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11.03.2011

HSV-Reporter Dieter Matz über das Hamburger Chaos

»Der große Traum heißt Felix Magath«

Interview: Andreas Bock  Bild: Imago

Chaos in Hamburg: Vorstandschef Bernd Hoffmann wurde jüngst entmachtet, Armin Veh verkündete seinen Abschied. Es geht führungslos in die Zukunft. Wir sprachen mit Dieter Matz, seit 30 Jahren HSV-Frontreporter des Hamburger Abendblatts.

HSV-Reporter Dieter Matz über das Hamburger Chaos - »Der große Traum heißt Felix Magath«


Dieter Matz, der HSV versinkt im Chaos: Nach Bernd Hoffmanns Entmachtung streicht nun auch Armin Veh die Segel. Sie sind seit 30 Jahren HSV-Reporter für das Hamburger Abendblatt. Haben Sie eine ähnliche Situation schon einmal erlebt?

Dieter Matz: Es sagt sich so leicht, doch ich versichere Ihnen: So etwas hat es noch nie gegeben!

Sie schrieben gestern: »Wenn das Führungschaos beim HSV in den nächsten Tagen nicht behoben wird, droht dem HSV Schlimmes.« Können Sie das ausführen?

Dieter Matz: Zum einen laufen etliche Spielerverträge aus, und keiner der betroffenen Spieler weiß aktuell, woran er ist. Das wirkt sich natürlich auf die sportliche Leistung aus, denn auch wenn die Profis gerne beteuern, dass ihre Leistung auf dem Platz nicht von Vereinspolitik beeinflusst sei, werden sie verunsichert in die Partien gehen. Andererseits ist da die große Frage: Wer sucht eigentlich einen neuen Trainer?

 

Der neue Sportchef Frank Arnesen?

Dieter Matz: Der ist noch beim FC Chelsea angestellt. Ich hoffe trotzdem, dass er im stillen Kämmerlein einen adäquaten Mann sucht. Vielleicht hat er sogar schon einen gefunden.

Armin Veh trat gestern vor die Presse und verkündete seinen Abschied zum Sommer. Wie bewerten Sie den Auftritt des Trainers?

Dieter Matz: Es war schon vorher ein kleines offenes Geheimnis, dass Trainer und Klub am Ende der Saison getrennte Wege gehen. Armin Veh hätte also nicht vor die Presse treten müssen. Nun sieht er natürlich ganz gut aus.

Immerhin spricht er als einziger offen aus, dass der HSV ein großes Führungsproblem hat.

Dieter Matz: Dagegen sage ich auch nichts. Wir Hamburger Journalisten haben seine offene Art sehr geschätzt – im Gegensatz zum Vorstand und dem Aufsichtsrat. Ich finde auch, dass er zum HSV passt. Leider kam er zum falschen Zeitpunkt, die Mannschaft war so durcheinander, sie konnte sich nur schwer zu einer Einheit formen lassen. Armin Veh hätte eine Mannschaft auffinden müssen, die funktioniert.

Bernd Hoffmann ist zwei Tage zuvor entmachtet worden. Sein Vertrag, der erst Ende des Jahres ausläuft, wird nicht verlängert. Was ist bei dieser Personalentscheidung falsch gelaufen?

Dieter Matz: Man hätte diese Entmachtung niemals öffentlich machen dürfen. Man hätte die Entscheidung im Aufsichtsrat, also unter den zwölf Mitgliedern, besprechen und das Gespräch mit Bernd Hoffmann und Katja Kraus suchen müssen. Das Absurde ist ja auch: Die Tendenz, Hoffmanns Vertrag nicht zu verlängern, gab es schon. Bei der Publikmachung hätte man also sofort einen neuen Mann parat haben müssen. Nun bekommt man Absagen wie die von Björn Gulden über die Presse. Das ist sehr peinlich.

Personalentscheidungen wurden beim HSV zuletzt selten unter Verschluss gehalten.

Dieter Matz: Das ist ein sehr großes Problem beim HSV und basiert auf einem Profilierungsinteresse einiger Aufsichtsratsmitglieder. Da werden regelmäßig die Hosenträger gespannt und Interna ausgeplaudert. Frei nach dem Motto: »Ich arbeite gut mit euch zusammen, schreibt mal was Positives über mich.« Was immer diese Leute reitet – ich kann es nicht nachvollziehen. 

Der Aufsichtsratsvorsitzende Ernst-Otto Rieckhoff sagt, der »Druck ist nun weg«. Was meint er?

Dieter Matz: Vielleicht war an dem Tag, an dem er diese Aussage tätigte, tatsächlich erst einmal der Druck weg. Vom heutigen Standpunkt ist das natürlich ein seltsamer Satz. Er würde ihn sicherlich nicht wiederholen. denn der Druck ist größer als je zuvor. Zumal nun einige HSV-Mitglieder auf eine außerordentliche Mitgliederversammlung drängen, um den Aufsichtsrat abwählen zu lassen.

Die Frage ist auch, ob Bernd Hoffmann seinen Vertrag bis zum 31. Dezember 2011 erfüllt. Wann ist mit seiner Entscheidung zu rechnen?

Dieter Matz: Gestern hat Bernd Hoffmann eine Art Abschiedsrede vor den Mitgliedern der HSV-Geschäftsstelle gehalten. Dann ist er in den Urlaub gefahren. Nach seiner Rückkehr wird er sich mit Sicherheit erklären. Ich gehe davon aus, dass er weitermachen wird. Zumindest würde das sein Image ein wenig polieren.

Kann man das Ende von Bernd Hoffmann nicht auch als Chance auf einen Neunanfang begreifen?

Dieter Matz: Wenn die Trainer- und Vorstandssuche optimal läuft, ist das natürlich eine riesige Chance auf einen Neuanfang. Doch sollte man eines nicht vergessen: Bernd Hoffmann hat den Verein wirtschaftlich nach vorne gebracht. Ein Blick auf die vergangenen Transfers sagt viel über seine Tätigkeit aus. Von vielen Spielern, die in den letzten acht Jahren verpflichtet wurden, konnte der HSV in den Jahrzehnten zuvor nur träumen. Allerdings, und das wurde ihm immer vorgeworfen, ist er ein Alleinherrscher gewesen. Dietmar Beiersdorfer oder aktuell Oliver Scheel nahmen kaum an Entscheidungen teil.

Welcher Vorstandsvorsitzende würde gut zum HSV passen?

Dieter Matz: Ein Teamplayer. Also einer, der mit den drei anderen Vorstandsmitgliedern, dem Trainer und dem Sportdirektor im Reinen ist. Dann würde sich eine legendäre Chance bieten, den HSV dahin zu bringen, wo er in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird: Unter die ersten Drei in der Bundesliga.

Müsste der neue Vorstandsvorsitzende sportliche Kompetenz haben?

Dieter Matz: Das würde ich mir wünschen. Hoffmann schaffte es ja  nur bis zur D-Jugend in Leverkusen – das fehlende Fußballfachwissen wurde ihm häufig genug vorgeworfen. Mitunter auch zurecht, denn ein Vorstandsvorsitzender muss sich mit dem Sportchef austauschen, er muss wissen, wovon er spricht.

Laut Medienberichten verlässt Felix Magath zum Ende der Saison den FC Schalke 04. Würde er noch einmal das Traineramt beim HSV übernehmen?

Dieter Matz: Eine Rückkehr von Felix Magath ist der große Traum der Hamburger und der Presse. Das ist auch auf lange Sicht nicht unrealistisch, denn Magath will seinen Lebensabend hier verbringen, er soll sich sogar nach einer Immobilie umschauen. Er hat mir außerdem einmal verraten, dass er sich vorstellen könnte, eines Tages seine kurze Hose gegen einen Anzug einzutauschen – also ausschließlich als Funktionär zu arbeiten. An ein Engagement als HSV-Trainer glaube ich allerdings nicht.

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Dieter Matz begleitet den HSV seit 29 Jahren als Abendblatt-Redakteur und bloggt regelmäßig auf Matz ab!




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News, Interviews, Blogs, Statistiken und Service zu: Hamburger SV






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Kommentare

  • User
  • 09.03.2011 23:00:34 framck

    Die Frage ist auch, ob Bernd Hoffmann seinen Vertrag bis zum 31. Dzember 2010 erfüllt

    31. Dezember 2011, oder?

  • User
  • 10.03.2011 10:47:28 giselher

    falsa demonstratio non nocet.

  • User
  • 10.03.2011 11:02:45 Andreas Bock

    Danke für den Hinweis, framck! Ist verbessert.
    Grüßel
    Andreas

  • User
  • 10.03.2011 11:07:33 gelsenkirchen

    er soll sich sogar nach einer Immobilie umschauen.

    jaja, edgar davids schaute sich angeblich auch mal nach einem reihenhäuschen in GE um und eröffnete ein konnto bei der örtlichen sparkasse...

  • User
  • 10.03.2011 11:08:57 gygax

    Nicht zu vergessen, dass Manuel Neuers Freundin in München wohnt.

  • User
  • 10.03.2011 11:16:09 Hotte80

    ach, der dieter. er is immer mit ganzem herzen dabei, aber er schreibt halt sehr, sehr oft ziemlichen blödsinn. sacht mal, der mourinho, macht der nicht gerade bootsführerschein binnen? wenn ja, is ja klar, wo er demnächst hingeht.

  • User
  • 10.03.2011 11:19:09 Karpfenluder

    Nach MeckPomm zur SV Waren/Müritz?

  • User
  • 10.03.2011 22:04:09 Trifon Ivanow

    Eben erreichte uns eine Pressemeldung vom HSV: Der Aufsichtsrat hat einstimmig beschlossen, dass Jose Mourinho neuer Trainer wird. In Kürze wird versucht, mit ihm Kontakt aufzunehmen...

  • User
  • 11.03.2011 04:31:57 Ganna

    Und nicht nur aus diesem Grund bleibt Magath auch Trainer bei einem anderen Verein. Magath ist kein Typ für lange Angestelltenverhältnisse. Mehr als zwei Jahre geht nicht wirklich gut. Das hat man nun auch beim HSV erkannt und sieht von Magath ab, weil man langfristig plant. Das einzige Problem, welches sich ergibt, ist dass man schon einen Vertrag mit Magath geschlossen hat, wovon die Schalker jedoch nichts wissen dürfen, denn der Liga-Konkurrent zahlt schließlich nur dann das Gehalt weiter, wenn sie ihn feuern. Und so weit sind wir (Stand heute) noch nicht!
    Hush, hush…
    Daneben ist mir noch kein Foto aufgefallen, auf welchem der Trainer Magath eine kurze Hose angehabt hätte.
    Gestern hat er allerdings gelächelt. Das kann nur zwei Gründe haben: Entweder er hat das Fünfcentstück wiederentdeckt, welches ihm bei Amtsantritt in Gelsenkirchen in der Umkleide aus der Hose geglitten ist oder er hat mit irgendjemandem oder irgendwas sowas ähnliches wie Geschlechtsverkehr gemacht.

  • User
  • 11.03.2011 05:42:50 Vorstadtkrokodil

    Bei manchen Vereinen gab es ja die kleine Lösung. Der Co wurde befördert, so hoppla, wer ist das denn?
    In diesem Fall ist es dann ja wohl eher so, hoppla, stimmt ja!
    Oenning-Hui Buh?
    Da hätte man ja wohl schon früher drauf kommen können!
    Und erzähl mal einer, der kann nix.
    Ihr Klubberaner hier, sacht mal.

  • User
  • 11.03.2011 11:09:05 Dschungelking

    Magath wieder zum HSV? Das ist doch gar nicht mal die schlechteste Idee von allen, dort war er ja auch schon Spieler (sehr erfolgreich!) und Manager (auch erfolgreich?). Da kann er die Hamburger wieder auf Fordermann und in die richtige Spur bringen, damit da mal das Chaos ein Ende hat und man wieder zum geregelten, sportlichen Treiben über gehen kann, denn so wie jetzt brauch ich keinen HSV und das sage ich als Werderfan wohlgemerkt.

  • User
  • 11.03.2011 12:52:43 prazzomoto

    Dann würde sich eine legendäre Chance bieten, den HSV dahin zu bringen, wo er in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird: Unter die ersten Drei in der Bundesliga.

    Welche Öffentlichkeit ist das denn?
    Also, meine bestimmt nich …

  • User
  • 11.03.2011 12:55:24 Dschungelking

    Du hast eine eigenen Öffentlichkeit? hahaha!

  • User
  • 11.03.2011 13:32:52 Wer

    Und nicht nur aus diesem Grund bleibt Magath auch Trainer bei einem anderen Verein. Magath ist kein Typ für lange Angestelltenverhältnisse. Mehr als zwei Jahre geht nicht wirklich gut. Das hat man nun auch beim HSV erkannt und sieht von Magath ab, weil man langfristig plant. Das einzige Problem, welches sich ergibt, ist dass man schon einen Vertrag mit Magath geschlossen hat, wovon die Schalker jedoch nichts wissen dürfen, denn der Liga-Konkurrent zahlt schließlich nur dann das Gehalt weiter, wenn sie ihn feuern. Und so weit sind wir (Stand heute) noch nicht!
    Hush, hush…

    HÄ??? Wie meinen? Was weißt du, was die BILD nicht weiß?

  • User
  • 11.03.2011 13:56:30 Ganna

    Erstens heißt das „Glubberer“ und zweitens soll der Oenning Schwierigkeiten mit moralischem Verhalten gegenüber seinen Spielern haben; habe ich mir sagen lassen…

    Hush, hush: Der neue HSV-Vorstand:
    http://www.youtube.com/watch?gl=DE&v=6EMDllX7HEU

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