Die Geschichte der Fußballfans

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21.03.2011

»Sport-Bild«-Reporter Raimund Hinko über Lothar Matthäus

»Lothar ist ein Opfer«

Interview: Alex Raack  Bild: Imago

Heute wird Lothar Matthäus 50. Nur wenige kennen den Rekordnationalspieler und ehemaligen Weltfußballer so gut, wie »Sport-Bild«-Reporter Raimund Hinko. Wir sprachen mit ihm über Klischees und Como.

»Sport-Bild«-Reporter Raimund Hinko über Lothar Matthäus - »Lothar ist ein Opfer«


Raimond Hinko, Sie kennen Lothar Matthäus so gut wie nur wenige in Deutschland. Bitte erklären Sie es uns: Warum hat Matthäus einen so schlechten Ruf?

Raimund Hinko: Dafür gibt es zwei Erklärungen. Erstens: Weil er selber viel dafür getan hat, zweitens: Weil ein Typ wie Lothar ein ideales Opfer für das typisch deutsche Schubladendenken ist.

Was meinen Sie damit?

Raimund Hinko: Die Klischees, die mit ihm assoziiert werden! Seit er sich damals bei seiner Vorstellung bei den Metro Stars etwas mit seinem englisch verhaspelte, glaubt Gott und die Welt, dass Lothar Matthäus zu blöd ist, englisch zu sprechen. Das ist Quatsch. Dieser Mann ist seit Jahren im Ausland unterwegs und muss sich nicht nur im Alltag, sondern auch auf dem Trainingsplatz auf englisch verständigen. Auch mit seiner Ex-Frau Marijana hat er die meiste Zeit englisch sprechen müssen. Ich denke, sein englisch ist teilweise deutlich besser, als das seiner Kritiker.



Viele sagen: Den Matthäus kann man doch nicht unbeaufsichtigt als Deutscher ins Ausland schicken.

Raimund Hinko: Noch so ein dämliches Klischee. Ich habe mal ein Interview mit Charlotte Knobloch, der ehemaligen Präsidentin des Zentralrats der Juden, geführt. Und die hat mir bestätigt, dass Lothar Matthäus in seinem Jahr als Trainer von Maccabi Netanya mehr für die deutsch-israelischen Beziehungen geleistet hat, als so mancher Politiker.

Klischee Nummer drei: Lothar und die Frauen.

Raimund Hinko: Da weiß er selber, dass er Fehler gemacht hat. Auch ich denke, dass die Ehe mit Liliana nicht hätte sein müssen. Aber das ist sein Privatleben und damit auch seine Angelegenheit. Seinem Sohn hat er jedenfalls schon gewünscht: »Ich hoffe, dass du mehr Glück mit den Frauen haben wirst, als ich.«

Wenn Sie an den Fußballer Lothar Matthäus denken, was fällt ihnen da als Erstes ein?

Raimund Hinko: Seine beiden Tore im deutschen Auftaktspiel bei der WM 1990 gegen Jugoslawien. Wie er da über den Platz marschierte und den Ball ins Tor wuchtete, das war atemberaubend. Mit dieser Leistung hat er Deutschland den Weg zur Weltmeisterschaft geebnet, seine Leistung in diesem Spiel hat der ganzen Mannschaft klar gemacht: Wir können dieses Turnier tatsächlich gewinnen! Andreas Brehme sagte damals nach dem Spiel zu mir: »Jetzt verlieren wir kein Spiel mehr.«

Welche Anekdote verbindet Sie mit Lothar Matthäus?

Raimund Hinko: Da gibt es unzählige Geschichten. Einmal besuchte ich ihn in Mailand, er spielte damals gemeinsam mit Andreas Brehme bei Inter. Wir fuhren in seinem kleinen roten Peugeot Cabrio vom Mailänder Trainingsgelände zu seinem Haus bei Como. Plötzlich tauchte vor uns ein Hindernis auf: Ein Lastwagen stand dicht an einer Mauer, eigentlich kein Vorbeikommen. Nicht für Lothar. Er sagte zur mir: »Wetten, dass wir da durchkommen?« Der Kerl, er wusste ja, dass ich weiß Gott kein Freund von Schnellfahrerei war! Ich wollte noch was sagen, da raste er auch schon los. Wir kamen tatsächlich durch – nur ein Außenspiegel fehlte.

War er auch als Privatmensch so ein Draufgänger?

Raimund Hinko: Überhaupt nicht. Ich kenne ihn als sehr nachdenklichen und fürsorglichen Menschen. Wenn er mich sah und ich nicht gesund wirkte, gab er mir immer gleich ein paar Wohlfühltipps: »Iss gesünder und arbeite nicht so viel!« So ist Lothar Matthäus, ein äußerst sympathischer Kerl.

Und warum will ihn dann kein Bundesligist als Trainer verpflichten?

Raimund Hinko: Ich weiß es nicht. Aber ich halte es für töricht, dass das noch nicht passiert ist! Ich kenne keinen Menschen auf der Welt, der so schnell und so präzise ein Spiel analysieren und anschaulich erklären kann, wie Lothar Matthäus. Ein Beispiel: Bei Atlético Paranaense war er zwar nur sechs Wochen, aber in der Zeit besuchte ich ihn für eine Story. Nach dem Training schleppte er seine gesamte Mannschaft vor den Fernseher, sie sahen sich ein Spiel der Champions League an. Die Jungs hingen an seinen Lippen, als er ihnen erklärte, warum die eine Mannschaft so und die andere Mannschaft so spielte. Phänomenal. Was die analytischen Fähigkeiten angeht, kann es Lothar Matthäus mit solchen Koryphäen wie Berti Vogts und Jupp Heynckes aufnehmen.

Wäre er denn in der Lage, eine Bundesliga-Mannschaft anzuführen?

Raimund Hinko: Durchaus. Er kann sich für Fußball begeistern, wie ein kleines Kind. Und die Begeisterung überträgt er auf seine Spieler. Zugegeben, nicht alle Trainerstationen waren bislang von Erfolg gekrönt, aber in Belgrad, wo er Partizan 2003 erstmalig in die Champions League führte, tragen ihn die Menschen auf den Schultern, so bald er die Stadt betritt. Eine ähnliche Euphorie könnte er auch in Deutschland entfachen.

Raimund Hinko, heute wird Lothar Matthäus 50 – was wünschen Sie ihm zum Geburtstag?

Raimund Hinko: Er braucht einen soliden Verein aus dem Mittelfeld der 1. Bundesliga, bei dem er die Möglichkeit bekommt, eine Mannschaft nach seinen Vorstellungen zu formen. Dann bin ich mir sicher, dass auch seine letzten Kritiker verstummen werden.






Kommentare

  • User
  • 21.03.2011 12:14:55 Esteban Cantate

    Pffff....
    Lothar, ok: klar - aber Raimund Hinko? Hier? Tzzzz....

  • User
  • 21.03.2011 12:31:35 DerAchim

    dem darf man doch keine plattform geben!

  • User
  • 21.03.2011 12:31:57 DerAchim

    also dem hinko

  • User
  • 21.03.2011 12:41:20 sullenberger

    Klischee Nummer drei: Lothar und die Frauen.

    Raimund Hinko: Da weiß er selber, dass er Fehler gemacht hat. Auch ich denke, dass die Ehe mit Liliana nicht hätte sein müssen. Aber das ist sein Privatleben und damit auch seine Angelegenheit.


    Genau, THEORETISCH ist es sein Privatleben.
    Gestern bei Zappen ist er wieder bei so nem Klatschmagazin, erzählt dass seine neue Alte bei Ihrer Großmama auf nem Geburtstag ist und nicht bei ihm sein kann etc.
    Er lässt es eben nicht privat.
    Und KEIN Buli-Klub, nichtmal der HSV, würden sich so einen Antun - ganz egal was er sportlich bzw. trainertechnisch mittlerweile an Kompetenzen hat.

    Diese Fragerei wieso er "immernoch keinen Job" in der Buli hat ist einfach lächerlich. Genauso wie Hinko.

  • User
  • 21.03.2011 12:43:38 RBaggio10

    Raimund Hinko: Er braucht einen soliden Verein aus dem Mittelfeld der 1. Bundesliga, bei dem er die Möglichkeit bekommt, eine Mannschaft nach seinen Vorstellungen zu formen. Dann bin ich mir sicher, dass auch seine letzten Kritiker verstummen werden.


    genau, damit die sportbild erstehand-infos zu jedem mist bekommt, der in dem verein passiert. das interview lässt tief blicken.

  • User
  • 21.03.2011 13:04:03 suppenteller

    ein bild arschloch spricht davon, dass es ein privatleben gibt und das dann auch noch ganz allein die sache dieser person sei. was für eine verlogene scheisse, sonst gilt doch immer das credo von schmierlappen, tittenblatt und volxbibel verleger kai diekmann, demzufolge es keine privaten angelegenheiten von promis gebe!

    sorry 11freunde, interview mit einem gossenreporter vom größten scheissblatt europas ist echt das allerletzte

  • User
  • 21.03.2011 13:20:48 AbteilungAttacke

    Das Interview ist doch ganz hervorragend. Selbstentlarvender geht's ja kaum. Lothar hat alles richtig gemacht, aber doch irgendwienicht, ist total unschuldig aber sein Privatleben, ja ja und überhaupt, warum ihn niemand in der BuLi anheuert trotz seiner analytischen Kenntnisse.
    Irgendwie stelle ich mir vor, dass das Interview ungefähr SO abgelaufen ist: AberJaAberNeinAberJA...

  • User
  • 21.03.2011 14:46:43 Wangs wing

    Als Spieler habe ich Loddar sehr geschätzt. Aber kein Profiverein kann sich den kompletten Boulevard ins Haus holen.

    Vielleicht sollte er beim SSV Hacheney einsteigen. Wenn er den mind. in die 2 Liga geführt hat, ist er evtl. ein Thema für den Eff Zeh.

  • User
  • 21.03.2011 14:51:59 schorschkaplan

    Lothar M. ist ein Opfer der BILD-ZEITUNG und der eigenen Eitelkeit.

  • User
  • 21.03.2011 16:34:25 Esteban Cantate

    wo ein opfer ist, da ist ja auch ein täter.. nicht wahr, raimund?
    spacken.

  • User
  • 21.03.2011 16:55:30 AntiMöller

    Raimund Hinko! Raimund Hinko lebt noch?! Der sollte mal -mit Franz-Xaver Kroetz in der Hauptrolle- verfilmt werden. Aber so was von, der dreckige Schmierlapp!
    Ärgert mich auch wieder, daß Lothar dann instinktlos wie immer, so jemanden vor seinen Karren spannt. L. hätte das gar nicht nötig, aber scheint nur noch in diesen Boulevardesken Kategorien zu denken, und das ist ja wohl auch sein Akzeptanz-Problem. Sehr schade!

  • User
  • 21.03.2011 17:27:36 giselher

    Der sollte mal -mit Franz-Xaver Kroetz in der Hauptrolle- verfilmt werden

    Wenn Film, dann kanns nur einen geben: Dirk Bach.

  • User
  • 21.03.2011 18:04:31 4ter Blinder

    Bach ist viel zu gut. Plädiere für M. Gäfgen als Hinko-Darsteller.

  • User
  • 21.03.2011 18:27:51 hellboy69

    Loddar ist Opfer. Klasse. Loddar ist eine Marke. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Vom Marketing her eine Glanzleistung, verdient er doch sein Brot mit dem Boulevard, denn dem Fussball. Zwar kein Boxen-, aber Trainerluder. Irgendwann sitzt er beim Mörtel in der Loge (oder hat er schon?). Letztendlich sei es ihm gegönnt. Er beschädigt damit nur sich, sonst niemanden. Vielleicht geht ihm mal Lampe an, und er bemerkt, dass er nur die Titelrolle spielt im „Fidelen Lustgreis“, im „Lothar, der Libido“

  • User
  • 21.03.2011 18:28:20 hellboy69

    oder im „Lothar, der Libido“

  • User
  • 21.03.2011 18:57:01 Jim Panse

    Hehe, der ist ja sogar fast gut.

  • User
  • 21.03.2011 20:41:07 GTEvo

    war Hinko nicht "Derjenige", der von Loddars Erzfeind,(ein gewisser JürgenK.)anne Säbenerstrasse, PK-Verbot erteilt hat?

    Weissebescheid!?
    Holger

  • User
  • 21.03.2011 23:20:52 AntiMöller

    Ebend, Lothar ist von Jürgen K. erledigt worden. Was für eine Schande! Zum Glück tanzte der Zauberleerling nur für einen Sommer, die asoziale Sau.

  • User
  • 22.03.2011 00:42:11 MrDriftwood

    Danke, suppenteller!
    Dem ist nichts hinzuzufügen!

  • User
  • 22.03.2011 14:09:04 rumpler

    Raimund Hinko: Er braucht einen soliden Verein aus dem Mittelfeld der 1. Bundesliga, bei dem er die Möglichkeit bekommt, eine Mannschaft nach seinen Vorstellungen zu formen. Dann bin ich mir sicher, dass auch seine letzten Kritiker verstummen werden.

    Wie wäre es denn da mit Wolfsburg?

    Abteilung Frauenfußball.

  • User
  • 22.03.2011 15:29:08 4ter Blinder

    Würde auch schon lange gern mal sehen, wie sich L.M. als BuLi-Trainer schlägt und dachte immer, irgendein Verein sollte es halt doch mal wagen.

    Solange es nicht meine SGE ist.

    Ich Egoist.

    Das habe ich jetzt davon: Ab sofort kniet Daum an der Aussenlinie. Nicht mal PR-technisch besser als Lothar.

    Tauscht jemand Lothar gegen Daum? Jetzt wird mein Verein zum Opfer.

  • User
  • 29.03.2011 13:28:51 qwertz3000

    Ich würde ihn auch gerne mal in der Bundesliga als Trainer sehen. Da würde es sich dann zeigen, ob er es kann oder nicht. Diese ewigen Spekulationen bringen ja nix. Aber welcher Verein traut sich?

  • User
  • 30.03.2011 08:55:08 Dschungelking

    daum zu verpflichten ist ja nun auch eine mutige tat, vielleicht traut sich dann auch ein verein den matthäus zu verpflichten.

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