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09.04.2011

1967: Als Franz Brungs die Bayern vernaschte

»Hast du immer noch nicht genug?«

Interview: Moritz Herrmann  Bild: Imago

Am Samstag gastiert der FC Bayern München beim 1. FC Nürnberg. Im Dezember 1967 war das Derby ein Spitzenspiel um die deutsche Meisterschaft. Der »Club« gewann mit 7:3, Franz Brungs schoss fünf Tore. Hier erinnert er sich.

1967: Als Franz Brungs die Bayern vernaschte - »Hast du immer noch nicht genug?«


Franz Brungs, am  2. Dezember 1967 schlugen Sie mit dem 1. FC Nürnberg den FC Bayern mit 7:3. War das Ihr bestes Spiel im »Club«-Trikot?

Franz Brungs: Die Partie hat sicherlich einen besonderen Platz in meinem Herzen. Fünf Tore, wann schafft man das schon mal? Noch dazu gegen den Nationaltorwart, Sepp Maier. Außerdem war der Sieg ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Meisterschaft.



Kommen heute noch Leute schulterklopfend auf Sie zu und sagen: »Franz, danke für diese Sternstunde«?

Franz Brungs: Man wird erkannt, das ist richtig. Wenn das dann noch Leute sind, die damals live dabei waren, im Stadion oder am TV, freut mich das umso mehr. Die Meistermannschaft von 1968 bekam Dauerkarten auf Lebenszeit vom Verein geschenkt. Zu Heimspielen versuche ich es nach Möglichkeit immer ins Stadion. Es ist schön, nicht in Vergessenheit zu geraten.

Das 7:3 war ja nicht nur ein Derby, sondern auch ein Spitzenspiel. Erster gegen Zweiter, drei Punkte Differenz vor dem Anpfiff. Wie wurde das in den Tagen vor der Partie von den Medien aufbereitet?

Franz Brungs: Also es gibt sicherlich Derbys, die hitziger sind als Nürnberg gegen Bayern. Ich denke da an Schalke gegen Dortmund. Deswegen war die Brisanz in erster Linie tatsächlich durch das Tabellenbild bedingt. In der Woche vorher ging es hin und her. Max Merkel hatte als ehemaliger 1860-Trainer das besondere Bedürfnis, den Bayern einen auszuwischen.

Max Merkel galt als großer Motivator. Wie war die Kabinenansprache vor der Partie?

Franz Brungs: Gar nicht so anders als sonst. Er hat – wie immer – nur zehn Minuten gesprochen und an taktische Dinge erinnert. Kurz und bündig. Er wollte sicher gehen, dass jeder seine Aufgaben kennt. Wir spielen zu Hause, mahnte er, wir müssen alles wegfegen!

Ihr erster Treffer resultierte aus einem Patzer von Sepp Maier. Haben Sie allen Ernstes darauf spekuliert, dass der Nationalkeeper danebengreift?

Franz Brungs: Das war ein blöder Ball für den Sepp. Ich würde ihm da jedenfalls nicht die Hauptschuld anrechnen. Der Schuss kam verdeckt, prallte dann an seiner Brust ab. Ich lief instinktiv in den Fünfmeterraum, anders hast du als Stürmer keine Chance. Plötzlich lag der Ball vor mir, ich musste nur noch reinstochern.

War es trotzdem eine besondere Genugtuung, gegen die deutsche Nummer 1 zu treffen?

Franz Brungs: Das wird im Nachhinein immer gerne angenommen. Fakt ist doch, dass wir nicht nur gegen Sepp Maier gespielt haben. Da standen auch noch Beckenbauer, Müller, Schwarzenbeck und Schnellinger auf dem Platz. Das war schon eine beeindruckende Truppe, bei der sich erahnen ließ, dass da richtig was zusammen wächst. Die Bayern hatten im Gegensatz zu uns das Glück, dass sie ihre Elf halten konnten. Das ist in Nürnberg nicht gelungen und deshalb kam im Folgejahr der Abstieg.

Wie haben die Bayern auf dem Platz reagiert? Wurde gepöbelt oder auf einmal übertriebene Härte an den Tag gelegt?

Franz Brungs: Überhaupt nicht. Die waren einfach nur niedergeschlagen und haben nie verdauen können, dass sie in Nürnberg sieben Stück bekommen. Einmal rasselte ich an der Außenlinie mit Sepp Maier zusammen, da fuhr der mich auf bayerisch an, ob ich denn immer noch nicht genug hätte (lacht).


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Münchens Trainer Zlatko Tschick Cajkovski bemüht den Chronometer: Zeit für eine Abreibung? Manager Schwan ficht das nicht an. Ganz Mann von Welt, pafft er alle Sorgen weg.


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  • Münchens Trainer Zlatko Tschick Cajkovski bemüht den Chronometer: Zeit für eine Abreibung? Manager Schwan ficht das nicht an. Ganz Mann von Welt, pafft er alle Sorgen weg.
  • Max Merkel war als ehemaligem Sechz'ger besonders an der Partie gelegen. Er hat aus dem als Abstiegskandidat gehandelten »Club« einen Titelfavoriten geformt. Genauso bewundernswert: die schmissige Schirmmütze.
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  • Peter Kupferschmidt klebt am Rasen. Und August Starek, Nürnbergs linker Flügelläufer, brennt durch. Seine Hereingaben surren wie Peitschenhiebe in den Strafraum vom Maier-Sepp. Er findet ...
  • ... Franz Brungs. Der Torjäger netzt an diesem Abend, wie er will. Sein Fünferpack toppt die vier Treffer gegen Tasmania Berlin, zwei Jahre vorher. Auch beim Jubeln ist Brungs Instinktmensch. Unterm Trikot kein Gruß an Mama.


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Kommentare

  • User
  • 11.04.2011 16:52:42 giselher

    Da standen auch noch Beckenbauer, Müller, Schwarzenbeck und Schnellinger auf dem Platz.

    Schnellinger? Ausgerechnet Schnellinger stand da nicht auf dem Platz. Jede Wette.

  • User
  • 12.04.2011 09:58:20 giselher

    "Ausgerechnet" Schnellinger trug nie das Trikot des GFCB. (Eigentlich schade.)

  • User
  • 12.04.2011 10:16:26 alterzabo

    habe ihn persönlich nur noch auf seiner Abschiedstour mit dem FC Augsburg beim Club gesehen, das war nicht besonderes, kann mich an einen ziemlich dicken Mann erinnern, der es ab und zu mal bis zum Strafraum schaffte. Muss so 72 oder 73 gewesen sein.

  • User
  • 12.04.2011 10:16:57 alterzabo

    son quatsch, war nicht Schnellinger, war Helmut Haller, verbuxelt.

  • User
  • 12.04.2011 13:34:57 Yvy

    was bitte ist GFCB ?

    @alter zabo

    etwas mehr Respekt bitte; Haller war einer der allerbesten, die wir je hatten. Und Max Morlock ist ja auch kein junger Hüpfer mehr, gell...

  • User
  • 12.04.2011 13:38:49 Yvy

    Und AUSSERDEM hat Hallers Rückkehr nach Deutschland folgenden Rekord für die Ewigkeit mitgestaltet (REGIONALLIGA SÜD, also 2. Liga, wie ich betonen möchte):

    "Am 15. August 1973 wurde beim Spiel des TSV 1860 München gegen den FC Augsburg ein ewiger Zuschauerrekord des Olympiastadions aufgestellt, als nach einem frühen Führungstor der Löwen alle Dämme brachen und das Stadion von noch draußen wartenden Zuschauern gestürmt wurde. Schätzungsweise 90.000 Zuschauer wohnten dem Spiel bei. 136 Personen wurden verletzt."

    Quelle: Wikipedia.de. Weiß man aber auch so :-)

  • User
  • 12.04.2011 14:21:32 alterzabo

    Stimmt, für mich als etwa 10 Jährigen kamen Morlock und Haller gefühlt aus der gleichen Zeit, also mindestens der meiner Sportlehrer und MM war nicht mehr aktiv.
    Der Pummel ist mir nun mal im Gedächtnis geblieben, war aber auch am Ende seiner Karriere.
    Gegen Augsburg war die alte Hütte aber auch immer gut voll.

    GFCB bedeutet eigentlich Gößter Fehler des Christlichen Bayern und ist die Abkürzung einer Sekte, die sich nach der Kaiserkrönung von Franz I. in diversen Nachfolgeorganisationen wie u.a. die Schickeria aufgelöst hat.
    Oder so ähnlich.

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