Die Geschichte der Fußballfans

11FREUNDE-Spezial: Nr. 1

Die Geschichte der Fußballfans

Neu hier? Alle Infos zu 11Freunde Community
25.04.2011

Wer kann auf Klopp und Tuchel folgen?

Jugend forsch(t) an der Seitenlinie

Text: Moritz Herrmann  Bild: Imago

In der Bundesliga läuft die Zeit der alten Trainerpatriarchen ab. Das neue Anforderungsprofil: juvenil, fannah, leidenschaftlich. Wir suchen in der Fußballrepublik nach den nächsten Klopps und Tuchels.

Wer kann auf Klopp und Tuchel folgen? - Jugend forsch(t) an der Seitenlinie


In der Bundesliga geht der Trend zum Jungtrainer: Jürgen Klopp (43) meistert den BVB, Mirko Slomka (43) coacht Hannover 96 ins internationale Geschäft, genau wie Thomas Tuchel (37) seine Mainzer. Michael Oenning (45) darf beim HSV weitermachen und in Freiburg folgt der 45-jährige Marcus Sorg, bislang Trainer der Regionalliga-Mannschaft, auf Robin Dutt (45). Holger Stanislawski (41) wechselt vom FC St. Pauli nach Hoffenheim, um den nur unwesentlich älteren Marco Pezzaiuoli (42) zu beerben. Marco Kurz (41) vom 1. FCK komplettiert die wilde Gilde. Da zum Saisonende einige Posten frei werden, stellen wir zehn Trainer vor, die ins Profil passen.


1. Mike Büskens
43 Jahre, Greuther Fürth

Blonder Hansdampf aus Düsseldorf. Schalke im Herzen, Fürth im Kopf. Beckerfaustet sein Team allwöchentlich am Rande des Bluthochdrucks nach vorne. Übersprintete im Spiel gegen den Karlsruher SC die Meter 50 Meter Distanz zu seinem Torschützen, dem Nigerianer Kingsley Onuegbu, in sanduhrgestoppten 2,8 Sekunden. Legte später eine videogene Magath-Parodie nach, die ihn endgültig als Querkopf etablierte. Sagte kürzlich ganz integer dem FC St. Pauli ab und verlängerte im Frankenland bis 2012.

2. Peter Hyballa
35 Jahre, Alemannia Aachen

Deutschlands jüngster Profitrainer. Tut alles dafür, der damit verbundenen Erwartungshaltung zu entsprechen. Dreitagebart samt Henning-Bürger-Gedächtnisfrisur. Nennt sich trotzdem »Chef« und verweigert das High Five zur Begrüßung. Erinnert in der Coaching Zone an Klaus Kinski. Spricht oft in Bildern und duzt die Reporter. Haut gerne Dinger raus. »Fußball ist kein Mädchenmikado» zum Beispiel, oder auch: »Vom vielen Schulterklopfen laufe ich rum wie Quasimodo«. Nennt seine Spieler Straßenköter, krault sie aber nicht hinter den Ohren. Lange Rede, fast kein Sinn: gesunde Mitte aus Kumpel und Kontrolleur.

3. Torsten Lieberknecht
37 Jahre, Eintracht Braunschweig

Ging als Jungtrainer den schweren Weg der Konsolidierung in Braunschweig mit. Qualifizierte sich für diese emotionsgeladene Galerie vor allem über seinen Auftritt bei der spontanen Braunschweiger Aufstiegsfeier nach dem Spiel in Unterhaching. Gab da dem Mob im biergetränkten T-Shirt und mit Megaphon, was der verlangte: Garantien für einen sechswöchigen Feiermarathon. Redet seine Mannschaft in außerplanmäßigen Parkpicknicks stark und sagt: »Attraktiver Fußball ist Leidenschaft.«

4. Markus Weinzierl
36 Jahre, Jahn Regensburg

Pendelt im Auftreten zwischen betuchtem Segelschüler und Jungmanager einer boomenden Web 2.0-Idee. Mal quergestreifte Baumwollsleeves, dann wieder Pullunder über Hemdkragen. Pfeift seine Spieler beidhändig an die Seitenlinie, wenn ihm was gegen den Strich geht. Schrieb sich nach seinem verletzungsbedingten Karriereende für ein Lehramts-Studium ein, schiebt seither die nötigen Prüfungen auf. Streber mit episodenhafter Egal-Haltung, der in Regensburg finanzielle Lücken mit adrenalingetriebener Motivation stopft.

5. Mirko Dickhaut
40 Jahre, KSV Hessen Kassel

Zugegeben, Mirko Dickhaut assoziiert man nicht sofort mit leidenschaftlich-schöner Fußballkunst. Dabei stand der ehemaliger Spieler vom VfL Bochum und Eintracht Frankfurt 1996 sogar im Fokus von Berti Vogts, wäre fast mit zur EM nach England gefahren. Sollte vor zwei Wochen in Kassel entlassen werden, trotz Tabellenplatz 1 in der Regionalliga Süd. Konterte die geifernden Reporter locker: »Ich bin beauftragt, heute das Training zu leiten.« Diese Gelassenheit braucht es für höhere Aufgaben. Meist Typ Studienrat – aber auch Studienräte können explodieren.


weiterlesen [1] [2]



---
News, Interviews, Blogs, Statistiken und Service zu: 1. FC Heidenheim 1846, Alemannia Aachen, Eintracht Braunschweig, FC Hansa Rostock, FSV Mainz 05, Jahn Regensburg






Mike Büskens: Übernahm die Kleeblätter im Dezember 2009 auf Platz 15. Führte den Verein in der Rückrunde in Tabellenregionen, die keine schlaflosen Nächte mehr rechtfertigen. Aktuell mit akuten Aufstiegsambitionen.


Fotostrecke

  • Mike Büskens: Übernahm die Kleeblätter im Dezember 2009 auf Platz 15. Führte den Verein in der Rückrunde in Tabellenregionen, die keine schlaflosen Nächte mehr rechtfertigen. Aktuell mit akuten Aufstiegsambitionen.
  • Peter Hyballa: Trainierte bisher vor allem im Jugendbereich, wurde mit Dortmunds U-19 sowohl in der Meisterschaft als auch im Pokal 2009 Vize. Aachen ist ein Sprungbrett für den Mann, der auch schon ein Buch über Fußballtaktik veröffentlicht hat.
  • Torsten Lieberknecht: Sportlich auf der Überholspur. Klassenerhalt, vorderes Tabellendrittel, in dieser Saison frühzeitiger Einstieg in den Fahrstuhl nach oben. Dazu die makellose Mischung aus minimaler Gegentorzahl (nur 17) und maximaler eigener Trefferquote (schon 70).
  • Markus Weinzierl: Verhinderte 2009/10 den Abstieg von Jahn Regensburg, kletterte in dieser Saison trotz bescheidener Mittel auf einen gesicherten Mittelfeldplatz.
  • Mirko Dickhaut: Stieg 2008 mit der 2. Mannschaft des KSV in die Hessenliga auf und wurde zum Dank befördert. Aktuell Tabellenerster mit der 1. Mannschaft in der Regionalliga Süd.
  • Frank Schmidt: Führte Heidenheim aus der Ober- in die Regionalliga. Fand Gefallen an Bierdusche und Partyhut und setzte deshalb den Aufstieg in die 3. Liga oben drauf – als Meister der Süd-Staffel. In diese aktuelle Saison sensationell gestartet, dann aber aus der Spitzengruppe getrudelt.


Ähnliche Artikel

Kommentare

  • User
  • 25.04.2011 14:16:48 Octopus_Paul

    Hach, diese Jungspunde um die 40 aber auch!

    Fehlt: Paul Lambert, sensationelle Arbeit - ich orakel mal das wird Kloppos Nachfolger sollte es denn mal soweit kommen (zB Winterpause 2011/12).

  • User
  • 25.04.2011 18:35:45 Fabibras

    Tja, Dickhaut kann jetzt seine Bewerbungsmappen für höhere Aufgaben vorbereiten. Für Kassel war er zu gut. Sollte sich aber mal bei Labbadia erkundigen, was man so gegen unterirdisch schwache Rückrunden tun sollte.

  • User
  • 25.04.2011 18:46:08 Donaldo

    Tschüß, Magath, verzieh dich, du weißt es noch nicht, aber: deine Zeit ist rum!

  • User
  • 25.04.2011 19:16:22 Veltinsbauch Eufi

    @ Donaldo: Vielleicht findest du für Magath ja ähnliche Beleidigungen wie für mich...

  • User
  • 26.04.2011 13:00:36 Donaldo

    Eufi, die Beleidigungen gegen dich waren ein Fehler, für den ich mich nicht nur per PN, sondern auch "öffentlich" hier im Forum entschuldigt habe, verbunden mit der Aussage, dass dies sicherlich nicht wieder vorkommt...ungeachtet der erstaunlich vielen PN's, die ich voller Zustimmung erhielt...

    Magath wollte ich auch nicht beleidigen; nur finde ich seine Art der persönlichkeitsverachtenden Menschenführung einfach überholt.

    Die langfristige Zukunft wird es zeigen, seine Zeit ist vorbei.

  • User
  • 26.04.2011 13:57:59 Atatenango

    Haha...Dickhaut! Glaubt mir Leute, das ist kein guter Trainer...ich schrub es schon woanders, auch wenn ich ihn so als Menschen eigentlich mag. Dem würde ich zutrauen ne Weile lang durch die 3. Liga (maximal 2. Liga) zu tingeln, aber eigentlich (von der Liga her) hat der KSV schon ganz gut zu ihm gepasst.

    Dem Lieberknecht z.B. traue ich schon den großen Sprung in die Bundesliga zu, auch dem Hyballa...bei Büskens bin ich mir da nichts so ganz so sicher, ob er ein guter Trainer ist. Der lebt natürlich sehr von seinen Emotionen und in gewissen Kreisen natürlich auch von seiner Bekanntheit...mal abwarten!

  • User
  • 26.04.2011 15:32:05 UrmelAusmEis

    Ich hab seinerzeit zwar Donaldo keine PN geschrieben, aber ich fand es schade, dass etwas, was so selten vorkommt - dass sich jemand in einem anonymen Forum persönlich in der Form und Offenheit entschuldigt - anschließend so mit Füßen getreten wurde. Da hatte Eufi endlich mal sowas wie einen moralischen Sieg - und hat ihn prompt wieder abgeschenkt.

    Zum Artikel:

    Da es meiner Meinung nach ein Klopp hierzulande nur alle 10 Jahre gibt (der Klopp vor Klopp war Rangnick, der Klopp vor dem Klopp vor Klopp war Finke) ist es recht albern, hier gleich die zehn neuen Klopps des Jahres zu diskutieren.

    Über gute junge Trainer zu reden, ist ja okay (wenngleich mir die Liste und die Begründungen recht oberflächlich vorkommen), aber sie gleich zum neuen Klopp machen zu wollen? Scheint mir ein bisschen sehr boulevardesk. Und obs hilfreich ist? Eine ganze Generation junger deutscher Tennisspieler ist daran verzweifelt, unbedingt der neue Boris werden zu sollen.

  • User
  • 26.04.2011 16:31:30 AntiMöller

    *SCHMUTZIE WÄSCHE WASCH*

    Sacht mal, Insider: Tuchel trinkt seinen Kaffee doch auch nicht ganz schwarz, oder? Will nicht meinen, er käme aus der Daum-Schule.....aber doch, aber ja, aberneinaberjaaberneinaberja....

    Übrigens, Eufi, zu Deinen Vorwürfen, Funkel sei auf Pulver (--> im Kaffee)...wie kommst Du drauf? Funkel nimmt Ritalin, wenn schon. ...aber ich glaube, der ist völlig sauber.Wie deckt sich das mit Deinen Erfahrungen?

    Los, raus damit, hier bei go-feminin!

  • User
  • 26.04.2011 16:36:53 linksfuss05

    So e dabbisches Zoisch gibbts im goldische Meenz gar net, de Tuchel is immer so druff!

  • User
  • 26.04.2011 16:38:13 alterzabo

    Heute 15:32:05 von UrmelAusmEis
    Geht ja auch gar nicht. Klopp ist nicht nur ein junger, moderner Trainer mit einem anderen Ansatz, er ist auch ein sehr spezieller Typ. Die neue Trainergeneration kann man in Denkansatz, modernem Spiel, etc. sicher vergleichen, aber nicht das "Event Klopp", deshalb halte ich die Klopperei für den falschen Ansatz.
    Abteilung Äpfel und Birnen.

  • User
  • 26.04.2011 16:49:26 linksfuss05

    Klopp ist ein richtig Guter, mit was in der Birne, sowohl im Bezug auf Vorstand, Mannschaft, Medien und Sachverstand.
    Aber überhöhen muß man ihn nicht, das könnten andere auch. Klopp konnte aber jahrelang schon als jüngerer Trainer in Ruhe Erfahrungen sammeln und sich so "sein Konzept" entwickeln. Es ging dann nicht nur mit ihm, sondern auch seinem Verein - Mainz 05 - aufwärts, bis er zu dem Punkt kam, an dem er heute ist: ein designierter Meistertrainer.
    Zeit und ein stützendes Umfeld sind die entscheidenden Faktoren, um aus einem "Trainertalent" einen sehr Guten werden zu lassen (und deswegen tun sich im Umkehrschluß Bayern, VfB, HSV, Köln und andere so schwer).
    Und im Zweifel: Einfach mal Heidel fragen. Der hat Klopp UND Tuchel entdeckt und rausgebracht. Obwohl, der Don wird´s wohl nicht verraten...

  • User
  • 26.04.2011 17:02:38 AntiMöller

    Ich hatte mal auf der homepage von Volzy (St. Pauli, damlas Fulham) gelesen, wie er mit Kloppo und Zecke Neuendorf über den Tauentzien zur WM 2006 gelatscht ist. Da gibt`s dann auch viele Bettler und einer derjenigen war ein früherer Kumpel von Zecke. Den hat er also mit Volzy und Kloppo zur shopping tour aufgelesen und -obwohl V. + K. irritiert schienen blieben sie stundenlang dabei. Klang sehr entspannt und überhaupt nicht hochnäsig, 2006.

  • User
  • 26.04.2011 17:04:32 AntiMöller

    ...ach so, Zecke hat seinen alten Kumpel neu eingekleidet ("obwohl er nicht gut roch", Volz) und Klopp blieb dabei und geduldig.
    Dem ist nicht sooo viel fremd, denke ich mal.

  • User
  • 26.04.2011 17:09:55 UrmelAusmEis

    Ohne Klopp überhöhen zu wollen, aber sein Ansatz, mit dem er aus der Borussia die IMHO sexieste Mannschaft Europas gemacht hat, ist absolut unwiderstehlich: Auf sehr hohem taktischen Niveau den Gegner in Grund und Boden rennen.
    Nun - diese Idee zu entwickeln, ist nicht schwer. Aber die Aura und das Charisma aufzubringen, das notwendig ist, um die Mannschaft permanent an der dafür nötigen Schmerz- und Motivationsschwelle zu halten, und dabei trotzdem die Lockerheit und Freude nicht zu verlieren... Das ist die Kunst. Und die kann nur gelingen, weil sich in Klopp taktisches und psychologisches Verständnis auf solch einem hohen Niveau treffen.

    (PS: Diese Herangehensweise macht es der Borussia auch so schwer, in Bayern-Manier einen sicheren Vorsprung eierschaukelnd über die letzten Spieltage zu schaukeln. Denn schaukeln - das können sie nicht (und wollen es vielleicht auch gar nicht können). Sie können nur Vollgas, aber sobald das Ziel erreicht scheint, sobald sich Leverkusen in München aus dem Titelrennen verabschiedet, ist es schwer, den Jungs zu erklären, warum das nächste Spiel trotzdem noch richtig weh tun muss.

    Und aus dem selben Grund werden sie am nächsten Samstag wie die Wikinger über den bedauernswerten Club herfallen, weil die vermeintlich sichere Beute jetzt doch wieder im Kampf erobert werden muss.)

  • User
  • 26.04.2011 17:26:27 AntiMöller

    Klopp stehe ich permanent kritisch gegenüber, aber...ich habe da einfach nix zu meckern! Der ist -trotz Präsenz und Eloquodingens- einfach recht uneitel.

    Nummer 1.

    Nummer 2:
    Der Typ ist der reine Pädagoge! Der kann unter högschdem Druck ganz locker seine Vorstellungen präsentieren. Das nenne ich soziale Intelligenz, oder wie auch immer: der Typ kann mitreissen, hat aber eben auch Ahnung vom kicken.
    Uuund wichtig für höhere Weihen: er ist auch in der Lage, sich zurückzulehnen und gewissen Funktionären mal das Fenster zu überlassen. Da kann er sich anscheinend immer gut zurücknehmen (auch, wenn das kein Kunststück ist, wenn man derart viel Jubel erhält)
    Ob Klopp für Bayern der Richtige ist? Keine Ahnung, wie er mit der Gewaltenteilung zurechtkäme.

zum Forum

Logge Dich ein, um einen Beitrag zu schreiben!

VON DEN LESERN EMPFOHLEN



DIE AKTUELLE UMFRAGE

Und bei euch so?

Chaos dahoam!
Trauer dahoam!
Freude dahoam!
Wut dahoam!
Lasst mich mit diesem »dahoam« endlich in Ruhe!




Hans Meyer rechnet ab


Wie heißen noch mal die Söhne von Martin Jol?

  • Cock
  • Dick

Das Tagesticker-Archiv

11Freunde Liveticker

11FREUNDE @ TWITTER