftskapitän bestimmt wird, lächerliche, an den Haaren herbeigezogene Attribute erfunden werden(emotionalerLeader), Hauptsache dass bekloppte "Wir haben heute als Mannschaft gewonnen/verloren" Gedöns wird aufrecht gehalten.

    Zu 90% gewinnt man Fußballspiele weil der geniale Techniker, der Superdribbler ne Einzelaktion erfolgreich abschliesst, der Schnapper nen Sahnetach hatte, Glück odda Pech im Spiel dabei waren.
    Nur maximal 10% aller Siege entstehen weil das sog. Kollektiv funktionierte.

    Mein "Spezi" KPBoateng ist deshalb aus Deutschland vertrieben worden und nicht in die Deutsche Nationalmannschaft berufen worden damit "HerrSchweinsteiger" Gebietsschutz bekommt und uns verkauft wird dass nur Blonde Deutsche aus Oberbayern mit der Kugel umgehen können.

  • User
  • 09.08.2011 00:41:20 penalty

    ach, dann waren das am freitag bei dortmund also die 10%?

  • User
  • 09.08.2011 13:55:28 brotsalami

    Wie so oft. Die Mischung macht den Unterschied. Man braucht beides, oder besser alle drei Dinge:
    1. Fussballspieler
    2. Fussballsoldaten
    3. ein System das beide miteinander vereint

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