Maik Franz über sein Rüpel-Image
»Eigentlich bin ich ganz nett«
Interview: Dominik Bardow Bild: Imago
Maik Franz, Neuzugang von Hertha BSC, gilt als größter Rüpel der Bundesliga. Vor dem Bundesligastart haben die Kollegen vom Tagesspiegel den Defensivspieler mit zehn Thesen über sein versautes Image konfrontiert. Hier sind die Antworten.
Ohne Ihr Image würden Sie nicht in der Bundesliga spielen.
Maik Franz: Ich habe 185 Bundesligaspiele bestritten, 31 Zweitligaspiele und 19 U-21-Länderspiele. Ich hatte (zählt in Gedanken durch) neun Trainer in meiner Profizeit. Die haben mich bestimmt nicht spielen lassen, weil sie sich gesagt haben: Der Maik ist privat ein netter Kerl und geht auf dem Platz an Grenzen. Sondern auch, weil ich Qualitäten habe.
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Tomasz Hajto muss um seinen Bundesligarekord von 16 Gelben Karten in einer Saison fürchten.
Maik Franz: Puh, das war knapp vergangene Saison. Ich hatte 14 Gelbe Karten, war aber elf Spiele lang verletzt, sonst hätte ich den Rekord geknackt. Ah, diese drei Karten... Nein, ernsthaft: Das ist ja nichts Rühmliches, womit man sich brüsten sollte. Ich will natürlich so wenig Karten wie möglich sammeln. Ich spiele ja auch nicht so oft Foul, werde aber schnell verwarnt, da gibt es Statistiken. 16 Karten sind schon viel, aber mal schauen, ein paar Jährchen bin ich ja noch dabei.
Sie überlegen sich schon vor dem Spiel, womit Sie Ihren Gegenspieler provozieren könnten.
Maik Franz: Das nicht, so etwas entwickelt sich im Spiel. Das ist ein heikles Thema, aber letztlich ist es mein Job, dass mein Gegenspieler, der Stürmer, kein Tor schießt. Das versuche ich mit allen Mitteln zu bewerkstelligen. Wenn ich ihn mit einem Spruch aus dem Gleichgewicht bringen kann, dann ist das legitim. Aber das macht jeder, von der Kreisklasse bis zur Bundesliga.
Ihr Image als größter Rüpel der Liga stört Sie nicht.
Maik Franz: Nein, gar nicht, ganz im Gegenteil: Ich finde es gut, wenn man ein Image hat. Das habe ich und irgendwann hört man auch auf, sich für Sachen zu rechtfertigen. Allen recht machen kann man es eh nicht. Damit bin ich ganz gut gefahren, bin jetzt im zwölften Profijahr und habe immer meine Spiele gemacht. Klar, es ginge immer noch besser. Aber man muss sich einschätzen können und ich glaube, dass ich mit meinen Möglichkeiten bis jetzt gut durchgekommen bin.
Mit der Rückennummer sieben sind Sie Herthas neuer Flügeltrickser.
Maik Franz: Genau! Beckham, Ronaldo, Figo, Ribéry, Franz, alle mit der Nummer sieben, da reihe ich mich nahtlos ein. Wir kommen alle über die Außen und über die Technik. Nein, ernsthaft: Es war keine andere Nummer frei, zumindest keine einstellige.








