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12.07.2011

Arbeitslose Trainer

Bis das Telefon wieder klingelt

Text: Felix Dachsel  Bild: Imago

Das Trainerkarusell dreht sich schneller und verrückter, als je zuvor. Einige Bundesligatrainer bleiben dabei auf der Strecke. Was tun sie, um im Gespräch zu bleiben? Eine Nachfrage bei Peter Neururer, Wolfgang Wolf, Michael Frontzeck und Guido Buchwald.

Arbeitslose Trainer - Bis das Telefon wieder klingelt


Wer wissen will, was Bundesligatrainer nach ihrer Laufbahn machen, der sollte nicht bei Guido Buchwald nachfragen. Das Gespräch könnte schnell zu Ende sein. »Ich bin der falsche Ansprechpartner«, sagt Guido Buchwald.

Wer Wolfgang Wolf anruft, um ihn zu fragen, wie er sich fühlt ohne Job, der erwischt ihn vielleicht beim Spazierengehen mit dem Hund. »Ich will nicht jammern«, sagt Wolf.

Wer sich bei Peter Neururer erkundigt, ob er Angebote bekommt und vom wem, der hört nichts von Resignation. Im Gegenteil.



Wer Michael Frontzeck fragt, ob er arbeitslos ist, der bekommt eine schnelle Antwort. »Ja«, sagt Michael Frontzeck.

Guido Buchwald, Wolfgang Wolf, Peter Neururer und Michael Frontzeck haben etwas gemeinsam, sie sind Bundesligatrainer ohne Job.  Sie warten bis das Telefon klingelt und ein gutes Angebot kommt. Aber was tun sie bis dahin?

Erstens: Zurückschauen und Konjunktiv bemühen

Wenn Wolfgang Wolf zurückblickt, dann denkt er an den 28. Oktober 2010, an seinen letzten großen Erfolg als Trainer. Unter seiner Leitung schmeißen die Offenbacher Kickers Borussia Dortmund aus dem DFB-Pokal. Ein verhängnisvoller Sieg, sagt Wolf. Ein gefährlicher Sieg.»Hätten wir nicht gegen Dortmund gewonnen, wäre ich länger Trainer geblieben.« Der Konjunktiv als Sprachmodus entlassener Trainer: Hätten wir das eine Spiel doch gewonnen..! Hätten sich nicht so viele verletzt..! Hätte ich nur neue Spieler bekommen..! Nach dem Sieg gegen Dortmund seien die Erwartungen gestiegen, sagt Wolf: Offenbach sollte in die zweite Liga aufsteigen und gegen Nürnberg gewinnen, den nächsten Gegner im Pokal. Offenbach stieg nicht auf. Offenbach verlor gegen Nürnberg. Am 26. Februar 2011 wurde Wolfgang Wolf entlassen. »95% aller Trainer werden entlassen«, sagt Wolf. Jetzt wartet er auf einen Verein mit »verlässlichen Leuten«. Egal ob erste, zweite oder dritte Liga. 

Zweitens: Angebote ablehnen und warten

Peter Neururer hat viele Angebote abgelehnt in den letzten Jahren. Nigeria wollte ihn als Nationaltrainer. Iran wollte ihn. Ghana wollte ihn. Saudi Arabien wollte ihn. Warum sollte ich nach Saudi-Arabien?, fragte sich Neururer. »Da gibt’s nur Ärger, wenn mich meine Frau besucht.« Neururer lehnte alle Angebote ab. Obwohl er doch eigentlich Zeit hat. Am 29. Oktober 2009 hatte er seinen vorerst letzten Arbeitstag beim MSV Duisburg, seiner letzten und 15. Station als Trainer. Seitdem hält er Vorträge auf Chirurgenkongressen und bildet im Ausland Trainer aus. »Ich will präsent bleiben«, sagt Neururer. Aber er bleibe auch wählerisch. Wenn ein Verein aus der zweiten Liga anfragt, dann müsse es ein Verein sein, der Perspektiven hat aufzusteigen. Wenn ihn ein Club aus der Türkei haben will, dann hätte nur einer der großen Drei eine Chance: Fenerbahce, Galatasaray oder Besiktas. »Ich mache nicht alles mit«, sagt Neururer. Das ist entweder besonders prinzipientreu. Oder größenwahnsinnig. Es scheint so, als ob Neururers Stolz eine der Gründe sei, warum er seit 2009 keinen neuen Job findet. Seine Sturheit macht ihn einzigartig. Auch irgendwie sympathisch.


weiterlesen [1] [2]





Im Februar wurde Michael Frontzeck bei Borussia Mönchengladbach entlassen - mitten im Abstiegskampf.


Fotostrecke

  • Im Februar wurde Michael Frontzeck bei Borussia Mönchengladbach entlassen - mitten im Abstiegskampf.
  • Das Gefühl der Arbeitslosigkeit war neu für ihn. Nach seiner Entlassung fuhr er mit seiner Familie nach Amerika, weit weg.
  • Wolfgang Wolf warf mit Kickers Offenbach den späteren Meister Dortmund aus dem DFB-Pokal.
  • Trotzdem wurde er entlassen. Die Erwartungen nach der Pokalsensation waren zu hoch, sagt Wolf heute.
  • Guido Buchwald machte 2007 kurz Station in Aachen, seine erste und letzte Station als Trainer in Deutschland.
  • Buchwald stellt inzwischen den Kader der Stuttgarter Kickers zusammen. Ein Schreibtischjob. Buchwald vermisst den Kontakt mit den Spielern.


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Kommentare

  • User
  • 12.07.2011 20:26:06 Newworldorder

    Was soll das Foto von Armin Veh dort oben? Wird hier schon wieder gegen die Eintracht gehetzt oder was? Im gesamten Text lese isch nix, was dem Titelbild auch nur im entferntesten gerecht wird.
    Stattdessen ein Armin Veh vor dem Schilde des Notausstiegs nach unten. Sauerei!!!

    11 Freunde ist wohl bald nur noch Frauenfussball und FC Bayern. Danke für die alten Zeiten um 2004, als es noch um den Sport ging und einem der Geruch des matschigen Rasens beim Blättern in die Nase stieg.

  • User
  • 12.07.2011 20:32:19 Newworldorder

    Er hat Arbeit und gemeinsam mit der Mannschaft eine Mission zu erfüllen. Wenn es hier also noch nicht jedem bewusst ist, Armin Veh ist Trainer der Frankfurter Eintracht!

  • User
  • 12.07.2011 22:57:16 Adlermen

    Das Foto passt doch zu 100%. Der gute Herr Veh ist ohnehin bald wieder arbeitslos.

    Die Trainerauswahl der Frankfurter Eintracht ist beispiellos katastrophal. Erst, über entsetzlich lange Jahre hinweg, der Mörder des deutschen Fußballsports, Friedhelm the Zement Funkel (auch bekannt als der Mörtel der unteren Mittelklasse)

    Anschließend Skippi das Buschkänguru. Unglaublich dieser Mann, bei dem hat verbaler Ausdruck und Körpersprache noch nie zusammengepasst. Wenn der von Offensive redet, dann spricht sein Körper "fass mich bloß nicht an". Und genauso hat sein Team dann in der Rückrunde auch gespielt. "Wir müssen Gas geben usw. und dann die kleinen Pippispuren in der Buchs (man beachte hierzu die Topleistung seines Lieblingsstürmers im Spiel gegen die Bayern).

    Anschließend, der wunderbare Scheinkolumbianer. Der hat dummerweise seinen Hang zum kolumbianischen Marschierpulver aufgegeben. Übriggeblieben ist dann leider der bei Kokainisten so übliche inhaltsleere Sprachdurchfall, der das Team auch nicht wirklich nach vorne gebracht hat.

    Und nun Mr. Depression 2011. Wenn der gute Armin nicht dringend in Prozac (Antidepressivum) badet, dann wird es ihm mit schlafwandlerischer Sicherheit gelingen, die Frankfurter Eintracht im unteren Mittelfeld der zweiten Liga zu etablieren, womit er dann auch wieder auf einen gut bezahlten Anruf warten dürfte.

  • User
  • 12.07.2011 23:03:41 Jim Panse

    Welches Schweinderl hättens denn gern?

  • User
  • 13.07.2011 07:33:23 currygoi

    1. Der Artikel ist schon etwas älter - aus einer Zeit als Veh gerade arbeitslos war!

    2. Wird hier schon wieder gegen die Eintracht gehetzt oder was?

    Ich glaube ehrlich: Dafür ist Eintracht viel zu langweilig! Frankfurt ist Hannover. Man wüsste nicht was man dagegen haben sollte - aber auch nix dafür!
    Trotz dem "Diva vom Main"-Image. Vieleicht liegts an den Menschen, die man mit der Eintracht der letzten Jahre verbindet: Bruchhagen (der alte Neider), Skibbe, Funkel.... der einzig divenhaft war Daum (und der ist doof).
    Ich glaube Bruchhagen engagiert absichtlich nur Leute, die noch weniger Charisma haben wie er.

  • User
  • 13.07.2011 08:47:04 Adlermen

    Tuchel, der will, der kann

  • User
  • 13.07.2011 08:52:44 Adlermen

    ...ich meine damit der will gewinnen, der kann gewinnen, natürlich hat so einer keinen Bock auf die betriebswirtschaftliche Bruchhagen Mentalität (hätte wir nur genug Geld, dann könnten wir auch besser Fußball spielen)

  • User
  • 13.07.2011 12:10:42 Atatenango

    Bei allen vier Trainern würde es mich wundern, wenn sie nochmal einen Bundesligisten übernehmen würden. Die gute Zeit von Wolfgang Wolf (Nürnberg, Wolfsburg) ist schon viel zu lange her als das sich da jetzt noch jemand drauf einlassen würde. Dem würde ich halt 3. Liga zutrauen, der kann von mir aus auch zum KSV kommen, sein Sohn ist ja auch schon da...aber mehr wird da nicht mehr drin sein für ihn.
    Fronzeck hat einfach zu schlechte Jobs in der BuLi gemacht, mit Bielefeld abgestiegen, bei Gladbach wegen Erfolgslosigkeit entlassen...wer will den ernsthaft haben? Außerdem ist er glaub ich zu lieb für das Geschäft, der sollte lieber Nachwuchstrainer/coordinator bei irgendeinem Club oder sogar beim DFB werden.
    Neururer ist einfach nur durch...2. Liga, o.k. würde vielleicht nochmal gehen bei ihm...irgendwelche bekloppten Präsidenten gibt es immer, die sich dadurch erwarten, dass da so'n bisschen Leben in die Bude kommt, aber der verbrennt halt auch immer sehr schnell, auf Dauer wird er tatsächlich nur noch in Saudi-Arabien oder so nen Job kriegen, aber auf keinen Fall in der Bundesliga.
    Und Buchwald ist sowieso zu langweilig. Vielleicht wird der mal Interimscoach beim VfB, wenn die grad keinen anderen finden, vielleicht schmeißt er auch den Trainer bei den Kickers raus um sich dann dort selbst auf die Bank zu setzen, aber mehr wird bei dem auch nicht drin sein. Ich glaub der sitzt da schon ganz gut, wo er sitzt.
    Und dann gibt es ja noch massenweise andere Trainer: was macht eigentlich Toppmöller? Reinders?, Reimann?, Röber? usw. Und von den "Neuen", dieser Pezzadingsbum von Hoffenheim kriegt doch auch nie wieder nen Cheftrainerposten, und der Keller vom VfB auch nicht...

  • User
  • 13.07.2011 12:13:08 Atatenango

    ...ach so, und dieser Quatsch da mit Eintrach Frankfurt Bashing...wenn interessiert Eintracht Frankfurt?

  • User
  • 13.07.2011 12:14:09 Redondo71

    Wenn einen Eintracht Frankfurt interessiert ist es eh zu spät!

  • User
  • 13.07.2011 14:48:32 GTEvo

    Heute 08:47:04 Adlermen(registriert seit 12.07.2011)
    Tuchel, der will, der kann
    -------------------------------------------------- --------

    Tuchel gehört zum Sommermärchen Netzwerk.
    Tuchel ist der Eckpfeiler, das Symbol der sog."NeuenPhilosophie"

    Besondere Merkmale:
    - Höggschdes Maß an Linientreue und Exibithionismus
    - Nationales Testimonial für "Hipp", jung und dynamisch
    - Erfüllung der gesellschaftswichtigen "Bildungs-Quote"

    Tuchel is der "UniversalSoldier" unter der neuen TrainerGeneration, "Made in Germany".
    Der wird mit tausendprozentiger Sicherheit nochmal DFB Pokalsieger, Deutscher Meister, wahrscheinlich sogar CL Sieger und/odda Bundestrainer.
    Löws Nachfolger wird RobinHood, dann könnte Tuchel dran sein.

    Bis dahin wird Tuchels Karriere nur noch steil bergauf gehen.
    Nächste Station könnte der BvB sein, falls Klopp als CL Sieger zum FCBayern abberufen wird.
    (Bayern verpflichtet heute im Zuge der Globalisierung nur noch Trainer die mindestens einmal in ihrer Karriere CL-Sieger, Bundestrainer, DFB Pokalsieger und natürlich die Meistertrainer waren-vorzugsweise Doublegewinner-)

    Mein Näsken sacht mir datt er Klopps Pendant beim den Blauen wird und 2020 zum FCBayern kommt, natürlich als CL Sieger.
    Tuchel war Profi bei Ulm und Papabadstuber soll angeblich sein Mentor gewesen sein(lol).
    Klopps und Tuchels Karriere wird immer miteinander vernetzt. sein.
    Da Mainz ja als Kunstrasen Forschungslabor diente(gegen Russland), glaube ich dass Tuchels nächste Station der ZSKA Gelsenkirchen, odda "GermaniaUntertürkheim".
    Beides "Stationen" die gerne DFBPokalsieger und Meistermacher am Fliessband produzieren!

    In diesem Sinne^^

    Fußball ist nicht Alles
    Holger

  • User
  • 13.07.2011 16:34:04 Fix

    @ Ata: klingt fast so als würdest du nur harten Hunden das Buligeschäft zu trauen. Wenn dem so ist, wieso schaffts ein sympathiebolzen wie Slomka über die runden.
    Den Pezzadinsgbums könnt ich mir als Bulitrainer gut vorstellen. Erstmal nen paar Jahre nen unterklassigen Verein trainieren usw. ...

  • User
  • 13.07.2011 16:34:38 Fix

    Frontzeck würd ich auch nicht abschreiben.

  • User
  • 13.07.2011 17:50:56 DavidGinola

    es heißt verdammt nochmal nicht Allemannia Aachen!

  • User
  • 14.07.2011 12:25:20 Atatenango

    @fix: versteh ich nicht! Schreib ich doch nirgendwo mit den harten Hunden. Ich glaub z.B., dass der Wolf nen ziemlich harter Hund ist. Ich glaub ganz im Gegenteil, dass dieses "Harte Hund" Image von Trainern eher out ist, ich glaub auch, dass heute andere Trainingsmethoden angewandt werden als das noch vor 10 Jahren der Fall war, und ein alter Baum lässt sich halt nicht verpflanzen, und deshalb haben die oben genannten da auch ne gewisse Entwicklung verpennt, was auf Fronzeck nur bedingt zutrifft auf Pezzadingsbums gar nicht (bei denen sehe ich eher andere Gründe, warum das nichts werden wird), weshalb grad Trainer wie Slomka, Tuchel oder Klopp angesagter sind als Augenthaler, Reimann oder Neururer! Und davon ab: nur weil einer wie Klopp mit seinen Spielern redet ist er sicherlich doch jemand, der ein hartes Training abverlangt!

  • User
  • 14.07.2011 19:13:41 Fix

    verstehe! Mit harten Hunde wollte ich nur dein zu lieb für das Geschäft (Fronzeck) zuspitzen, womit du recht haben könntest, also bezogen auf fronzeck. hab ich wohl falsch verstanden. nichts für ungut.

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