11FREUNDE exklusiv: Zu viele Spieler auf dem Feld
DFB entscheidet: St. Pauli wird Derbysieg aberkannt
Text: 11FREUNDE Bild: Imago
Sensation an der Elbe: Nach einer Entscheidung des DFB wird dem FC St. Pauli der Derbysieg gegen den HSV aberkannt. Der HSV hatte einen Regelverstoß ausgemacht. Das Spiel wird mit 3:0 für die Rothosen gewertet.
Die Liga ist um ein Kuriosum reicher. Wie der DFB gestern am späten Abend dem FC St. Pauli mitteilte, wird dem Kiezklub der Derbysieg vom 16. Februar 2011 beim HSV (Endergebnis 0:1) aberkannt. Mitarbeiter des Hamburger SV hatten bei einem nachträglichen Videostudium der Partie festgestellt, dass der FC St. Pauli im Moment des Kopfballtores von Gerald Asamoah (59. Minute) mit einem Spieler zu viel auf dem Feld stand. Der HSV legte Protest ein, dem der Verband nun in einem Eilverfahren stattgab. Das Spiel wird mit 3:0 für den HSV gewertet.
»Wir danken dem Hamburger SV für den videogestützten Hinweis der Regelverletzung. Nur so konnten wir diese Entscheidung einstimmig fällen«, sagte der Vorsitzende des DFB-Schiedsrichterausschusses Herbert Fandel. »Der Einsatz von mehr als elf Spielern ist eine grobe Unsportlichkeit, die umstandslos bestraft werden muss. Deswegen kam das Schiedsgericht zu dieser relativ harten Strafe gegen den FC St. Pauli«, ergänzte Fandel, der Mitglied des ständigen Schiedsgerichts des DFB und der DFL unter Vorsitz von Udo Steiner ist. Das Gremium tagte gestern mehrstündig, andere Mitglieder standen für ein Gespräch nicht zur Verfügung.
Ein Takyi war ein Mann zu viel
Angeblich zeigen die Videoaufnahmen wie St.Pauli-Mittelfeldspieler Charles Takyi unmittelbar vor dem Kopfballtor von Gerald Asamoah auf das Feld läuft, um einen Gegenstand einzusammeln. Takyi war allerdings nur eine Minute zuvor (58.) gegen Marius Ebbers ausgetauscht worden. So stand die Mannschaft in der 59. Minute regelwidrig mit elf Feldspielern plus Torwart auf dem Rasen der Imtech-Arena.
Schiedsrichter Günter Perl und sein Gespann hatten diese Vorkommnisse offenbar übersehen. »Die Schiedsrichter trifft keine Schuld. Der Spieler des FC St. Pauli stand eindeutig abseits des Geschehens. Doch allein die Tatsache, dass er in voller Spielkleidung unerlaubt das Feld betreten hat, ist auch nachträglich zu bestrafen«, so Fandel.
Benedikt Pliquett äußerte sich bereits über Facebook
Erste Reaktionen aus Reihen des FC St. Pauli gab es bereits im Sozialnetzwerk Facebook: Auf der Seite von St.Pauli-Derbyheld Benedikt Pliquett äußern sich sowohl Trainer Holger Stanislawski als auch die Spieler Deniz Naki und Pliquett selbst zu der Entscheidung. 
(Größere Ansicht hier)
Der FC St. Pauli beraumte außerdem kurzfristig eine Pressekonferenz für heute (Freitag) 12.00 Uhr an. (live bei beim Nachrichtensender n-tv und natürlich im 11FREUNDE-Liveticker). Beim Hamburger SV hingegen ist man nicht ganz zufrieden mit der Entscheidung. HSV-Vorstandsmitglied Oliver Scheel sagte gegenüber 11freunde.de: »Mit dem 3:0 bin ich ein wenig unzufrieden, da der Spielverlauf ein 4:0 gerechtfertigt hätte.«
Ob der FC St. Pauli Protest gegen den DFB-Entscheid einlegt, ist genauso unklar wie die Reaktionen der Fans. Die Ultras Sankt Pauli (USP) haben für heute Abend einen Schweigemarsch zum Millerntor angekündigt. Das könnte eine heiße Nacht werden auf St. Pauli. Auch abseits der Reeperbahn.
(11FREUNDE, mit Material von sid und dpa)
Der erste Derbysieg seit 1977? Und dann das...
Andere Dinge, die 34 Jahre dauerten und mitunter noch anhalten, seht ihr in unserer Bildergalerie.
---
News, Interviews, Blogs, Statistiken und Service zu: FC St. Pauli


24.
Traurig! In den letzten 34 Jahren starben vier Geißböcke mit dem Namen »Hennes«. Seit dem 24. Juli 2008 amtiert Hennes VIII.




