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25.07.2011

Wie die Bundesliga gegen den Schwarzmarkt kämpft

»Die Fans müssen boykottieren«

Interview: Moritz Herrmann  Bild: Imago

In unserem neuen Bundesliga-Sonderheft berichten wir, wie die Liga gegen den Schwarzmarkt kämpft – vor den Stadien, vor allem aber im Internet. Schalkes Sicherheitschef Volker Fürderer und Rechtsanwalt Sören Siebert im Interview über Mondpreise und dubiose Anbieter.

Wie die Bundesliga gegen den Schwarzmarkt kämpft - »Die Fans müssen boykottieren«


Volker Fürderer, Sie sind Sicherheitschef auf Schalke. Wie dramatisch ist die Schwarzmarktsituation in Gelsenkirchen?

Volker Fürderer: Wir sind in der Regel bei fast jedem Spiel ausverkauft, ergo werden viele Tickets zu weit überhöhten Preisen auf dem Schwarzmarkt angeboten. Wir haben festgestellt, dass man immer wieder versucht, neue Märkte für den Schwarzmarkt zu erschließen, vor allem im Internet. Und diese Online-Plattformen sind natürlich an einer Zusammenarbeit mit uns nicht interessiert.



Weil eine Zusammenarbeit nicht möglich ist, begeht auch Schalke 04 den Rechtsweg gegen diese Anbieter. Die Urteile der Verfahren begünstigen allerdings nicht immer den Verein. 2009 wurde ihnen vom Landgericht Essen verboten, Karten mit der Begründung zu sperren, diese seien über ein Internetportal gekauft worden.

Volker Fürderer: Die Gesetzgebung ist leider im Schwarzmarktbereich noch nicht deutlich und lässt somit viele Lücken. Dadurch kann der Schwarzmarkt weiter blühen. Wir weisen unsere Käufer darauf hin, dass es laut AGB verboten ist, Karten zu überhöhten Preisen zu verkaufen.

Manche schreckt das nicht. Sie stellen ihre Karten bei Ebay ein oder geben sie an Dritte weiter. Wie geht der Verein in solchen Fällen vor?

Volker Fürderer: Hauptsächlich unternehmen wir nur etwas gegen überhöhte Angebote. Es kommt dann zu Abmahnungen und Vertragsstrafen. Wir agieren konsequent, aber hören uns auch die einzelnen Fälle an. Es ist wichtig, mit Fingerspitzengefühl zu arbeiten. Wir wollen den Kunden in Gesprächen und Briefen aufzeigen, dass ein Verkauf, sofern man bei einem Spiel verhindert ist, nicht über irgendwelche Internetplattformen vorgenommen werden muss. Tickets können oft unmittelbar vor den Spielen in unserem Ticketshop gekauft werden. Außerdem findet man in unserer S04-Ticketbörse Karten zu regulären Preisen.

Die Personalisierung aller Tickets, also auch von Tageskarten, wird oft als Wundermittel gegen den Schwarzmarkt gepriesen.

Volker Fürderer: Wir verkaufen unsere Tickets schon seit etwa fünf Jahren nur noch personenbezogen. Darüber hinaus gibt es mittlerweile Vereine, die ihre Karten als Namenspapiere (u.a. Hamburger SV, VfL Wolfsburg, d. Red.) verkaufen. Ob damit das Problem aber endgültig zu lösen ist, muss sich erst noch zeigen.

Schon jetzt bietet die Internetbörse bundesligakarten.de etliche Tickets zu Schalke 04 gegen den BVB an – für ein Derby also, das im April 2012 stattfindet und bei dem noch nicht mal der genaue Tag terminiert ist. Die Preise fangen bei 169 Euro an.

Volker Fürderer: Das Problem liegt beim Käufer, der leider bereit ist, zu diesen Preisen zu kaufen. Wir weisen unsere Fans immer wieder darauf hin, dass diese Karten überteuert sind und oftmals keinen Zutritt in das Stadion ermöglichen. Nur durch die permanente Aufklärung unserer Fans ist eine Bekämpfung des Schwarzmarktes möglich. Das bedeutet natürlich auch, dass die Fans die entsprechenden Plattformen boykottieren müssen.

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Auf der nächsten Seite: Rechtsanwalt Sören Siebert über die rechtlichen Grauzonen beim Onlinehandel und verschiedene Varianten beim Ticketkauf.



Ergänzung zu Heft#117 08/2011

Das Bundesliga-Sonderheft 2011/12!


weiterlesen [1] [2]



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News, Interviews, Blogs, Statistiken und Service zu: Schalke 04






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Kommentare

  • User
  • 26.07.2011 09:13:49 valenciano

    Ich frage mich manchmal ob nicht auch ein paar Vereine selber auf dem Schwarzmarkt Tickets verkaufen. Eine Verknappung gibt es ja auf jeden Fall, so wie Pakete von mehreren Spielen, wo dann Koeln gg Gladbach mit Koeln gg Augsburg gebunden ist.
    Denn eigentlich kann es den Vereinen ja egal sein, wenn die Tickets weiter verkauft werden. Denn sie haben ihr Geld ja schon bekommen. Oder sind sie neidisch nicht selber 160 Euro fuers derby zu kassieren?

  • User
  • 27.07.2011 08:59:56 einrudithömmes

    Hast du dir denn auch schon manchmal geantwortet?

    Ich sachma, da die Clubs sich immer weniger durch die Zuschauereinnahmen finanzieren, wozu sich da nem zusätzlichen Risiko aussetzen? Und - wie soll das funktionieren... dass ein paar Vereine selber auf dem Schwarzmarkt Tickets verkaufen? Geht der Schatzmeister zu Zeugwartens Schwiegersohn und sagt, hier, Jung, haste 20 Steher-Kachten Hoffenheim-Augsburg, komm mir mal nich unter 400 Tacken nach Hause? Schwer vorstellbar irgendwie, muss aber deswegen auch nicht nicht stimmen.

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