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14.07.2011

Hansas Matthias Holst über den längsten Bart der Bundesliga

»Jeder will ihn anfassen«

Interview: Alex Raack  Bild: Imago

Matthias Holst von Hansa Rostock trägt seinen Aberglauben im Gesicht: Weil er sich so lange nicht rasiert, bis er wieder einsatzfähig ist, hat der dauerverletzte Abwehrspieler inzwischen den längsten Bart im deutschen Fußball. Wir sprachen mit ihm.

Hansas Matthias Holst über den längsten Bart der Bundesliga - »Jeder will ihn anfassen«


Matthias Holst, Sie haben den mit Abstand längsten Bart im deutschen Profi-Fußball. Warum?

Matthias Holst: Ich habe eine Marotte: Wenn ich gesperrt oder verletzt bin, rasiere ich mich nicht mehr, bis ich wieder spielen kann. Es konnte ja keiner ahnen, dass ich erst 14 Monate brauche, um eine Knie-Verletzung auszukurieren, nur um mich erneut zu verletzen...

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Was ist passiert?

Matthias Holst: Ich bin vor einigen Tagen im Training mit unserem Torwart Jörg Hahnel zusammengestoßen. Diagnose: Rippenbruch. Vier weitere Wochen Pause. Also wächst der Bart weiter.

Was sagt Ihre Frau dazu?

Matthias Holst: Die ist schon ziemlich genervt von dem Rauschebart. Ein paar Wochen ohne Rasur haben ihr eigentlich immer gefallen, aber mehr als ein Jahr? Doch da muss sie jetzt durch, von einem Rippenbruch lass' ich mich nicht von meinem Plan abbringen.

Wie häufig mussten Sie sich dafür eigentlich schon von den Kollegen aufziehen lassen?

Matthias Holst: Ach, das passiert jeden Tag. Von »Werwolf« über »Cast Away« habe ich schon sämtliche haarige Vergleiche und Gags gehört. Ich höre schon gar nicht mehr richtig hin. Schlimmer sind da nur noch die Fans. Sie glauben gar nicht, wie oft mir bei unserem Fantag in den Bart gegriffen wurde!

Wie furchtbar!

Matthias Holst: Ach was. Ich bin da relativ schmerzunempfindlich. Meine Kinder haben den Bart längst als Kletterbaum für sich entdeckt, dauernd hängt mir der Nachwuchs unter dem Kinn.

Das hört sich nach einem harten Alltag an. Warum tun Sie sich das an? So eine Rasur geht doch sehr schnell.

Matthias Holst: Jetzt gibt es kein zurück mehr. Und außerdem habe ich gute Erfahrungen mit dem Rasur-Verbot gemacht: Beim ersten Mal, 2005, bin ich mit den Hansa-Amateuren Oberligameister und Pokalsieger geworden. Beim zweiten Mal stieg ich 2009 mit dem SC Paderborn in die 2. Bundesliga auf. Jetzt bin ich natürlich gespannt, ob das mit Hansa 2011/2012 noch zu toppen ist.

Marotten und Aberglauben sind im Fußball extrem verbreitet. Was machen Ihre Kollegen, um sich auf ein Spiel vorzubereiten?

Matthias Holst: Ich nenne keine Namen, denn das wäre gemein. Einige spielen immer in der gleichen Unterhose, andere waschen nie die Socken oder die Schienbeinschoner ... Mit meinem Bart komme ich da doch noch ganz gut bei weg.

Matthias Holst, welche Pflege können Sie Fußballern mit langen Bärten empfehlen?

Matthias Holst: Mein Bart könnte jedenfalls bald mal eine ordentliche Kur vertragen. Der Spliss ist unübersehbar!

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Kommentare

  • User
  • 14.07.2011 15:34:53 Haensgen vom Deich

    Angeblich ist ja Jesus der am häufigsten zitierte Prophet im Koran.

  • User
  • 14.07.2011 16:14:47 suppenteller

    Herr Holst ist ja nicht der einzige, der seinen Aberglauben im Gesicht zur Schau trägt, Moslem, Mormonen, orthodoxe Juden, Sikhs...

  • User
  • 14.07.2011 16:16:11 gelsenkirchen

    ich bin da ganz offen: ich bin einfach nur zu faul zum täglich rasieren!

  • User
  • 14.07.2011 16:17:16 Jim Panse

    Hat Ähnlichkeit mit Gometz.

  • User
  • 15.07.2011 08:04:59 currygoi

    Der link zu den schönsten Bärten führt zu einer Bilderserie mit Mannschaftsfotos. Da hat kaum einer einen Bart. Skandal!

  • User
  • 15.07.2011 12:06:56 Capocannoniere

    Bojan Krikic sollte sich auch so einen Bart wachsen lassen.

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