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28.07.2011

Ioannis Amanatidis über seinen Eintracht-Rauswurf

»Ich bin etwas lautstark«

Interview: Felix Dachsel  Bild: Imago

Ioannis Amanatidis war bei Eintracht Frankfurt Publikumsliebling. Dann kam ein neuer Trainer, Michael Skibbe. Der Stürmer verlor erst die Kapitänsbinde, später den Stammplatz. Zuletzt lud man ihn aus dem Training aus. Jetzt sucht Amanatidis einen neuen Verein. Ein Abschiedsgespräch.

Ioannis Amanatidis über seinen Eintracht-Rauswurf - »Ich bin etwas lautstark«


Die letzten Worte, die Eintracht Frankfurt für Ioannis Amanatidis übrig hatte, klangen nüchtern wie ein Arbeitszeugnis: »Eintracht Frankfurt dankt Ioannis Amanatidis für seine sportlichen Verdienste und wünscht ihm alles Gute für die Zukunft.« Sechs Jahre hatte Amanatidis für Frankfurt gestürmt, in der Zeitrechnung des Profifußballs eine Epoche. Seine guten Jahre hatte er unter Friedhelm Funkel. Dann kamen Skibbe, Daum, Veh.  Zu der Frage, warum Amanatidis gehen musste, gibt es zwei Versionen. Version 1: Amanatidis war zu ungemütlich, ein Rebell. Version 2: Amanatidis war nicht mehr fit. Welche Version auch immer stimmt – mit Ioannis Amanatidis verliert die Bundesliga einen Spieler mit Charakter.

Ioannis Amanatidis, am Montag hatte die Eintracht ihr erstes Heimspiel gegen den FC St. Pauli. Wo haben Sie das Spiel gesehen?


Ioannis Amanatidis: Ich war in einem Termin und konnte das Spiel nicht verfolgen. Ich habe nur das Ergebnis mitbekommen.

Hätte es Ihnen weh getan, das erste Heimspiel zu sehen, ohne im Kader zu stehen?

Ioannis Amanatidis: Nein, nein. Ich hätte das Spiel nüchtern betrachtet. Trotzdem drücke ich der Eintracht natürlich weiter die Daumen.

Man hatte am Montag den Eindruck, es hätte noch ein Siegtor für Frankfurt fallen können. Auf dem Platz fehlte aber jemand, der die Mannschaft antrieb, anfeuerte, vielleicht auch mal etwas lauter. Fehlten Sie?

Ioannis Amanatidis: Mein Typ ist mittlerweile bekannt, nicht nur im Rhein-Main-Gebiet, sondern bundesweit. Ich bin etwas lautstark. Doch das werden bei der Eintracht jetzt andere übernehmen müssen.

Vor zwei Wochen haben Sie angekündigt, mit den Profis trainieren zu wollen. Eintracht Trainer Armin Veh sagte: »Das soll er lieber sein lassen.« Wie fühlt man sich als Spieler, wenn man aus dem Training ausgeladen wird?

Ioannis Amanatidis: Was Veh sagte, war völlig irrelevant. Er hat das nicht entschieden. Ich habe mich mit seinen Aussagen nicht beschäftigt.

Ein hässlicher Abschied. Vom Publikumsliebling zur unerwünschten Person. Wie groß ist ihre Trauer?

Ioannis Amanatidis: Die Art und Weise, wie der Abschied abgelaufen ist, war nicht schön, natürlich. Die Eintracht und ich, wir hatten eigentlich eine harmonische Zeit. Jetzt ist es vorbei. Damit müssen wir zurecht kommen. 


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Der Bärtige: Seit 2005 spielte Ioannis Amanatidis für Eintracht Frankfurt. Er gilt als laut, direkt und wehrhaft.


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  • Der Bärtige: Seit 2005 spielte Ioannis Amanatidis für Eintracht Frankfurt. Er gilt als laut, direkt und wehrhaft.
  • Als Michael Skibbe zu Frankfurt kam, begann für Amanatidis der Abstieg. Der Stürmer verlor die Kapitänsbinde und später seinen Stammplatz.
  • Wenn er auf dem Feld stand, dann dirigierte er seine Mitspieler. »Ich bin etwas lautstark«, sagt Ama im 11FREUNDE-Interview.
  • »Keiner tanzt aus der Reihe, alle nicken!« Amanatidis ärgert sich über die neue Generation Spieler.
  • »Fußball bleibt Fußball. Egal, wer dir gegenübersteht Egal ob Paderborn oder Dortmund.«
  • Amanatidis und Friedhelm Funkel - eine wechselhafte Beziehung mit Happy End. »Er schützt seine Mannschaft nach außen, zu hundert Prozent«, sagt Amanatidis über seinen Ex-Trainer.


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Kommentare

  • User
  • 27.07.2011 17:16:57 Gallagher

    Man muss sich nur mal vorstellen wie dilletantisch EINTRACHT FRANKFURT mit diesem Spieler umgegangen ist. Für das Geld, mit dem man ihn abfand, hätte er eigentlich noch eine ganze Saison in Frankfurt spielen können. Der jetzige Sturm der EINTRACHT ist nur ein laues Lüftchen. Hoffer, Geckas, Fenin, einer schwächer als der Andere. Selbst wenn Amanatidis nicht wieder zur alten Höchstform gelangt wäre, er hätte zur Verfügung gestanden und somit die Chance geboten, dass er wieder, nach seinen Knieverletzungen, zurück in die Spur findet. Aber man hat ihm das Geld gegeben ohne Gegenleistung.

    Ein anderer Aspekt ist, dass es der EINTRACHT an charismatischen Spielern fehlt. Lauter brave Mitläufer. Entsprechend präsentieren sie sich auf dem Platz. In Fürth mit sehr viel Glück gewonnen, obwohl nichts zusammenlief. Gegen Pauli grottenschlecht gespielt. Wieder mit Glück ein Unentschieden erreicht. Das geht nicht mehr lange gut und dann stellen sich die Ergebnisse ein, die ihrem mäßigen Spiel entsprechen. Wenn es so kommt, droht der EINTRACHT der komplette Absturz. Das kann ein jeder ahnen, die die "Frankfurter Verhältnisse" kennt.

  • User
  • 28.07.2011 11:41:07 Lothar Piräus

    Also diesen Sportskameraden jetzt hier als charakterlich stark und sympathisch hinzustellen halte ich auch für sehr weit hergeholt. Ein Lothar Piräus denkt hierbei nur an den Wechsel nach Kaiserslautern beim letzten Abstieg der Eintracht aus Frankfurt, nur um direkt nach dem Aufstieg wieder zurückzukehren. Soviel zu starker Charakter und Bereit für die zweite Liga.
    Aber auch bei dieser eigentlich sehr geschätzten Redaktion schleicht sich wohl hin und wieder Gefälligkeitsjournalismus ein, auch um eine armes, unschuldiges Opfer des bösen Springer Imperiums zu beschützen

  • User
  • 29.07.2011 10:51:11 Kelle

    ich kann Amanatidis nciht einschätzen. aber jeder, der sich mit der BILD anlegt, hat meine volle symphatie.

    zu den typen und interviews:
    wenn ich wüsste, meine worte im interview würden so auf die goldwaage gelegt, eine entsprechende gegenreaktion sehr wahrscheinlich und schon würden sich alle darüber äußern - und auch darüber dass man doch so etwas direkt und nicht in interviews klärt - also wenn dass das resultat aus interviews ist, dann würde ich mich meine kritik wohl auch auf das wetter konzentrieren.

  • User
  • 29.07.2011 13:21:48 Anthony Yeboah

    ich kann Amanatidis nciht einschätzen. aber jeder, der sich mit der BILD anlegt, hat meine volle symphatie.


    So siehts schonmal generell aus


    @Gallagher: Überlass das Rechnen lieber mal anderen Leuten...

  • User
  • 30.07.2011 09:51:25 Gallagher

    Wäre schön, wenn die anderen Leute wenigstens Rechnen könnten, wenn sie schon auf dem Gebiet des Fußballs ihre Schwierigkeiten haben.

  • User
  • 30.07.2011 17:20:23 Steffenarnoldi

    mein verstorbener Vater hat ihn gekannt, weil er super zum vfb passt und locker eingelocht hat. Weiter so

  • User
  • 03.08.2011 13:30:09 EuroNoise

    Ein Lothar Piräus denkt hierbei nur an den Wechsel nach Kaiserslautern beim letzten Abstieg der Eintracht aus Frankfurt, nur um direkt nach dem Aufstieg wieder zurückzukehren. Soviel zu starker Charakter und Bereit für die zweite Liga.

    Oh Mann, das ist sechs Jahre her... Wenn ich bedenke, was ich 2004 für Töne gespuckt habe und wieviele Prinzipien ich in meinem Leben schon drangegeben habe - nur dass unser aller Leben in der Regel nicht dauerkommentiert wird.

  • User
  • 03.08.2011 13:30:23 EuroNoise

    Ein Lothar Piräus denkt hierbei nur an den Wechsel nach Kaiserslautern beim letzten Abstieg der Eintracht aus Frankfurt, nur um direkt nach dem Aufstieg wieder zurückzukehren. Soviel zu starker Charakter und Bereit für die zweite Liga.

    Oh Mann, das ist sechs Jahre her... Wenn ich bedenke, was ich 2004 oder wann auch immer für Töne gespuckt habe und wieviele Prinzipien ich in meinem Leben schon drangegeben habe - nur dass unser aller Leben in der Regel nicht dauerkommentiert wird.

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